Beziehung erfolgreich öffnen - wie war das bei euch

Umfrage an Paare in funktionierenden offenen Beziehungen: Welches Modell lebt ihr?

  • 2. Regelbasierte Öffnung (Leitplanken/Regeln)

    Stimmen: 5 50,0%
  • 3. Asymmetrische Öffnung (eine:r nutzt deutlich mehr)

    Stimmen: 2 20,0%
  • 4. Freiheitliche, vollumfängliche Öffnung (wenige Leitplanken, hohe Autonomie)

    Stimmen: 2 20,0%
  • Übergangsphase / Entwicklung (wir sind gerade im Wechsel zwischen Formen)

    Stimmen: 1 10,0%
  • Sonstiges (bitte kurz beschreiben)

    Stimmen: 2 20,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    10
M
Benutzer232610  (43) Klickt sich gerne rein
  • #1
Aus meiner Sicht gibt es folgende offene Beziehungsformen:
1. Pseudo-offen ("Schluss auf Raten" - nicht Teil der Umfrage)
Auf den Punkt gebracht:
Offenheit als Ausweichmanöver.
Die Beziehung ist innerlich bereits verlassen, die Öffnung dient als moralischer Deckmantel.
Nicht Freiheit – sondern Aufschub der Trennung.

Suche nach einer neuen Partnerin / einem neuen Partner, während die bestehende Beziehung bis zur faktischen Trennung weitergeführt wird.
Realität:
Keine Öffnung, sondern eine Exit-Strategie mit Sicherheitsnetz. Daher ist diese Antwort auch nicht in der Umfrage enthalten.
Endet fast immer in Trennung – häufig chaotisch.

2. Regelbasierte Öffnung
Auf den Punkt gebracht:
Freiheit innerhalb von Leitplanken.
Die Öffnung wird erlaubt, begrenzt und kontrolliert, um Sicherheit zu bewahren.
Die Beziehung bleibt der Referenzrahmen, die Freiheit ist nachgeordnet.

Realität:
Kann funktionieren, wenn: beide emotional stabil sind, die Öffnung kein Reparaturversuch ist

Scheitert häufig an: Regel-Inflation, Eifersucht trotz Regeln, dem Gefühl, ständig "falsch" zu handeln

3. Asymmetrische Öffnung
Auf den Punkt gebracht:
Freiheit für eine:n – Anpassung für den/die andere:n.
Die Öffnung ist formal einvernehmlich, emotional jedoch ungleich verteilt.
Stabil nur, solange das Ungleichgewicht bewusst getragen wird.

Realität:
Emotional hochriskant.
Funktioniert nur, wenn:
  • das Ungleichgewicht wirklich akzeptiert ist (z. B. Cuckold- / Cuckqueen-Dynamiken)
  • kein unterschwelliger Groll entsteht
Andernfalls → langsame Erosion.

4. Freiheitliche, vollumfängliche Öffnung
(als eigenständige Beziehungsform in der Literatur kaum systematisch beschrieben)

Auf den Punkt gebracht:
Maximal frei wie als Single – bei gleichzeitig maximaler Loyalität im Herzen.
Freiheit wird nicht erlaubt, akzeptiert oder diskutiert. Sie wird geliebt.
Sie ist Teil des Partners / der Partnerin – Teil der Persönlichkeit.

Diese Freiheit ist einer der Gründe, weshalb sich beide ineinander verliebt haben.
Sie wird nicht als Risiko der Beziehung empfunden, sondern als ihr Ursprung.

Die Freiheit ist sogar die DNA der Beziehung.
Andere Beziehungen sind nachgeordnet – sofern sich beide immer wieder bewusst und frei für die Kernbeziehung entscheiden.

Realität:
Funktioniert nur bei:
  • sehr hoher Selbstreflexion
  • geringer Besitzangst
  • echter innerer Freiheit beider
Selten, anspruchsvoll – aber am stabilsten, wenn es passt.

Ganz konkret (gerne als Stichpunkte beantwortbar):
  • Wie liefen die Öffnungsgespräche ab – und was waren die größten Hürden bis zur tatsächlichen Öffnung?
  • Was hat euch am meisten geholfen, das "Minenfeld" zu verlassen (Angst vor Ersetzen, Eifersucht, Kontrollimpulse etc.)?
  • Woran habt ihr gemerkt/vermuten können, dass euer Partner/eure Partnerin grundsätzlich offen dafür ist – auch wenn er/sie sich nicht getraut hat, das Thema anzusprechen?
  • Gab es in den Öffnungsgesprächen Streit?
  • Was war das grösste Hindernis, welches der Öffnung im Weg stand? Und wie habt ihr dieses aus dem Weg geräumt
  • Das erste Mal: Gefühle vorher, währenddessen und danach – was hat euch überrascht?
  • Gab es eine größte Krise (falls ja: wodurch, und wie habt ihr sie gelöst)?
  • Zeitrahmen: Wie lange dauerte der Prozess bis zur Öffnung (Wochen/Monate/Jahre)?
  • Wie lange lebt ihr jetzt schon in eurer offenen Beziehung?
Wie geht ihr als Paar mit dem Thema ungewollte Schwangerschaft um,
  • wenn die Partnerin im Rahmen der offenen Beziehung von einem anderen Mann schwanger wird?
  • wenn der Partner im Rahmen der offenen Beziehung eine andere Frau schwängert?
    (Verhütung kann auch schief gehen!)

Und noch eine Frage zum Thema sexuelle Gesundheit:
  • Wie geht ihr als Paar damit um, wenn eine sexuell übertragbare Infektion auftritt – insbesondere dann, wenn dadurch der/die Partner:in betroffen ist?
  • Gab oder gibt es in solchen Situationen Ängste vor Schuldzuweisungen, Vorwürfen oder Vertrauensverlust – und wie geht ihr damit um?
Plus eine Zusatzfrage:
  • "Wenn ihr mehrere Häkchen setzt: Mit welcher Form habt ihr gestartet und mit welcher lebt ihr heute primär – und von wo kamt ihr?"

Nicht gefragt:
  • Grundsatzdebatten "Pro/Contra offene Beziehung"
  • Beiträge von Menschen, die nicht in einer offenen Beziehung leben
  • Beiträge, bei denen die Öffnung in Trennung/Beziehungsabbruch endete (mir geht es um funktionierende Modelle)
  • Details/Explizites zu sexuellen Praktiken (mir geht es um Prozess, Kommunikation, Stabilität)
Danke euch – ich freue mich auf echte Erfahrungsberichte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #2
Puh, das sind aber viele Fragen.
Und doch find ich mich in keinem Modell ganz wieder. Am ehesten 2, aber auch Aspekte von 4. Und 3-Anteile sind auch mal passiert, besonders bei Drittpersonen.
Ganz konkret (gerne als Stichpunkte beantwortbar):
  • Wie liefen die Öffnungsgespräche ab – und was waren die größten Hürden bis zur tatsächlichen Öffnung?
Wir haben nach einigen Monaten ab und zu darüber gesprochen, dass wir zusammenbleiben wollen, und eine relative Offenheit vereinbart. Traten ernsthafte Drittpersonen ins Leben, wurden die vor diese Tatsache gestellt und darüber kommuniziert.
Hürden in dem Sinne wenige, wir waren in der Zeit mal mit ihrer Ex-besten Freundin plus im Bett und nicht lange danach hatte ich was mit jemand weiterem.
Eine als strikt monogam definierte Beziehung hatte ich noch nie.
  • Was hat euch am meisten geholfen, das "Minenfeld" zu verlassen (Angst vor Ersetzen, Eifersucht, Kontrollimpulse etc.)?
Versteh ich nicht. Ist jetzt die monogame Beziehung das Minenfeld? Dann wahrsch. Kontrollimpulse und Lust auf Sex mit anderen. Wobei ich eine monogame Beziehung ja vermieden und nicht verlassen habe.
  • Woran habt ihr gemerkt/vermuten können, dass euer Partner/eure Partnerin grundsätzlich offen dafür ist – auch wenn er/sie sich nicht getraut hat, das Thema anzusprechen?
Sie war gleich offen dafür. Mir manchmal fast zu sehr. Wobei wir nicht genau das Gleiche im Sinn hatten. Sie eher sporadischen Sex, ich eher verbindlichere Geschichten. Ich wollte es nicht wissen, sie meist schon. Sie war sehr bedacht auch auf äußere Priorisierung unserer Beziehung, mir war es noch wichtiger, das zu fühlen.
  • Gab es in den Öffnungsgesprächen Streit?
Nein.
  • Was war das grösste Hindernis, welches der Öffnung im Weg stand? Und wie habt ihr dieses aus dem Weg geräumt?
Ich kann sehr eifersüchtig sein. Wurde nicht aus dem Weg geräumt. Meine Partnerin war aber äußerst loyal. Ich auch.
  • Das erste Mal: Gefühle vorher, währenddessen und danach – was hat euch überrascht?
Ich hatte Hemmungen und leichte Schuldgefühle. Spießige Sozialisation. Und war, wie gesagt, sehr eifersüchtig.
  • Gab es eine größte Krise (falls ja: wodurch, und wie habt ihr sie gelöst)?
Mit einer Person gab es eine schreckliche Krise, weil die mich für sich wollte. Das will ich hier gar nicht ausbreiten, ging bis zur Suizidankündigung und anderen mindestens ebenso schlimmen Dingen.
  • Zeitrahmen: Wie lange dauerte der Prozess bis zur Öffnung (Wochen/Monate/Jahre)?
Ging fast parallel mit dem Eingehen unserer Beziehung.
  • Wie lange lebt ihr jetzt schon in eurer offenen Beziehung?
Ich habe 20 Jahre in ihr gelebt, bin jetzt seit fast 3 Jahren Single.
Plus eine Zusatzfrage:
  • "Wenn ihr mehrere Häkchen setzt: Mit welcher Form habt ihr gestartet und mit welcher lebt ihr heute primär – und von wo kamt ihr?"
Ich kam aus in diesen Belangen (sonst nicht) sehr konservativem Umfeld, hab, als ich real Sex mit wem hatte, sofort gemerkt, dass das nichts für mich ist, und dann so ein bisschen zwischen Affären, Romanzen und On-Off-Beziehungen laviert. Meine Ex-Partnerschaft war dann zwei Jahrzehnte stabil, in der Zeit gab es vier Nebenbeziehungen.
Heute lebe ich als Single, der mit einer halbgaren und auch eher kurzen Ausnahme in den letzten drei Jahren nur ab und an einmaligen Sex hatte. Etwas mehr wäre schon schön.
 
