Blutspenden und Homosexualität

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hallo!

Was haltet ihr eigentlich davon, dass Homosexuelle (bzw. Männer, die sich als solche einstufen) generell von Blutspenden ausgeschlossen sind?

Ich persönlich kann es einerseits durchaus verstehen, dass in diesem Bereich gewisse Schutzmaßnahmen nötig sind, um die Risiken zu minimieren. Auch ist es - meines Wissens nach - beim Analverkehr deutlich wahrscheinlicher, dass AIDS (u.a.) übertragen werden, so dass Homosexuelle tendenziell eine größere Risikogruppe sind.

Andererseits ist Homosexualität in meinen Augen ein sehr grobes Raster. Es gibt zahllose Menschen, die viel viel mehr Risiko darstellen als etwa ein Homosexueller mit festem Partner. Eine Unterteilung auf den Fragebögen nach ungeschütztem Sex und wechselnden Sexualpartnern wäre in meinen Augen viel sinnvoller. Natürlich muss man hier auf die Ehrlichkeit der Leute setzen - aber der gesamte Fragebogen beruht ja auch der (hoffentlich) ehrlichen Selbsteinordnung der Leute.
 

Benutzer98402 

Verbringt hier viel Zeit
Eine Unterteilung auf den Fragebögen nach ungeschütztem Sex und wechselnden Sexualpartnern wäre in meinen Augen viel sinnvoller. Natürlich muss man hier auf die Ehrlichkeit der Leute setzen - aber der gesamte Fragebogen beruht ja auch der (hoffentlich) ehrlichen Selbsteinordnung der Leute.

Diese Unterteilung gibt es doch, zumindest bei uns.
Meiner Meinung nach ist die Frage nach Homosexualität komplett sinnlos, aber es ist eben nicht der einfache Bürger, der die Gesetze macht.
Es könnte auch ein HIV-infizierter Blut spenden und nichts angeben, ohne Laborwerte könnte man das dann nicht eruieren, ob derjenige HIV hat, oder eben nicht.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich frag' mich eh, was der Sinn dieser Fragen ist.

Ich war bei meiner Blutspende einen Monat vorher in Afrika gewesen und hätte eigentlich nicht spenden dürfen - laut der Liste der Ärztin. Sie hat mich trotzdem gelassen.

Allgemein wird das Blut ja so oder so untersucht - ganz egal, was ich angebe.
Die können's bei dem einen ja nicht weniger untersuchen, nur weil er weniger gefährliche Antworten gegeben hat, als der andere.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
auf den bögen in meiner blutbank wird zuerst nach homosexualität gefragt und danach nach wechselnden sexualpartnern und ungeschütztem verkehr bzw. ob der partner dies hat.
die frage nach homosexualität finde ich mehr als lächerlich.als ob nur homosexuelle analverkehr und ungeschützten sex hätten...
aber was will man machen? die folgen ja auch nur ihren vorgaben.
 
R

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Allgemein wird das Blut ja so oder so untersucht - ganz egal, was ich angebe.
Die können's bei dem einen ja nicht weniger untersuchen, nur weil er weniger gefährliche Antworten gegeben hat, als der andere.

Das versteh ich auch nicht, die Fragen sind demnach doch eh total sinnfrei. :hmm:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Diese Unterteilung gibt es doch, zumindest bei uns.
Ja, das stimmt. Ich meinte damit eher, dass es sinnvoller wäre, Homosexualität aus dem Schema ganz rauszunehmen (genauso wie die Bi- und MSM-Kriterien).

Generell könnte ich mir auch vorstellen, das ganze mit den Fragebögen etwas "abzukürzen". Ich war neulich das erste Mal im Blutspendezentrum, daher hab ich noch nicht den genauen Überblick. Aber es gibt ja diese vertrauliche Selbsteinschätzung (oder so ähnlich).
Wäre es nicht deutlich sinnvoller, die Leute über mögliche Risiken (sei es Aufenthalt in gewissen Ländern, seien es wechselnde Partner, oder Bluttransfusionen etc. pp.) aufzuklären (was ja schon getan wird, aber nur rudimentär), und ihnen dann die Möglichkeit zu geben, sich selbst als ungeeignet auszuschließen?
(und die anderen natürlich dennoch zu testen)
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
Ich denke mal, dass der Bogen nur ein Absicherungsbogen für das Rote Kreuz ist ... mehr nicht. Sobald man außerhalb des Rasters ankreuzt (früher war ja alles mal mit "nein" ... das ist heute nicht mehr so), wird nachgefragt.
Übrigens war der Bogen früher kürzer ... es sind Fragen dazugekommen über die Jahre ... Personenbeförderung, Dachdecker, BSE, ob man sich gesund fühlt, über 50kg wiegt ...... etc.). Ich kann den Bogen schon mit fast geschlossenen Augen ausfüllen und brauche keine Minute dafür (ist ja immer der gleiche ... alles nein; nur an ein paar wenigen Stellen ja).

