Beten und Fahrkartenkontrolle im Zug

Benutzer81418 

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Subway Du hast bestimmt Recht - so könnte es in einem Kommentar zur Beförderungsordnung stehen. Aber ich nehme nicht an, dass das Gebet jetzt zur geläufigen Schwarzfahrermethode wird. :zwinker:

Off-Topic:
Mal ein Gebet, das etwas bewirkt hat...
 
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Benutzer167164  (31)

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Klingt nach bewusster Provokation.
Mit welchem Ziel?

Ich denke ein guter Vergleich wäre: Ich lese ein Buch und es ist grad spannend.
ich bin keine aktive Christin und auch sonst keiner Religion anhängig. Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass Freizeitbeschäftigungen einer Religion gleichzusetzen sind.

Das Problem, das ich grundsätzlich bei solchen Sachen sehe, ist, dass es gezielt islamistisch-politisierte Akte gibt, die als religiöse Akte präsentiert werden und sich auf dieser Grundlage Toleranz eingefordert wird.
Ganz kurz: Wurde überhaupt schon geklärt, welcher Religion die Dame angehört? Ich finds interessant, dass gleich vom Islam ausgegangen wird (das war übrigens auch mein erster Gedanke). Ich persönlich kann übrigens nicht anhand der Art udn Weise, wie jemand in der Bahn betet, unterscheiden, zu welchem Glauben die Person nun gehört.

Vielleicht wars ganz simpel: Die Frau war eben grade tief in ihrem Gebet versunken und es war ihr gerade IN DEM MOMENT sehr wichtig. Wissen wir denn, ob sie das jedes Mal macht, wenn sie in der Bahn hockt? nein... also, Ball flach halten.

Im Übrigen bin ich die Meisterin darin, Kontrolleure in Rage zu versetzen, weil ich IMMER mein Ticket für eine gefühlte Ewigkeit suchen muss, wenn ich kontrolliert werde. Und das liegt an meiner Unordentlichkeit. Soll man das jetzt mit der Gebetssituation gleichsetzen? Ich denke doch mal nicht.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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ich bin keine aktive Christin und auch sonst keiner Religion anhängig. Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass Freizeitbeschäftigungen einer Religion gleichzusetzen sind.
Für mich sollten Religionen keinen Sonderstatus haben, sondern auf einer Stufe stehen mit vergleichbaren nichtreligiösen Tätigkeiten.
 

Benutzer167164  (31)

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Für mich sollten Religionen keinen Sonderstatus haben, sondern auf einer Stufe stehen mit vergleichbaren nichtreligiösen Tätigkeiten
Ich glaube nicht, dass das 1. umsetzbar ist und 2. unbedingt förderlich ist. Eine Religion ist in vielerlei Hinsicht auch eine ethische Haltung, eine Weltansicht und auch Identitätsmarker. Das alles hat doch elementaren Stellenwert in meinen Augen.
Menschen, die keiner Religion angehören, glauben doch auch an etwas? Sei es daran, dass nur die Naturwissenschaften die Welt erklären können. Dann ist das aber auch ein GLAUBE, der mein tägliches Handeln formt und auf den jeder Recht hat.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich glaube nicht, dass das 1. umsetzbar ist und 2. unbedingt förderlich ist. Eine Religion ist in vielerlei Hinsicht auch eine ethische Haltung, eine Weltansicht und auch Identitätsmarker. Das alles hat doch elementaren Stellenwert in meinen Augen.
Menschen, die keiner Religion angehören, glauben doch auch an etwas? Sei es daran, dass nur die Naturwissenschaften die Welt erklären können. Dann ist das aber auch ein GLAUBE, der mein tägliches Handeln formt und auf den jeder Recht hat.
Ich würde jetzt auch keinem Menschen Sonderrechte einräumen, weil er ein wissenschaftliches Weltbild hat, oder weil er bestimmte ethische Maßstäbe hat.

Und das Recht auf Glauben habe ich niemandem abgesprochen.
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Menschen, die keiner Religion angehören, glauben doch auch an etwas? Sei es daran, dass nur die Naturwissenschaften die Welt erklären können. Dann ist das aber auch ein GLAUBE, der mein tägliches Handeln formt und auf den jeder Recht hat.
Es ist kein religiöser/spiritueller Glaube. :rolleyes:
 

Benutzer167164  (31)

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Ich verstehe aber nach wie vor das Problem des Sonderrechtes nicht? Wo sieht man jetzt da ein Sonderrecht?
Nochmal: die Situation ist allen Teilnehmer in diesem Thread nicht 100 % bekannt. D.h. wir wissen doch gar nicht, warum die Frau es in dem Moment grade für wichtiger hielt, zu beten.
Ganz ehrlich: wenn ich im Zug einen Anruf erhalte, dessen Inhalt dermaßen wichtig ist, dass ich nicht auflegen kann (Beispiel: Tod der Mutter o.ä.), dann muss der Kontrolleur in Gottes Namen auch warten. Wäre es jetzt immer die gleiche Frau, die immer zur gleichen Zeit in der Bahn betet und das Geschehen aufhält, dann wär das eine komplett andere Kiste.
Aber hier werden doch gerade irgendwelche Szenarien in diese Banale Situation hineininterpretiert, die mit der Situation womöglich gar nix zu tun haben....?
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Es ist kein religiöser/spiritueller Glaube
Und?
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Was "und"? Das ist gängige Rabulistik, weil hier zwei gleichlautende Wörter verwendet werden, die aber sprachlich schlicht nicht gleich sind. Inhaltlich ist der Unterschied sehr groß, und daher ist es Unsinn, vom "Glauben an die Naturwissenschaft" zu reden.
Ist halt eine gängige Methode, mit einem prägnanten und kurzen Satz Naturwissenschaft auf das Niveau von Gottesglauben zu ziehen, der ich einfach hier widersprechen wollte.

Davon abgesehen: Dein Beispiel ist auch nicht gleichwertig, denn ein Telefongespräch könntest du ja wahrscheinlich weiterführen (müßtest es zumindest nicht abbrechen), während du deine Fahrkarte rausholst.
 

Benutzer167164  (31)

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Ist halt eine gängige Methode, mit einem prägnanten und kurzen Satz Naturwissenschaft auf das Niveau von Gottesglauben zu ziehen
Nein ist es nicht. Es geht darum, zu veranschaulichen, dass jeder an etwas glaubt, egal ob in einer Religionsgemeinschaft oder nicht. Und dass Glaube an sich, egal ob jetzt spirituell oder nicht, Handlungsweisen und Einstellungen in jedem Menschen hervorruft. Darauf hat jeder Recht, solange er niemandem böswillig schadet.

Davon abgesehen: Dein Beispiel ist auch nicht gleichwertig, denn ein Telefongespräch könntest du ja wahrscheinlich weiterführen (müßtest es zumindest nicht abbrechen), während du deine Fahrkarte rausholst.
Das könnte ich bei einer derartigen Nachricht mit Sicherheit nicht :what::ratlos:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Natürlich kann hier niemand so genau die spezifische Situation beurteilen (am ehesten noch anniii), darum ist die Diskussion eher allgemein gehalten. Wir spielen hier ja auch verschiedene Szenarien/Hintergründe durch und kommen dabei teils zu unterschiedlichen Ergebnissen.
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Nein ist es nicht. Es geht darum, zu veranschaulichen, dass jeder an etwas glaubt, egal ob in einer Religionsgemeinschaft oder nicht.
Nö. Angehörige von Religionsgemeinschaften benutzen das Wort sicher anders als z.B. ich wenn ich sage "ich glaube, morgen wird es regnen", mehr "Glaube" ist bei mir einfach nicht.
Falls du also sagen wolltest, daß jeder denkt und mutmaßt und sich das auch auf die Handlungen auswirkt- ja, sicher. Aber dazu wiederum bräuchte man ja kein Gebet.

Mir kam als erster Vergleich übrigens Schlafen in den Sinn. Und da wie auch bei allem anderen gibt es eine einfache Möglichkeit, einer Störung vorzubeugen: Man legt die Fahrkarte so hin, daß man zur Kontrolle einfach nicht gestört werden muß.
Alles andere liegt im Ermessen des Kontrolleurs. Bei meinem Lieblingseisenbahnunternehmen sollte man da aufs Beste hoffen und mit dem Schlimmsten rechnen...
 

Benutzer88878 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn sie nicht reagiert hätte ich dies als schwarz fahren bewertet. Die Kontrolleurin hat ihren Job zu machen und das sollte man als Gast auch respektieren. Wenn der Ollen das Gebet so wichtig ist, warum ist sie dann nicht mit dem Arsch daheim geblieben? Ich würde da auch keine Rücksicht nehme, denn Gebete und Religion sind nun mal Privatsache! Es juckt mich null an welchen nicht existenten Gott jemand glaubt, aber es hat mit auch nicht in meiner Arbeit zu behindern.
 

Benutzer98820 

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Absolut. Warum sollte ein Dienstleister auch sowas wie Rücksicht auf einen Kunden nehmen wollen? Was wäre das nächste, etwa Kundenfreundlichkeit?!? Unerhört!
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Im Übrigen bin ich die Meisterin darin, Kontrolleure in Rage zu versetzen, weil ich IMMER mein Ticket für eine gefühlte Ewigkeit suchen muss, wenn ich kontrolliert werde. Und das liegt an meiner Unordentlichkeit.
Off-Topic:
Wirklich? Ich kenne Leute die praktizieren das in der Strassenbahn, um auf wohltätige Art möglichst lange die Kontrolleure zu beschäftigen. Zanken sich bis sie eh aussteigen wollten, verlassen mit beiden Kontrolleuren den Wagen, und zeigen freundlich ihr Abo :grin:


Nicht mehr ganz o.t.: Ich glaube dass sich die Welt wissenschaftlich erklären lässt. Und dass wir Menschen dafür (von wem auch immer) den Verstand bekommen haben. So gesehen glaube ich an die Wissenschaft. Absolute definitive Gewissheit hab ich nicht und brauch ich nicht.

