Bin ich frigide?

Benutzer102245 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo erstmal,
mein Name ist Lara, ich bin 21 Jahre alt und neu hier und bitte um Hilfe wegen eines "Problems", von dem ich nicht genau weiß, ob es überhaupt eins ist.
Ich habe einfach keine Lust auf irgendwie geartete sexuelle Aktivitäten. Überhaupt nicht, gar nicht, nie. Gleichzeitig habe ich keinen Freund und man munkelt ja, dass die Lust mit einer Person käme. Mangels Vergleichsmöglichkeiten weiß ich nicht, ob das bei mir auch so ist. Ich will überhaupt keinen Freund haben, da ich ohnehin kein Verlangen nach Sex verspüre. Nach Kuscheln und anderen Zärtlichkeiten hingegen schon und das ist es auch, was mich wirklich beeinträchtigt.
Ich wünschte, ich hätte Lust auf Sex. Doch dem ist nicht so. In meinen bisherigen Beziehungen bzw. beziehungsähnlichen Konstrukten (:zwinker: ) war Sex eher das, was ich in Kauf genommen habe um die Nähe genießen zu können. Darüber hinaus habe ich mich aus Schüchternheit aber auch nie um die Befriedigung meiner eventuellen Bedürfnisse gekümmert, da ich sie nie so wirklich wahrgenommen habe.
Zielformulierung: Ich wüsste so gerne, ob Sex mystifiziert wird, oder ob man tatsächlich so ein Verlangen empfinden kann (das ich auch gerne mal spüren würde)... Ich habe das Gefühl, etwas Erlebenswertes, Fundamentales zu verpassen.
Kurzum: Ich weiß nicht weiter. Habt ihr vielleicht Anregungen für mich?
Danke schon mal,
Lara.
 

Benutzer102245 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey, danke für deine Antwort. Daran habe ich tatsächlich auch schon gedacht. Doch ich bezweifle, dass ich tatsächlich asexuell bin - sonst würde mich ja nichts fehlen, oder doch?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Fehlt dir nun Sex oder nicht?

In deinem Eingangspost schreibst du, dass du keinerlei Lust darauf verspürst. Das klingt auf den ersten Blick schon nach Asexualität.
 

Benutzer97662 

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also ich lese da weniger raus dass dir der sex wirklich fehlt... du wünschst dir die lust darauf weil du denkst dass das normal wäre und so sein muss...

das ist wie mit den gefühlen auf die man relativ wenig einfluss nehmen kann :zwinker: entweder sie sind da oder nicht :grin:
 

Benutzer102245 

Sorgt für Gesprächsstoff
Fehlt dir nun Sex oder nicht?

In deinem Eingangspost schreibst du, dass du keinerlei Lust darauf verspürst. Das klingt auf den ersten Blick schon nach Asexualität.
Irgendwie schon. Also mir fehlt das, was andere als wahnsinnig toll beschreiben. Tatsächlich habe ich noch nie erfüllenden Sex erlebt, wobei meine Erfahrungen jetzt nicht so sehr weitreichend sind.
Ich möchte nicht asexuell sein. Wenn ich es wäre, würde ich dann nicht glücklich mit diesem Zustand sein?
 

Benutzer97662 

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wenn dir der sex fehlen würde, würdest du ihn dir ja holen wenn du die möglichkeit dazu hast :zwinker: scheint ja aber nich der fall zu sein...

was hast du denn für sex erlebt? vllt liegt dort das problem
 

Benutzer102245 

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Ohje, ihr seid zu schnell für mich :zwinker:.
also ich lese da weniger raus dass dir der sex wirklich fehlt... du wünschst dir die lust darauf weil du denkst dass das normal wäre und so sein muss...

das ist wie mit den gefühlen auf die man relativ wenig einfluss nehmen kann :zwinker: entweder sie sind da oder nicht :grin:
Ja, der Aspekt mit dem "normal sein" spielt ganz sicher auch eine Rolle, leider. :frown:
Das Verlangen nach Sex haben die meisten Menschen, ist aber von Person unterschiedlich ausgeprägt. So wie du dich schilderst, klingst du für mich ein wenig verklemmt. Ich habe schon Mädels kennengelernt, die so wie du schilderst keine richtige Lust empfinden können; und sich dessen auch bewusst sind. Mit einer Freundin habe ich es erlebt, dass sie nach und nach (über Monate) mehr Zugang zu sich selbst finden konnte und dann auch Lust und Spaß am Sex hatte.