Ob ehrlich angekreuzt oder nicht ... das Gespendete wird doch hinterher noch untersucht. Können sie ja nicht einfach so weitergeben, nur weil es im Bogen angekreuzt ist, dass man doch gesund ist.

Was ich wirklich nicht verstehe .... es gibt doch die roten und grünen Aufkleber ......... warum sollte ich da hingehen und hinterher ein roten Aufkleber drauf machen, dass es nicht verwendet werden darf. :ratlos: Wenn ich irgendwo was spende und dann verbiete, verwenden dürft ihr es aber nicht.

Nur aufgrund jemanden von der sexuellen Gesinnung ausschließen, würde ich auch eher nicht machen. Potentiell krank/gefährdet kann doch jeder irgendwie sein.

***

Schön dass doch ein paar Leute dahin gehen ..... aus meinem Freudes- und Bekannenkreis will keiner mit .... alle Millionen Ausreden, weil wohl Angst.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Hm, ich weiß nicht, klar muss man den Spendern vertrauen, aber wenn die HIV-Gefahr bei Homos signifikant höher ist, hat die Frage aus meiner Sicht ihre Berechtigung. Kontrollieren lässt sich das ja ohnehin nicht.
Ich durfte nie spenden, wenn ich vorher im Ausland war und die Ärzte haben mich auch dazu angehalten, die entsprechende Monatsanzahl abzuwarten. Fand ich sinnvoll.
Off-Topic:
Off-Topic:
[...]
Das versteh ich auch nicht, die Fragen sind demnach doch eh total sinnfrei. :hmm:
Naja, wenn die Infektion erst vor einer Woche stattgefunden hat, muss man wohl auf die Ehrlichkeit des Spenders hoffen.
 

Benutzer49570 

Verbringt hier viel Zeit
das mit dem grünen und dem roten aufkleber hat man uns mal so erklärt: falls jemand in einer gruppe mi anderen spenden geht und augrund einer krankheit von der die anderen nichts wissen sollen nicht spenden darf, kann er beruhigt auch spenden gehen und klebt einfach ohne dass die anderen es merken den anderen strichcode drauf. dann muss er seine krankheit oder was auch immer nicht verraten, wenn er es nicht möchte.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
man geht "statistisch" davon aus, dass homosexuelle tendenziell eher krankheiten haben, die ihr blut für eine spende disqualifizieren. und auch wenn im späteren prozess (natürlich) ohnehin jede blutspende auf diese krankheiten untersucht wird, will man sich quasi von anfang an den aufwand sparen, weil man hinter blutspenden von homosexuellen "schlechtere qualität" vermutet.

ich finde das ist eine menschenverachtende, diskriminierende sauerei, die gefälligst aufhören soll. es gibt kaum daten, sowieso keine aktuellen, wie geschlechtskrankheiten unter hetero- bzw. homosexuellen menschen verteilt sind. und jedes mal, wenn das rote kreuz, der samariterbund und wie sie alle heißen, jammern, dass man doch bitte blutspenden kommen soll, weil sie zu wenig blut haben, denke ich mir, dass das ein haufen %%&$ ist.
 

Benutzer505 

Team-Alumni
man geht "statistisch" davon aus, dass homosexuelle tendenziell eher krankheiten haben, die ihr blut für eine spende disqualifiziert.
Die Regelung stammt aus einer Zeit, wo das auch (rein statistisch!) gestimmt hat und sie durchaus sinnvoll war. Inzwischen haben die Heten ja gut nachgezogen :rolleyes: und es wäre die Frage, ob diese Regel weiterhin Sinn macht.

Es geht übrigens nicht darum sich den Test zu sparen, sondern darum, dass diese Tests Fehlerquoten haben. Daher werden positive Tests wiederholt, bevor man dem Patienten die Diagnose mitteilt - eventuelle falsch negativ getestete Blutproben kommen aber direkt zum Patienten.

Die Sicherheit des Empfängers soll damit erhöht werden und die sollte meiner Ansicht nach absoluten Vorrang vor ALLEM anderen haben. Das heißt nicht, dass das pöhse DRK alle Schwulen, Auslandsreisenden und Huren generell für die letzten Seuchenvögel hält und einen persönlichen Kreuzzug führt - hier gehts rein um Statistik und den möglichst hohen Schutz des Empfängers.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Das heißt nicht, dass das pöhse DRK alle Schwulen, Auslandsreisenden und Huren generell für die letzten Seuchenvögel hält und einen persönlichen Kreuzzug führt - hier gehts rein um Statistik und den möglichst hohen Schutz des Empfängers.

wie du sagst: vor 20 jahren wäre das auch noch ein argument gewesen. natürlich steht die gesundheit der spender und empfänger an erster stelle, noch vor gleichstellungsproblemen und ego-kränkungen, aber ich bezweifle, dass es für diese regelung heute noch genug rechtfertigung gibt. ich habe noch nie daten gesehen, die das rechtfertigen würden und neuer als 1995 waren oder so.
 
C

Benutzer

Gast
Auf Basis wie dieser Fragebogen: http://www2.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/IMG/ABB14.JPG


sollte ein Fragebogen aufgebaut sein, ohne ideologisierte Wörter.
Es ist nicht wichtig, eine bestimmte Persönlichkeit, Lebensauffassung oder sonstwas aufzunehmen, sondern lediglich das Sexualverhalten.

Man kann sich als homosexuell bezeichnen und sehen, obwohl man zum Beispiel viel mehr Erfahrung mit Frauen hat. Homosexualität ist dahingehend nicht klar definiert, ob es sich um die Sexualpsyche oder Sexualverhalten dreht. Die Eigenbezeichnung in dieser Hinsicht ist auch stark durch gesellschaftliche Zwänge geprägt, aber wenn nach dem reinen Sexualverhalten gefragt wird, so ist ein grosser Punkt weg, welcher die Daten verfälschen könnten, aufgrund von Begriffsdefinitionen, die sowieso ungenau definiert sind.
Da ist es völlig egal ob sich jemand als promisk, polyamorös, schwul, homosexull oder sonstwas bezeichnet, es zählt das wirkliche Sexualverhalten und dieses soll erfasst werden.
 

Benutzer505 

Team-Alumni
wie du sagst: vor 20 jahren wäre das auch noch ein argument gewesen. natürlich steht die gesundheit der spender und empfänger an erster stelle, noch vor gleichstellungsproblemen und ego-kränkungen, aber ich bezweifle, dass es für diese regelung heute noch genug rechtfertigung gibt. ich habe noch nie daten gesehen, die das rechtfertigen würden und neuer als 1995 waren oder so.
Wie gesagt: Ob die Regel heute noch Sinn macht, müsste man überprüfen. Mir gings nur darum klarzustellen, dass es eben nicht um blinde Diskriminierung ging/geht oder Sachen wie "minderwertiges Blut" von Schwulen, sondern um den Schutz des Empfängers und die Fehleranfälligkeit der Tests.
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
das mit dem grünen und dem roten aufkleber hat man uns mal so erklärt: falls jemand in einer gruppe mi anderen spenden geht und augrund einer krankheit von der die anderen nichts wissen sollen nicht spenden darf, kann er beruhigt auch spenden gehen und klebt einfach ohne dass die anderen es merken den anderen strichcode drauf. dann muss er seine krankheit oder was auch immer nicht verraten, wenn er es nicht möchte.

Du meinst ... damit sich niemand ausgegrenzt fühlt? Aber wenn Du zum Doc gehst ... und er Dich wegen 200/105 heraussortiert ... dann bist Du ja auch .... nicht verwendbar.
Klebt man den Strich drauf und der Doc schickt einen dann weg? Hmmmmmmmm .... ich kenne genug die sagen, ein Pieks bringt mich um ... meins bleibt meins ... keine Zeit ... usw.usw. daher wusste ich nicht ... was der grüne/rote Kleber soll ... gibt ja auch so genug Ausreden.
 
