Bindungsangst/Angst vor der Hochzeit...

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir scheint, dass du dich nicht so recht traust, auf dein Herz zu hören, sondern sehr viel Gewicht auf Erfahrungen von außen legst. Dafür sind vornehmlich deine schlechten Erfahrungen verantwortlich, du du ganz offenbar nie wirklich verarbeiten konntest.
Dass du dich um eine Therapie bemühst, ist der erste Schritt in die richtige Richtung, denn ohne professionelle Hilfe wirst du - so ich das korrekt einschätze - nicht wirklich über Vergangenes hinweg kommen.

Was sagt denn dein Verlobter? Hast du mit ihm schon einmal ausführlich über deine Ängste gesprochen?
 

Benutzer110320 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo. Danke für deine Antwort.

Ja das mit dem Aussen stimmt - auch das habe ich in der Familie eingetrichter bekommen und bin bemüht dieses Muster abzulegen. Ich verstehe mich mittlerweile gut mit meinen Eltern, bin aber immer schon ein sehr sensibler Mensch und habe eben viel mitgenommen.
Die letzten Jahre habe ich schon viel aufgearbeitet. Das mit der Thearpie will ich eben unbedingt. Ich habe schon einmal eine gemacht wegen meinem Exfreund - die brachte aber nicht viel - Therapeutin und ich verstanden uns nicht so gut.

Das mit dem auf mein Herz hören. Es fällt mir schwer. Es fiel mir generell schwer mich auf Nähe und Bindung wieder einzulassen. Nach meinem Exfreund hatte ich regelrecht Angst und einen Ekel vor Männern. Ich dachte ich könnte weder körperlich noch seelisch/emotional einem Mann je wieder nahe kommen. Ich hatte 3 Jahre keinen Sex usw. ! Mit meinem Schatz geknutscht, aber weiter konnte ich nicht und legte das eben auf Eis - wir blieben Freunde..

Ich bin deshalb froh, dass ich überhaupt wieder Liebe empfinden kann.
Ich hatte mir auch mal geschworen, nachdem mich jemand so stark verletzt hatte, das ich damit nicht zurecht kam, nie wieder jemanden so sehr zu lieben und so nahe ranzulassen...mein Schatz hat alle meine Mauern gebrochen und oft macht es mir einfach Angst wie sehr ich ihn liebe und wie tief das geht.
Ich weiss anders geht Liebe nicht, man muss sich drauf einlassen...aber ich fühle mich dann verletzlich und habe Angst abhängig zu werden..ich will doch immer die starke, unabhängige Frau sein^^!


Ja ich habe mit ihm schon ab und zu geredet. Er kann die Ängste verstehen und ist da sehr einfühlsam. Er hat sich für mich entschieden und steht zu mir. Er wird mich auch nicht verletzen oder verlassen. Das hilft sehr.

Es ist eben so - ich hatte durch mehrere Dinge im Leben komplett mein Vertrauen verloren - in mich , in die Liebe, in das Lebes usw. - dann kamen wir zusammen - das Tollste was mir passiert ist. ich öffnete mich ihm und der Beziehung und fasste Vertrauen - und dann kam die Versetzung! Das war ein psychischer Schock für mich und ich erhol mich davon nur sehr langsam.

Die Fernbeziehung und der Fakt eine Soldatenfrau zu werden spielen da mit rein.

Er meinte auch , nicht jeder Frau würde das mitmachen.
Seine Ex lief davon mit seinem besten Freund als er in Afgh sass.

aber ich werde das in Kauf nehmen, da ich ihn liebe...

In meinem Herzen weiss ich auch dass alles gut ist und wird. Nur mein Kopf arbeitet immer dagegen, hat seine Ängste und versucht sogar oft alles zu zerstören...aus Angst das es ja eh kaputt geht. Das ist sehr albern ich weiss...

ICh denke auch Angst vor der Hochzeit hat event. auch etwas damit zu tun, dass es mir eben wirklich wichtig ist.

Mit meinem Ex hatte ich auch eine Fernbeziehung - ihn habe ich nie so vermisst, mir nie solche ernsthaften Gedanken gemacht...
 

Benutzer108036 

Öfters im Forum
Mein Eindruck zu deiner konkreten Frage - "Angst vor der Hochzeit" - ist, dass in dir wirklich viele unaufgearbeitete Dinge stecken, die dich unsicher und ängstlich machen, die du im Laufe der letzten Zeit aber erfolgreich niederkämpfen konntest. Die Hochzeit scheint nun eine Art Auslöser zu sein, um dieses Ventil wieder zu öffnen.

Ich halte es für eine sehr gute Idee, dass du die Ursache dieser Probleme bekämpfen willst und eine Therapie machen möchtest. Generell scheint nämlich mangelnde Liebe oder Unsicherheit mit eurer Beziehung nicht das Problem zu sein, das die Ursache für deine Ängste ist.

Eher würde ich da schon auf die Entfernung und die "ungewisse" Zukunft als Soldatenfrau tippen. Was studierst du eigentlich? Gibt es in deinem künftigen Beruf die Möglichkeit, diesen an verschiedenen Orten auszuüben und somit mit ihm gemeinsam an verschiedenen Orten (Kampfeinsatz in Afgahnistan ist da natürlich ausgenommen, schon klar) zu leben? Wie will dein Freund das künftig gestalten, schließt er gewisse Arten von Einsätzen (z.B. eben Kampfeinsätze) aus?

Ich halte es für essentiell, dass ihr gemeinsam über diese Themen sprecht und euch da einen "Fahrplan" zurecht legt. Alles andere kann bei dir nur Unsicherheit auslösen und wird immer zu einem mulmigen Bauchgefühl führen (auch ich hätte das, und ich habe keine schlechten Vorerfahrungen).

Zuletzt möchte ich dir noch eine Anregung zum Thema Hochzeit mitgeben. Du hast momentan ziemlich viel Druck - die Therapie, auf die du noch wartest, die ganzen Unsicherheiten rund um die weitere berufliche Zukunft von deinem Verlobten und nicht zuletzt auch deine eigene und dann auch noch die Hochzeit. Daher ein Vorschlag: warum nehmt ihr nicht ein wenig Druck raus und verschiebt die Hochzeit erst einmal ein bisschen? Nicht aus mangelnder Liebe, sondern einfach aus ... Komfortgründen, bis du deine anderen Baustellen geklärt hast? Ich denke, dann könntest du auch mit viel freierem Herzen an das Thema Hochzeitsplanung herangehen...
 

Benutzer108036 

Öfters im Forum
Weißt du, du solltest wirklich nicht heiraten, nur weil "es gerade praktisch ist". Das meine ich jetzt sicher nicht böse, aber äußere Umstände wie etwas mehr Geld (es geht ja dabei jetzt nicht um sein oder nicht sein), der Wunsch deiner Mutter (vollkommen nebensächlich bei dem Thema :zwinker:) oder die Trauzeugin, die zufällig gerade da ist, sollen und dürfen da nicht entscheidend sein.

So eine Hochzeit soll doch auch etwas Schönes, Romantisches und Einzigartiges sein. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass es jetzt für dich einfach nicht passt - die Situation kann doch in einem Jahr schon eine ganz andere sein und es wäre schade, wenn du dir das sozusagen entgehen lassen würdest.

Dabei ist es mir wichtig zu betonen, dass dieser Vorschlag bestimmt keine Wertung deiner Gefühle (ich glaube dir, dass du deinen Freund über alles liebst) oder des generellen Themas Hochzeit/Ehe sein soll, sondern schlicht und einfach eine Empfehlung zum Thema Reihenfolge / Zeitpunkt. Damit meine ich: Wenn du deine Baustellen zuerst klären kannst, wirst du einfach entspannter heiraten können!

Übrigens habe ich auch den Eindruck, dass vor "erfolgreicher" Vermählung bei euch noch das eine oder andere Gespräch zu dem Thema berufliche Zukunft ansteht. Ihr werdet irgendwo Kompromisse finden müssen - denn wenn du auf Forschungsreisen in Südamerika bist (reine Spekulation :grin:), er in Afghanistan durch die Berge klettert und eure gemeinsamen Kinder derweilen in Deutschland zur Schule gehen, wird ein funktionierendes Familienleben wirklich schwer werden. Natürlich ist die Verwirklichung von beruflichen Zielen für euch beide wichtig, aber irgendwie werdet ihr euch da trotzdem zu einem Kompromiss durchringen müssen, mit dem beide leben können. Wie dieser aussehen kann, weiß ich leider nicht - dazu kenne ich eure Lebensumstände und Wünsche zu wenig. Aber vielleicht fällt ja dir etwas dazu ein?

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass du über das Thema Ehe viel entspannter wirst nachdenken können, wenn ihr das geklärt habt...

P.S.: Ach ja, was ich noch vergessen habe: du gehörst auch jetzt schon zu ihm - nicht erst dann wenn ihr verheiratet seid!!!
 

Benutzer110320 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo.

Hachmann du hast sooo recht.

Es war einfach nur..hach dieses Jahr haben sooo viele geheiratet und das steckte voll an...wir wollen ja nicht nur wegen den ganzen äußeren Dingen heiraten, sondern weil wir uns lieben, weil wir zusammen gehören usw.! Früher wollte ich nie nie heiraten und bei ihm wusste ich das schon relativ schnell!

Meine Mutter ist eben Standesbeamte und denkt da praktisch. Ginge es nach ihr, hätten wir schon zu Weihnachten getraut sein sollen, auch weil sein Vater da bei uns verweilt...naja.

Ich weiss auch nicht. Ich hatte dann eben Angst das in einem Jahr wieder was anderes ist usw...und man des dann immer verschiebt. Ich bin kein Typ der ewig verlobt sein will...

Aber ich denke du hast Recht. Unter all dem Druck usw. wird das nix. Ich will das selbst wenn es "nur" Standesamt ist, auch nicht so zwischendurch einschieben.

Trauzeugin meinte sie wäre traurig, aber es ginge auch ohne sie. Da sie meine beste Freundin ist, wäre das aber nicht schön.

Ich denke ich habe doch Redebedarf mit Schatz. Das kotzt mich eh an - das quetscht man immer so in die Wochenendtreffen rein...

Er selbst liest a Bücher zum Thema Fernbeziehung.

Ja das berufliche - da mach ich mir viele Gedanken und höre von aussen immer nur - "Hach das liegt doch an euch usw.!" Ist nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin auch kompromissbereit, finde aber auch, dass man sich selbst nicht ganz aufgeben darf dabei...

Und jetzt beim schreiben merke ich auch - heiraten und trotzdem noch Fernbeziehung - neee das ist doof1 Also wird das Ganze wohl noch warten müssen!

Danke dir Baghira!

PS: ich bin manchmal schockiert das ich "so ein Mädchen" bin und hier von ner Hochzeit in Weiss mit Plüsch und Glitter träume....Auweia! *lach*

---------- Beitrag hinzugefügt um 14:52 -----------

PSS: ich weiss das ich zu ihm auch so gehöre. Aber für mich ist Ehe und Ring usw. doch noch mehr Ausdruck dieser Bindung...naja. Aber besser warten, als überstürzen...
 

Benutzer108036 

Öfters im Forum
Ich kann dir wirklich alles nachfühlen - auch das ansteckende am Hochzeitsfieber...

Aber wie schon gesagt, irgendwie wohnen da offensichtlich zwei Seelen in deiner Brust. Der einen kann es nicht schnell genug gehen, sie will quasi das Nützliche mit dem Schönen verbinden und endlich Nägel mit Köpfen machen. Die andere ist aber verunsichert - nicht wegen dem Partner, sondern wegen der ganzen Umstände. Und beide gehören zu dir, beide sind du. Daher finde ich eben, dass du die Zweite nicht sozusagen ungehört begraben solltest, das würde dir wahrscheinlich nicht gut tun.

Wenn du es positiv siehst, klingt es doch gleich viel besser: du bist dir sicher, dass du den richtigen Mann zum heiraten gefunden hast, den Einen, mit dem du dein Leben verbringen willst und der das auch will. Und das ist schon weit mehr als bei vielen anderen Menschen!
Bevor ihr aber soweit seid und euch öffentlich zueinander bekennt, müsst ihr halt noch einige Vorbereitungen machen. Und dazu gehört nicht nur Einladungen, Kleid & Co, sondern auch das Aufräumen von belastenden Altlasten und die tatsächliche Klärung eurer Zukunft (Beruf & Kinder). Erst dann werdet ihr beide wirklich mit freiem Herzen an die Hochzeit gehen und euch dabei auch tatsächlich wohl fühlen.

Ich bin übrigens überzeugt, dass du - trotz deiner schlimmen Erfahrungen - nicht beziehungsgestört bist. Du weißt was du willst, du kannst dich mitteilen und Emotionen zulassen bzw. Bindung aufbauen - also ganz klar: nicht beziehungsgestört! :smile:

Vielleicht könnt ihr euch ja bis zu eurem nächsten Wiedersehen mal jeder für sich überlegen, wie ihr euch die gemeinsame Zukunft (hinsichtlich des Themas Beruf / Kinder) vorstellt. Somit hättet ihr dann schon eine Basis für das gemeinsame Gespräch und die Suche nach Übereinstimmungen bzw. die Definition von Kompromissen. Denn natürlich hast du recht: du kannst und sollst dich nicht für ihn aufgeben, so würdet ihr sicher beide nicht glücklich! Und ich muss schon ehrlich sagen, dass die Rahmenbedingungen bei euch beiden ja nicht so einfach sind - also eine 0/8/15 Lösung hilft euch da sicher nicht weiter...

Off-Topic:
Freu dich ruhig darüber, "so ein" Mädchen zu sein - ist doch etwas Schönes - so nach dem Motto: ein mal im Leben Prinzessin sein... :drool:


Übrigens ist für mich eine Ehe auch "mehr" als "nur" eine Lebensgemeinschaft. Aber ihr seid euch ja sicher, dass ihr beide eine Ehe wollt, also ist alles nur eine Frage der Zeit - und das relativiert das Thema mit der Zusammengehörigkeit wieder, wie ich finde...
 

Benutzer108036 

Öfters im Forum
Ich freue mich wirklich, wenn ich dir helfen konnte. Viel hat es dazu ja nicht gebraucht, denn deine Beraterin hat schon recht: du bist sehr strukturiert, logisch und reflektiert und dir daher auch deiner Situation sehr gut bewusst. Jeder ist von seinem eigenen Leben betroffen (logisch :zwinker:) und steckt daher manchmal in der Situation "den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen" - und da kann ein Außenstehender eben helfen.

Bezüglich deiner nicht existenten Beziehungsunfähigkeit bin ich mir sicher - aber ich weiß nicht, ob du damals einfach in schlechter Therapie warst (bzw. die Chemie zwischen Therapeut und dir überhaupt nicht gestimmt hat) oder du seitdem auch viele Schritte weiter gekommen bist - eigentlich ist es ja auch egal, denn wichtig ist nur, wo du heute stehst. Lass dir da nur ja nichts Dummes (von wegen nicht normal oder so) einreden!

Auch bezüglich deiner Altlasten hast du schon sehr viel geschafft - nicht nur im Vergleich zu deiner Freundin, sondern auch generell. Vielleicht solltest du jetzt nur noch anfangen, ein wenig besser auf dich zu achten. Damit meine ich z.B. diese Freundin, die dich mit ihrer Trennung offensichtlich doch sehr stark runtergezogen hat. Du darfst in deinem ureigensten Interesse nicht vergessen, dass du selber noch einiges an unaufgearbeiteten Themen in dir trägst und dein Seelenheil daher ein zartes Pflänzchen ist. Daher kannst und darfst du auch mal STOPP! sagen - auch wenn es einer Freundin gegenüber ist. Entweder sie versteht es und sucht sich andere Hilfe (vielleicht auch therapeutische), oder sie ist gar keine richtige Freundin. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen Hilfsbereitschaft auch ganz gerne mal ausnützen und sich einen "seelischen Müllkübel" suchen. Das mag in Ordnung sein, wenn dieser "Müllkübel" gefestigt und in sich ruhend ist, aber selbst da stellt sich die Frage nach der Ausgewogenheit dieser Freundschaft. Wenn diese Person aber selbst traumatisiert ist, geht das schlicht und einfach nicht!

Ach ja, und etwas noch zu deinem Verlobten bzw. eurer Beziehung: gib ihm doch auch die Möglichkeit, für sich in Ruhe über seine berufliche Zukunft, seine Wünsche und seine eventuellen Kompromissfelder nachzudenken, indem du ihm das mitteilst und ihn darum bittest. Dann habt ihr bei eurem nächsten Treffen gleich eine gewisse Faktenlage, mit der sich gut diskutieren lässt. Andernfalls hast du dich zwar "gerüstet", aber er wird vielleicht erst mal überfahren und blank sein... :zwinker:

Jedenfalls darfst du dir deine Beziehung sicher nicht von anderen schlecht machen lassen - pauschalisieren ist immer schlecht, und die anderen sollen ihre eigenen Erfahrungen machen, du machst deine!

Off-Topic:
... und 1x Prinzessin sein ist eine davon...
 
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