Bescheidenheit im Job. Ist sie eine Zier?

Benutzer90320 

Benutzer gesperrt
Es gibt doch den Spruch: "Bescheidenheit ist eine Zier".

Ehrlichgesagt finde ich dies in einem Arbeitsumfeld sehr hinderlich und falsch. "Tue Gutes und sprich darueber" ist eher mein Motto.

Was denkt ihr diesbezueglich? Ist Bescheidenheit im Beruf eine Zier?
 

Benutzer79580 

Verbringt hier viel Zeit
Ich hab neutral abgestimmt weil sich für mich die Frage so nicht stellt.

Ich fände es etwas befremdlich, wenn Mitarbeiter plötzlich in selbstdarstellerischer Absicht mit ihren Erfolgen herumposaunen würden.
Aus gutem Grund gibt es eine konkrete Aufgabenverteilung...soll heissen, ich erwarte von meinen Mitarbeitern, dass sie in ihren Aufgabenbereichen erfolgreich sind so wie meine Vorgesetzten bzw. die Geschäftsleitung das von mir erwarten.

Gelegentliche (De)briefings oder Updates zum status quo in Bezug auf das eine oder andere Projekt wo jeder über seine Fortschritte und somit auch Erfolge sprechen soll, gehören aber selbstverständlich dazu
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
In meiner Firma stellt sich die Frage so nicht (zumindest nicht in meiner Abteilung), da es tägliche Gespräche über den Fortschritt des Projektes gibt.
Da sollte man dann natürlich die positiven und negativen Dinge ansprechen. Man wäre schon blöd, wenn man nur immer die eigenen Probleme anspricht und die Erfolg weg lässt.
 
D

Benutzer

Gast
Kommt drauf an, was du für ein Typ Mensch bist. In welchem Arbeitsumfeld (Beruf) du arbeitest und wie deine Vorgesetzten "gestrickt" sind.

Es gibt halt Menschen, die machen am liebsten ihre Arbeit ohne Tamtam - sind fleissig und gehen zufrieden nach Hause. Andere haben Prioritäten und andere Ziele.

Es gibt Vorgesetzte die haben ein Gspühr dafür und wissen die Leistungen zu beurteilen des "Bescheidenen".
Und Menschen, die nicht Bescheiden sind und ständig alles "hervorheben" was sie getan und gemacht haben werden schnell als Streber oder Schleimer abgestempelt. Oftmals steckt in dem Bescheidenen mehr potential, als die Kollegen es vermuten würden...

Die Arbeitswelt ist brutel und dort ist das Feld wie im realen Leben draussen mit Menschen unterschiedlichster Coluer gefüllt. Manche haben nur Ellenbogen, andere wollen nicht auffallen und wieder andere wursteln sich durch die Mitte.

Das musst du für dich abmachen, für dich entscheiden, ob es nun richtig oder falsch sei. Aber nicht generell allen saen, dass sie es falsch machen, wenn sie bescheiden ihren Job machen, wissen, dass es nur ein Job ist und dass man so auch sein Geld verdienen kann.
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Ich sehe es von der anderen Seite des Schreibtisches mich Kotzen Mitarbeiter an, die zu mir gerannt kommen um zu zeigen wie toll sie sind vor allem wenn sie mal nen Fehler ihrer Kolleginnen gefunden haben da ich möchte das meine Mitarbeiter als Team funktionieren und einer für den anderen Eintritt ich denke das bringt hinsichtlich des Arbeitsklimas mehr
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
Wer still und fleissig seinen Job macht .... der wird nicht so gross beachtet ... und eher als Fleissbienchen angesehen. Wenn man wohl weiterkommen will, darf man wohl nicht zuu bescheiden sein.

Hängt davon ab, welcher Typ Du bist .... eher intro- oder extrovertiert ... ich schaffe lieber im Hintergrund und mach mein Zeug ... ein Lob zu hören, darüber freue ich mich schon ... aber so was ist eher spärlich. Weitergekommen bin ich auch nicht .... aber es gibt mehr außer arbeiten.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wer keinen Funken von Bescheidenheit zeigt, sondern immer einen auf dicke Hose macht und mit jedem kleinen Erfolg und jeder Kleinigkeit, die er kann, rumprahlt, ist vielen Leuten ziemlich unsympathisch, was wohl auch im Job nicht gerade vorteilhaft ist.

Wenn jemand aber extrem bescheiden ist, ist das auch wieder ein Nachteil, weil die Anderen einfach nicht so gut bemerken, was derjenige kann, was bei den Aufstiegschancen sicherlich nicht sonderlich gut ist. - Damit kann man sich einfach viel zu viele Chancen verbauen.

Ideal wird wohl ein gesundes Mittelmaß sein: bescheiden genug, um den Anderen nicht auf die Nerven zu gehen, aber selbstbewusst genug, um seine Fähigkeiten zu zeigen.
 

Benutzer65590 

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"Eher nicht". In meinem Job kommen 250 Bewerber auf eine Stelle. Wer sein Licht unter den Scheffel stellt, gehört sicher zu den 249, die Harz IV bekommen. Wer andererseits rumprotzt wie ein nacker Neg... huch, das sagt man wohl heutzutage nicht mehr... jedenfalls, wer immer einen auf Harry macht, wenn er sich gerade erfolgreich einen Bleistift angespitzt hat, wird auch negativ auffallen und damit, da die Jobchancen natürlich auch immer sehr davon abhängen, wie gut man bei den Vorgesetzten ankommt, ebenfalls seine beruflichen Chancen extrem minimieren.

Insgesamt kommt es wohl darauf an, gute Arbeit zu machen und diese auch unaufdringlich, aber selbstbewusst darzustellen. Den richtigen Mittelweg zu finden, ist halt teil der berüchtigten "soft skills" eines jeden Jobs.
Totale Bescheidenheit ist jedenfalls ein recht sicherer Weg in die Arbeitslosigkeit, oder zumindest in die Karrieresackgasse.
 
M

Benutzer

Gast
Ich bin schon ziemlich auf meine große Klappe angewiesen im Job. Für andere Branchen wäre ich höchst ungeeignet, potentielle Chefs würden mich gar nicht erst einstellen etc.
Allerdings muss ich um an Jobs zu kommen, machmal auch übertreiben, prahlen etc.
Mir wird nachgesagt, wenn ich ein Talent habe, dann ist es, Menschen davon zu überzeugen, dass ich im Prinzip alles kann.

Wenn ich aber einen Job habe, dann bin ich ein Freund von Anpacken und nicht Labern. Das heißt, ich zeige dann, was ich kann und mache meine Arbeit. Da muss ich nicht ständig sagen, was ich mache, sondern die Ergebnisse sprechen für sich.
 

Benutzer29410 

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Ich lass mich lieber von anderen Leuten loben, als selbst Reklame zu machen.
Ich gehör wahrscheinlich zu der Sorte, die "einfach ihre Arbeit machen". Ich melde mich allerdings gern freiwillig für Weiterbildungen und Projekte, da ich den dringenden Wunsch habe, mich beruflich weiterzuentwickeln und es gibt da so viele Möglichkeiten, mich zu spezialisieren, und Hobby und Beruf zu verbinden, daher kommt mir das gar nicht wie "Arbeit" vor. Und wenn jemand mit Vergnügen bei der Arbeit ist, fällt das sowieso auf, da braucht man nicht groß den Mund ü+ber seine Verdienste aufzureissen.

Ich sehe es von der anderen Seite des Schreibtisches mich kotzen Mitarbeiter an, die zu mir gerannt kommen um zu zeigen wie toll sie sind vor allem wenn sie mal nen Fehler ihrer Kolleginnen gefunden haben

Solche Profilneurotiker finde ich auch in höchstem Maße widerlich und halte mich auch von denen fern.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ich denke, das kommt arg drauf an, worauf man hinaus will.
für mich - ich bin nicht so der typ für karriereleitern - zählen andere dinge. ich hab den anspruch, mit meinen kollegen auszukommen - und wenn das heisst, dass ich mal anschiss kassiere für etwas, das eine kollegin falsch gemacht hat, dann nehm ich das ungerührt hin. besonders amüsant find ich das in den fällen, wo die eigentlichen verursacher das grad auch noch mithören. wahlweise geh ich dann kommentarlos drüber weg, oder bring dann nachher mit nem breiten grinsen "haste gehört? chef will das anders" :grin:

chefs wechseln - kollegen können freunde werden und bleiben. und ich bekomm lieber nen paar hunderter weniger im monat (solangs denn zum überleben reicht) als in ner vergifteten atmosphäre zu leben. mag komisch klingen für mich eigentlich eher weniger soziales wesen, aber so ists eben...
 

Benutzer42813 

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Es kommt drauf an, in welchem Beruf man arbeitet. In sozialen Berufen ist Bescheidenheit eine Zier - sonst wird man nämlcih ganz schnell gemobbt.
 
K

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Gast
Es kommt drauf an, in welchem Beruf man arbeitet. In sozialen Berufen ist Bescheidenheit eine Zier - sonst wird man nämlcih ganz schnell gemobbt.

Irgendwie schon ein Widerspruch :zwinker: Wenn man in "sozialen" Berufen arbeitet, wo es doch recht "sozial" zugehen würde, aber dann würde man mobben, was dann sehr "asozial" gegenüber dem Menschen wäre ...

Du hast ja Recht, aber es ist irgendwie sehr ironisch ^^
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
In meinem Metier gehört ein wenig "Klappern" schon zum Geschäft - es sollte aber auch Leistung dahinterstehen. Nur das Maul aufreissen und dann nicht liefern ist wenig empfehlenswert. Genauso wie Arroganz und fehlende Kompromißbereitschaft einem gehörig im Weg stehen können und Kritikfähigkeit absolute Grundvoraussetzung ist. Was soll ich jetzt ankreuzen? :hmm: :zwinker:
 

Benutzer42813 

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Irgendwie schon ein Widerspruch :zwinker: Wenn man in "sozialen" Berufen arbeitet, wo es doch recht "sozial" zugehen würde, aber dann würde man mobben, was dann sehr "asozial" gegenüber dem Menschen wäre ...

Du hast ja Recht, aber es ist irgendwie sehr ironisch ^^

Ich finde es gar nicht so widersprüchlich :zwinker:. Man muss ständig, ständig, ständig lieb sein und schlucken, so als hätte man keine eigenen Gefühle. Da staut sich, weil man ja immer noch ein Mensch ist, unter der Oberfläche viel an. Und man kann ja nicht einfach an seinem Schreibtisch sitzen und seine Arbeit machen und "scheiß drauf, was die anderen gerade machen". Immer musst du lächeln, egal, wie du dich fühlst.

Dass sich negativere Gefühle dann unterschwellig und hintenrum Bahn brechen, ist zwar bitter und irgendwie auch ironisch, aber eigentlich nicht widersprüchlich ^^.
 
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