K

Benutzer

Gast
Ich gehe selber regelmäßig Blut und Plasma spenden. Und ich finde das einfach nur bescheuert.

Wenn sie wirklich dringend Blut bräuchten, wären sie da nicht so zimperlich. Schließlich wird jedes Blut vorher eingehend auf Aids getestet. Warum zum Henker stellen die sich danach noch so an? Daß sich ein Schwuler währenddessen anstecken kann? Das kann jeder andere ebenso, der häufig wechselnde Geschlechtspartner hat.

Ich finde das einfach eine dumme Diskriminierung. Weiter nichts.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wer Homosexualität angibt, wird automatisch ausgeschlossen, oder?

Off-Topic:
Ich fand auch die Frage "Waren Sie in den letzten X Monaten im Ausland?" etwas befremdlich. Ja, war ich. Aber ich wüsste nicht, was 2 Wochen Österreich mein AIDS-Risiko steigern. Da könnte man auch ein Feld machen, welches Land. Zimbabwe wäre da schon ein anderer Fall...
 

Benutzer49570 

Verbringt hier viel Zeit
Du meinst ... damit sich niemand ausgegrenzt fühlt? Aber wenn Du zum Doc gehst ... und er Dich wegen 200/105 heraussortiert ... dann bist Du ja auch .... nicht verwendbar.
Klebt man den Strich drauf und der Doc schickt einen dann weg? Hmmmmmmmm .... ich kenne genug die sagen, ein Pieks bringt mich um ... meins bleibt meins ... keine Zeit ... usw.usw. daher wusste ich nicht ... was der grüne/rote Kleber soll ... gibt ja auch so genug Ausreden.

ja, so ganz habe ich das auch nicht verstanden, aber es ist ja so, dass man den fragebogen an sich für sich alleine ausfüllenn soll, ohne dass z.b. freunde den lesen. und wenn man dann beispielsweise aus gruppenzwang mitkommt zum blutspenden (so idiotisch das auch sein mag), kann man kurz bevor man den zettel mit dem strichcode in den kasten wirft halt einfach den aufkleber aus dem roten kästen aufkleben. dann kann man halt mit seinen freunden spenden gehen, ohne seine krankheit zugeben zu müssen, weil der aufkleber ja besagt, dass das blut eh nicht weiter verwendet werden darf.
klar könnte man auch einfach sagen dass man angst habe vor nadeln oder so...deshalb hab ichs auch nicht so ganz verstanden...

aber der zettel ist wohl auch für leute über 60, die ja auch nicht mehr spenden dürfen. aber wenn man dann zu hohen blutdruck hat ist eine regelmäßige blutspende ohne dass das blut weiter verwendet wird ja auch gut für den eigenen körper.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Solange Homosexuelle deutlich häufiger HIV-infiziert sind als Heterosexuelle, halte ich es für angebracht, dass dieser Risikofaktor bei Blutspenden ausgeschlossen wird.
Das gespendete Blut wird zwar Tests unterzogen... aber dies Tests sind bestimmt nicht 100%ig sicher und selbst wenn der Test an sich sicher wäre, bleibt der Risikofaktor Mensch: Eine Blutprobe wird aus versehen nicht getestet oder beim Test wird irgendwas falsch gemacht. - Und schon könnte eine HIV-infizierte Blutkonserve doch in Umlauf kommen und ein Menschenleben gefährden, das sie eigentlich retten sollte.

Somit geht es hier einfach um Menschenleben - und da ist es völlig egal, ob sich ein paar Homosexuelle diskriminiert fühlen oder nicht.
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
klar könnte man auch einfach sagen dass man angst habe vor nadeln oder so...deshalb hab ichs auch nicht so ganz verstanden...

aber der zettel ist wohl auch für leute über 60, die ja auch nicht mehr spenden dürfen. aber wenn man dann zu hohen blutdruck hat ist eine regelmäßige blutspende ohne dass das blut weiter verwendet wird ja auch gut für den eigenen körper.

Ja .... man soll irgendwann anfangen mit Aufhören ... also kürzer treten. Und ist es für den Blutdruck gut ... das Spenden? Aber nur kurzfristig bestimmt ...... aber das ist auch ein Grund dann.
 
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