Zuletzt bearbeitet:
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #3
Ich kann da nichts sinnvoll ankreuzen.

Wir haben einige Regeln, aber was Du zu dieser Variante beschreibst, trifft für uns nicht zu. Hier gibt es keine Kontrolle, wir finden die Regeln beide gleich sinnvoll, es gab nie Eifersucht und mehr Regeln sind es nie geworden.

Und unsere Öffnung ist asymmetrisch, dadurch entstand hier aber kein Ungleichgewicht 🤷‍♀️ Es führt dazu, dass beide genau das bekommen, was sie möchten, keiner muss sich mehr anpassen als der andere.

Schwangerschaft war bei uns immer bombensicher ausgeschlossen, das Vorgehen bezüglich STDs ist klar besprochen und nein, bei korrektem Handeln bin ich sicher, dass wir uns keine Vorwürfe machen würden, wir sind da sehr rational, pragmatisch und uns des Risikos bewusst.

Wir leben jetzt rund 16 Jahre offen.
 
bgn18
Benutzer203117  (31) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #4
Was ist das bei mir?! Hab bisher überlegt ein Thema aufzumachen (folgt noch) aber wollte dass ggf meine Freundin sich vorher hier im Forum anmeldet:
Richtiges Thema: Offene Beziehung: Wie geht Ihr damit um,wennEuer Partner oder Eure Partnerin gerade von einem Treffen mit jemand Anderem zurückkommt ?
Sowas jemand auf die Nase zu binden ist doch irgendwie so n "Cuckolding" auch wenns vl nicht so benannt wird - wieso sagt man ihr sowas?! Wieso macht man das wenn man eh zu ihr fährt?!

:.. Ich sehe eine offene Beziehung eher bei langer Abwesenheit (zb Fernbeziehung) als reguläre Form an; Ich zb kann mit ca 10 Frauen schlafen bis wir unsere Beziehung vertiefen oder Swinger machen weil meine Partnerin bisher mit 10 Partnern des anderen Geschlechts mehr hatte (Homosexuelle Partner also weil sie Bi ist zählen wir nicht)

Ich hab ihr auch gesagt dass ich lieber diese Partner als 3er mit ihr teilen würde; Daher lege ich es nicht drauf an Sex zu haben mit jemand anderen...
Regelbasiert ist es eig nicht; Würde "Anzahlbasiert" als "Sonstiges" ankreutzen
Danach nur noch zu zweit angepeilt (also Swinger) und mit vorheriger Absprache...
 
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