Brieffreundschaft mit einem Insassen aus dem Todestrakt

Benutzer56469  (36)

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In Anlehnung an diesen Thread hier möchte ich euch fragen ob ihr euch eine Brieffreundschaft mit einem Insassen vorstellen könnt. Hier könnt ihr nachgucken

Ich hatte grad ne furchtbare Diskussion mit meinem Partner weil ich seine Meinung diesbezüglich wissen wollte. Ich könnte mir so eine Brieffreundschaft vorstellen aber mein Partner zb nicht und ist da absolut dagegen und findet es "krank" mit einen Menschen in Kontakt treten, mit ihm Briefe schreiben vielleicht Fotos verschicken, der schuldig in der Zelle sitzt und auf den Tod wartet. Für meinen Freund sind das Böse Menschen die etwas böses getan haben und es nicht verdienen dass man mit ihnen in Kontakt tritt und ihnen, so wie es auf der Homepage beschrieben wird, ein Highlight gibt indem sie Post von ausserhalb bekommen.

Wie seht ihr das? Würdet ihre eine Brieffreundschaft mit einem (kaltblütigen) Mörder führen wollen? Wenn nein, was spricht dagegen?

glg capri
 
R

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Gast
Nein, aber ich würde auch keine Brieffreundschaft mit einem Insassen eines deutschen Gefängnisses führen. Auch wenn es gemein klingt, aber ich habe daran einfach kein Interesse.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Du solltest vielleicht noch differenzieren und erwähnen, dass längst nicht jeder Insasse im Todestrakt ein Mörder ist.
Ich finde das wichtig, dass man das nicht vergisst!!

Und sonst zum Thema:
Als ich meine allererste Brieffreundschaft mit einem Todestraktinsassen begonnen hab, hat ein damaliger Bekannter von mir sich auch furchtbar aufgeregt. Aber ich darf das ja selbst entscheiden, hab darauf als nicht weiter gehört. :zwinker:
Es war mein Entschluss!

Bei meiner zweiten Brieffreundschaft wars auch meine Entschluss, die Brieffreundschaft wieder zu beenden.
Es wurden einfach viel zu viele Hoffnungen in mich gesetzt. Ich kann von D aus keinen Anwalt kontaktieren, ich kann keinen Prozess planen, keine Zeugen ausfindig machen etc. Das geht einfach nicht. Ich kann jeden verstehen, der sich an diesen Strohhalm klammert, aber ich musste mich da einfach schützen.
Anbieten kann ich Freundschaft, Trost, Rat, Gedankenaustausch - nicht mehr und nicht weniger.

Ich hab mich nun seit 5 Jahren an keine solche Brieffreundschaft mehr rangetraut. Zu groß ist nach wie vor meine Angst vor dem Verlust, denn so sehr ich immer versucht hab, Distanz zu halten - so ganz gelang das zumindest mir nicht.

P.S. Mein Freund und ich sind uns generell beim Todesstrafe auch nicht immer einig, aber das stört uns nicht weiter. :zwinker:
 
G

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Gast
Nein, ich glaube das würde mich zu sehr beschäftigen. Ich bin eh schon so furchtbar sensibel. Aber ich finde es toll, dass Leute das machen.
 
S

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Gast
Nein, würde ich nicht.
Mit einem Menschen, der einem anderen das Leben genommen hat, würde ich keinen Kontakt haben wollen. Ich könnte selbst damit nicht umgehen... und ich würde ihm daher nicht das ihm noch verbleibende Leben mit Briefen versüßen wollen. Das gilt sowohl für Leute, die in den USA auf ihre Hinrichtung warten, das gilt aber genauso auch für Mörder, die hier in Deutschland oder anderswo ihre Gefängnisstrafe absitzen.
 
M

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Gast
Ich habe kein wirkliches Interesse an Brieffreundschaften. Da spielt es auch keine Rolle, ob jemand nun im Todestrakt oder in seinem Ferienhaus sitzt :smile:
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Prinzipiell finde ichs interessant, nur fühle ich mich jetzt noch zu jung dafür und hätte Angst, den größten Blödsinn zu schreiben. Außerdem möchte ich meine private Adresse nicht herausgeben.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Theoretisch schon. Ich würde es nicht aus moralischen Gründen ablehnen, wie dein Freund, Capricorn. Ob ich das dann allerdings wirklich durchhalten würde, weiß ich nicht.
Wenn es für mich so belastend würde, wie z.B. im von Krava geschilderten Fall, würde ich wohl auch eine Reißleine ziehen, wenn das auch nach einem entsprechenden Hinweis nicht anders wird.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Schwer zu sagen. Mein Herz schlägt halt auch für die Opfer. Und wenn sie tot sind, für ihre Angehörigen.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Schwer zu sagen. Mein Herz schlägt halt auch für die Opfer.

Ich will noch erwähnen, dass das bei mir durchaus auch der Fall ist und ich würde nie den Freispruch eines erwiesenen Mörders befürworten.
Strafe ist nötig, nur muss es nicht die Todesstrafe sein.
 

Benutzer92211 

Sehr bekannt hier
Ich könnte so einen Menschen nicht lösgelöst von seiner Tat betrachten. Und ich bin auch viel zu misstrauisch als dass ich 100%ig glauben würde, dass jemand unschuldig ist, wenn er das mir gegenüber behaupten würde. In dem Film "Die Verurteilten" gibt es da ein schönes Zitat: "ALLE hier drin sind unschuldig", womit gemeint ist, dass natürlich erst mal alle sagen, dass sie unschuldig sind. Also: Mit mir würde das beiderseitig keinen Sinn machen.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Ich will noch erwähnen, dass das bei mir durchaus auch der Fall ist und ich würde nie den Freispruch eines erwiesenen Mörders befürworten.
Strafe ist nötig, nur muss es nicht die Todesstrafe sein.
Ich bin GEGEN die Todesstrafe. Aber ich möchte nicht mit einem Täter in der Todeszelle Briefe wechseln ohne auch mit dem Opfer oder seinen Angehörigen in Kontakt zu sein. Ganz offen. Ich hätte sonst einfach ein sehr ungutes Gefühl dabei.
 

Benutzer54458 

Verbringt hier viel Zeit
Nein, so eine Brieffreundschäft wäre nichts für mich.
Es ist für mich nicht erstrebenswert, in der Weise mit jemandem Kontakt zu haben und ihm meine Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, der einen anderen Menschen getötet hat (ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Betreffende schuldig ist).
Ich hätte auch Bedenken, je nachdem wie sich das so entwickelt, die Distanz nicht halten zu können, zu der Tat oder wenn das Urteil dann vollstreckt wird.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ich hätte ja gesagt "man könnte durchaus drüber nachdenken", aber nachdem ich die seite da kurz angelesen hab... nein?!? ich will doch nicht mama und einzige bezugsperson spielen... das kann und will und werd ich nicht.

zudem bin ich nicht unbedingt gegen die todesstrafe. ich z.b. würde mich eher für die todesstrafe entscheiden, als für eine lebenslange freiheitsstrafe. und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich damit nicht die einzige bin.
 

Benutzer100660 

Öfters im Forum
ja ich würde sofort kontakt mit einem insassen aufnehmen. ich habe aber leider gelesen das es etwas schwierig für minderjährige ist da es vielen nicht erlaubt ist mit unter 18 jährigen zu schreiben.
ich weiß ja nicht wie weit es möglich ist sie über die tat zu befragen oder die hintergründe des handelns zu erfahren aber mich interessieren einfach die beweggründe. da ich sowiso kein mensch bin der sich ein urteil bildet ohne die umstände genau zu kennen und ich auch mit sicherheit keine bindung zu einem menschen aufbauen könnte den ich nicht kenne wäre es für mich eine interessante erfahrung und für den insassen vielleicht auch eine kleine hilfe.
 

Benutzer95038 

Benutzer gesperrt
Ich sehe das so, dass auch ein Verurteilter zunächsteinmal ein Mensch ist (mit dem man sich sicher auch über andere Themen austauschen kann als seine Tat!), der auch eine Chance verdient hat, sich mit anderen auszutauschen. Ich denke kaum einer kann es sich vorstellen, im Gefängnis zu sitzen und auf Post von der Außenwelt zu warten. Wenn ich mit so einem Menschen eine "gemeinsame Sprache" finden würde, würde ich mich von einer Brieffreundschaft nicht abhalten lassen.
 

Benutzer29410 

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Nein, würde ich nicht. Mir tun die Opfer leid, nicht die Täter.
 

Benutzer49007  (34)

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Nein, mit solchen "Menschen?" möchte ich nichts zu tun haben! DIe bekommen die Todesstrafe ja nicht weil sie n Kiosk beraubt haben. (damit bin ich weder für noch gegen die Todesstrafe!)
Ich habe genug Leute denen ich schreiben könnte fals ich möchte
 
H

Benutzer

Gast
Wenn ich die Person bereits kennen würde, dann hätte ich vermutlich irgendeine persönliche Beziehung und würde VIELLEICHT den Kontakt halten.

Jemanden in dieser Situation erst kennenzulernen, das finde ich falsch. Und ganz besonders falsch finde ich es, wenn dabei Gedanken oder Aussagen kommen wie "ist doch vielleicht interessant".
Da würde ich mich morgens fragen, wer da im Spiegel steht.
Einen Kontakt aufrechtzuerhalten ok. Das ist eine Frage der persönlichen Beziehung, die man vorher schon hatte. Aber bei Null anzufangen und "mal schauen, ob wir Brieffreunde werden" so wie man bei Facebook bei Null anfängt, das finde ich nicht gut.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
[...]
Und ganz besonders falsch finde ich es, wenn dabei Gedanken oder Aussagen kommen wie "ist doch vielleicht interessant".
Da würde ich mich morgens fragen, wer da im Spiegel steht.
Einen Kontakt aufrechtzuerhalten ok. Das ist eine Frage der persönlichen Beziehung, die man vorher schon hatte. [...]
Den Rest sehe ich anders, aber dieser Aussage stimme ich komplett zu. Irgendjemand schrieb, dass er oder sie aus Interesse Kontakt aufnehmen würde - find ich gruselig.
 
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