Bereuen eine Männerdomäne?

Benutzer85020  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Ich hatte gestern mit einer Freundin eine recht Interessante Diskussionsrunde. Unteranderem ging es dabei um die Frage, ob 'Bereuen' wirklich (so wie wir es Anaylisiert haben) eine Männerdomäne ist.

Beispielsweiße die Beziehung mit meiner Ex. Im nachhinein betrachtet lief da soviel Schief, und trotzdem war ich Glücklich. Würde das alles mit meiner jetzigen Freundin genausolaufen, würde ich wahrscheinlich total durchdrehen. Von daher kann ich schon sagen, das ich die 1,5 Jahre mit meiner Ex ziemlich bereue - weil ich viel zu viel eingesteckt hab. Und am Ende hin wie eine Kartoffel fallen gelassen wurde.

(M)eine Freundin mit der ich mich gestern unterhalten hab hat ähnliches durchgemacht: Sie wurde auch nach 9 Monaten großer Liebe einfach sitzengelassen - wohl auch für sie war es Schmerzhaft. Da auch aber sie jetzt im nachhinein herausgefunden hat, das da soviel Falsch lief könnte man meinen, sie hätte auch einen Grund, die Zeit zu bereuen. Aber bei ihr ganz im Gegenteil. Sie ist dankbar für die Erfahrung. Kann ich wiederrum nicht verstehen.

Und als drittes Beispiel meine Ex (1,5 Jahre!). Sie Bereut auch überhaupt nichts. Obwohl ich ihr in der Zeit auch viel Unrecht und Leid zugefügt hab, bereut sie nichts, sondern, ist dankbar für die Erfahrung. Ich hingegen hätte sie mir eigentlich am liebsten Erspart.

Daher nun die Kernfrage: Bereuen Männer wirklich mehr als Frauen? Kann man das so Verallgemeinern?

Danke schonmal für Zahlreiche Antworten, ich find' das Hoch Interessant. ^^ :smile:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Keine Ahnung, ob es da Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Aber es gibt sicher Menschen, die negative Erfahrungen, Krisen etc. eher im Nachhinein unter einem "Entwicklungsaspekt" interpretieren und selbst den miesesten Erfahrungen irgendeinen "Sinn" zuschreiben. Andere interpretieren das weniger unter dem Entwicklungsaspekt sondern eher unter dem "hedonistischen" Aspekt: Negative Erfahrungen IMMER negativ.

Meine persönlichen Erfahrungen würden aber auch durchaus die Hypothese des TS stützen. Frauen sind "im Schnitt" (heißt also NICHT, dass es nicht auch Männer gibt, bei denen das so ist) eher "entwicklungsorientiert" und weniger "wehleidig".
 

Benutzer40734  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Nein ich denke nicht, dass das nur eine Männerdomäne ist. Es gibt da schon einiges was ich sehr sehr bereue.
 
C

Benutzer

Gast
Im Nachhinein hätte ich mir einerseits einige Erfahrungen gerne erspart, andererseits hab ich da schon dazugelernt, und meine letzte und meine jetzige Beziehung hätten nicht so gut funktioniert.

Früher hab ich meine Exen nur zur Hölle schicken wollen, später bin ich dann auch auf eigene Fehler draufgekommen und habe versucht es besser zu machen.
Man kann eben kein Navy SEAL werden, ohne die Hell Week überstanden zu haben.
 
C

Benutzer

Gast
Nunja, bereuen ist ganz bestimmt keine Männerdomäne. :zwinker:
Es ist sogar ein sehr gefährliches Konstrukt, meiner Ansicht zumindest. :smile:
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
naja, ich lebe gerne so, dass ich auch im nachhinein immer zu meiner entscheidung stehen und sagen kann "wäre ich nochmal in der situation mit meinem damaligem wissen usw usw würde ich wieder genauso entscheiden". also stehe ich zu meinen entscheidungen und wünsche mir nicht sie rückgängig machen zu können.
zudem: die schönen erfahrungen sind natürlich schön, und somit möchte man sie haben. die negativen lehren einen viel - über sich selber, über andere menschen, über das leben im allgemeinen. ohne diese negativen erfahrungen wär ich wohl heute noch nen naives jammeriges dummchen, insofern haben die negativen erfahrungen zu einem (in meinen augen) guten charakter beigetragen - möchte ich auch nicht missen.

und ganz nebenbei lehrt einen das doch vor allem eins: es geht im leben immer wieder abwärts - und auch immer wieder aufwärts. und ohne das abwärts dazwischen würde sich das aufwärts immer weiter steigern müssen damit man es nicht als selbstverständlich und langweilig empfindet - das ist aber nicht möglich. umgekehrt würde man sich an etwas negatives auch gewöhnen, und sich irgendwann mit abfinden - dazu neigen menschen ja. an alles gewöhnen, egal ob gut oder schlecht. erst der wechsel dazwischen macht das leben spannend, lebenswert und reich an erfahrungen.


also kann ich sagen: weiblich, bereue nicht. in dem sinne stimme ich deiner these zu :grin:
 

Benutzer31418 

Sehr bekannt hier
Also, ich zumindest bereue so einiges. Und ich misstraue der Nicht-bereuen-Einstellung zutiefst und finde es merkwürdig bis unsympathisch, wenn man so drauf ist.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Also, ich zumindest bereue so einiges. Und ich misstraue der Nicht-bereuen-Einstellung zutiefst und finde es merkwürdig bis unsympathisch, wenn man so drauf ist.
weil man so lebt, dass man seine entscheidungen nicht bereuen muss? allen ernstes? :grin:
 

Benutzer71796 

Sehr bekannt hier
Ja, das finde ich merkwürdig, in der Tat. :tongue:
dann bin ich wohl merkwürdig. den ich bereue nichts was ich gemacht habe.. Klar gibt es Sachen, die ich nicht mehr so machen würde, wenn ich mein Leben ein 2tes mal Leben könnte, aber nichts von alldem was ich getan habe, bereue ich.
auch wenn ich scheisse gebaut habe, ich habe aus allem meine lehren gezogen und die für mich wichtigen erkenntnise daraus gezogen.
Dank man meinem bisherigen Leben bin ich so wie ich bin, und ich bin ziemlich zufrieden mit mir selbst!
 

Benutzer22200  (35)

Meistens hier zu finden
Ich würde sagen, dass du nicht unrecht hast. Frauen verarbeiten eine Trennung meist aber auch ganz anders als Männer. Während für Männer da eher eine Welt zusammen bricht und sie in ihrem Stolz und ihrer Eitelkeit verletzt werden, sehen Frauen dass als einen Gescheiterten Versuch, der aber an sich schon eine Erfahrung wert war, bzw. ist.

Natürlich kann man das so nicht absolut verallgemeinern.


Aber zum Bereuen generell:
An sich sollte man nur bereuen, wenn man vorher wusste, dass es eine dumme Idee ist. Wer z.B. geahnt hat, dass man sich verbrennt wenn man auf ein angeschaltetes Bügeleisen fasst, bereut zu recht seine Entscheidung, es sich in die Hose gesteckt zu haben.
Im Allgemeinen weiß man aber insbesondere in Beziehungsfragen das Ergebnis selten vorher, von daher ist es nur wichtig, dass man zu diesem Zeitpunkt die Grundlage seiner Entscheidung nachvollziehen konnte.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Im Allgemeinen weiß man aber insbesondere in Beziehungsfragen das Ergebnis selten vorher, von daher ist es nur wichtig, dass man zu diesem Zeitpunkt die Grundlage seiner Entscheidung nachvollziehen konnte.
...und ich jedenfalls finde es ziemlich schwach, dann im nachhinein nur weil die entscheidung vielleicht auch unangenehme folgen hatte sie gleich zu bereuen. ist eine für mich nur sehr schwer tolerierbare charakterschwäche.
 

Benutzer22200  (35)

Meistens hier zu finden
Mh... na ja ich würde das schon irgendwie auch klar von dem Abhängig machen, was vorgefallen ist.

Findet man z.B. heraus dass der Partner seit anfang der Beziehung schon eine andere hat und sonst auch selten bei der Wahrheit geblieben ist, kann ich es schon irgendwo nachvollziehen, dass man denkt "Vielleicht wäre die Zeit die ich da rein investiert hab, wo anders besser angelegt gewesen."

Geht mir zum. bei meiner ersten Freundin so. Ich bereue es nicht direkt, weil ich weiß dass ich in der selben situation mit den selben Vorerfahrungen genauso nochmal handeln würde. Alles in allem gehört sie aber nicht zu den Erfahrungen in meinem Leben, die ich unbedingt gebraucht habe. Ich wäre wahrscheinlich sogar weit besser dran, ohne sie.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Das ist jetzt nicht Dein ernst, oder?

Macht mich ehrlich gesagt leicht sauer so ne Aussage.


Was hat denn bereuen bitte mit Charakterschwäche zu tun?


Hmmm....Ich glaub nicht, dass sie wirklich per se auf Charakterschwäche hin deuten wollte....vielleicht wäre mangelndes Selbstbewusstsein treffender - wenn man nicht zu falschen Entscheidungen stehen kann?

Also wenn ich rein von mir spreche, sehe ich Bereuen keineswegs als Männerdomäne an, denn ich habe viele falsche Entscheidungen getroffen in meinem Leben, aber die wenigsten bereut. Denn letztendlich gewinnt man dadurch doch nur an Lebenserfahrung, die man gewinnbringend anwenden kann, indem man den gleichen Fehler nicht nochmal macht.
Entscheidungen und Handlungen mag man später als noch so falsch ansehen - in dem Moment, wo man sie getroffen hatte, hatte man sie für richtig befunden.
Ich denke es kommt auch darauf an, dass man in gegebenem Falle überhaupt eine Entscheidungsfähigkeit hat, sei sie richtig oder falsch.
 

Benutzer40734  (37)

Verbringt hier viel Zeit
vielleicht wäre mangelndes Selbstbewusstsein treffender - wenn man nicht zu falschen Entscheidungen stehen kann?


Das eine schließt doch das andere gar nicht aus. Ich kann doch zu was stehen, aber mir dennoch wünschen es nie oder anders getan zu haben.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
bereuen bedeutet für mich eben dass man nicht zu der getroffenen entscheidung steht.
um ein thema als beispiel aufzugreifen was hier ja in letzter zeit öfter mal rumgeht: pärchen, der mann hätte gerne jeden tag sex, die frau nur einmal im monat. entscheidet sich der mann nun dazu die beziehung weiterzuführen in dem wissen dass sich das bei ihr nicht ändern wird, fängt aber nen halbes jahr später wieder an ihr vorwürfe zu machen für die vergangene zeit mit wenig sex, steht er nicht zu seiner entscheidung - für mich ist das eine bedeutende charakterschwäche, die mir die gesellschaft eines solchen menschen sehr unangenehm macht.
sicher könnte er sich nach nem halben jahr für die zukunft umentscheiden, aber dann an der vergangenheit rumzujammern... bah.
 
L

Benutzer

Gast
Alles, was ich falsch mache, fühlt sich so lange schmerzhaft an, bis ich mich damit auseinandergesetzt habe. Danach blicke ich gerne auf frühere Beziehungen zurück, ich bereue nichts. Nicht alles, was in die Brüche geht, ist schlecht.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren