Brauch mal kurz ein paar warme Worte

G

Benutzer

Gast
Hey ihr, obacht, könnte bissl länger werden.

Ich bin grad bissl fertig und brauch einfach n paar aufmunternde Worte. Kommt alles ein bisschen zusammen...
Bin zur Zeit mitten im Prüfungsstress, läuft nicht ganz so gut wie erhofft, und jetzt bekomme ich wieder einen Mitbewohner, den ich noch nie gesehen hab und gar nicht kenne. (ist schon der dritte in 1,5 Jahren). Das größte Problem dabei für mich ist, dass davor ein Mädel das frei werdende Zimmer angeschaut hat und mit ihr hab ich mich echt gut verstanden und ich hab das Gefühl dass das echt gut laufen würde und ihr geht es genauso. Vielleicht würde ich so hier mehr Anschluss bekommen und nicht nur alleine sein... Mit den anderen beiden vorherigen Mitbewohnern war es eher so, dass jeder sein eigenes Süppchen gekocht hat. Gab Wochen an denen wir uns gar nicht gesehen haben... Rechtlich gesehen hab ich aber keinen Anspruch darauf was mit zu entscheiden, da die Zimmer von den Vermietern getrennt vermietet werden.
Das ganze zieht mich richtig runter und so richtig weiß ich nicht warum, könnte ja auch mit dem neuen gut laufen....

Ansonsten bin ich jedes Wochenende in meiner Heimatstadt und da fühl ich mich viel wohler. Hab meine Freunde dort, gehe dort gerne auch arbeiten und bin in meiner Freizeit meist unter Leuten die ich schätze und die mich auch respektieren. Bin dort in der Feuerwehr, mache nebenbei meinen LKW-Schein, hab Spaß daran und finde, dass ich damit was nützliches mach.

Allerdings hab ich bei meinen Freunden das Gefühl, dass ich immer im Schatten der anderen steh, manchmal auch das fünfte Rad am Wagen und da fühl ich mich einfach nutzlos und ungebraucht und das ist auch was, was mich fertig macht.
Auch mit meinen Eltern kann und will ich nicht so wirklich reden, da ich eigentlich nicht will, dass sie sich Vorwürfe machen, wenn mit mir was nicht passt, wofür sie ja eigentlich nichts können.
Wie und wann ich das mal ansprechen soll, weiß ich allerdings nicht.

Noch was, ich hab ab und zu so Gedanken das alles einfach zu beenden, weil ich nicht wirklich eine Zukunft sehe und hab auch Angst davor, dass ich mir in Momenten wie diesen selber was antun könnte.
Deshalb noch eine Frage: Wie kommt man an einen Termin mit einem Psychologen? Muss ich davor zum Hausarzt? Übernimmt die Kasse die Kosten? Und vielleicht der ein oder andere Erfahrungsbericht wäre schön, denn zugegeben, ich hab ein wenig Schiss...

Ansonsten, danke für's lesen, vielleicht schreibt der ein oder andere ja einen kleinen Kommentar drunter, oder hat schon was ähnliches erlebt.
Ich bin eigentlich für jede Antwort dankbar.
 
B

Benutzer

Gast
Lieber Eagle, wie es in Deutschland aussieht, weiss ich leider nicht. Ich habe auch mal einen Psychiater aufgesucht und dieser musste für mich eine Diagnose stellen, damit die Versicherung die Kosten übernimmt. Er meinte zwar, von einer Diagnose sei ich weit entfernt, aber seine Hilfe könne ich dennoch gut gebrauchen - er hatte Recht!

Zum Rest: Man fühlt sich oft, als seien die Dinge aussichtslos und als würde man die Kurve nicht mehr kriegen. Ich kenne aber sehr viele Leute, die es aus sehr tiefen Krisen heraus geschafft haben. Eine meiner besten Freundinnen hatte noch mit 25 keine Ausbildung, weil sie es wegen ihren Depressionen nicht geschafft hat, eine Ausbildungsstelle zu finden. Heute (6 Jahre später!) leitet sie eine Laborabteilung. Eine andere Freundin war seit ihrem 14ten Lebensjahr 12 Jahre lang Bulemikerin und hat sich nun seit 3 Jahren nicht mehr den Finger in den Hals gesteckt, auch ihr geht es prächtig. Solche Stories sind keine Ausnahmen, man finden sie in jedem Bekanntenkreis irgendwo.

Wenn es so schlimm um dich steht, dass du es nicht aushältst, zieh extreme Massnahmen in Betracht, um dich glücklich zu machen. Gib dir doch zumindest eine Chance, bevor du alles hinwirfst! Ein Gang zum Psychiater ist ein guter Schritt :smile:

Alles Gute!
 

Benutzer34914 

Meistens hier zu finden
In der Regel geht man erstmal zu ne Therapeuten. Gibt da zwei Methoden, erste machst nen Termin aus bei nem Therapeuten (die ersten 2 Sitzungen sind kostenlos) und wenn Du weitermachen willst musst Du Dir beim Hausarzt ne Überweisung geben lassen. Kannst aber aquch direkt zum Hausarzt gehen lassen. Geeignete Therapeuten zu finden ist eher das Problem. Wenn Du studierst informier Dich mal bei der ASTA die haben da Kontakte zum weitervermitteln. Auf jeden Fall ist das harte Arbeit wenn Du einen Therapeuten in Anspruch nimmst und er muss auch zu Dir passen, kann also auch sein das Du erst mit dem zweiten oder dritten Therapeuten jemand gefunden hast der auf einer Wellenlänge mit Dir liegt.

Bzgl. der Situation mit dem WG mitbewohner musst Dich halt überraschen lassen, ansonsten versuch von der potentiellen Mitbewohnerin die Kontaktdaten zu erfragen und versuch so ne Freundschaft aufzubauen, auch wenn sie nicht in die WG kommt.

Und mach Dir nix draus, jeder hat mal Phasen wo man alles aufgeben will, nur muss man sich wieder hochziehen und weitermachen.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Wenn du studierst, kannst du auch zur psychologischen Beratungsstelle deiner Uni gehen (gibt es an jeder Uni, manchmal auch vom Asta oder Studentenwerk organisiert), dort kommst du sehr viel schneller (in der Regel spontan) zur Beratung als zu einem Termin bei Therapeuten.
Such mal auf der HP der Uni/Studentenwerk/Asta, ob du da fündig wirst.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hallo Eagle,

es tut mir leid, dass es dir schlecht geht. Deine Probleme scheinen mir relativ normal im Studentenleben, was sie nicht schmälern soll.

Zunächst einmal solltest du nicht so viel darauf geben, dass es dir im Prüfungsstress nicht gut geht. Wichtig ist, dass du dir Strategien überlegst, wie du besser mit deinem Stress umgehen kannst und wie du den Kopf nach einem Tag voller Verpflichtungen frei bekommst. Hast du einen Lernplan? Machst du Sport, damit du den Kopf frei bekommst? Wie denkst du, dass du am besten mit Stress umgehst? Es ist wichtig, dass du Pausen machst und nicht den ganzen Tag durchlernst. Irgendwann ist einfach mal Schluss und wenn du nicht mehr kannst, bringt es nichts, dich über deine Leistungsgrenze hinaus zu quälen. In diesem Fall solltest du eine Pause machen und am nächsten Tag weitermachen.

Bzgl. deiner Freunde steckst du in einem Zwiespalt. Du fühlst dich als 5. Rad am Wagen. Weshalb? Kann es sein, dass die anderen nicht weggezogen sind und deshalb die Verbindung zwischen ihnen enger ist als mit dir?
Ich will damit nicht sagen, dass du nun noch mehr nach Hause fahre sollst, um die Freundschaften zu erhalten, sondern das Gegenteil. Selbst wenn du in deiner Unistadt neue Bekannte kennenlernst, ist es doch meistens schwierig, mit dir Unternehmungen zu vereinbaren, da du jedes Wochenende bei deinen Eltern bist, oder? Wenn du Sorge hast, dass du das ganze Wochenende allein bist, wenn du in der Unistadt bist, dann mache etwas dagegen. Geh du auf Leute zu und frag sie, ob ihr etwas unternehmt. Anfangen kannst du ja bei deinen Mitbewohnern. Und wenn es nur darum geht, abends mal zusammen etwas zu kochen und zu essen.

Auf der anderen Seite bist du bei deinen Eltern auch nicht glücklich. Deshalb würde ich an deiner Stelle einfach mal versuchen, mehr Zeit in der Unistadt zu verbringen. Was bringt es dir, deine Zeit mit Leuten (Eltern, alte Freunde) zu verbringen, wenn diese Zeit nicht schön für dich ist? Tu etwas für dein Glück!

Ich denke übrigens nicht, dass das Mädchen das Allheilmittel gewesen wäre. Bevor es mit einem Mädchen - respektive Beziehung - klappt, solltest du versuchen, mit dir selbst glücklich zu werden.

