Bruder 'gammelt' Zuhause nur.

Fly  

Sorgt für Gesprächsstoff
Guten Abend,

Ich(17) und mein Bruder(19) wohnen momentan zusammen,
unsere Mutter ist zwar auf unserer Adresse gemeldet, aber geht öfter zu ihrem Freund und kommt morgens (ab 7Uhr) zu uns und Nachmittags ist sie auch kurz da.

Darin sehe ich kein Problem(da wir schon etwas älter sind),
nur ist es so, dass mein Bruder durch die Scheidungssituation meiner Eltern, diese 'Freiheit' schon immer schamlos und ohne Grenze ausgenutzt hat.
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Er hat angefangen mit 14/15 die Schule zu Schwänzen und ist mehrmals sitzen geblieben,
hat auf 'ach und Krach' noch den Hauptschulabschluss gemacht, aber bricht nun alle Ausbildungen die er bekommt dauernd nur ab.(Ist ihm zu langweilig/zu schlecht/etc..)

Er war auch in einer Maßnahme und ist geflogen, weil er nie hinging und schafft es nun nicht mal sich arbeitslos zu melden.(Schämt sich vl. ...ich weiß es nicht :c )

Das einzigste was er tut, ist vorm PC hocken, essen, schlafen...
den Haushalt muss ich alleine schmeißen und er geht auch auf keine Bitten ein, etwas wegzuräumen.

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Nun hat er seit 2 Monaten einen Freund(Internet-/Fernbeziehung) und von dem erstmal zu Neujahr die Krätze mitgebracht:cautious:.(Finde das ist ein schlechtes Zeichen bezüglich des Freundes:ratlos:..., wie seht ihr das?)

Ihm ist seitdem auch alles noch viel egaler geworden,... hauptsache er kann zu seinem Freund... und wenn er keine Arbeit/Ausbildung hat, kann er das ja immer.

Meine Mutter hat sich vorgenommen ihm jetzt das Taschengeld zu streichen, damit er nicht mehr zu seinem Freund fahren kann,
aber weil sie so wenig da ist, und auch weil mein Bruder schon über 18 ist, kann sie keine Kontrolle mehr übernehmen.
Mit mir kann er auch nicht wirklich reden, oder nimmt mich einfach nicht ernst.

Was könnte ich tun?(Wenn überhaupt)
Was könnte meine Mutter noch tun?
An wen/was kann man sich da wenden?

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(Anmerkung : Auch wenn der Text die Situation sehr ruppig darstellt, habe ich meinen Bruder dennoch sehr lieb, aber ich mache mir auch Sorgen und will ihm irgendwie helfen.)



Schönen Abend noch, und Danke für alle Leser und Helfer.
Fly:herz:
 

fibo  

Sorgt für Gesprächsstoff
Nun, ihr könnt den jungen Mann zu nichts zwingen. Er muss schon selber arbeiten und mit seinem Leben etwas anfangen wollen.

Jetzt hat das ganze ja zwei Seiten: Was ist mit dir? Ich nehme an, dass dir das ganze zu schaffen macht, wahrscheinlich aus ganz vielen Gründen? Wenn ich etwas derartiges erleben würde, wäre ich wahrscheinlich selber auch enttäuscht und frustriert und wäre traurig wegen ihm. Auch wenn er zur Familie gehört und dein Bruder ist - je nachdem wie schwer es dir zu schaffen macht, ist ein wenig mehr Distanz nicht verkehrt, einfach um sich selbst auch zu schützen. Es ist ja sein Leben und er führt es - du hast ja keine direkte Kontrolle darüber.

Dann hast du ja anscheinend bestimmte Ansprüche an ihn: Er sollte besser arbeiten gehen, nicht den ganzen Tag vor dem Computer hocken, keine Krätze nach Hause bringen, bei der Hausarbeit helfen... Das ist ja dann etwas was du möchtest, aber nicht er. Er ist ja scheinbar ganz zufrieden damit.

Durch sein Verhalten bringt er sich auch in einen Teufelskreis, aus dem es schwer ist, herauszukommen. Mit schlechter Schulbildung, dem Abbruch erst von Ausbildungen und dann von Maßnahmen wird es ja auch immer schwieriger, eine Arbeit zu finden, die ihm gefällt, wenn er meint, zu "höherem" berufen zu sein. Da hilft dann auch kein Jobvermittler mehr und so wie er sich verhält wird ihm dann ja auch die Sozialhilfe gestrichen.

