Bindungsangst 2.0?

Benutzer131953 

Verbringt hier viel Zeit
Hey Leute, zum Thema Bindungsangst gabs bereits eine Frage, ich möchte aber gern meine Situation schildern, da sie anders ist. Und ich hab nicht mal direkt eine Frage, es ist einfach das Bedürfnis, alles mal rauszu lassen.

Mein bester Freund hat mir vor 2 Wochen gezeigt, dass ich für ihn mehr bin als nur eine Freundin. Ich habe nach dem Feiern bei ihm übernachtet und er kam mir näher. Es war überraschend für mich, aber nicht unangenehm, sogar sehr schön. Wir haben nicht mit einander geschlafen aber uns geküsst und halt gekuschelt und sowas. Wir lagen am nächsten Tag noch ziemlich lang zusammen im Bett, haben gequatscht und er hat mir oft gesagt, wie gern er mich hat und dass er so froh ist dass ich da bin. Am Abend ist er dann für 7 Tage von der Arbeit aus weg gefahren. Im ersten Moment, als er weg war, war mein Gedanke: Shit, was hab ich getan.
Ich war verwirrt und überfordert. Allerdings hab ich dann sehr schnell gemerkt, dass ich ihn total vermisse und unsere gemeinsame Nacht echt schön war und ich das unbedingt wieder will.
Ich hab dann auch gemerkt, dass ich wirklich extrem oft von ihm erzählt hab, wir sehr viel miteinander gemacht haben und ich schon früher ständig an ihn gedacht habe und mir ist dann auch klar geworden, dass von meiner Seite definitiv Gefühle da sind. Es kann eigentlich auch gar nicht anders sein - es gibt keinen Menschen mit dem ich über alles reden kann. Es ist mir nichts vor ihm unangenehm, er weiß so viel über mich und ich über ihn, ich vertrau ihm auf ganzer Linie. Wir haben den gleichen Sinn für Abenteuerlustigkeit, Spontanität und Humor, wir haben einen großen, gemeinsamen Freundeskreis. Da haben bereits welche davor schon erwähnt, dass er interessiert an mir ist, aber ich hab das nicht geglaubt.
Also tatsächlich ist das die perfekte Basis. Ich bin dann auch richtig glücklich geworden, weil ich gewusst habe, wenn er zurück kommt, können wir zusammen sein und alles noch mehr genießen als sonst. Ich hab es meinen wichtigsten Freunden und meiner Familie voller Begeisterung erzählt und jeder hat sich so für uns gefreut. Ich hab auf den Tag hingefiebert, als er kam. Wir haben uns am Abend gleich getroffen und es war so schön. Es ist so schön, in seinem Arm zu liegen, wie er mich küsst, wie er mich anfässt, auf so eine total liebevolle, sanfte Art, die gleichzeitig auch so bestimmend ist, dass es mich echt richtig anmacht!
Naja und kaum ist er da und alles könnte laufen, ist bei mir Panik ausgebrochen.
Ich habe bis auf vier Monate Beziehung (in denen ich allerdings nicht glücklich war sondern Angst und Zweifel hatte) keinen Freund. Sobald es irgendwie ernster wurde, hab ich einen Rückzieher gemacht.
Zur mir selber dazu: Ich bin ein extrem freiheitsliebender Mensch, ich bin so gerne allein unterwegs, unabhängig von allem und von jedem, mach mein Ding und möchte mich auf Freunde, Familie, mein Studium und mein Leben konzentrieren.
Und ich habe Angst, dass alles in einer Beziehung aufzugeben. Ich hab einige Pläne für die Zukunft, wo ich mal hin möchte, was ich erleben will, wo ich wohne - ich seh mich aber da komplett alleine, ohne jemand an der Seite, ich möchte diese Momente für mich haben, ich brauch das einfach. Ich kann mir im Moment auch gar nicht vorstellen, Kinder zu haben, ein Haus zu bauen, sesshaft zu werden... Aber trotzdem hab ich mich oft danach gesehnt, jemand zu haben, die Nähe von jemanden zu spüren, begehrt zu werden usw.
Und jetzt komm er daher und ich fühle mich so krass zu ihm hingezogen, möchte seine Nähe haben, kann mir viel mit ihm vorstellen - und auf der anderen Seite habe ich soo eine Angst vor dieser Beziehung, die ja gerade mal eine Woche alt ist, aber ich seh nur, dass ich mich verändern werde, dass ich schwach werde, dass ich nicht mehr frei bin, nicht mehr unabhängig, dass ich mich einschränken muss und nicht mehr so sein kann wie ich will und alles über Bord werfen muss, was ich mir vorgenommen hab. Ich find schon Händchenhalten "beängstigend". Und das obwohl ich ihn so gern an der Hand hab. Ich möchte mit ihm schlafen, so sehr. Aber ich will es auch nicht, weil es wieder ein Schritt weiter ist, den ich mich nicht trau zu gehen. Ich kann mich da überhaupt nicht darauf einlassen.
Und unsere Freunde sagen, ich muss die Zeit mit ihm jetzt genießen, er geht nämlich im März für ein Jahr nach Frankreich von der Arbeit aus. Und auf der einen Seite wird das richtig schwer und schlimm für mich und doch ist es auf der anderen Seite eine Art "Lichtblick", weil ich weiß, dann hat das ganze ein Ende, beziehungsweise wäre die räumliche Trennung ein Grund, das zu beenden und ich kann wieder voll und ganz ich sein.
Aber ich kann diese Zeit jetzt tatsächlich nur dann genießen, wenn er direkt bei mir ist, wenn wir zusammen im Bett liegen, er mich fest im Arm hält und mich küsst. Danach sehn ich mich auch. Und ich weiß dass die alle Recht haben!! Ich muss es genießen, aber ich kann nicht. Das fühlt sich wie ein krasser Kampf an Gefühlen an - ich will ihn, aber ich will ihn auch nicht. Mein Bruder meinte auch: Ich soll doch ein bisschen Liebe zulassen.
Aber ich kann einfach nicht. Ich bin so blockiert und voller Angst. Ich will dass ja auch nicht so. Das ist nichts was ich mir einrede, das kommt einfach, ist da und lässt mich plötzlich weinen.
Ich frag mich dann auch, warum ich mich drauf eingelassen hab und im gleichen Moment kommt der Gedanke: Nein das ist gut so, es passt mit ihm, warum nicht versuchen wenn ich doch Gefühle für ihn hab und vllt kann ich die Angst überwinden!

Ich bin ich gerade echt überfordert, ich will mich aber nicht bei Freunden ausweinen, hab Angst dass mich keiner versteht und gerade weil wir ja den gleichen Freundeskreis haben, hab ich Angst dass sie schlecht über mich denken, wenn ich ihn verletze. Was ich natürlich nie absichtlich machen würde.
Ich weiß auch nicht. Ich hab das Gefühl ich brauch Hilfe, meine Mam meint eine Therapie wäre vielleicht sinnvoll, einfach damit ich mir nicht eine glückliche Beziehung verbau. Aber eigentlich plan ich doch mein Leben eh so weit allein, warum dann so eine Therapie?
Ach ich weiß auch nicht. Es musst einfach raus. Alles.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
nur so ein gedanke,der mir beim lesen kam:
ist es nicht möglich,dass du dich in diese angst hereinsteigerst bzw dir diese selbst einredest?
wie ich drauf komme?nun,du schreibst,du willst deine unabhängigkeit und freiheit erhalten und deine lebensziele verfolgen-doch wer sagt,dass das mit dem passenden partner und einer beziehung,die so geführt wird,dass sie den bedürfnissen beider gerecht wird,nicht geht?ich sehe es so:in einer wirklich guten beziehung bleibt man frei,kümmert sich sowohl um sich selbst und seinen eigenen ziele und pläne und genießt ebenso die zweisamkeit,unterstützt den partner,so wie er einen selbst unterstützt.
ich sehe also zwischen frei-sein und beziehungen führen keinerlei widerspruch,auf mich wirkt es aber,als würdest du dir einreden,dass das nicht miteinander vereinbar wäre.vllt denkst du darüber mal nach.
und zur therapie:wenn du meinst,dass du eine nötig hast und dir eine hilft,dann kümmer dich um einen therapieplatz.sowas macht man immer für sich selbst,ganz unabhängig von anderen (auch wenn es zwischenmenschliche beziehungen natürlich positiv beeinflusst,wenn man mit sich im reinen und psychisch gesund ist).
 

Benutzer162813 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey Leute, zum Thema Bindungsangst gabs bereits eine Frage, ich möchte aber gern meine Situation schildern, da sie anders ist. Und ich hab nicht mal direkt eine Frage, es ist einfach das Bedürfnis, alles mal rauszu lassen.

Mein bester Freund hat mir vor 2 Wochen gezeigt, dass ich für ihn mehr bin als nur eine Freundin. Ich habe nach dem Feiern bei ihm übernachtet und er kam mir näher. Es war überraschend für mich, aber nicht unangenehm, sogar sehr schön. Wir haben nicht mit einander geschlafen aber uns geküsst und halt gekuschelt und sowas. Wir lagen am nächsten Tag noch ziemlich lang zusammen im Bett, haben gequatscht und er hat mir oft gesagt, wie gern er mich hat und dass er so froh ist dass ich da bin. Am Abend ist er dann für 7 Tage von der Arbeit aus weg gefahren. Im ersten Moment, als er weg war, war mein Gedanke: Shit, was hab ich getan.
Ich war verwirrt und überfordert. Allerdings hab ich dann sehr schnell gemerkt, dass ich ihn total vermisse und unsere gemeinsame Nacht echt schön war und ich das unbedingt wieder will.
Ich hab dann auch gemerkt, dass ich wirklich extrem oft von ihm erzählt hab, wir sehr viel miteinander gemacht haben und ich schon früher ständig an ihn gedacht habe und mir ist dann auch klar geworden, dass von meiner Seite definitiv Gefühle da sind. Es kann eigentlich auch gar nicht anders sein - es gibt keinen Menschen mit dem ich über alles reden kann. Es ist mir nichts vor ihm unangenehm, er weiß so viel über mich und ich über ihn, ich vertrau ihm auf ganzer Linie. Wir haben den gleichen Sinn für Abenteuerlustigkeit, Spontanität und Humor, wir haben einen großen, gemeinsamen Freundeskreis. Da haben bereits welche davor schon erwähnt, dass er interessiert an mir ist, aber ich hab das nicht geglaubt.
Also tatsächlich ist das die perfekte Basis. Ich bin dann auch richtig glücklich geworden, weil ich gewusst habe, wenn er zurück kommt, können wir zusammen sein und alles noch mehr genießen als sonst. Ich hab es meinen wichtigsten Freunden und meiner Familie voller Begeisterung erzählt und jeder hat sich so für uns gefreut. Ich hab auf den Tag hingefiebert, als er kam. Wir haben uns am Abend gleich getroffen und es war so schön. Es ist so schön, in seinem Arm zu liegen, wie er mich küsst, wie er mich anfässt, auf so eine total liebevolle, sanfte Art, die gleichzeitig auch so bestimmend ist, dass es mich echt richtig anmacht!
Naja und kaum ist er da und alles könnte laufen, ist bei mir Panik ausgebrochen.
Ich habe bis auf vier Monate Beziehung (in denen ich allerdings nicht glücklich war sondern Angst und Zweifel hatte) keinen Freund. Sobald es irgendwie ernster wurde, hab ich einen Rückzieher gemacht.
Zur mir selber dazu: Ich bin ein extrem freiheitsliebender Mensch, ich bin so gerne allein unterwegs, unabhängig von allem und von jedem, mach mein Ding und möchte mich auf Freunde, Familie, mein Studium und mein Leben konzentrieren.
Und ich habe Angst, dass alles in einer Beziehung aufzugeben. Ich hab einige Pläne für die Zukunft, wo ich mal hin möchte, was ich erleben will, wo ich wohne - ich seh mich aber da komplett alleine, ohne jemand an der Seite, ich möchte diese Momente für mich haben, ich brauch das einfach. Ich kann mir im Moment auch gar nicht vorstellen, Kinder zu haben, ein Haus zu bauen, sesshaft zu werden... Aber trotzdem hab ich mich oft danach gesehnt, jemand zu haben, die Nähe von jemanden zu spüren, begehrt zu werden usw.
Und jetzt komm er daher und ich fühle mich so krass zu ihm hingezogen, möchte seine Nähe haben, kann mir viel mit ihm vorstellen - und auf der anderen Seite habe ich soo eine Angst vor dieser Beziehung, die ja gerade mal eine Woche alt ist, aber ich seh nur, dass ich mich verändern werde, dass ich schwach werde, dass ich nicht mehr frei bin, nicht mehr unabhängig, dass ich mich einschränken muss und nicht mehr so sein kann wie ich will und alles über Bord werfen muss, was ich mir vorgenommen hab. Ich find schon Händchenhalten "beängstigend". Und das obwohl ich ihn so gern an der Hand hab. Ich möchte mit ihm schlafen, so sehr. Aber ich will es auch nicht, weil es wieder ein Schritt weiter ist, den ich mich nicht trau zu gehen. Ich kann mich da überhaupt nicht darauf einlassen.
Und unsere Freunde sagen, ich muss die Zeit mit ihm jetzt genießen, er geht nämlich im März für ein Jahr nach Frankreich von der Arbeit aus. Und auf der einen Seite wird das richtig schwer und schlimm für mich und doch ist es auf der anderen Seite eine Art "Lichtblick", weil ich weiß, dann hat das ganze ein Ende, beziehungsweise wäre die räumliche Trennung ein Grund, das zu beenden und ich kann wieder voll und ganz ich sein.
Aber ich kann diese Zeit jetzt tatsächlich nur dann genießen, wenn er direkt bei mir ist, wenn wir zusammen im Bett liegen, er mich fest im Arm hält und mich küsst. Danach sehn ich mich auch. Und ich weiß dass die alle Recht haben!! Ich muss es genießen, aber ich kann nicht. Das fühlt sich wie ein krasser Kampf an Gefühlen an - ich will ihn, aber ich will ihn auch nicht. Mein Bruder meinte auch: Ich soll doch ein bisschen Liebe zulassen.
Aber ich kann einfach nicht. Ich bin so blockiert und voller Angst. Ich will dass ja auch nicht so. Das ist nichts was ich mir einrede, das kommt einfach, ist da und lässt mich plötzlich weinen.
Ich frag mich dann auch, warum ich mich drauf eingelassen hab und im gleichen Moment kommt der Gedanke: Nein das ist gut so, es passt mit ihm, warum nicht versuchen wenn ich doch Gefühle für ihn hab und vllt kann ich die Angst überwinden!

Ich bin ich gerade echt überfordert, ich will mich aber nicht bei Freunden ausweinen, hab Angst dass mich keiner versteht und gerade weil wir ja den gleichen Freundeskreis haben, hab ich Angst dass sie schlecht über mich denken, wenn ich ihn verletze. Was ich natürlich nie absichtlich machen würde.
Ich weiß auch nicht. Ich hab das Gefühl ich brauch Hilfe, meine Mam meint eine Therapie wäre vielleicht sinnvoll, einfach damit ich mir nicht eine glückliche Beziehung verbau. Aber eigentlich plan ich doch mein Leben eh so weit allein, warum dann so eine Therapie?
Ach ich weiß auch nicht. Es musst einfach raus. Alles.
Ich glaube du steigerst dich da zu sehr hinein.
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Sieh es als neues Abenteuer und wenn er dein bester Freund ist kennt er ja deinen freiheitsdrang. Und nur weil du dir Dinge alleine vorgenommen hast heißt es nicht das man sie nicht mit Partner auch genießen kann
 

Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Ist halt ein netter Mann in Deinem Leben. Und vielleicht eben so besonders nett, dass es mehr mit Dir macht als bisher. Na und?
:smile:
 

Benutzer131953 

Verbringt hier viel Zeit
Danke für deine ausführliche Antwort.
Ich möchte den Begriff auch nicht wahllos umher schmeißen. Wenn ich an meine Kindheit denk, dann haben mich meine Eltern schon echt sehr verwöhnt und alles für mich getan. Auch jetzt noch aber wir haben ein richtig gutes Verhältnis zu einander. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das negativ beeinflusst hat.
Ich bin jetzt 22 und bin dem tatsächlich früher immer aus dem Weg gegangen. Hatte mit 21 mal für vier Monate dann das erste mal eine "Beziehung", allerdings mag ich an diese Zeit nicht zurück denken, ich hab mich da völlig überstürzt auf jemanden eingelassen, den ich gar nicht wirklich gut genug kannte und wo einfach nichts gepasst hat - anders als jetzt eben.
Ich hatte so eine ähnliche Situation vor 2 Jahren schon einmal mit einem anderen sehr guten Freund. Er hat mehr als nur Freundschaft empfunden und ein Jahr lang um mich "gekämpft", allerdings konnte ich das einfach nicht, obwohl auch hier die Vorraussetzungen da waren.
Ich hab einfach Angst, dass ich mir Gefühle vielleicht nur einbilde oder eben so blockiert bin, dass ich Gefühle nicht zu lassen kann.
Es gab auch drei mal die Situation, dass ich einen Kerl total attraktiv fand und mich einfach verknallt habe - allerdings war hier offensichtlich, dass nur von meiner Seite aus Interesse besteht und das war auf der einen Seite nicht schön und enttäuschend und auf der anderen Seite war das dann doch auch wieder gut so weil ich wusste, ich muss mich auf nichts einlassen und bin weiterhin ungezwungen.
Wie es sich anfühlt wenn jemand über meine Pläne bestimmt... mhm gar nicht gut. Ich lass mir nur ungern etwas vorschreiben oder sagen, ich find sogar Ratschläge von Freunden oder meiner Mama bei Sorgen nicht hilfreich, weil ich eh lieber mein eigenes Ding mach, bei Problemen und Sorgen muss ich immer ganz viel mit mir selbst ausmachen und rede nicht gern drüber.
Also ich bin kein Egoist - ich tu alles für meine Familie und Freunde, helf wo ich kann. Aber sobald es um mich selbst geht, möchte ich mich auch nur mit mir selbst beschäftigen, auf das hören was mir mein Bauch sagt und damit bin ich auch meiner Meinung nach immer gut gefahren.
 
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