Ich hätte als Kontrolleur jedenfalls auch einen Physiker der kurz vor der Entdeckung der Weltformel steht nicht durch eine banale Billetkontrolle aufgescheucht.

Eine heikle Frage ist auch, ob man die Passagiere im SCHLAFWAGEN wecken darf.
 
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Benutzer168044  (23)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich finde ein solches Verhalten ziemlich unhöflich gegenüber der kontrollierenden Person. Wenn man weiß, dass man eine Tätigkeit in einem Zug ausführen muss, bei der man nicht gestört werden möchte, aber damit rechnen muss kontrolliert zu werden, kann man doch einfach vorausschauend handeln und die Fahrkarte neben sich legen.

Zum Thema mit dem Schlafen:
Ich habe selber früher beim Pendeln morgens oft geschlafen und wurde von den Kontrolleuren immer mit leichtem anstupsen an der Schulter geweckt. Als Autist mit Berührungsproblemen natürlich alles andere als angenehm, aber ich war ja quasi in der Schuld, da ich ja in der Pflicht war, einen gültigen Fahrausweis vorzuzeigen. Von da her, musste ich das von vorneherein in Kauf nehmen. Natürlich gibt es auch Menschen, die nicht sehr freundlich (milde ausgedrückt) reagieren, wenn sie geweckt werden, aber ich finde, dass man in dem Fall gar nicht erst im Zug schlafen sollte, wenn man ein geweckt werden nicht in Kauf nehmen möchte.
 

Benutzer167164  (31)

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kommen dabei teils zu unterschiedlichen Ergebnissen.

ich hätte offen gestanden nicht angefangen, in diesem Thread zu schreiben, wenn folgendes Kommentar nicht mit 14 (!!!!!) Zustimmungen belohnt worden wäre: "Die will provozieren".
Sorry, da geht mir das Messer im Sack auf.

Ich verstehe, dass das an sich eine doofe Situation ist und ja, die Frau hat sich prinzipiell daran zu halten, dass man den Fahrschein zeigt (hat sie ja dann auch). Aber dass es dann gleich wieder auf die Schiene "Alle Gläubigen sind doof" geht und "die wollen uns alle nur ärgern", krieg ich die Krise. Das hat NICHTS damit zu tun, verschiedene Szenarien durchzuspielen. Überhaupt nichts. Da wird der eigenen Hass und Unmut mit anderen Kulturen/Religionen auf eine Situation projeziert, über die niemand von uns wirklich Bescheid weiß. Und DAS finde ich ganz gewaltig daneben.
 

Benutzer122781 

Planet-Liebe ist Startseite
Aber dass es dann gleich wieder auf die Schiene "Alle Gläubigen sind doof" geht und "die wollen uns alle nur ärgern", krieg ich die Krise.
das hat mm überhaupt nichts damit zu tun, dass die frau gläubig ist.
hätte sie die fahrkarte nicht vorgezeigt, weil ihr chat per handy ach so wichtig wäre, wäre die reaktion hier wohl auch nicht anders ausgefallen.
das verhalten ist einfach respektlos und egoistisch und dass man da auf den trichter kommt, es könne sich gar um provokation handeln, finde ich nicht sehr weit hergeholt.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
das hat mm überhaupt nichts damit zu tun, dass die frau gläubig ist.
hätte sie die fahrkarte nicht vorgezeigt, weil ihr chat per handy ach so wichtig wäre, wäre die reaktion hier wohl auch nicht anders ausgefallen.
das verhalten ist einfach respektlos und egoistisch und dass man da auf den trichter kommt, es könne sich gar um provokation handeln, finde ich nicht sehr weit hergeholt.
Ich stimme dir schon zu ! Ich selsbt bin gläubig wenn auch nicht so exentrisch praktizierend wie manche anderen . Kann es nicht nachvolziehen, dass jemand so drauf ist.
 

Benutzer81418 

Benutzer gesperrt
hätte sie die fahrkarte nicht vorgezeigt, weil ihr chat per handy ach so wichtig wäre, wäre die reaktion hier wohl auch nicht anders ausgefallen.
Das vermute ich allerdings nicht. Der Reiz des Themas (um es mal so zu sagen) liegt ja gerade darin, dass hier eine religiöse, gleichsam dem Alltag enthobene Handlung mit der säkular-banalen Fahrausweiskontrolle kollidiert. Leute, die aus alltäglichen Gewohnheiten sich der Kontrolle verweigern, wären hier kaum der Rede wert

Off-Topic:
Aus einzelnen Voten kann man sogar latent antireligiöse Nebentöne heraushören, die den Fall möglicherweise zusätzlich aufladen.
 
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