Alle Hilfsangebote, die ihr an ihn heran trägt, wird er wahrscheinlich eh nicht wahrnehmen. Es gibt sicherlich Beratungsstellen für solche Fälle, von unterschiedlichen Trägern und auch kostenlos. Die Kirchen bzw. Diakonie/Caritas haben oft Beratungsstellen, oft gibt es aber auch verschiedene andere Vereine, die Beratung in sozialen Härtefällen oder schwierigen Lebenslagen anbieten. Er würde zu so einer Beratung aber ja gar nicht hingehen, wie du sein Verhalten schilderst.

Was du machen kannst, ist natürlich selber solche Angebote wahrzunehmen. Vielleicht haben die professionellen Berater da noch mal andere Hilfen.

Hast du schon mal probiert, nicht mehr seine Anteile im Haushalt zu übernehmen? Also nicht für ihn mitzukochen, seine Wäsche nicht waschen usw.? Du bist ja nicht sein Butler, sondern seine Schwester. Kannst du dir vorstellen, wie er darauf reagieren könnte?
 
G

Gelöschtes Mitglied 154004

Gast
Brüderchen rauswerfen?

Naja, keiner setzt sein Kind vor die Tür.

Warum man mit 19 noch Taschengeld bekommt, ist mir schleierhaft.

Ich würde es ihm streichen, aber nicht, dass er nicht zu seinem Freund kann, sondern, dass er evtl mal auf die Idee Kommt selbst Geld zu verdienen. Alt genug ist er.
In dem Alter ist jeder für sein eigenes Leben verantwortlich. Zwingen kann man niemand. Wenn man dem Kind aber immer alles hinterher trägt, lernt es nie selbständig zu sein.
 

Demetra  

Sehr bekannt hier
Taschengeld streichen. Ihn komplett alle seine Angelegenheiten im Haushalt selbst erledigen lassen. Ihr erzieht Euch da gerade jemanden, der es gewohnt ist, sich aushalten zu lassen und das wird für alle eine Katastrophe.

Er soll zum Amt gehen und Hartz4 beantragen. Deine Mutter muss sich dann darum kümmern, dass er einen Untermietvertrag mit dem Vermieter abschließt, so wird dem Amt signalisiert, dass Ihr keine Bedarfsgemeinschaft seid. Dann bekommt er eigenes Geld, muss seine Miete selbst zahlen und das Amt hat den Finger drauf, ihn entsprechend zu mobilisieren.
 
G

Gelöschtes Mitglied 154004

Gast
Es gibt auch für Eltern Grenzen des Zumutbaren...

Meine Mutter hat mich auch "rausgeschmissen". Aber erst, als ich mit beiden Beinen im Leben stand und sie sicher war, es geht mir gut. Dann kam da sowas wie: Meinst du nicht es wäre mal Zeit, habe dich jetzt lange genug an der Backe gehabt ;-)
 

boarnub  

Meistens hier zu finden
Keine Ahnung, scheint ja ein sehr unmotivierter junger Mann zu sein.

Normalerweise würde ich ja sagen, dass kommt mir der Zeit und das du da schon weiter bist als dein Bruder, nur schwänzen und mit Mühe und Not einen Abschluss + keine Ausbildung auf die Reihe kriegen ist natürlich schon ein hartes Stück.

Hier kann natürlich der Holzhammer helfen, kann aber auch sehr vieles Kaputt machen.
Ich würde ein Familiengespräch erstmal vorziehen, wo jeder in ruhe seine Sorgen äußern darf, ohne das jemand anders Dazwischen redet. Sachlich und nicht zu emotional oder vorwurfsvoll. Hat etwas von einer Therapiegruppe ich weiß, aber den Jungen nun rauszuschmeißen aus der Wohnung ohne Geld oder Unterkunft will man ja nun auch nicht, doch das Hotel Mama/Schwester wird weiter ausgenutzt, solange es so bequem da ist - davon gehe ich eigentlich aus.

Eventuell gibt es ja auch solche Familienberatungen für solche Fälle?

Durchaus ist das Taschengeld etwas, wodurch er im Moment auf nichts weiteres Angewiesen ist. Hier kann man vllt auch mit einer Deadline den gewissen Ernst der Lage untersteichen? Ab dem und dem Monat kostet dein Zimmer nun Miete, ab dem und dem Monat gibt es kein Taschengeld mehr.
Kann natürlich sein, dass er daraufhin nichts unternimmt, kann auch sein, dass er sich dann mehr bemüht das Geld aus anderer Quelle zu bekommen.

Schweres Thema mir fällt erstmal nix weiter ein.

Viel Erfolg!

MfG Boarnub
 

Sonata Arctica   (34)

Beiträge füllen Bücher
Also das hätte es bei uns nie gegeben, dass wir fürs nichtstun noch Geld bekommen. Als ich alt genug war mir einen Nebenjob zu suchen, musste ich das auch tun. Also ihm das Geld und allen Luxus komplett zu streichen, sollte der erste Schritt deiner Mutter sein und wenn das nicht fruchtet, dann sollte sie ihn in der Tat vor die Tür setzen.
Es gibt Leute die müssen erstmal auf dem Boden der Tatsachen aufprallen, bevor sie irgendwas merken.

Du kannst da meiner Meinung nach nicht viel machen, wenn er so stur ist. Habe ich mit meinem Bruder (der allerdings jünger ist als ich) auch schon durch. Bevormundung jeglicher Art wurde oft ins krasse Gegenteil umgesetzt, selbst wenn er wusste, dass ich oder die anderen im Recht waren. Mittlerweile kommt er von allein auf mich zu und lässt sich auch helfen. Auf diese Schiene ist er aber erst durch seine (mittlerweile) Verlobte gekommen. Die hat ihn da ganz schön eingenordet ^^
 

rick  

Verbringt hier viel Zeit
Also da hilft nur der Holzhammer. Solchen "Leuten" ist mit Gesprächen und gut zureden nicht zu helfen. Der muss erstmal richtig auf die Fresse fallen. Je schneller desto besser, desto eher kann er wieder aufstehen und seinem Leben einen Sinn geben. Es ist hart seinen Bruder bzw. Sohn leiden zu sehen, aber es gibt keine andere Lösung. Er muss zum umdenken gezwungen werden. Das geht so:
- Taschengeld streichen
- Internetverbindung zum PC kappen (Kabel weg, neues WLAN Passwort)
- kompromisslose Androhung des Rausschmisses in 2 Wochen (würde eine konkrete Datumsfrist setzen), wenn keine nachweisbaren Bemühungen bezüglich Jobsuche und Haushaltführung erfolgen

Da nach den 2 Wochen allerhöchstwahrscheinlich keine Besserung eingetreten ist sollte der zeitnahe Rausschmiss erfolgen, um die Ernsthaftigkeit zu untermauern.
PS:
- würde mir für den Rausschmiss im Vorhinein (hast 2 Wochen Zeit) Hilfe organisieren (Kumpels, vielleicht Freund der Mutter etc)
- Ihm konkrete Hilfe für einzelne Sachen anbieten, Ihm aber nicht die eigentliche Arbeit abnehmen.
- Hilfe aber nur wenn er Eigeninitiative entwickelt hat.
 

FräuleinPalm  

Meistens hier zu finden
Dein Bruder hat seine Situation noch nicht begriffen und hatte bislang Erfolg darin gehabt, auf der faulen Haut zu liegen ohne irgendwelche Konsequenzen. Er ist zwar bereits volljährig, aber wenn er mein Sohn wäre, dann würde ich versuchen mich mehr auf ihn bzw. auf meine Kinder zu konzentrieren, anstatt auf meine derzeitige Beziehung. :hmm:
Deine Mutter sollte auf jeden fall schon mal mit Taschengeldentzug reagieren und auch versuchen dabei zu bleiben. Er wird im Laufe der nächsten Wochen und Monate merken, wie stark es ihn in seinem Alltag einschränkt.
 

fibo  

Sorgt für Gesprächsstoff
R rick Ich glaube deine Vorschläge sind zu hart und unrealistisch. Wie soll er einen Job suchen, wenn ihm das Internet genommen wird? 2 Wochen sind auch extrem kurz. Soll er dann auf der Straße schlafen oder was? Außerdem spielen bei Rausschmiss auch rechtliche Aspekte eine Rolle. Die Mutter ist ja theoretisch noch unterhaltspflichtig.

Was aber aus meiner Sicht ein erster Schritt wäre: Ein fester Haushaltsplan. Eine Person kann ja alle Wäsche waschen, wenn die andere Person dafür irgendwas anderes macht, z.B. Putzen. Wenn ihr keine Spülmaschine habt, abwechselnd spülen. Am besten eine Liste aller regelmäßigen Tätigkeiten machen, die anfallen, und dann überlegen, wie man das aufteilt. Auf ihn sollten Dinge fallen, die er auch zu spüren bekommt. Aber in einem geteilten Haushalt ist es auch so, dass Ordnungsempfinden usw. eben sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Da muss man dann gemeinsame Grundregeln finden. Aber nicht jeder möchte automatisch die gleiche Sauberkeit und Ordnung.

