Busse & Bahnen

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:

Ja, das ist natürlich ein prima Sache.

Da gibts aber einen kleinen Pferdefuß: Das hiesige Streikrecht sieht so eine Aktion bisher nicht vor und damit wären die Beschäftigten nicht vor Sanktionen durch den Arbeitgeber geschützt.

Man stelle sich so eine gewerkschaftliche Aktion nur mal im Einzelhandel vor: Die Beschäftigten verschenken die Waren, statt die Arbeit nieder zu legen:whoot:.....was da wohl bei den Arbeitgebern abginge. Die würden wohl nach 10 Minuten die Polizei rufen und diese Form des "Streiks" unterbinden. :grin: Das schiene mir eine äußerst schlagkräftige Aktionsform zu sein, wenn das rechtlich gedeckt wäre...was aber wohl nie der Fall sein wird. Mich würde mal interessieren, wie das in Japan so rein rechtlich aussieht.
 
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Benutzer137391  (46)

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das war auch nur ein einwurf.. weil ich das mal gehört hatte und den ansatz eigentlich recht gut fand.. :grin:
natürlich ist das nicht 1:1 auf andere branchen übernehmbar.. :engel:
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die meisten Pendler haben doch Monatskarten, damit läuft so eine Aktion hier wohl leider zu 95% ins Leere.
 

Benutzer115625 

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Das Problem, das ich mit Bahnstreiks habe, ist, dass sie unter "höhere Gewalt" fallen (warum eigentlich, ist doch völliger Unfug) und daher die Fahrgastrechte nur sehr eingeschränkt gelten. D.h. es gibt nichtmal Geld zurück, obwohl das bei der Bahn ja ohnein ja witzlos ist mit max 50% des Ticketpreises, und man anders als beim Fliegen ja auch sowieso keine Folgeschäden geltend machen kann. Das ist besonders nervig, wenn man die Bahn nutzen will, um ein Anschlussverkehrsmittel zu erreichen (z.B. ein Flugzeug).

Daher schadet ein Streik also eig. nicht primär dem Unternehmen sondern dem Bahnkunden, und dazu kommt, dass die Bahn für viele Menschen halt elementar wichtig ist, also sie darauf angewiesen sind.

Deshalb finde ich das etwas schwierig mit uneingeschränktem Streikrecht bei der Bahn unter den jetzigen Ausgangsbedingungen.
 

Benutzer102949 

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Ich bin so froh, dass ich nicht mehr täglich mit der Bahn pendeln muss. Was die da seit Jahren abziehen, geht auf keine Kuhhaut.

Jedes Jahr dasselbe Spiel, die Bahnmitarbeiter sind der Meinung, die kriegen zu wenig Kohle, man lehnt eine Lohnerhöhung nach ihren Vorstellungen aber ab, ergo wochenlanger Bahnstreik. Und wer kriegt's ab? In erster Linie diejenigen, die täglich mit den Öffis pendeln müssen. Und dann kriegt man nur, wenn man viel Glück hat zumindest einen Teilbetrag des Geldes zurück (siehe Ali Mente Ali Mente ). Wenn man aber einen wichtigen Termin hat oder einen Flug noch kriegen wollte, dann hat man halt gelitten. Und im gleichen Atemzug steigen jährlich die Kosten, es werden händeringend Lokführer gesucht und ihre Streckennetze oder gar die Züge kriegen die nicht ausgebaut, weil dafür die Kohle fehlt. Und das bei einer statistischen Pünktlichkeit von ... wie viel war's? ... 70, 80%?!

Sollen die DB doch einfach verstaatlichen. Eine ganze Berufsgruppe, die dafür verantwortlich ist, dass täglich Millionen Menschen pünktlich von A nach B kommen, darf einfach nicht das Recht haben so kurzfristig ihre Arbeit niederzulegen. Dürfen Ärzte, Polizisten und andere auch nicht.
 

Benutzer115625 

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Übrigens kürzlich zum Thema Pünktlichkeit entdeckt:

Das müssen ja Zeiten gewesen sein :grin:
 

Benutzer3277 

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Sollen die DB doch einfach verstaatlichen.

Man hat ja die Bahn in den 90er Jahren privatisiert mit dem Ziel, Gewinn zu machen und Kosten zu sparen. Das geschah vor allem durch die Halbierung der Mitarbeiterzahl. Nun hat man mit der Privatisierung die Bahn so sehr runtergewirtschaftet, dass eine Verstaatlichung nicht mehr finanzierbar wäre. In Tschechien und Polen ist die Bahn noch staatlich - und dort gibt es hohe Pünktlichkeit, tollen Service im Zug und auf jedem Bahnhof und vor allem extrem geringe Fahrpreise.
Aber wer versteht schon deutsche Wirtschafts- und Verkehrspolitik? :schuettel:
[doublepost=1544561114,1544560975][/doublepost]
Bei mir wäre es schwierig zum Bahnhof erstmal hin zu kommen, ohne Auto geht hier gar nichts.

Was machen bei euch eigentlich Menschen die sich kein Auto leisten können?
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Verbeamten wäre aber einfach auch ein übles Kostengrab. Und dann kommt irgendein EU-Richter doch nochmal auf die Idee, dass das Streikverbot für Beamten ungültig ist :ROFLMAO:

Würde ja schon reichen, mehr Geld für die Bahn in die Hand zu nehmen und das besser zu managen. Oder das Netz zu verstaatlichen und wie bei den Regionalbahnen alles andere auszuschreiben. WIRKLICH private Firmen (was die Bahn mitnichten ist) sind da imho, vernünftig gelenkt (Verträge über die Pünklichkeit, Strafen für Ausfälle), durchaus effektiver. Dieses halbstaatliche Konstrukt ist doch großer Murks.
 
G

Benutzer

Gast
P ProxySurfer

Fahrrad, Laufen oder den Bus nehmen der 2 mal am Tag fährt.
Aber das weiß man ja vorher wenn man so weit aufs Land raus zieht das diese öffi Anbindung sehr schlecht sein wird.
Was natürlich nicht rechtfertigt das täglich Leute bezahlen für ihren Fahrschein und dann sehr oft schlecht bis gar nicht transportiert werden durch die DB zum Beispiel.
 
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Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was mir auch immer ein Rätsel ist: diese Streiks sind ja immer vorher bekannt,
dann kann doch keine clevere Strategie sein, mich trotzdem an den Bahnsteig zu stellen und dann wüst zu schimpfen, dass kein Zug fährt?
Ich kann als Autofahrer doch auch nicht sehenden Auges in eine Vollsperrung fahren und mich dann wundern.
Was soll man denn sonst machen, wenn man z.B. zur Arbeit muss und dank beschissener Informationspolitik nur weiß, dass trotz Streik ein eingeschränkter S-Bahn-Verkehr stattfindet?

Finde ich schwierig, ins Streikrecht einzugreifen, weil "wichtige Sektoren" betroffen sind. Stärkt nicht gerade die Rechte der dort Beschäftigten. Wie gesagt, wenn man den reibungslosen Ablauf will: zurück zum Beamtentum, dann aber auch Fresse halten und die Konsequenzen tragen. Alles andere ist Rosinenpickerei.
Naja... Arbeitnehmer in diesen wichtigen Sektoren, die massive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft haben (Verkehr, Infrastruktur, usw.), haben mit ihren Streiks einen viel längeren Hebel, als Arbeitnehmer in anderen Branchen, die mit ihrem Streik nur ein kleines bisschen am Gewinn ihres Arbeitgebers kratzen.
Dieses massive Ungleichgewicht durch sanfte Regeln, wie z.B. die Pflicht, einen Streik mindestens 3 Tage vorher anzukündigen, ein wenig einzuschränken, halte ich für ziemlich sinnvoll.

Ein Bahnstreik hat massive Auswirkungen auf sehr viele unbeteiligte Personen und Unternehmen: Die Arbeitnehmer kommen nicht pünktlich zur Arbeit (insbesondere, wenn der Streik so kurzfristig angekündigt wird, dass sich keine Alternative mehr organisieren lässt) und bekommen dadurch evtl. Probleme mit ihrem Arbeitgeber. Unbeteiligte Firmen haben Probleme, weil ihre Arbeitnehmer nicht pünktlich kommen und der Warenverkehr eingeschränkt ist, usw.
Wenn dagegen die Belegschaft eines Autobauers streikt, bekommen ein paar Leute ihr bestelltes Auto ein paar Tage später und der Autobauer macht ein kleines bisschen weniger Gewinn. Das ist einfach ein himmelweiter Unterschied.
Natürlich wird es niemals möglich sein, diesen Unterschied verschwinden zu lassen... aber zumindest die schlimmsten Auswirkungen dieses Ungleichgewichts sollte man meiner Meinung nach schon ein wenig abschwächen.
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Jedes Jahr dasselbe Spiel, die Bahnmitarbeiter sind der Meinung, die kriegen zu wenig Kohle, man lehnt eine Lohnerhöhung nach ihren Vorstellungen aber ab, ergo wochenlanger Bahnstreik.
Äh, das ist ja gerade der Witz: Die Vorstellungen waren ohnehin schon lachhaft, weil sie kaum über Inflationsausgleich hinausgehen- und selbst das unterbietet die Bahn dann auch noch.
Sollen sie von mir aus den Laden komplett lahmlegen für eine Woche, anders rafft die Bahn es nicht.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hier diskutiert ihr also drüber, ich kopier einfach mal hier rein, wofür ich unnötigerweise einen eigenen Thread erstellt habe:

Der ein oder andere dürfte mitbekommen haben, dass am Montag in der Früh nicht all zu viel ging bei der Deutschen Bahn.

Verfolgt man ein wenig die sozialen Medien, dann gehen die Meinungen zu dem Streik doch sehr weit auseinander. Die einen sprechen von der Geiselnahme der Kunden, die anderen loben den effektiven Streik der Gewerkschaft.

Da ich persönlich die öffentlichen Verkehrsmittel eher meide, war ich von dem Streik so gut wie nicht betroffen. Trotzdem fand ich die Art des Streiks doch sehr unverhältnismäßig.

Leider hat die Deutsche Bahn eine ziemliche Monopolstellung, die Kunden hatten weder die Zeit, noch fehlen oft schlichtweg die Möglichkeiten, um sich eine Alternative zu suchen. Züge hielten einfach am nächstbesten Bahnhof und die Menschen saßen dort fest. Während man im besten Fall halt einfach ein paar Stunden vom Überstundenkonto nimmt, müssen andere Urlaub nehmen oder verlieren Gehalt und/oder Aufträge. Andere verpassen Flüge in den Urlaub, konnten nicht an wichtigen Prüfungen teilnehmen oder verpassten andere Verpflichtungen.

Meiner Meinung nach sollte ein Streik in erster Linie den bestreikten Konzern treffen und nicht den Kunden, vor allem in so einem Monopolszenario.

Wie seht ihr das?
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Zum Glück sind alle Arbeitnehmer vor dem Gesetz gleich :ninja:
Wo käme man denn hin, die einen wollen Bahn fahren, die anderen wollen behütete Kinder. Das ist eben ein berechtigter und wichtiger Hebel der Gewerkschaften. Toll finde ich es natürlich auch nicht.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Zum Glück sind alle Arbeitnehmer vor dem Gesetz gleich :ninja:

Sind sie das? Beamte haben Sonderregeln, Kirchen haben Sonderregeln, medizinische Dienste haben Sonderregeln und zum Thema Streik: Ich dürfte das auch nicht, weil es keine Gewerkschaft gibt, die den organisieren würde.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Naja... Arbeitnehmer in diesen wichtigen Sektoren, die massive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft haben (Verkehr, Infrastruktur, usw.), haben mit ihren Streiks einen viel längeren Hebel, als Arbeitnehmer in anderen Branchen, die mit ihrem Streik nur ein kleines bisschen am Gewinn ihres Arbeitgebers kratzen.
Dieses massive Ungleichgewicht durch sanfte Regeln, wie z.B. die Pflicht, einen Streik mindestens 3 Tage vorher anzukündigen, ein wenig einzuschränken, halte ich für ziemlich sinnvoll.
Aber wo zieht man da die Grenze. Z.B. Fluggesellschaften...da hat eine sehr kleine Gruppe von fürstlich bezahlten Mitarbeitern SEHR große Streikmacht. Nichtsdestotrotz ist der Markt da alles andere als ein Monopol und wenn man mal ehrlich ist, betrifft es keine essentiellen Wirtschaftszweige, wenn paar Geschäftsreisen ausfallen oder Urlauber sitzen bleiben. Trotzdem für die Betroffenen ein großes Ärgernis.

Imho ist der Lohnfindungsprozess heute in so vielen Punkten ziemlicher Mist. Da steht das Ergebnis zu 90% bis auf wenige Zehntelprozente schon vorher fest, die Gewerkschaften fordern trotzdem in der ersten Runde utopisches und die Arbeitgeber machen erst gar kein Angebot. Ich habe jedes mal die Faust in der Tasche geballt, wenn sich dann unsere Gewerkschaft da hinstellt und sich einen auf das tolle Ergebnis keult. 7 Prozent gefordert, 7 Prozent bekommen...auf 2,5 Jahre, danke für nichts :ROFLMAO:
Das sind doch letztlich auch ritualisierte Geschichten, mit denen diese ganzen Funktionäre in Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden ihre Existenz begründen :rolleyes:
 
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