Noch was, ich hab ab und zu so Gedanken das alles einfach zu beenden, weil ich nicht wirklich eine Zukunft sehe und hab auch Angst davor, dass ich mir in Momenten wie diesen selber was antun könnte.
Diesen Absatz finde ich sehr kritisch. Deine Probleme kommen mir durchaus bekannt vor und ich würde behaupten, dass es viele Studenten so geht. Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass dir diese Probleme über den Kopf wachsen, so sehr, dass du dein Leben dafür aufgeben würdest, solltest du definitiv einen Psychologen aufsuchen. Vielleicht kannst du es erst einmal bei der psychologischen Beratungsstelle der Uni versuchen?

Alles Gute dir! :knuddel:
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Situation mit den ständig neuen, immer fremden Mitbewohnern, bei deren Auswahl man keinen Einfluss hat, kenne ich auch. Und ich fand das auch nie schön, da kann ich dich also gut verstehen.
Außer einem Umzug, falls du es echt gar nicht aushältst, kannst du da aber wohl nicht viel machen...und die Regelung, dass der Vermieter Zimmer einzeln vermietet und dementsprechend selber die WG-Bewohner aussucht gibt es öfter. Zumindest kenne ich eine Reihe solcher Fälle.
Wenn du gerne etwas mehr Anschluss möchtest, dann musst du bei der Wohnungssuche in WG-Portalen mal auf den Vermerk "keine Zweck-WG" achten. Natürlich ist das keine Garantie dafür, dass man sich dann super mit den Mitbewohnern anfreundet. Aber die Chancen, dass man mehr miteinander zu tun haben wird sind schon höher als bei einer reinen Zweck-WG. Denn du kannst eher davon ausgehen, dass den WG-Bewohnern auch etwas daran liegt, dass der potentielle neue Mitbewohner ins WG-Leben passt und integriert wird. Dennoch bleibt es natürlich immer irgendwo ein Glücksspiel, mit Unbekannten zusammen zu ziehen.

Wegen deiner psychischen Probleme kannst du dich als erste Anlaufstelle an deinen Hausarzt wenden und/oder an die Beratungsstelle deiner Uni. Schau mal im Internet nach, eigentlich müsste der ASTA deiner Uni eine psychologische Beratung anbieten.
Ich bin 2013/2014 an Depressionen erkrankt und mir ging es auch so, dass ich am Ende war und teilweise nur sterben wollte. Ich bin dann zu meinem Hausarzt gegangen (der hat mir auch diese Diagnose gestellt), welcher mich weiterüberwiesen hat an einen Psychiater. Zeitgleich hab ich die Beratungsstelle meiner Uni aufgesucht, um kurzfristig schon mal einen Ansprechpartner zu haben,da die Wartezeiten für eine Therapie ja oft recht lang sind. Mittlerweile bin ich auf Antidepressiva eingestellt und mir geht es wieder viel besser. Ich möchte auch in jedem Fall dieses Jahr noch eine Therapie anfangen, um mit den Depressionen umgehen zu lernen.
Es muss nicht mal unbedingt sein, dass bei dir direkt eine Depression vorliegt, auch wenn es natürlich möglich ist. Aber so oder so, es gibt Möglichkeiten, um sich aus so einer Tiefphase wieder heraus zu kämpfen! Das wollte ich damit sagen.
Eine Therapie wird normalerweise von deiner Krankenkasse bezahlt. Am besten wendest du dich erst mal an deinen Hausarzt; der kann dich dann weiterüberweisen. Und die Beratungsstelle kann dir erklären, wie das Prozedere mit Therapieplatz-Suche etc. abläuft.
Scheu dich jedenfalls nicht, Hilfe anzunehmen! Auch wenn es für dich vielleicht komisch klingt, zu einem Psychologen zu ist gar nichts Schlimmes dabei! Mit einem gebrochenen Bein würdest du dich doch auch nicht scheuen, zum Arzt zu gehen, oder? :zwinker:

Wenn deine Suizidgedanken gerade akut sind, dann kannst du dich im Notfall auch ins Krankenhaus begeben oder bei einer Telefonseelsorge etc. anrufen.
Ach und was auch noch gut sein kann: Beratungsstellen von der Kirche. Da ist es auch egal, ob du religiös bist oder nicht, die helfen dir so und so. Ein Vereinskollege von meinem Freund hat da jedenfalls mal ausgesprochen gute Erfahrungen mit gemacht.
 
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