Behinderter Sex

Benutzer159670  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Liebe User:innen,
Ich bin nach einem Unfall vor zwei Jahren inzwischen immer stärker körperlich eingeschränkt. Früher hatten mein Partner und ich sehr schönen Sex, haben gemeinsam gern was ausprobiert und hatten Spaß daran.
Das ist nun anders. Aufgrund meiner Einschränkungen gehen nur noch drei Stellungen. Orgasmen nur selten mal mit Satisfyer. Masturbieren funktioniert auch nicht mehr (ich brauche dafür Körperspannung, die ich gar aufbauen kann, die aber zu noch stärkeren Schmerzen führt).
Der Sex, den wir haben, ist ist nicht schlecht - aber es ist quasi immer dasselbe. Es ist langweiliger geworden.

Ich frage mich, ob es hier vll anderen auch so oder ähnlich geht - also sexuelle Wünsche zu haben, die wegen körperlicher Grenzen kaum oder nicht erfüllbar sind. Austausch mit anderen betroffenen wäre z.B. schön. Oder Ideen, wie man damit umgeht.
Ich würde die Beziehung beispielsweise gern öffnen (Monogamie ist mir nicht wichtig), denn er könnte ja guten Sex haben. Nur nicht mit mir. Das missfällt ihm aber nun, was mich sehr verunsichert. Ich fühle mich als einzige Sexpartnerin verantwortlich für seine Zufriedenheit und habe das Gefühl, dafür nicht sorgen zu können, denn meine Sexualität besteht eben aus drei möglichen Stellungen, vorausgesetzt es geht mir gerade weniger schlecht als sonst (max einmal wöchentlich), hand Job und oral sind auch kaum umsetzbar. Meistens gar nicht.
Dazu kommt noch ein Aspekt, der für mich stark mit Scham besetzt ist: ich finde mich immer unattraktiver. Ich kann keinen Sport treiben, bin unförmiger geworden und habe auch an Gewicht zugenommen. Ich bin energielos, müde, habe immer mehr Cellulite und Pickel. Mein Körper fühlt sich alt und gebrechlich an, nicht sexuell und aufregend.
Mir fällt das sehr schwer, gerade weil Sex mit früher Lebensqualität gegeben hat.
Vielleicht gibt es hier ja aber betroffene, oder einfach andere Perspektiven zum Thema "behinderter das"
Ich würde mich über ein wenig Austausch freuen!

LG, kathi
 

Benutzer174652 

Öfters im Forum
hmmm ...
die grosse herumturnerei oder dauerbereitschaft sind jetzt nicht DAS markenzeichen für "guten sex" ...
vielleicht ist für euch die zeit gekommen, euch anderen und tieferen erotischen begegnungsweisen (mit sich selbst) zuzuwenden ...
und eure (liebes)beziehung dadurch auf eine neue ebene zu heben ...
ich spreche vom tantrischen ...
beispielsweise nachzulesen hier:
www.tantra.or.at
 

Benutzer88901 

Verbringt hier viel Zeit
Ich kann Dir keinen Rat aus direkt persönlich betroffener Perspektive geben, kann aber verstehen wo Deine Gedanken herkommen.
Aber ob es nun ein Problem für ihn gibt, hängt total von seinen Präferenzen ab. Seine Reaktion deutet ja darauf hin, dass es für ihn kein großes Ding ist. Es sei denn er würde es nur aus "schlechtem Gewissen" angesichts des Unfallhintergrunds nicht ansprechen, aber so sehr musst Du ihn kennen / ihm vertrauen.

Du schreibst "...er könnte ja guten Sex haben. Nur nicht mit mir". Das sehe ich so nicht. Eine Ex von mir hätte viele Stellungen "gekonnt", wollte aber nur zwei. Der Sex war trotzdem super. Auch wie oft man Sex für ein erfülltes Sexualleben will, ist individuell total verschieden. Hängt alles an den indiviuellen Bedürfnissen Deines Partners (und mindestens genauso wichtig: an Deinen). Wenn Dein Partner täglich Sex in 12 Stellungen wollte, gäbe es ein Problem (für das Du aber nichts kannst und an dem Du auch nicht wirklich was ändern kannst). Viel wahrscheinlicher ist dass er Dich mag wie Du bist.

Zu Deinem anderen, "optischen" Problem: fast jede/r macht sich früher oder später Gedanken über Gewichtszunahme, Cellulite, Glatze, Falten etc. Meist stört es den Partner gar nicht so. Und wenn es Deinen Partner stört, wäre das Problem ohnehin gekommen, nur vielleicht etwas später ohne den Unfall.
Meine Frau sieht auch nicht mehr aus wie mit Anfang zwanzig. Aber ich finde sie genauso heiß und der Sex ist eigentlich sogar noch besser dadurch dass man sich viel besser kennt.
 

Benutzer175418  (39)

Öfters im Forum
Ich weiß genau worauf du hinaus willst.
Ich kann zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich leide an einer Erkrankung die es mir eventuell irgendwann einmal schwer bis unmöglich machen könnte Sex zu haben.
Oft habe ich schon darüber nachgedacht was dann wäre. Wie es für meinen Mann wäre, oder für mich.
Eigentlich hoffe ich das es nie soweit kommt, oder das mein Mann dann sagt "alles easy, no problem"
Ob das so sein wird? Keine Ahnung.
Bisher bin ich allerdings noch zu keiner wirklichen Lösung des Problems gekommen.
Werde es wohl auf mich zukommen lassen.
 

Benutzer182935 (27)

Ist noch neu hier
Wie unzufrieden ist er denn mit dem Zustand eures Sexlebens?
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Mich würde auch interessieren, wie dein Partner die Situation und Veränderungen empfindet.
 

Benutzer176818 

Sorgt für Gesprächsstoff
Liebe K Kathi85 ,

vielen Dank, dass Du Deine Situation schilderst und uns an Deinen Gedanken teilhaben lässt. In unserer auf Erfolg, Wachstum und Autonomie ausgerichteten Gesellschaft ist es gar nicht so einfach darüber zu sprechen, dass man in einem so wichtigen Lebensbereich frühere Möglichkeiten unwiderrufbar verloren hat, beim Auskosten der zur Verfügung stehenden Freiheiten nicht mehr mithalten kann und auf andere angewiesen ist.

Du schreibst davon, dass Du heute körperlich gesehen nur sehr eingeschränkt Sexualität ausleben kannst. Und dabei auch noch auf das Mitwirken Deines Partners angewiesen bist. Es scheint aber etwas zu geben, was Dir dennoch etwas gibt. Mich würde sehr interessieren, was Du innerhalb dessen, was noch möglich ist, am meisten genießen kannst.
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Ich hatte schon Sex mit einer dreistelligen Anzahl Frauen .... und ich habe schon x-verschiedene Stellungen durch .... außerdem jede Menge Sexspielzeuge ausprobiert.

Trotzdem besteht mein Sexleben aus "kein Spielzeug", "an Stellungen nur Missio und Doggy" und ich habe Sex am Liebsten mit einer einzigen Frau.

Du solltest Dir also weniger Gedanken darum machen, das Du ihm keine "Vielfalt" mehr geben kannst ... sondern schauen, ob für ihn das Sexleben befridigend ist. Das kann es durchaus sein. Und dann würdest Du quasi ein Problem herbeireden, wo überhaupt keins ist ....
 

Benutzer176818 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich hatte schon Sex mit einer dreistelligen Anzahl Frauen .... und ich habe schon x-verschiedene Stellungen durch .... außerdem jede Menge Sexspielzeuge ausprobiert.

Trotzdem besteht mein Sexleben aus "kein Spielzeug", "an Stellungen nur Missio und Doggy" und ich habe Sex am Liebsten mit einer einzigen Frau.

Ich bin beeindruckt. Wie kam es bei Dir zu dieser Veränderung? Gab es bei Dir auch ein äußeres Ereignis, wie bei der Themenerstellerin? Und wie haltet ihr beide das mit der von K Kathi85 angesprochenen Exklusivität?
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Ich bin beeindruckt. Wie kam es bei Dir zu dieser Veränderung? Gab es bei Dir auch ein äußeres Ereignis, wie bei der Themenerstellerin? Und wie haltet ihr beide das mit der von K Kathi85 angesprochenen Exklusivität?

Ich wurde einfach immer älter. Und je mehr Zeug ich ausprobiert habe, desto mehr merkte ich "dass das auch nicht wirklich was anderes ist". Ich mag es gern, der Frau in die Augen zu schauen und sie zu küssen. Das geht in der Missio am Besten. Und wenn das Hinterteil schön ist, gern noch Doggy. Den ganzen Rest brauche ich nicht ...

Persönlich habe ich keinen exklusiven Sex, weil ich nicht in einer Beziehung bin. Aber es würde mir nichts ausmachen, den Rest meines Lebens nur noch mit einer Frau Sex zu haben. So gesehen bräuchte ich vermutlich gar keinen Sex mehr. Streicheln ... Küssen, Umarmungen ... mit einer Frau die man liebt. Ob da jetzt noch 14 cm von mir schnell rein und raus flutschen ... who cares?
 
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