Beziehungsproblem: Rauchen

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo ihr Lieben!

Ich fange direkt mal an.

Ich bin seit einem guten Jahr mit meinem Freund zusammen. Er hat mich als Raucherin kennengelernt und von Anfang an gesagt, dass ihn das stört. Ich habe es ihm zuliebe dann eingeschränkt und versucht, ihn so wenig wie möglich damit zu "belästigen". Nach einiger Zeit hat sich dann rausgestellt, dass er selbst abends gern mal eine oder auch mehr raucht. Seitdem kann ich ihn auch nicht mehr so richtig ernst nehmen, wenn er sich bei mir darüber beschwert. Wir haben uns irgendwie damit arrangiert, dass wir abends, wenn wir beispielsweise aufm Balkon nen Wein trinken oder unterwegs sind, mal eine rauchen und das aber nicht in unseren Alltag integrieren. Find ich in Ordnung. Es war auch eine Zeit lang kein Streitthema mehr bei uns.

Wir waren eigentlich das ganze Wochenende unterwegs, Geburtstage etc. Es gab keinen Streit, er hat fröhlich vor sich hingequalmt, ich ebenso. Gestern dann aber eine ganz neue Anwandlung: Er will in nächster Zeit weniger Alkohol trinken, weniger rauchen und sich gesünder ernähren. Sehr löblich, er hat auch meine volle Unterstützung. Nun war es gestern dann so, dass ich den ganzen Tag gearbeitet habe. Abends wollten wir dann Fußball zusammen schauen und ich wollte einfach einen entspannten Abend haben. Bis zur Halbzeitpause war auch alles prima. Ich sagte: Schatz, ich geh jetzt mal raus eine rauchen. Und er sagte: Nein, das tust du nicht. WIR wollten doch das ganze etwas einschränken. Davon war jedoch nie die Rede. ER hatte diesen Plan. Das Ergebnis war, dass ich eine rauchen ging und er erstmal kein Wort mehr mit mir redete. Ich versuchte dann nochmal auf ihn zuzugehen um die Stimmung nicht vollends zu verderben.

Das hat auch geklappt, bis er dann zu Hause wieder damit anfing und meinte, er würde das beim nächsten Mal nicht mehr so einfach hinnehmen und er würde nicht akzeptieren mit einer Süchtigen zusammen zu sein. Ich hab ihn nur gefragt, wie man aus einer Zigarette jetzt so ein Fass aufmachen kann und ich mir das nicht verbieten lasse. Wenn er jemanden zum Erziehen brauche, solle er sich ein Kind anschaffen. Ich hab echt versucht, den Abend noch zu retten aber das war mir dann doch zu viel und ich bin gegangen. Seitdem ist Funkstille. Er motzt. Und ich sehe irgendwie noch nicht richtig ein mich jetzt bei ihm zu melden. Ich empfinde das nämlich als emotionale Erpressung. Entweder ich mache, was er will, oder wir haben den ganzen Abend Stress. Das kann es ja auch irgendwie nicht sein. Und trotzdem tut es mir leid, dass der Abend, auf den wir uns beide gefreut hatten, so beschissen geendet ist. Meint ihr, ich soll mich entschuldigen, weil ich gegangen bin? Ich finde es nur so paradox, dass das Rauchen bspw. am Samstag noch völlig ok war, am Sonntag aber nicht mehr.

Ich hoffe, irgendjemand hat eine Meinung dazu. Wenn mir der Kopf zurechtgerückt werden muss, weil ich mich falsch verhalten habe, dann sagt es mir bitte.

Liebe Grüße
 

Benutzer101478  (29)

Meistens hier zu finden
Guten Abend,

ich finde, dass du dich nicht entschuldigen musst... Denn es ist ja sein Plan gesünder zu leben und nicht der Eure. Wenn er, als er dir seinen Plan mitgeteilt hat, gesagt hätte, dass er möchte das du das von nun an auch tust und du hättest zugestimmt, erst dann würde ich mich entschuldigen... Aber du sagst ja selbst, dass du es nicht getan hast und es sein Plan ist.
Ich würde ihm noch eine Weile geben mal darüber nachzudenken, was er gesagt hat... Ansonsten müsstest du vielleicht ein klärendes Gespräch mit ihm führen und ihm sagen, dass es eben sein Plan ist und nicht der deine.

Das hat auch geklappt, bis er dann zu Hause wieder damit anfing und meinte, er würde das beim nächsten Mal nicht mehr so einfach hinnehmen und er würde nicht akzeptieren mit einer Süchtigen zusammen zu sein.
Das verstehe ich nicht so ganz... Wie kann er denn nicht auch süchtig sein, nur weil er meint, dass er von nun an weniger raucht etc... Dann ist da doch immer noch die Sucht.

Lg
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Meint ihr, ich soll mich entschuldigen, weil ich gegangen bin? Ich finde es nur so paradox, dass das Rauchen bspw. am Samstag noch völlig ok war, am Sonntag aber nicht mehr.

Ich hoffe, irgendjemand hat eine Meinung dazu. Wenn mir der Kopf zurechtgerückt werden muss, weil ich mich falsch verhalten habe, dann sagt es mir bitte.

Also, die Frage ist jetzt: Was willst Du wissen?

Willst Du wissen wer Recht hat? Dann muß ich sagen: Ja, Du bist es, die Recht hat, und solltest Dich nicht entschuldigen und nicht melden, bis er gekrochen kommt.

Willst Du wissen was der Beziehung gut tut? Dann solltest Du Dir überlegen, ob es was bringt, wenn Du Dich meldest und ein Gespräch vorschlägt, in dem Du alles das ruhig und sachlich darlegst.
 

Benutzer114120  (29)

Benutzer gesperrt
Inwiefern glaubst du, dass du dich entschuldigen müsstest? Er will mit dem Rauchen kürzer treten, ok, seine Sache, aber das hat er nicht für euch beide zu entscheiden und wenn es zum Problem wird, dann ist das sein Problem. Da würde ich keinen Schritt auf ihn zu gehen und zum Verständnis, ich rauche selber nicht und mag den Geruch nicht. Euer Problem sind nicht die Kippen, sondern seine komische Haltung der alleinige Entscheidungsträger in eurer Beziehung zu sein.

Ich find schon die Anfänge sehr merkwürdig. Er hat also ein Problem damit, dass du rauchst, beschwert sich und irgendwann kommt dann raus, dass er selber raucht? :ratlos: Sorry, aber das ist echt strange.
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Er meint, er ist nicht süchtig. Er raucht im Alltag gar nicht. Also nicht auf der Arbeit oder so. Ich schon, schränke es aber ein, wenn wir unseren Alltag zusammen verbringen. Also ich rauche dann zB in der Uni, wo er aber nicht dabei ist und es ihn somit auch nicht tangiert.
 

Benutzer12784  (40)

Sehr bekannt hier
Jemand der nur eine Zigarette am Tag raucht ist nicht süchtig. Dumm vielleicht aber nicht süchtig.
Im Gegenteil ist man nach einem Tag schon ziemlich mit allen Körperlichen Folgen des Aufhörens durch wieso also dann noch eine rauchen. Achja weil man es will.
mit dem einschränken ist es so ähnlich. Da sollte man lieber ganz rauchen als diese Teilstops zu machen.

Er hört mit dem Rauchen auf, Trinkt nicht und isst gesund. Sehr gut. Dich kann er nicht dazu zwingen und sollte auch von dir keine Entschuldigung erwarten.
Red mal mit ihm und sag, dass es deine Verantwortung ist zu rauchen oder nicht zu rauchen und nicht seine Aufgabe, dir zu sagen wie du leben sollst.
 

