Behindertes Kind

Abtreibung , Babyklappe, Adoption, Behalten Was würdet ihr tun ?

  • Abtreibung

    Stimmen: 20 30,3%
  • Austragen aber in die Babyklappe geben

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ich kann das Kind dann je anch Partner/in nicht behalten muss es aber schweren Herzens abgeben

    Stimmen: 0 0,0%
  • ich gebe das Kind ab und zur Adoption frei!

    Stimmen: 1 1,5%
  • Ich/wir kommen damit nicht alleine Klar und hohlen uns Hilfe vom Jugendamt

    Stimmen: 1 1,5%
  • Es ist abhängig wie schwer die Behinderrung wird.

    Stimmen: 29 43,9%
  • Das Kind austragen und ebenso wie jeden anderen kleinen Menschen behandeln.

    Stimmen: 15 22,7%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    66

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Das hängt für mich sehr stark von der Behinderung ab. Je nach dem ist es auch eine Option, das Kind zu bekommen, und dann einfach medizinische Hilfe fürs Überleben abzulehnen wenn sich nach der Geburt herausstellt, dass die Behinderung sehr schwerwiegend ist. Vielleicht ist das beruflich bedingt, aber ich habe schon viele Menschen gesehen bei denen es sehr zweifelhaft war ob die eine erträgliche Lebensqualität haben, und trotzdem musste man um jeden Preis alles herausholen. Das käme für mich dann eher nicht in Frage. Ich glaube, ich könnte wahrscheinlich besser trauern nach einer Geburt, wenn das Kind dann an der Erkrankung verstirbt, als wenn ich es abtreiben lassen würde. Das hinge aber - wie gesagt - auch sehr stark von der entsprechenden Behinderung ab.
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Ich bin ein wenig in Sorge, weil inzwischen Behinderung kein Umstand mehr ist, sondern durch pränatale Diagnostik zur statistischen Kenngröße wird.
Behinderung wird somit zum statistischen Risiko und final dürfte wohl die Frage stehen, ob dies "denn noch sein muss".

Es wäre viel wichtiger die Debatte von der anderen Seite zu führen: Was brauchen Eltern, um sich auf ein behindertes/ erkranktes Kind einzulassen. Stattdessen wird darüber zumindest indirekt debattiert, ob ein Leben Lebensqualität habe. Alleine diese Frage aufzuwerfen ist für mich problematisch.#

Warum soll aber eine Gesellschaft, die sich immer mehr selbst optimiert, in diesem Fall anders denken als bei hängenden Brüsten.

Es debattiert sich sehr leicht über dieses Thema, wenn die Frage theoretisch bleibt
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Warum soll aber eine Gesellschaft, die sich immer mehr selbst optimiert, in diesem Fall anders denken als bei hängenden Brüsten.
Polemischer ging es nicht, oder?
Ich finde den Vergleich nicht nur pietätlos, sondern schlichtweg unangebracht und absolut unempathisch.

Mir fehlen da gerade echt die Worte, wie du Hängebrüste mit einem Kind mit Behinderungen vergleichen kannst. Schockierend, da von Optimierung zu sprechen.
 

Benutzer164024 

Benutzer gesperrt
Nur weil andere bestimmen können, dass ein Mensch mit Behinderungen leben darf, muss das nicht bedeuten, dass es die richtige Entscheidung war.

Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du dich gerade indirekt für eine Legalisierung der Sterbehilfe aus. Jeder Mensch soll selbst bestimmen können, ob er leben möchte, auch wenn er sich nicht selbst töten kann. Richtig?

Du meinst mit dem Satz vermutlich, dass es fraglich ist, ob der Mensch mit Behinderung selbst dieselbe Entscheidung getroffen hätte wie die Eltern, als sie über Abtreibung nachgedacht haben. Er konnte ja nicht gefragt werden damals.

Man kann deinen Satz nämlich auch so verstehen, und dann finde ich es problematisch, dass Dritte über das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen entscheiden dürfen. In dem Kontext meinst du sicherlich: "Nur weil andere bestimmen können, dass ein Kind mit Beeinträchtigung zur Welt gebracht wird, ..."

Oder?

ob ein Leben Lebensqualität habe. Alleine diese Frage aufzuwerfen ist für mich problematisch.

Da stimme ich zu.

Warum soll aber eine Gesellschaft, die sich immer mehr selbst optimiert, in diesem Fall anders denken als bei hängenden Brüsten.

Den Vergleich finde ich jedoch problematisch. Ich stimme dir aber zu, dass die Energie, die für die Entwicklung von Therapien gegen hängende Brüste investiert wird, wesentlich besser aufgehoben ist beim Abbau von Barrieren und anderen Optimierungen, die man Menschen mit Behinderung zukommen lassen könnte. Ich vermute, dass du das auch gemeint hast.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Die Frage, ob Leben Lebensqualität hat ist nicht problematisch, sondern eine sehr sehr wichtige Frage. Nicht ausschliesslich bei Behinderten, sondern insbesondere bei allen Leuten die eine chronische Erkrankung haben. Leben nur um des Lebens willen ist auch massiv grausam, wenn das Leben keine Lebensqualität mehr hat. Natürlich ist es immer schwierig, das von aussen zu beurteilen, aber eine Diskussion darüber ist durchaus angebracht und wichtig um zu wissen, was die möglichen nächsten Schritte sein sollten.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Nun ja wir dürfen uns da nicht erheben und Gott spielen wollen. Ich finde Sterbehilfe schon alleine sehr Problematisch . Euthanasie (Nach dem Griecheichen Philosophischen Bild ) ist ja nichts Anderes!

Alleine hier sieht man wie weit es auseinander geht die eine sagen: Egal welche Behinderung : abtreiben, die anderen wieder wenns nicht allzu einschneident und qualvoll fürs Kind wird austragen. Dann gibt es weitere Unterarten.


Nhemnen wir mal rein hypothetisch an: Mutter/Vater/Paar (Username einsetzen) entscheiden sich zur Abtreibung weil der Arzt was von Geringer Lebenserwartung schwafelt höchstens 12 Jahre. 3 Jahre später kommt eine Gentheraphie auf den Markt die , das Syndrom eigentlich negiert.

Wie würdet ihr euch fühlen in der Situation , nicht mal dem Kind die Chance gegeben zu haben ?
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde Sterbehilfe schon alleine sehr Problematisch . Euthanasie (Nach dem Griecheichen Philosophischen Bild ) ist ja nichts Anderes!
stop!hier musst du differenzieren und spezifizieren,um welche art von euthanasie es sich handelt.meine bachelorarbeit hatte daher zb den titel: "Die Legitimation freiwilliger und aktiver Euthanasie nach Peter Singer". die euthanasie,von der in meiner arbeit die rede ist,hat somit natürlich nichts mit zb der euthanasie im holocaust zu tun.
aber natürlich sind solche ethischen fragestellungen sehr anspruchsvoll und komplex.
aber euthanasie ist hier ja nicht das thema, verstehe aber,warum da jetzt darauf kommst.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Es geht ja nicht mal um Sterbehilfe, sondern um "muss ich wirklich jedem Menschen alle Operationen und Behandlungen ermöglichen die es irgendwie gibt". Ganz viele der schwerst behinderten Kinder würden auf "natürlichem" Wege ohne medizinische Interventionen von selber in der Kindheit sterben. Das finde ich durchaus akzeptabel. Euthanasie für Fremde finde ich... sehr schwierig.

Das Gleiche ist es mit den sonst chronisch kranken Leuten. Es ist irgendwann durchaus vertretbar nicht mehr jede Lungenentzündung zu behandeln, etc.pp. und damit halt dann der Natur ihren Lauf zu lassen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Jeder Mensch soll selbst bestimmen können, ob er leben möchte, auch wenn er sich nicht selbst töten kann. Richtig?
Ja. Und diese Option haben eben vielen Menschen mit Behinderungen nicht. Oder ältere Menschen, die an schwerer Demenz erkrankt sind.

Ich habe diese Einstellung nicht von ungefähr. Ich arbeite seit 5 Jahren ausschließlich mit Menschen mit (schweren) Behinderungen, bin selber im Förderbereich tätig. Ich arbeite also mit den Menschen, die eine engmaschige Betreuung brauchen.

Ich habe damals auch ein Praktikum in einem Altersheim gemacht. Auf der Demenzabteilung. Ich habe Dinge gesehen und gehört, die mich so tief erschüttert haben, dass ich zu dem Thema mittlerweile eine sehr gefestigte Meinung habe.
dass Dritte über das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen entscheiden dürfen.
Machen wir uns mal nichts vor. Je beeinträchtigter der Mensch, desto mehr wird er von Anderen beeinflusst. Manchmal mit dem Bewusstsein, dass es passiert, aber oft eben nicht, weil er die Komplexität gar nicht überblicken kann.

Nun ja wir dürfen uns da nicht erheben und Gott spielen wollen.
Und das tun wir nicht, in dem wir dem Kind ein Leben schenken, welches es vielleicht nie haben wollte? Wenn ich sehe wie mein Kind leidet, weil ICH wollte, dass es lebt, was ist es dann, außer Egoismus?

Wenn Sterbehilfe legalisiert wäre, würde ich noch einmal über Abtreibung nachdenken. Aber würde es trotzdem abwägen.

Blöd nur, wenn das eigene Kind sich nicht so komplex mitteilen kann. Geschweige denn sprechen kann. Was mache ich dann?
Dann läge die Entscheidung wieder bei mir.

Und ein Kind, welches ich schon im Arm hielt, gehen zu lassen, wäre definitiv schwieriger, als es ungesehen abtreiben zu lassen. Das gebe ich auch ehrlich zu.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es geht ja nicht mal um Sterbehilfe, sondern um "muss ich wirklich jedem Menschen alle Operationen und Behandlungen ermöglichen die es irgendwie gibt". Ganz viele der schwerst behinderten Kinder würden auf "natürlichem" Wege ohne medizinische Interventionen von selber in der Kindheit sterben.
das wiederum entspricht passiver euthanasie,ist also faktisch auch sterbehilfe.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Gezielte Abtreibung ob durch unterlassen oder aktive Abtreibung ist ja auch eine gewisse Art der Sterbehilfe.
stop!hier musst du differenzieren und spezifizieren,um welche art von euthanasie es sich handelt.meine bachelorarbeit hatte daher zb den titel: "Die Legitimation freiwilliger und aktiver Euthanasie nach Peter Singer". die euthanasie,von der in meiner arbeit die rede ist,hat somit natürlich nichts mit zb der euthanasie im holocaust zu tun.
aber natürlich sind solche ethischen fragestellungen sehr anspruchsvoll und komplex.
aber euthanasie ist hier ja nicht das thema, verstehe aber,warum da jetzt darauf kommst.
Des weiteren schrieb ich ja gezielt vom Griechischen Gedanken !
[doublepost=1485798814,1485798573][/doublepost]
Ja. Und diese Option haben eben vielen Menschen mit Behinderungen nicht. Oder ältere Menschen, die an schwerer Demenz erkrankt sind.

Ich habe diese Einstellung nicht von ungefähr. Ich arbeite seit 5 Jahren ausschließlich mit Menschen mit (schweren) Behinderungen, bin selber im Förderbereich tätig. Ich arbeite also mit den Menschen, die eine engmaschige Betreuung brauchen.

Ich habe damals auch ein Praktikum in einem Altersheim gemacht. Auf der Demenzabteilung. Ich habe Dinge gesehen und gehört, die mich so tief erschüttert haben, dass ich zu dem Thema mittlerweile eine sehr gefestigte Meinung habe.
Machen wir uns mal nichts vor. Je beeinträchtigter der Mensch, desto mehr wird er von Anderen beeinflusst. Manchmal mit dem Bewusstsein, dass es passiert, aber oft eben nicht, weil er die Komplexität gar nicht überblicken kann.


Und das tun wir nicht, in dem wir dem Kind ein Leben schenken, welches es vielleicht nie haben wollte? Wenn ich sehe wie mein Kind leidet, weil ICH wollte, dass es lebt, was ist es dann, außer Egoismus?

Wenn Sterbehilfe legalisiert wäre, würde ich noch einmal über Abtreibung nachdenken. Aber würde es trotzdem abwägen.

Blöd nur, wenn das eigene Kind sich nicht so komplex mitteilen kann. Geschweige denn sprechen kann. Was mache ich dann?
Dann läge die Entscheidung wieder bei mir.

Und ein Kind, welches ich schon im Arm hielt, gehen zu lassen, wäre definitiv schwieriger, als es ungesehen abtreiben zu lassen. Das gebe ich auch ehrlich zu.
Das ist ja gerade die moralische Zwickmühle der ganzen Sache !
 

Benutzer158340 

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Die frage aber ist, wer entscheidet das dann und inwieweit darf derjenige das entscheiden? Um es auf die Spitze zu treiben: Wenn die Oma Alzheimer hat, darf ich die dann erschießen?

Genau das ist ja das schwierige an dem ganzen Thema: Wer entscheidet - nein, wer kann wirklich und objektiv entscheiden - wann ein Leben lebenswert ist und wann nicht?
`Wenn man für sich selbst entscheidet, dass das eigene Leben nicht mehr Lebenswert ist, da bin ich glaube ich ganz bei dir, Mrs. Brightside Mrs. Brightside , dass es dann möglich sein sollte, das zu beenden. Wenn man sich eben selbst nicht ins Messer stürzen kann, weil man sich nicht bewegen kann, dann muss da Hilfe von Außen zumindest straffrei sein, finde ich auch.
Aber wie kann irgendein Mensch diese Entscheidung für einen anderen Menschen treffen? Soll es da wirklich legal sein, das zweijährige Kind zu töten, weil es eine Behinderung hat und die Eltern das als nicht lebenswert ansehen? Wer zieht da bitte wo die Grenze?

Tut mir leid, aber DA bin ich ganz entschieden dann dagegen. Das ist mir einfach sehr viel zu nah an der "Philosophie" des Dritten Reiches dran, das einfach mal pauschal behindertes Leben als nicht lebenswert deklariert hat.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
das wiederum entspricht passiver euthanasie,ist also faktisch auch sterbehilfe.

Natürlich ist es per se auch eine "Sterbehilfe", allerdings etwas ganz anderes als jemanden aktiv zu euthanasieren. Ich halte es nicht für eine Pflicht, jeden Menschen um jeden Preis möglichst lange am Leben zu lassen, sondern eher als nötig, dass ein Mensch durchaus auch seinen Wunsch nach medizinischen Massnahmen aussprechen kann. Der Rest ist dann einfach Natur.
 

Benutzer140332  (33)

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Aber wie kann irgendein Mensch diese Entscheidung für einen anderen Menschen treffen?
Weißt du wie viele Menschen mit einer Schwerstmehrfachbehinderung nicht sprechen können? Eher lautieren? Oder nur nonverbal kommunizieren? Wenn dann zusätzlich noch eine schwere geistige Behinderung vorliegt, meinst du da wäre eine Grundlage für einen selbstbestimmten Suizid/Wunsch nach Sterbehilfe?

Das ist mir einfach sehr viel zu nah an der "Philosophie" des Dritten Reiches dran, das einfach mal pauschal behindertes Leben als nicht lebenswert deklariert hat
Es geht hier nicht um alle Behinderungen. Da liegt der Unerschied.

Was sich Menschen mit Behinderungen tagtäglich von ihren Betreuern/Eltern/gesetzlichen Betreuern gefallen lassen müssen, ohne sich wehren zu können, ist wirklich erschreckend.
Was ich in meiner Arbeit für Machtspiele sehe, das ist wirklich schockierend. Man hat sich also für das Kind mit Behinderung entschieden und formt es sich, wie man es gerne hätte.

Da kann ich nur zynisch werden. Natürlich sind nicht alle so, aber viel zu viele. :schuettel:
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was sich Menschen mit Behinderungen tagtäglich von ihren Betreuern/Eltern/gesetzlichen Betreuern gefallen lassen müssen, ohne sich wehren zu können, ist wirklich erschreckend.
Was ich in meiner Arbeit für Machtspiele sehe, das ist wirklich schockierend. Man hat sich also für das Kind mit Behinderung entschieden und formt es sich, wie man es gerne hätte.
Ja, aber da dann als Konsequenz sagen "Dann lieber umbringen"... DEN Schritt kann ich halt nicht mitgehen. Das ist für mich einfach die Konsequenz in die falsche Richtung gezogen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Ja, aber da dann als Konsequenz sagen "Dann lieber umbringen"... DEN Schritt kann ich halt nicht mitgehen. Das ist für mich einfach die Konsequenz in die falsche Richtung gezogen.
Ich denke, wenn man genug Menschen hat Leiden sehen, tagtäglich, ändern sich Einstellungen.

Ich erinnere mich noch heute an die alte Frau in der Demenzabteilung, die alle 30 Sekunden nach ihrem verstorbenen Mann gefragt hat. Alle 30 Sekunden. Egal was du ihr geantwortert hast, sie hatte es danach wieder vergessen. Und leider war auch ihr Langzeitgedächtnis betroffen. Diese Frau hatte nur noch diese 30 Sekunden in ihrem Leben.

Ich weiß noch bis heute wie sie hieß, wie sie aussah und wie ihre Stimme klang. Das ist jetzt 16 Jahre her.
 

Benutzer15049  (35)

Beiträge füllen Bücher
Ich denke, wenn man genug Menschen hat Leiden sehen, tagtäglich, ändern sich Einstellungen.

Ich erinnere mich noch heute an die alte Frau in der Demenzabteilung, die alle 30 Sekunden nach ihrem verstorbenen Mann gefragt hat. Alle 30 Sekunden. Egal was du ihr geantwortert hast, sie hatte es danach wieder vergessen. Und leider war auch ihr Langzeitgedächtnis betroffen. Diese Frau hatte nur noch diese 30 Sekunden in ihrem Leben.

Ich weiß noch bis heute wie sie hieß, wie sie aussah und wie ihre Stimme klang. Das ist jetzt 16 Jahre her.
Also ich arbeite ja auch sehr viel mit Demenzerkrankten und sehe natürlich auf häufig zu wie diese erst entsteht. Schlimmer haben es die Leute, die noch merken, dass sie langsam den Verstand verlieren. Die in den späteren Stadien, die wirklich sofort vergessen, was man eben besprochen hat, sind eher die, die sich dafür darüber begeistern können, dass die Sonne scheint oder ein Schmettering vobeifliegt. Wünscht sich natürlich niemand so ein Leben, aber ich zB. stelle mir das angenehmer vor, als bei vollem Verstand meine Körperfunktionen zu verlieren (zB bei MS).

Ich würde niemals eine Fruchtwasseruntersuchung oder sowas machen lassen. Von daher würde ich wohl sowieso viel zu spät von einer Behinderung erfahren und das Kind auf jeden Fall bekommen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Off-Topic:
Wünscht sich natürlich niemand so ein Leben, aber ich zB. stelle mir das angenehmer vor, als bei vollem Verstand meine Körperfunktionen zu verlieren (zB bei MS).
Das Locked-in-Syndrom wäre mein Alptraum. Als ich "Schmetterling und Taucherglocke" gelesen habe, habe ich wirklich Beklemmungen bekommen. Das hat mir fast den Hals zugeschnürt.
 

Benutzer163957 

Öfters im Forum
Off-Topic:
Des weiteren schrieb ich ja gezielt vom Griechischen Gedanken !
Gibt es denn einen einheitlichen griechischen Gedanken zur Euthanasie? Und unterscheidet sich die damalige Auffassung von "Menschenwürde" nicht ein bisschen zu stark von unserem heutigen Begriff, als das man Gedanken zu aktiver/passiver Sterbehilfe heute übernehmen kann?
Allein bei Platon finden sich in "Staat" und "Gesetz" widersprüchliche "eugenische Modelle", die zu einem physisch und intellektuell geeigneten Nachkommenschaft führen sollen.
Die Aufgaben der Medizin besteht bei ihm darin, die Gesundheit eines Kranken wiederherzustellen, aber nicht darin, Patienten zu behandeln, die niemals geheilt werden können. Und er hat auch ein Menschenbild, in dem der Sinn eines Menschenlebens oder die "Menschenwürde" stark abhängig von dem "Nutzen" ist, die dieser Mensch in der Polis erfüllt, der nicht mehr gegeben ist, wenn der Großteil seiner Zeit und Sorge einer einschränkenden Krankheit gilt, bzw. dessen Behandlung.
Trotzdem redet er einmal davon, dass "missgebildete" Neugeborener getötet werden sollen, oder aber an anderer Stelle davon, dass "ungeeignete, schwachen und verkrüppelten Nachkommen" an niedrigere Schichten oder eine andere Polis übergeben werden sollen - was dann ja doch einen großen Unterschied macht.

(Edit. ich habe über die bioethischen Ansichten Platons mal ein Referat gehalten, deswegen kann ich mich da noch halbwegs erinnern, die Ansätze anderer Philosophen/philosophischer Richtungen müsste ich jetzt erst nochmal nachlesen...)
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wieso gibt es die Antwort: "Das Kind austragen und ebenso wie jeden anderen kleinen Menschen behandeln." nicht?

Ich habe "kommt auf die Schwere der Behinderung an" gewählt. Im Einzelfall weiß man doch erst, wie man reagiert, wenn es dazu kommt, insofern kann ich gar nicht sagen, bei welcher "Schwere" der Behinderung ich die Grenze setzen würde. Ein Kind, das geboren wird, würde ich aber genauso behandeln, wie ein nicht behindertes Kind. Jedes Kind hat so seine speziellen Bedürfnisse, dieses hätte eben ein paar mehr.
Ein Kind erst zu bekommen, um es dann wegzugeben, käme für mich nicht in Frage
 
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