Kann aber auch einfach sein, dass du eine vertrauensvolle Beziehung brauchst, dann nach und nach Nähe zulässt und irgendwann kommt es von selbst.
Wie ist deiner Freundin das gelungen?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Vielleicht bist du selbst gar nicht unglücklich ohne Sex, sondern du lässt dir von Anderen nur einreden, dass man ohne Sex nicht glücklich sein kann.
 

Benutzer102245 

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wenn dir der sex fehlen würde, würdest du ihn dir ja holen wenn du die möglichkeit dazu hast :zwinker: scheint ja aber nich der fall zu sein...

was hast du denn für sex erlebt? vllt liegt dort das problem
Es gab keine traumatisierenden Erfahrungen oder so, ein paar Erlebnisse (die mich etwas erschreckt haben) unter dem Einfluss gewisser Substanzen hingegen schon. Trotzdem nichts so Schlimmes, als dass ein "normaler Mensch" so reagieren würde. Denke ich.
Ja ich weiß auch nicht ob mir Sex so wirklich fehlt. Mir fehlen definitiv diese tiefen Gefühle, die bei anderen Menschen von der Lust ausgelöst werden. Genügt das?

krava: Nicht nur. Mir fehlt schon irgendetwas, nur weiß ich nicht, ob es wirklich der Sex selbst ist. Würde es im direkten Umkehrschluss bedeuten, dass ich asexuell bin? Ich meine, obwohl ich das im Grunde nicht möchte?
Herrje, das klingt alles total krautig und durcheinander, aber irgendwie fühle ich mich auch gerade so...
 

Benutzer97662 

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Mir fehlen definitiv diese tiefen Gefühle, die bei anderen Menschen von der Lust ausgelöst werden. Genügt das?

nun ja :grin: das kribbeln im bauch wegen der verliebtheit? oder einfach die gefühle die man hat wenn man geil auf ne andere person ist?

wieviele "beziehungen" hattest du denn schon und wie lange gingen die?
 

Benutzer102245 

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nun ja :grin: das kribbeln im bauch wegen der verliebtheit? oder einfach die gefühle die man hat wenn man geil auf ne andere person ist?

wieviele "beziehungen" hattest du denn schon und wie lange gingen die?
Ich weiß nicht, ob ich dieses "Geilsein" überhaupt kenne. Glaubst du, man kann es sich "aneignen"?

Eine zweijährige Beziehung, eine Verbindung, die etwa über ein dreiviertel Jahr bestand, eine halbjährige... nunja... Affäre und ein paar einmalige Erlebnisse.
 

Benutzer97662 

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wie oben schon geschrieben kann man gefühle weder erlernen noch sich aneignen :zwinker: sowas muss einfach von innen heraus kommen...
 

Benutzer102245 

Sorgt für Gesprächsstoff
Das würde ich jedem, der mir diese Frage stellt, vermutlich auch antworten. Normalerweise empfindet man seine Gefühle ja als richtig oder zumindest nachvollziehbar.
In diesem Fall jedoch habe ich das Gefühl, dass es anders sein müsste, dass es mich glücklicher machen würde, wenn ich sexuelles Verlangen empfände. Diese Diskrepanz zwischen "Soll-" und "Ist-Zustand" bringt mich zum Zweifeln...
 

Benutzer53592 

Planet-Liebe ist Startseite
Hallo,

auch wenn ich mich nach deinen Schilderungen sehr gut in deine etwas verwirrte und konfuse Gefühlswelt hineinversetzen kann, solltest du dir nach meinem Geschmack nicht zu sehr einreden, dass du frigide oder asexuell bist.
Das sind irgendwie so böse und unschöne Worte, die wie ein Damoklesschwert über einen hängen, denn manchmal redet man sich Dinge auch einfach ein, so dass sie zum Schluss wirklich geglaubt werden.

Du bist noch verdammt jung und ich denke, dass dein wirkliches Interesse an Sex noch kommen wird - wenn du es schaffst, dich nicht selber unter Druck zu setzen und andere permanent als Maßstab nimmst.
Schau, ich hatte meinen ersten Sex mit 18, aber in den darauffolgenden Beziehungen nie wirklich Lust, ihn auch aus eigenen Stücken zu wollen.
Okay, ich poppte natürlich mit meinen Partnern, aber so richtig Spaß hatte ich nicht daran. Ich tat es, weil man es eben in einer Beziehung macht, aber letztendlich fühlte ich mich wohler, wenn ich nur kuscheln, schmusen und Händchenhalten konnte, denn das reichte mir als Nähe zu einem Mann absolut aus.
Mir fehlte einfach das Interesse am Sex, fühlte mich überhaupt nicht "bemüßigt", an mir selber herumzuspielen (meine erste Selbstbefriedigungsaktion startete ich mit 25!) und die Lust zu entdecken und irgendwann glaubte ich, dass die Leute rings um mich spinnen, die ständig nur ein Thema hatten und kannten: Sex, Sex und nochmals Sex.
Dabei war es nicht einmal so, dass ich keinen Orgasmus erlebte, (wie sieht es denn diesbezüglich bei dir aus?) aber irgendwie war er so schwach ausgeprägt, so dass ich total enttäuscht war.
Ich dachte, wegen "so etwas" machen sich die Menschen verrückt...pah, da "lohne" es sich doch gar nicht, überhaupt Sex zu haben.

So vergingen also die Jahre und schwupps als ich mich versah, war ich 30 Jahre alt. Frag mich nicht, wie es dazu kam, aber irgendwann machte ich mir wirklich Gedanken darum, dass ich eigentlich so nicht weiterleben möchte und jetzt unbedingt etwas passieren muss.
Ich konnte und wollte einfach nicht glauben, dass gerade mir fehlende sexuelle Gefühle beschert worden sind und ich vielleicht bis an mein Lebensende niemals ein tolles und befriedigendes Sexleben erfahren darf.
Gut, ich war bis zu dem Zeitpunkt auch irgendwie verklemmt, Sexthemen bereiteten mir heiße Ohren und Wangen und obwohl ich wirklich nicht schlecht aussah, hatte ich nie das Gefühl, dass mich ein Mann richtig begehrenswert fand.
Außerdem hielt ich mich für eine sexuelle "Niete", denn wirklich Erfahrung hatte ich keine, (in der letzten Beziehung gab es Jahre keinen Sex mehr) und kannte viele Dinge nicht einmal vom Hörensagen.

Um das Ganze ein wenig abzukürzen: Ich begann, mein Leben völlig umzukrempeln.
Als erstes tat ich etwas für mein Aussehen, legte mir schicke Dessous zu, kleidete mich mehr figurbetont, ging in die Buchhandlung und kaufte Sex-Ratgeber, die ich gierig zu lesen begann, sah mich im Internet um, schaute meinen ersten Porno, besuchte einschlägige Chaträume...meine ganze Art wurde irgendwie offener und ich merkte, dass es gar nicht so schwierig ist, kleine sexuelle Anspielungen zu machen, die durchaus gut ankamen.
Ich flirtete auf Teufel-komm-raus, ging zum ersten Mal in einen Sexshop (in dem nur Frauen Zutritt hatten) und legte mir einen Vibrator zu.
Ich merkte auch, dass mich Worte total antörnen...so las ich Sexgeschichten und begann mich von fremden Männern per Telefon oder Internet erst einmal "geistig" stimulieren zu lassen, denn ich weiß heute, dass Sex definitiv im Kopf anfängt und nicht im Unterleib.
Aber noch traute ich mich nicht, wieder realen Sex zu haben, aber das Verlangen danach wurde größer und größer, denn je mehr ich mich theoretisch mit Sex beschäftigte, desto intensiver wurde die Begierde.
Tja und dann startete ich meine erste Affäre, dann die zweite...(ich hielt mich nicht mehr mit Männern auf, die mir nicht das geben konnten und wollten, wonach mir wirklich war)...und das ganz ohne größeren Gefühle, denn die hatten mich all die Jahre zuvor auch nicht besonders stimuliert, so dass ich eben dieses Experiment wagte.
Ich wurde auch total offen, startete verrückte Dinge, die ich so vielleicht nicht mehr tun würde und so mancher würde mich als absolut "versaut" bezeichnen, aber es gab mir den nötigen Kick und den Antrieb und ich bereue bis heute nichts.
Und was soll ich noch schreiben? Ich bemerkte, dass es einfach den richtigen Mann dazu braucht, (der aber gar nicht so leicht zu finden ist und eher einem Lotto-Sechser gleicht) um mich in Wallung zu versetzen und er muss sich auch definitiv mit mir in irgendeiner Weise beschäftigten und signalisieren, wie scharf er auf mich ist, denn ich gehöre nicht zu den Frauen, die einfach latent oder offensichtlich "dauergeil" sind, nur weil sie jetzt mal für 3 Wochen keinen Schwanz mehr in sich hatten und am liebsten jeden Kerl anspringen möchten. (wobei ich so manche Geschichten in diese Richtung nicht immer glaube)

Ich brauche beim Sex einfach viel mehr und ganz bestimmte Männer, die in der Lage sind, meine mittlerweile hohen und sehr komplexen Ansprüche zu erfüllen, die aber eigentlich gar nicht so hoch sind, wenn man selber dahintergekommen ist, aber es benötigte einfach eine gewisse Zeit, um das herauszufinden.
Natürlich muss mein sexueller "Werdegang" nicht bedeuten, dass das der richtige und einzige Weg ist, seine wahre Sexualität zu entdecken.
Aber ich möchte dir auf diese Weise aufzeigen, dass du kein "hoffnungsloser" Fall sein musst und es eben mal eine längere Zeit benötigt, um die Zündung zu finden.
Sollte diese jedoch anspringen, dann kann es sein, dass es kein Halten mehr gibt und ich erlebe/entdecke auch heute noch so wunderbar neue Dinge an mir, an die ich vor Jahren niemals geglaubt hätte ... :zwinker:

Alles Gute für die Zukunft.
 
K

Benutzer

Gast
Ich denke auch dass fridige oder asexuell nicht wirklich zutreffen. Vielleicht musst du den Spass am Sex erst noch finden, und dir nicht so viel Druck machen. Sex ist keine Notwendigkeit, sondern ein Beduerfnis. Und wenn du dieses Beduerfnis nicht hast, ist das voellig okay.
 

Benutzer56469  (36)

Beiträge füllen Bücher
Also ich kann sagen in der Zeit wo ich noch keinen Freund hatte, war bei mir die Lust nach Sex oder ähnlichen Dingen auch nicht da. Doch dann lernt man jmd. kennen, küsst sich und dann will man mehr. :drool: Das Gefühl und Verlangen nach Sex, Petting etc. kommt von alleine.
 

Benutzer97662 

Benutzer gesperrt
@capricorn84: bei ihr ja aber eben nicht :grin: sie will ja kuscheln und andere zärtlichkeiten austauschen - mehr aber halt nicht...
 

Benutzer102245 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo, zuerst einmal vielen Dank für deine umfangreiche und hilfreiche Antwort. Damit hatte ich nicht gerechnet, danke!
Du bist noch verdammt jung und ich denke, dass dein wirkliches Interesse an Sex noch kommen wird - wenn du es schaffst, dich nicht selber unter Druck zu setzen und andere permanent als Maßstab nimmst.
Das ist gut möglich. Andererseits finde ich diesen Maßstab erstrebenswert - ich möchte "für mich" so sein, nicht für andere. Das macht doch einen Unterschied?
Mir fehlte einfach das Interesse am Sex, fühlte mich überhaupt nicht "bemüßigt", an mir selber herumzuspielen (meine erste Selbstbefriedigungsaktion startete ich mit 25!) und die Lust zu entdecken und irgendwann glaubte ich, dass die Leute rings um mich spinnen, die ständig nur ein Thema hatten und kannten: Sex, Sex und nochmals Sex.
Darin finde ich mich zur Hälfte wieder. Früher, so mit 14/15 Jahren habe ich mich häufig selbstbefriedigt und hatte daran sehr viel Freude. Vorher habe ich mich ebenfalls berührt, nur wusste ich noch nicht, wie man Orgasmen bekommt. Als ich das herausgefunden habe, habe ich mir so 2-3 Jahre lang nahezu jeden Tag mehrmals einen Orgasmus verschafft. Mittlerweile reizt mich das keineswegs mehr und ich fühle mich von der permanenten Anwesenheit von Sex mehr als genervt. Wenn ich älter wäre, würde ich mich einfach für übersättigt halten - doch mit Anfang 20? °~°
Dabei war es nicht einmal so, dass ich keinen Orgasmus erlebte, (wie sieht es denn diesbezüglich bei dir aus?) aber irgendwie war er so schwach ausgeprägt, so dass ich total enttäuscht war.
Beim Sex selten, bei oralen Aktivitäten oder dem Fingerspiel hingegen regelmäßig und intensiv.
Ich dachte, wegen "so etwas" machen sich die Menschen verrückt...pah, da "lohne" es sich doch gar nicht, überhaupt Sex zu haben.
So gehts mir auch...
So vergingen also die Jahre und schwupps als ich mich versah, war ich 30 Jahre alt. Frag mich nicht, wie es dazu kam, aber irgendwann machte ich mir wirklich Gedanken darum, dass ich eigentlich so nicht weiterleben möchte und jetzt unbedingt etwas passieren muss.
Ich konnte und wollte einfach nicht glauben, dass gerade mir fehlende sexuelle Gefühle beschert worden sind und ich vielleicht bis an mein Lebensende niemals ein tolles und befriedigendes Sexleben erfahren darf.
Das freut mich für dich! Klingt so, als hättest du dich befreit und würdest dein (Sex)leben genießen. Das ist schön :smile:.
Gut, ich war bis zu dem Zeitpunkt auch irgendwie verklemmt, Sexthemen bereiteten mir heiße Ohren und Wangen und obwohl ich wirklich nicht schlecht aussah, hatte ich nie das Gefühl, dass mich ein Mann richtig begehrenswert fand.
Ich bin keineswegs verklemmt, habe mich mit Sex beschäftigt, wohl mehr Pornos gesehen als alle meine Freundinnen zusammen und Bücher gelesen (und selbst Texte verfasst), die abseits jeglicher Prüderie sind. Begehrenswert? Naja, ich bin wohl relativ ansehlich und bekomme häufiger entsprechendes Feedback (besonders, da ich gerne und ausgelassen tanze und man dort häufig an Männer gerät, die kein Blatt vor den Mund nehmen). Vor einigen Jahren hätte mir das gefallen, doch irgendwie ist das Interesse grundlos(?) verschwunden. Ich verstehe mich ja selbst nicht...
[...]
Um das Ganze ein wenig abzukürzen: Ich begann, mein Leben völlig umzukrempeln.
Als erstes tat ich etwas für mein Aussehen, legte mir schicke Dessous zu, kleidete mich mehr figurbetont, ging in die Buchhandlung und kaufte Sex-Ratgeber, die ich gierig zu lesen begann, sah mich im Internet um, schaute meinen ersten Porno, besuchte einschlägige Chaträume...meine ganze Art wurde irgendwie offener und ich merkte, dass es gar nicht so schwierig ist, kleine sexuelle Anspielungen zu machen, die durchaus gut ankamen.
Ich flirtete auf Teufel-komm-raus, ging zum ersten Mal in einen Sexshop (in dem nur Frauen Zutritt hatten) und legte mir einen Vibrator zu.
Ha, stringent durchgezogen :zwinker:.
Danach ist mir überhaupt nicht. Entsprechende Chats langweilen mich, Sexshops kenne ich ebenfalls und es gibt nichts darin, was auszuprobieren mich reizen würde, schicke Kleidung besitze ich, Ratgeber... nunja, deshalb bin ich hier :smile:. Anspielungen, Flirts etc. bereiten mir Freude. Doch sobald es ans "Eingemachte" geht, verliere ich jeglichen Spaß an der Sache.
Ich merkte auch, dass mich Worte total antörnen...so las ich Sexgeschichten und begann mich von fremden Männern per Telefon oder Internet erst einmal "geistig" stimulieren zu lassen, denn ich weiß heute, dass Sex definitiv im Kopf anfängt und nicht im Unterleib.
Worte faszinieren mich auch, deshalb habe ich in der ersten Hälfte der Pubertät viele erotische Geschichten verfasst, mich Tagträumen hingegeben etc. . Jetzt finde ich das unspektakulär und es erregt mich überhaupt nicht, mich damit zu beschäftigen.
Nein, so ganz stimmt das nicht. In meiner entfernten Vorstellung sehe ich mich mit einem glücklichen, aktiven Sexleben - doch ich habe keine Ahnung, wie ich dahin kommen soll.
Aber noch traute ich mich nicht, wieder realen Sex zu haben, aber das Verlangen danach wurde größer und größer, denn je mehr ich mich theoretisch mit Sex beschäftigte, desto intensiver wurde die Begierde.
Trauen? Ich denke schon, dass ich mich trauen würde. Es gäbe mir nur nicht viel, nehme ich an. Zudem sind die einzigen Dinge, die mich doch reizen würden mit Vertrauen verbunden (Bondagezeugs und da auch mehr die emotionale/psychische Komponente). Das würde ich aus realistischer Perspektive nur mit jemandem betreiben wollen, der das Vertrauen nicht enttäuschen wird. Libidowise hingegen kann ich Sex und eine vertrauensvolle, liebende Beziehung gerade nicht zusammenbringen. Hart, bis an Grenzen - ja, interessant(er) aber zu riskant. Der Rest? Nöö.
Und was soll ich noch schreiben? Ich bemerkte, dass es einfach den richtigen Mann dazu braucht, (der aber gar nicht so leicht zu finden ist und eher einem Lotto-Sechser gleicht) um mich in Wallung zu versetzen und er muss sich auch definitiv mit mir in irgendeiner Weise beschäftigten und signalisieren, wie scharf er auf mich ist, denn ich gehöre nicht zu den Frauen, die einfach latent oder offensichtlich "dauergeil" sind, nur weil sie jetzt mal für 3 Wochen keinen Schwanz mehr in sich hatten und am liebsten jeden Kerl anspringen möchten. (wobei ich so manche Geschichten in diese Richtung nicht immer glaube)
:grin:, nett beschrieben. Verlangen mit Mann ist eine Sache (die schön wäre), Verlangen ohne Mann eine andere (die noch schöner wäre). Ich würde mich einfach gerne nach irgendeiner Berührung verzehren, es kaum mehr aushalten und meine Seele für sexuelle Befriedigung verkaufen... sozusagen. Mir ist noch nie jemand begegnet, bei dem ich so empfunden hätte, wie du es beschreibst °~°. Das ist doch einfach nicht normal bzw. wünschenswert, um vom normativen Bereich Abstand zu nehmen?!

Natürlich muss mein sexueller "Werdegang" nicht bedeuten, dass das der richtige und einzige Weg ist, seine wahre Sexualität zu entdecken.
Es freut mich für dich, dass du dich entfalten konntest und glücklich damit bist. Irgendwie vermute ich jedoch, dass mein Problem anders gelagert ist. Wie genau, weiß ich selbst leider nicht.
Aber ich möchte dir auf diese Weise aufzeigen, dass du kein "hoffnungsloser" Fall sein musst und es eben mal eine längere Zeit benötigt, um die Zündung zu finden.
Danke, das macht Mut!
Alles Gute für die Zukunft.
Vielen Dank, das wünsche ich dir auch :smile:.
Ich denke auch dass fridige oder asexuell nicht wirklich zutreffen. Vielleicht musst du den Spass am Sex erst noch finden, und dir nicht so viel Druck machen. Sex ist keine Notwendigkeit, sondern ein Beduerfnis. Und wenn du dieses Beduerfnis nicht hast, ist das voellig okay.
Dir auch danke für deine Antwort. Klar ist es okay, es betrifft ja nur mich selbst. Ich kann aber nicht sagen, dass ich damit zufrieden wäre, und aus diesem Grunde halte ich es für "nicht okay". Mir geht es weniger darum, mein Empfinden akzeptieren zu können (da ich das nicht will), als einen möglichen Grund zu finden und etwas dagegen tun zu können.
Also ich kann sagen in der Zeit wo ich noch keinen Freund hatte, war bei mir die Lust nach Sex oder ähnlichen Dingen auch nicht da. Doch dann lernt man jmd. kennen, küsst sich und dann will man mehr. :drool: Das Gefühl und Verlangen nach Sex, Petting etc. kommt von alleine.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag! :smile:
Wie cartridge_case bereits treffend festgestellt hat: Bei mir nicht.
Empfandst du die Abwesenheit deiner Libido nicht als Mangel? Mich stört das, zumal ich ja den Vergleich (bzw. die graue Erinnerung:zwinker:) zu früher habe... ich MÖCHTE, dass es anders ist, aber mein Körper (oder was auch immer) scheint das anders zu sehen.
@capricorn84: bei ihr ja aber eben nicht :grin: sie will ja kuscheln und andere zärtlichkeiten austauschen - mehr aber halt nicht...
Geeenau. Danke für die Klarstellung. :smile:
 
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