Borderline Gedicht

Benutzer82613  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Sie sucht in fremden Augen
etwas, das sie kennt
besser noch, falls es das gibt
etwas, das sie liebt.
Sie würde für ihr Leben gern
zu jemandem gehören
doch sobald da etwas gutes ist
muss Sie es zerstören.

Auf alles hat sie Antwort
ihr Selbstbetrug hat Stil.
Sie hat gelernt zu rennen
doch sie kommt nie ans Ziel.
Sie sehnt sich oft nach Nähe
doch dann wird es ihr zuviel
dann ändern sich die Regeln
in ihrem Spiel.

Etwas ist geschehen
worüber sie nicht spricht
doch Spuren überschatten
ihr zerbrechliches Gesicht.
Sie schreckt auf bei Nacht
und hört sich selber schreien.
Gut, wenn da noch einer liegt
sie ist nicht gern allein.

Sie will endlich vergessen
doch sie weiß nicht, wie das geht.
Sie würde es gern lernen
doch dazu ist es zu spät.
Sie will Begehren wecken
doch alle wollen viel zu viel.
Dann ändert sie die Regeln...
 
B

Benutzer

Gast
Schönes Gedicht :smile:

Die Metrik ist auch gut, wie ich finde.


Wenn ich das Reimschema richtig deute, ist es immer A B C B ...oder?
Auf jedenfall hast du das Schema durchgezogen und das find ich auch toll.

Also Hut ab :zwinker:




...wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das Gedicht nicht zu 100%. Also die Situation und das Geschehen. Könntest du es für mich erlläutern? :smile:
 

Benutzer82613  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Schönes Gedicht :smile:

Die Metrik ist auch gut, wie ich finde.


Wenn ich das Reimschema richtig deute, ist es immer A B C B ...oder?
Auf jedenfall hast du das Schema durchgezogen und das find ich auch toll.

Also Hut ab :zwinker:




...wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das Gedicht nicht zu 100%. Also die Situation und das Geschehen. Könntest du es für mich erlläutern? :smile:

vielen lieben Dank :smile:

Ich könnte es Dir erklären, klar, aber ich bin noch nicht auf dem richtigen Weg.. Benutze noch viele Abkürzungen statt gerade auszugehen!!

Kommen bald noch ein paar mehr Gedichte
 
B

Benutzer

Gast
Ich freue mich drauf :smile:

Und versuch vielleicht mal ein paar mehr Adjektive einzubauen, damit es gefühlvoller wird :zwinker:
 

Benutzer62510  (58)

Verbringt hier viel Zeit
Das Gedicht ist toll geschrieben, und trifft die Krankheit wohl ziemlich gut
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
ehrlich gesagt,
meine Liebe,
würde ich nichts an diesem Gedicht ändern. Nix mehr Adjektive, nix mehr Erklärung.

Bleib bei den Andeutungen. Sie wecken Bilder in meinem Kopf - traurig, aber voll Emotion. So gehört sich das für Kunst. Sie soll Erlebtes verarbeiten, aber ihm ein neues Gewand geben, was Distanz erstellt und gleichzeitig im Kopf des Betrachters neue Erlebniswelten schafft.

Ein Gedicht ist kein Bericht, der einen sauberen Anfang und ein sauberes Ende haben muss. Ein GEdicht beschreibt einen Augenblick. Dieses Gedicht beschreibt in sehr klarer Sprache das Gefühl, Sehnsucht zu haben und sich doch selbst zu blockieren. Das Gefühl, immer dann, wenn die Sehnsucht erfüllt werden könnte, so viel Angst davor zu haben, dass man selbst irgendetwas verändert. Das man auf diese Art versucht, Macht über die Situation zu behalten, obwohl Vertrauen und Nähe eben gerade bedeutet, Macht aufzugeben.

Am drückendsten ist die Furcht des lyrischen Ich, nicht mehr lernen zu können - natürlich ist so etwas im realen Leben Schwachsinn, man lernt immer und erwickelt sich weiter, so etwas nennt sich Lebenserfahrung - aber jeder kennt doch das GEfühl, wenn man nach Fehlern denkt, jetzt ist es zu spät und ich bin eh so festgefahren in meinem Denken, dass es keinen Sinn mehr macht...

Du hast hier klare, saubere Worte gefunden, ohne dass dein Text platt wirkt dadurch. Damit passen Inhalt und Form zusammen. Zu diesem Inhalt hier würden komplizierte Worte oder blumige Adjektive nicht passen (obwohl ich sie in anderen Situationen sehr mag...).

Was immer du an Probleme mit dir rumschleppst - als Künstlerin hast du Potential. Ich weiß natürlich, dass dieses Gedicht aus sehr realen, sehr gegenwärtigen Emotionen entstanden ist - aber du hast das Potential, mehr daraus zu machen. Je mehr du dich als Mensch weiter entwickelst, je mehr Reife du bekommst, je mehr du erlebst, durchleidest und genießt - desto mehr wirst du irgendwann auch in der Lage sein, immer wieder und wiederholt richtig gute Lyrik und Prosa zu verzapfen.

Wenn du dann nicht auf einmal Angst vor deinem eigenen Talent bekommst. Und mal wieder die Regeln änderst, damit du dich blockieren kannst und leiden, weil du angeblich so untalentiert bist.

Natürlich kannst du die Regeln ändern. Mein Respekt vor dir als Person wird dadurch keinesfalls geringer werden. Du hast genau wie ich das REcht, deinen eigenen Weg frei zu wählen und die Regeln immer wieder zu ändern. Mache ich auch immer wieder gerne. Jetzt gerade heißen die Regeln "Ich will alles, was gut ist", und ich kämpfe dafür. Gegen die Stimme in meinem Inneren, gegen die Umwelt, für meine innere Würde, für meine Zukunft, für meine Fähigkeit, glücklich zu sein. Vor allem für meine Fähigkeit, glücklich zu sein.

Aber ich würde mich freuen, wenn du weiter schreibst und dich als Mensch weiter entwickelst. Ich sag ja, ich will alles, was gut ist. Ich will auch, dass du ein ganzer, runder Mensch mit Stärken und Schwächen bist, der sich selbst liebhat und sich selbst Glück gönnt.

Tu, was du willst. Ändere die Regeln. Ändere sie wieder. Und noch mal. Und noch mal. Es macht doch irgendwie auch Spaß, oder? Sonst würdest du es ja nicht machen.
 
A

Benutzer

Gast
Schönes Gedicht Angeleyes226 - und ich hasse Lyrik. Es könnte von meiner Frau sein, Du triffst die Widersprüchlichkeit beißend genau.

Toller Beitrag @Flame
Lg
 

Benutzer80894 

Verbringt hier viel Zeit
Das Gedicht gefällt mir sehr gut, vorallem wirken die Reime auch nicht zu gewollt auf mich - genau richtig.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren