Beide schmollen - was nun?

Benutzer30855  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Dass es solche Situationen öfter gibt ist hier für mich nicht ersichtlich (oder hab ichs einfach nur wiedermal überlesen ? ). Deswegen ist die Reaktion der TS in meinen Augen immernoch unangebracht gewesen.
Vorallem mit dem Wissen im Hinterkopf, mit leerem Magen eh gereizt zu reagieren.
 

Benutzer35298  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Irgendwie haben beide recht/unrecht! :zwinker:
Obwohl ich versteh das si sauer is, wenn er es anbietet anzurufen und es dann nich macht....

wie is es jetzt ausgegangen? habt ihr euch wieder vertragen?
 

Benutzer42813 

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Off-Topic:
Zu der Weckerproblematik habe ich eigentlich schon gesagt, dass mein Handy, was ich normalerweise als Wecker benutze, im Moment kaputt ist, und ich ihn daher am Abend zuvor gebeten hatte, mir seinen Wecker zu stellen oder mir zu erklären, wie man ihn stellt, vor allem, weil dieser Wecker normalerweise unbenutzt rumsteht und er ihn lediglich als Uhr gebraucht. Mehr Verantwortung kann man wirklich nicht für sein eigenes Aufstehen übernehmen, außer vielleicht schon am Nachmittag zu fragen oder zu besagtem Zweck sogar am Vortag auf der Arbeit anzurufen :zwinker:. Wenn er mir daraufhin anbietet, stattdessen einfach einen Weckanruf zu machen, weil dieser Radiowecker in der Handhabung durchaus kompliziert ist, ist das eigentlich durchaus im Rahmen.


Zum eigentlichen Thema: Zu guter Letzt hat er mich doch noch ins Wohnzimmer gelassen.

Leider hatte ich in den letzten zwei Monaten einiges an Stress, was ich durchaus als existenzbedrohend erlebt habe, also nicht die Sorte, bei der die beste Freundin schon die dritte Verabredung absagt, sondern die Sorte, bei der man Schiss hat, das Examen nicht hinzukriegen, den Nebenjob zu verlieren und nicht genug Geld zu haben, um sich Essen zu kaufen, weil das Bafög-Amt nicht zahlen will, obwohl die Mutter arbeitslos ist, ich jedes halbe Jahr 740 € Studiengebühren zahlen muss, und dazu noch massive (!) Bauchschmerzen wegen einer neuen Spirale.

Offenbar hat mein Freund wie viele Männer sich immer verantwortlich gefühlt, wenn ich Stress hatte, und wollte etwas tun, während das einzige, was er mir tatsächlich hätte helfen können, mit seiner Nähe gewesen wäre.

Wir haben gestern Nacht noch lange geredet. Er wollte Schluss machen. Natürlich nicht wegen einer läppischen Szene,
sondern weil er das Gefühl hatte, in letzter Zeit immer mehr die Verantwortung für uns beide übernehmen zu müssen. Und weil ihn meine "Stimmungsschwankungen" so aufreiben und immer mehr entfremden.

Ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist, das er das so sieht. Vielleicht stelle ich hier grad auch einiges verkehrt dar, weil ich noch so unter Schock stehe. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihm die Verantwortung für meine Probleme aufgebürdet hätte, im Gegenteil, ich habe mich alleine darum gekümmert, hier im Kummerkasten eine Frage zur Bafög-Problematik gestellt. Gut, den Anruf im Bafög-Amt, als sie nicht zahlen wollte, hatte er gemacht, weil er besser mit Ämtern reden kann (er arbeitet ja selbst in einem)...

Ich hatte gedacht, wenn man wirklich schlimmen Stress und Angst vor der Zukunft hat und einfach an manchen Sachen gar ncihts ändern kann, dann hilft es manchmal, einfach deswegen zu weinen und in den Arm genommen zu werden, damit man danach nicht mehr ganz so angespannt ist. Ich hatte gedacht, wenn mein Freund da ist und mich liebt, dann ist alles immer noch gar nicht so schlimm, dann geht es mir zwischendurch ein bisschen besser. Mehr hatte ich nicht von ihm gewollt. Wenn es Wege gibt, meine Probleme zu lösen, dann gehe ich die selber. Wenn ich einfach nur aushalten muss, drei Monate lang ultrasparsam zu leben und selbst auf Kaugummi zu verzichten, dann tue ich das. Punkt.

Aber offenbar kam das bei ihm so an, als ob er mir ständig helfen muss und zusätzlich sein eigenes Leben auch noch perfekt managen soll. Ich weiß nicht, wie und warum das so geschehen ist, dass er das so sieht. Letztendlich spielt es auch keine Rolle mehr. Er meinte, dass er nicht glaubt, dass es mit uns noch eine Zukunft hat, weil wir auf Dauer zu unterschiedlich sind.

Ich habe auch noch viel erzählt, aber das jetzt auch noch aufzuschreiben, führt mir zu weit. Oder nicht? Wir hatten mal darüber geredet, vor einem halben Jahr, dass ich innerhalb der Beziehung ziemlich unselbstständig geworden war, in Bezug auf ein eigenes Leben, eigene Hobbies, Verantwortung für mich selbst. Da hatte ich wieder angefangen, mehr mit meinen eigenen Freunden zu unternehmen, meine alten Hobbies wieder mehr zu pflegen und bin selbstbewusster geworden. Ich habe ihm erzählt, dass wenn mein kaputtes Fahrrad seit einem Monat vor der Uni steht und ich zu faul bin, es abzuholen und zu reparieren, das ganz alleine meine Angelegenheit ist, selbst wenn ich mal darüber meckere, wie blöd die Öffis immer fahren. Selbst dann. Und dass ich trotzdem abends mal erzählen möchte, wie doof die Öffis sind, ohne damit irgendwelche Wünsche oder Aufträge an ihn zu meinen.
Solche Sachen halt.

Ich habe auch gesagt, dass ich jetzt sehr gerne weinen und zusammenbrechen würde und ihn anflehen, mich nicht zu verlassen, weil ich ihn so liebe und immer noch davon ausgehe, dass er für mich derjenige welcher ist. Aber dass ich es nicht tun werde, weil ich mir nach dem letzten Mal heulend in seinen Armen liegen geschworen hatte, meinen Stolz nie wieder so sehr zu vergessen. Ich habe ihm gesagt, dass ich vieles tun würde, um weiter mit ihm zusammen zu sein, aber nicht meinen Stolz opfern, mein Selbstbewusstsein, meine Würde, und dass ich genau aus diesem verqueren Grund auch vorher, als er ohne ein Wort dastand und darauf wartete, dass ich meine Freundinnen sitzen lasse und brav aufspringe und fahre, nicht mit gegangen war. (Das hatte ihn nämlich gestört).

Denn, so habe ich gesagt, wenn wir beide eine Zukunft haben, dann eine, in der wir gleichberechtigt sind und ich kein heulendes etwas bin, dem er aus schlechtem Gewissen den Rücken streichelt und sich innerlich immer weiter entfernt. Lieber bin ich alleine, als auf solche Art mit einem Mann zusammen, egal welchem, und erst recht nicht mit ihm, an dem ich grade seine Stärke und seine Schwäche liebe und bei dem ich von Anfang an gewusst habe, dass wir höchstens eine gleichberechtigte Partnerschaft führen können, und auf Dauer keiner, wo einer dem anderen sagt wo es langgeht oder sich unterordnet.

So habe ich geredet. Und ihn dann gebeten, ob wir eine so wichtige Entscheidung wie das Ende einer Beziehung nicht noch etwas verschieben wollen und nicht direkt im Anschluss an einen Streit fällen wollen. Heute abend zünden wir eine Kerze an und reden. Danach wollte er gestern mit mir ins Schlafzimmer zurück, aber ich bat ihn, die Nacht lieber in getrennten Betten zu verbringen. Heute morgen hat er mir über den Rücken gestreichelt. Aber das muss nichts heißen. Selbst, wenn er eine Trennung immer noch für die beste Lösung halten wird, werde ich ihm logischerweise fehlen, und ich weiß auch, dass er mich lieb hat, nach wie vor, nur nicht unbedingt eine Zukunft sieht. Ich hatte ihn gefragt, ob er mit mir zur Paarberatung gehen würde, aber das lehnt er strikt ab, da würde er sich lieber trennen, weil es ihm schon schwer genug fällt, mit mir über seine Probleme zu reden und weil er mit "psychofuzzis" schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich sehe das etwas anders, da mein bester Freund dank einer Paarberatung glücklich verheiratet statt solo ist, und mein Vater in einer solchen Institution arbeitet und ich daher mehr über die Arbeitsweise einer solchen Gesprächsberatung weiß. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird. Ist schon komisch, dass alles.

Jetzt bin ich, paradoxerweise, glücklich. Ich weiß immer noch nicht, wie das Gespräch heute abend ausgehen wird, aber ich weiß, dass vieles, was gesagt werden musste, gestern endlich gesagt wurde. Selbst, wenn ich wirklich alleine sein werde, werde ich dabei meine innere Würde zurückgewonnen haben. Und er vielleicht den Respekt vor mir, selbst wenn es nur noch seine Ex-Partnerin ist.
 

Benutzer62510  (58)

Verbringt hier viel Zeit
Drei kurze Dinge, die mir durch den Kopf gegangen sind gerade:
  • Wenn Frauen doch den Männern klar sagen könnten, wenn sie in den Arm genommen werden wollen *g*
  • So wie Du das geschrieben hast, hab ich da alle Achtung und Respekt
  • Und vor allem: ich wünsch Dir alles Gute, daß es ein glückliches Ende nimmt!
 

Benutzer42813 

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  • Und vor allem: ich wünsch Dir alles Gute, daß es ein glückliches Ende nimmt!

Das wird es - so oder so. Ich habe nämlich jetzt meinen eigenen Selbstwert wieder entdeckt. So oder so werde ich mit meinem Leben jetzt anders umgehen können. Mit ihm oder ohne ihn. Und wenigstens war ich jetzt mal gezwungen, das alles auszusprechen und mir selbst bewusst zu machen, was ich in letzter Zeit geändert habe und anders mache.

Darum ist mein Status im Moment auch bei aller Ungewissheit immer noch vergeben und glücklich.
 
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