Benutzer101478  (29)

Meistens hier zu finden
Ich tippe einfach mal, dass er in dem Fall so eine "Sucht" hat wie ich. Es gab eine Zeit da hab ich total viel geraucht und dann von einem auf den nächsten Tag einfach aufgehört.
Das heißt aber immer noch nicht, dass er im Recht ist.
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Mir gehts nicht darum im Recht zu sein oder eben nicht. Ich will nur nicht, dass er meint, mir was verbieten zu können. Hätte er irgendwie nett gesagt, dass er sich wünschen würde, ich würd jetzt nicht rauchen gehen....OK! Aber in der Situation MUSSTE ich dann ja quasi schon fast gehen, wenn ich mir selbst was wert bin oder nicht?!
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Mir gehts nicht darum im Recht zu sein oder eben nicht. Ich will nur nicht, dass er meint, mir was verbieten zu können. Hätte er irgendwie nett gesagt, dass er sich wünschen würde, ich würd jetzt nicht rauchen gehen....OK! Aber in der Situation MUSSTE ich dann ja quasi schon fast gehen, wenn ich mir selbst was wert bin oder nicht?!

Nein.

Du hattest das Recht zu gehen, hätte ich vielleicht auch getan, ist völlig verständlich.

Aber MÜSSEN? Ja mei...du hättest auch sagen können, daß auch gemotze und gebocke nichts daran ändern wird, daß Du seine Freundin bist und nicht seine Tochter, und daß seine Vorsätze für ihn gelten und nicht für beide - außer das wurde explizit abgemacht.
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Darf man denn fragen, wieviel du so täglich rauchst? Würdest du dich selbst als süchtig bezeichnen?
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Darf man. :smile: Es ist unterschiedlich. Wenn wir zusammen sind teilweise tagelang gar nicht. Ansonsten vor Prüfungen fast 20 am Tag. Das ist immer noch so mein Schwachpunkt. Ansonsten hab ich mich mehr im Griff.
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Also da muß ich dir ja erst mal meine Bewunderung aussprechen, daß du es schaffst, zwischen einer Schachtel am Tag und tagelang gar nicht zu schwanken! Das würden die meisten Raucher nicht schaffen.
Möchtest du selbst denn eigentlich auch am liebsten aufhören und störst dich vor allem daran, daß er dir verordnen will, wann und wie das sein soll? Oder bist du da ohnehin anderer Meinung als er und fühlst dich als Raucherin ganz wohl?
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Mich stört der Druck, den er auf mich ausüben will. Und dass er selbst so inkosequent ist und mich, wenn wir unterwegs sind, nach Zigaretten fragt oder selbst welche dabei hat und sich dann halt eine ansteckt. Ich bin in einer gewissen Weise schon süchtig, auch wenn ich es ganz gut kontrollieren kann. Aber wenn dann mein Freund vor mir steht und sich eine ansteckt, rauch ich natürlich mit. Und es mir dann am nächsten Tag "verbieten" zu wollen, kapier ich einfach nicht. Ich rauche in gewissen Situationen schon gerne. In manchen nervt es mich. Zb. wenn ich genau weiß, dass ich es grad aus Nervosität mache.
 

Benutzer102949 

Beiträge füllen Bücher
Dein Freund übertreibt mMn. Er hat dich als Raucherin kennengelernt und ich fände es daneben, wenn er dir jetzt das Rauchen verbieten will. Er ist ja schließlich nicht dein Erziehungsberechtigter. Du gehst ja in der Hinsicht schon auf ihn zu, dass du ihm nicht die Wohnung zuquarzt und deinen Konsum in seiner Anwesenheit stark einschränkst. Mich würde das furchtbar nerven, wenn mein Partner dauernd auf mich einredet, um mich von der Raucherei abzubringen. Damit bestimmt nicht!
Ich an deiner Stelle würde ihm klar machen, dass du ihn gerne in allem unterstützt, selber darauf achtest, wie/was du einkaufst/kochst (wenn es denn so ist?), aber das Rauchen ist und bleibt seine Sache. Er kann ja nicht erwarten, dass du bei allem mitrennst und wenn nicht dich anpflaumt.
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Das kann ich gut nachvollziehen, wie dich das ärgert. Zumal er dich ja als Raucherin kennengelernt und daher genau gewußt hat, worauf er sich einläßt. Wenn er eine Nichtraucherin gewollt hätte, die ihm quasi ein "leuchtendes Vorbild" ist, dann hat er ja gewußt, daß das nicht funktioniert.
Ich vermute, daß er eigentlich gern aufhören würde, aber weiß, daß er dazu zu schwach ist, wenn er dich weiterhin rauchen sieht. Deshalb will er, daß du auch aufhörst, damit du ihm nichts "vorrauchst". Aber das ist natürlich Unsinn, ein Raucher kann nur dann aufhören, wenn er das selbst will, und nicht wenn ihm das andere aufzwingen.
Was meinst du denn mit "in gewisser Weise schon süchtig"? Könntest du denn von heute auf morgen ganz aufhören? Wieviel hast du denn geraucht, bevor du ihn kennenlerntest, weil du ja geschrieben hast, daß du dann reduziert hast?
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Davor hab ich konstant ein Päckchen geraucht. Wenns Liebeskummer und durchzechte Nächte mit Freundinnen in der Küche gab - noch mehr. :zwinker: Mein Gott, ich will auch nicht mein Leben lang rauchen. Ich könnte von heute auf morgen ganz aufhören, glaube ich zumindest. Wenn ich mir irgendwas in den Kopf setze, bin ich sehr konsequent. Er will ja auch jetzt nicht komplett mit dem "ungesunden" Leben aufhören. Während der EM gab es eben viele Gelegenheiten zum Feiern und das ist ja normalerweise auch nicht so. Ich trinke zum Beispiel im Gegensatz zu ihm kaum was. Nie so, dass ich betrunken bin. Das toleriere ich bei ihm aber auch und spiele dann den Fahrer. Ich will nur ein bisschen Entgegenkommen seinerseits.
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Das kann ich voll verstehen. Und daß du dich bemühst, ihn nicht "vollzuqualmen", hast du ja auch schon geschrieben. Und daß man bei einem Fußballspiel auch mal ein paar Bierchen trinkt und ein paar Zigaretten raucht, ist ja nun auch nicht völlig außergewöhnlich.

Aber wie gesagt, was ich echt bewundere ist, daß du tagelang ohne Rauchen aushalten kannst, das ist echt ungewöhnlich! Daß du das so im Griff hast, obwohl du vorher regelmäßig geraucht hast, ist echt toll.
 

Benutzer119661 

Sorgt für Gesprächsstoff
Rauchst du denn auch? Ich kann wegen diesem blöden Streit nicht abschalten. Ich bin ja gestern einfach gegangen als es mir zu doof wurde. Seitdem hab ich kein Wort mehr von ihm gehört. Außer, dass ich nichtmal eine Tür leise schließen kann.. :frown:
 

Benutzer102949 

Beiträge füllen Bücher
Wohnt ihr nicht zusammen?

Ich würde ihm jedenfalls nicht hinterherrennen, um ihm nochmal das zu bestätigen, was er wahrscheinlich hören will. Warte noch 1, 2 Tage, dann kannst du ihm evtll. mal eine kurze SMS schreiben, wo er steckt und wo sein Problem liegt.
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Nein, ich rauche nicht. Aber ich weiß aus meinem Freundeskreis, wie schwer es für die meisten Raucher ist, auch nur einen einzigen Tag lang mal auf`s Rauchen zu verzichten.

Wie du jetzt reagieren solltest, ist natürlich schwierig. Auf der einen Seite kann ich voll verstehen, daß du sauer warst und es dir einfach irgendwann zu doof wurde und du gegangen bist. Andererseits bist du damit dem Konflikt auch aus dem Weg gegangen, und wahrscheinlich wartet er jetzt drauf, daß diejenige, die einfach gegangen ist, zurückkommt und das Gespräch sucht. Das ist natürlich letztlich auch eine Frage, wer "zuerst zuckt". Von meinem Charakter her wäre ich wahrscheinlich derjenige, der doch wieder den Kontakt herstellen würde, aber ob du das von dir aus willst, kannst du natürlich nur selbst beurteilen.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren