Blutspende-Verbot für Homosexuelle wird geprüft

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bestreite nicht, dass es im Einzelfall Homosexuelle geben mag, die ein risikoärmeres Leben führen als so mancher Heterosexueller. Es ist leider eine Tatsache, dass zur Zeit über 50% der HIV-Positiven in Deutschland homosexuelle Männer sind, damit ist die Infektionswahrscheinlichkeit für homosexuelle Männer statistische einfach höher. In dem Fragebogen zur Blutspende steht "Gehören Sie zu einer Risikogruppe" - dazu gehören auch Heterosexuelle mit häufig wechselnden Sexualpartnern, zumindest laut dem Fragebogen, den ich einmal ausgefüllt habe.

Korrekt wäre wohl, eine Risikoberechnung zu machen, ab wie vielen Sexualpartnern jemand als "gefährdet" eingestuft werden sollte. Bei Homosexuellen fängt die (statsistische) Gefährdung dann wohl früher an als bei Heterosexuellen. Es müsste dann heißten "Gehören sie zu einer Risikogruppe? Die ist der Fall wenn sie als Mann Intimverkehr mit X Frauen, als Frau mit X Männern, als Mann mit X Männern oder als Frau mit X Frauen hatten." Kann man alles machen, wird eben immer komplizierter. Aber die Risikoeinschätzung ganz der jeweiligen Person zu überlassen finde ich auch nicht so toll (ich find aber auch die aktuelle Formulierung "häufig wechselnde Sexualpartner" nicht so geglückt - wo fängt das an, wo hört es auf?).
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber die Risikoeinschätzung ganz der jeweiligen Person zu überlassen finde ich auch nicht so toll (ich find aber auch die aktuelle Formulierung "häufig wechselnde Sexualpartner" nicht so geglückt - wo fängt das an, wo hört es auf?).
Aber so ist es ja seit Ewigkeiten. Auf dem Bogen kann man ankreuzen, wonach einem gerade ist - wer soll das prüfen...

Davon abgesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die sich höheren Infektionsrisiken aussetzen zur Blutspende gehen, ohnehin eher gering.
 

Benutzer133302  (41)

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Solange das ganze System auf einem Generalverdacht beruht und keine individuelle Risikobewertung stattfindet - ja.

schon richtig, aber die generelle "Erlaubnis" als Generalvollmacht hat genauso wenig Sinn
wenn man das so Testen kann das ein Risiko für den/die Empfänger ausgeschlossen ist sehe ich kein Problem wobei man ja dann auch bei den risikobehafteten Heteros wäre die ich davon ja auch nicht ausnehmen will

Ach stimmt jetzt wo du es sagst, Heteros sind schon seit Baby in einer Beziehung und somit absolut ungefährdet! blaaaaa

Mir ist sowas egal. Sollen die doch HOmosexuelle zulassen beim Blutspenden wer will soll gehen

hat keiner gesagt, aber willst bestreiten das die Gruppe der HIV-Positiven unter den Homosexuellen anteilig sehr viel höher ist als bei den Heteros? Befrag das große Orakel!
Lt. einer Studie ist das Risiko sich damit zu infizieren ca. 18 mal höher bei ungeschütztem AV als bei "normalem" GV.
Zitat: "Von 2889 Erstdiagnosen im Jahr 2011 entfielen 1574 auf bekennende Schwule." ~55% und wir sprechen doch von einer armen, diskriminierten Minderheit hier, oder?
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Lt. einer Studie ist das Risiko sich damit zu infizieren ca. 18 mal höher bei ungeschütztem AV als bei "normalem" GV.
Jep. Aber zwischen 30 und 50 Prozent der Schwulen praktizieren überhaupt keinen AV oder sehr selten. Und nun? Und nicht wenige Heten dafür schon. Und nun?
 

Benutzer132967  (45)

Benutzer gesperrt
Lt. einer Studie ist das Risiko sich damit zu infizieren ca. 18 mal höher bei ungeschütztem AV als bei "normalem" GV.

Es zeugt schon von einer sehr eingeschränkten Sicht auf sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Sexualität, wenn man "homosexuell = analer Verkehr" setzt.
 

Benutzer133302  (41)

Ist noch neu hier
na aber ganz genau^^ ich habe zitiert, was genau bewegt euch zwei jetzt anzunehmen das dies genau meiner Sicht der Dinge entspricht? Darf man keine andere Meinung haben als eure? Gutmenschenalarm?! zumal Du Deine Sicht der Dinge auf meine Sicht der Dinge nicht begründest...also, ich sag mal so...stfu please
@firebird: behaupten kann man viel, alleine beim belegen wird´s dir wohl zu schwer?

vorallem wunderbar geflissentlich das heraus zu picken was einem nicht passt, ne? auf den Rest geht man mal lieber nicht ein...
 

Benutzer133302  (41)

Ist noch neu hier
Nee ich brauch ganz sicher keine Nachhilfe in diesen Dingen, das ist "in Bezug auf das eigentliche Thema völlig irrelevant."
Ich will keine 356 Seiten lesen über ein Thema das in diesem Schrieb nur einen Bruchteil ausmacht, Dir fehlte das Argument also dann bitte auch maßgeschneidert, wenn ich Schnitzel bestelle bringt man mir auch kein ganzes Schwein.
Aber vielleicht les ich das mal bei akuter Langeweile in Gänze...
 

Benutzer117428 

Benutzer gesperrt
Jep. Aber zwischen 30 und 50 Prozent der Schwulen praktizieren überhaupt keinen AV oder sehr selten. Und nun? Und nicht wenige Heten dafür schon. Und nun?

Firebird, möchtest Du gerne Blut spenden? Fühlst Du dich diskriminiert weil Du das bisher nicht durftest? Oder was war Dein Grund für diesen Thread?
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich? Nein - ich spende weder Blut, noch Stammzellen und schon gar keine Organe. Kommt für mich auch nicht in Frage. Wenn ich da unbedingt spenden wollen würde, hätte ich das bisher auch schon getan.

Aber ja, es ist diskriminierend.
 

Benutzer117428 

Benutzer gesperrt
Ich? Nein - ich spende weder Blut, noch Stammzellen und schon gar keine Organe. Kommt für mich auch nicht in Frage.

Für mich kommt das alles auch nicht in Frage.

Aber ja, es ist diskriminierend.
Wie würdest Du eine angemessene Risikobewertung vornehmen? Eine ausführliche Befragung über das Sexualleben? Wobei es wie erwähnt noch andere Risikofaktoren gibt, die unabhängig vom Sexualleben sind.
 
1 Woche(n) später

Benutzer110662 

Sehr bekannt hier
Diskrimination ja, Diskriminierung nein.
Ich befürworte eine grundsätzliche Gleichstellung Homosexueller in allen Bereichen, in denen eine ungerechtfertigte Ungleichheit besteht.
Speziell beim Blutspenden macht aber wieder die Bewertung nach Risikogruppen Sinn, somit besteht eine gerechtfertigte Sonderbehandlung in meinen Augen. Entweder man prüft im Einzelfall, was, wenn es funktionieren würde das Sicherste wäre oder man Verallgemeinert anhand gewählter Kriterien - und da sind Schwule statistisch eine Gruppe mit erhöhtem Risiko. Diskriminierend ist es erst, wenn andere Risikogruppen nicht ebenfalls nicht zugelassen werden.
 
K

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Gast
Ich finds gut dass da endlich mal was gemacht wird. Nicht jeder Schwule hat gleich HIV oder poppt sich durch die Weltgeschichte - da gibts auch genug Heterosexuelle Exemplare.
 

Benutzer133810 

Ist noch neu hier
also ganz ehrlich, was für ein schwachsinn ist das denn - da kommt einem ja der gedanke, dass die einem im ernstfall eine blutkonserve dran hängen ohne gecheckt zu haben, ob das blut mit igrndwas infiziert ist - was mal ganz davon abgesehen, nichts mit dem sexuellen umgang zu tun hat. wenn ich nach afrika reise, darf ich 5 jahre danach kein blut spenden, aber wenn ich als mann einen mann liebe darf ich nie spenden- wo leben wir denn.....
 

Benutzer71796 

Sehr bekannt hier
Ich finds gut, dass es geprüft wird.

Auf dem Formular wird, zumindest in der Schweiz, danach gefragt, ob man in den letzten 4 Monate resp. in den letzten 12 Monaten wechselnde Sexualpartner hatte. Wechselnd = mehr als 1ner. Wenn ja gleich im Moment nicht Spenden.
Somit ist das Kriterium, man könnte sich kurz vorher durch sexuelle Aktivitäten durch HIV angesteckt haben, ausgeschlossen. Klar kann man sich wenns blöd läuft auch sonst anstecken, aber das können auch wir Heteros.

Somit besteht für mich kein Grund, Homosexuelle heutzutage noch auszuschliessen.
Und das Argument "Aber man könnte da ja einfach was falschen ankreuzen" zählt nicht. Wenn wir davon Ausgehen würden, dürfte niemand mehr Blut spenden, da alle Lügen könnten. Und ein Homosexueller der Lügen möchte könnte ja auch einfach seine Homosexualität verleugnen zum Spenden.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finds gut dass da endlich mal was gemacht wird. Nicht jeder Schwule hat gleich HIV oder poppt sich durch die Weltgeschichte - da gibts auch genug Heterosexuelle Exemplare.

Was du meiner Meinung nach ein bisschen übersiehst: Unabhängig davon, ob ein Mann sich "durch die Weltgeschichte poppt", haben Schwule, wenn sie nicht ausschleißlich Safer Sex betreiben, eine höhere Ansteckungsgefahr, weil prozentual viel mehr Schwule als Heterosexuelle HIV Positiv sind und für jeden Mann, der mit Männern schläft somit statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht (als wenn für einen Mann der mit einer Frau schläft), mit einer HIV-Positiven Person zu schlafen.

Somit ist das Kriterium, man könnte sich kurz vorher durch sexuelle Aktivitäten durch HIV angesteckt haben, ausgeschlossen.

Das ist es leider nicht. Eine Ansteckungsgefahr besteht nämlich auch innerhalb einer Beziehung, gerade da deutlich seltener Safer Sex betrieben wird als bei Affären / One Night Stands. Das gilt nicht nur für Homosexuelle, sondern natürlich auch für Heteros. Wir glauben alle, das unser Partner treu ist. Aber so ist es nunmal nicht. Und als Spendenempfänger möchte ich mich lieber nicht (komplett) darauf verlassen, dass der Spender seinen Partner schon richtig einschätzt.

Somit besteht für mich kein Grund, Homosexuelle heutzutage noch auszuschliessen.

Für mich bleibt allerdings die Frage, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist, dass sich Heterosexuelle und Homosexuelle in einer (vermeintlich) monogramen Beziehung anstecken. Danach sollte man es dann beurteilen, finde ich. Ich könnte mir vorstellen, dass die gleich ist (weil bei Heteros HIV weniger Thema ist und daher vielleicht seltener Safer Sex betrieben wird, auch beim Betrügen des Partners, während bei Homosexuellen das vielleicht eher tun - dafür haben diejenigen Homosexuellen, die ohne Schutz betrügen, wie gesagt eine höhere Ansteckungsgefahr - könnte sich ausgleichen, vielleicht haben sogar Heteros in einer Beziehung eine höhere Ansteckungsgefahr, das wäre mal interressant).

Versteht mich nicht falsch - ich finde es gut, dass das überprüft wird. Ich finde, man muss das nach statistischen Werten enscheiden: Für welche Personengruppen besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, HIV-positiv zu sein? Nur diese Gruppe sollte ausgeschlossen werden (bei der Gruppenbildung kann man ja mal genauer differenzieren als nur "Männer die mit Männern schlafen".
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde, man muss das nach statistischen Werten enscheiden: Für welche Personengruppen besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, HIV-positiv zu sein?
Dieser Ansatz ist doch auch nicht verkehrt. Schwule generell als Risikogruppe zu definieren ist aber von daher Blödsinn, da das ganze System auf eine ehrliche Auskunft der Spender angewiesen ist.

Man könnte durchaus fragen, ob man zu einer Risikogruppe gehört, die sich dann aber nicht "schwul" nennt, sondern differenzierter fragt, ob man häufig wechselnde Sexualpartner hat, ob man Safer-Sex betreibt etc.. Es wird durch das bestehende System vielmehr den Schwulen unterstellt, dass sie dabei lügen könnten. Aber warum sollten sie?

Ich selbst lebe in einer weitgehend monogamen Beziehung, dennoch würde ich mich als Risikofaktor einstufen und kein Blut spenden. Aber nicht, weil ich mit meinem Mann poppe, sondern einfach aus der Tatsache raus, dass ich noch nie einen Test gemacht habe und nicht ausschließen kann, ob da aus viel früheren Zeit nicht doch was schlummert. Was hätte ich davon, Gegenteiliges auf dem Fragebogen anzugeben?

Es gibt genug Schwule, die stellen definitiv kein Risiko dar und die gern spenden würden - wird sich doch immer über zu wenig Spenden beklagt. Die, die nicht spenden wollen oder aufgrund von Risikofaktoren spenden dürften, werden es auch nicht tun.

Mir bleibt immer noch das Erlebnis mit der DKMS in Erinnerung, wo mein Ex-Mann definitiv als Spender in die sehr enge Auswahl kam und nicht spenden durfte, weil er schwul ist - dann wird eher der Tod in Kauf genommen, bis mal jemand auf die Idee kommt, das ganze Verfahren vernünftig und objektiv zu prüfen.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin trotzdem dafür, objektive Risikogruppen zu definieren. Die derzeitige Risikogruppe ("Männer, die Sex mit Männern haben") ist vielleicht zu weit. Vielleicht wäre so etwas wie: "Männer, die Sex mit Männern haben und kein Safer Sex betreiben" (nur ein BEISPIEL, ich weiß wie gesagt nicht wie für bestimmte Lebensweisen die Statistiken aussehen) möglich.

Ich möchte jedoch keinen Fragebogen, der so ähnlich lautet wie: Halten Sie sich für einen Risikofaktor in Bezug auf HIV (dies könnte z. B. bei häufig wechselnden Sexualpartnern etc. in Betracht kommen? - Ich kenn leider genug (insbesondere auch heterosexuelle) Deppen, die nicht genügend über Ansteckungsgefahren wissen (Aussagen wie "Das sieht man doch, wenn jemand krank ist" von um die 20 jährigen mit normaler Bildung, Oder "Echt, auch beim Blasen kann man sich anstecken?" - alles schon vorgekommen). Mir ist klar, dass demnach auch der aktuelle Fragebogen besonders bei den Heteros nicht gerade befriedigend ist.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ja klar - die Fragen müssten differenzierter sein, sonst hat das wenig Sinn. Und das kostet halt etwas Arbeit. So genügt es zum Beispiel nicht, nur Schwule zuzulassen, die ausschließlich SaferSex betreiben. Was ist mit dem Paar, die bare zugange sind, aber eben monogam?
 
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