Für mich ist die große Frage, ob er einfach ein fauler Sack ist oder er psychisch mit seinem Leben nicht klar kommt und professionelle Hilfe (z.B. von einem Psychotherapeuten, vielleicht aber auch Sozialarbeiter, was auch immer) braucht.

Die Situation ist halt sehr schwierig und ziemlich verfahren. Aber wie gesagt, er muss schon selber was ändern wollen, sonst erreicht ihr nichts. Er kann ja nicht zu irgendwas gezwungen werden.
 

rick  

Verbringt hier viel Zeit
@ fibo: Ja meine Vorschläge sind hart. Aber nicht unrealistisch, denn mit Hilfestellung können diese Schwester und Mutter realisieren. Die kurze Frist und die harten Maßnahmen sind notwendig damit er seine ausweglose Situation überhaupt erfasst. Und ja ein paar Nächte auf der Straße führen zu Einsichten für die man mit deinen Kuschelvorschlägen nie erreicht.
Des Weiteren ist das Umsetzen deiner vielen weichgespülten Vorschlägen wesentlich aufwändiger umzusetzen als mein Vorschlag eines großen Knalls. Und Ergebnisse produziert deine Vorgehensweise nur negative:
- es vergeht wertvolle Zeit ohne das was passiert
- er fühlt sich wohl und alle um ihn rum haben noch ein schwereres Leben wie vorher
Entgegenkommen und Hilfestellung sind erst angebracht wenn er unten angekommen ist. Alles vorher ist vergebene Zeit und Aufwand.
 

Ishtar  

Planet-Liebe Berühmtheit
R rick : Du ignorierst dabei vollkommen die Tatsache, dass die Mutter voll unterhaltspflichtig ist, auch wenn der Sohn schon 19 ist. Sie DARF ihn NICHT auf die Straße setzen. Damit macht sie sich strafbar.
Es gibt genug junge Erwachsene, die gerne eine eigene Wohnung hätten und da auf staatliche Hilfe zugreifen würden (weil sie beispielsweise in einer Ausbildung stecken und da das Geld für die eigenen vier Wände fehlt), die mit eben dem Hinweis, dass bis zum 23. Lebensjahr die Eltern für Unterhalt und Wohnung zuständig sind, nciht ausziehen dürfen bzw. keine finanzielle Unterstützung von staatsseite aus dafür kriegen und die Eltern das allein stemmen sollen.

Und ich glaub, das letzte, was diese Familie braucht, ist ein Streit vor dem Familiengericht wegen Unterhaltsfragen.
 

rick  

Verbringt hier viel Zeit
Ishtar Ishtar : Dann müsste der Betreffende den Arsch hochkriegen und seine "Rechte" einfordern. Daran scheitert es schon. Darum ist ein Streit vor dem Gericht graue Theorie. Bis es soweit kommt knickt er ein und läuft wieder in der Spur.
 

Ishtar  

Planet-Liebe Berühmtheit
Und das weist du aufgrund von welcher hellseherischer Kraft, die mir bislang entgangen ist?

Wenn man unbedingt eine Familie auseinanderreißen will, dann kann man mit der von dir vorgeschlagenen Keulen-Methode kommen. Sofern man aber noch irgendwie als Familie zusammenleben und einander in die Augen sehen können will, sollte man doch andere Möglichkeiten finden. Da finde ich fibos Vorschläge weit realistischer und zielführender.
 

rick  

Verbringt hier viel Zeit
Ganz einfach:
Wenn jemand nicht zuhört, bzw die an ihm gerichteten Worte nicht erfasst ist reden sinnlos.
Da helfen nur noch Taten.
Und: Die Mutter betreibt seit geraumer Zeit Selbstschutz und wohnt nur noch auf dem Papier da. Die Schwester hat nur sehr geringen Einfluss. Wer soll das benannte Maßnahmepaket kontrollieren und durchsetzen?? Niemand.
 

fibo  

Sorgt für Gesprächsstoff
Das Taschengeld könnte er ja nachträglich bekommen, wenn er einen Job hat oder so eine Maßnahme mal beendet. Wäre vielleicht ein Anreiz. Oder das Taschengeld wird genutzt, je nachdem, wie viel es ist, um ab und zu mal eine Haushaltshilfe und/oder Putzfrau kommen zu lassen. Ich frage mich halt, was lässt sich schnell verändern/beheben.

Wie der Bruder sein Leben auf die Reihe bekommt, da könnte halt eine Sozialberatung helfen. Aber da er ja zu cool für alles ist…
 
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