Beherrscht von Zwängen

Benutzer90495 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo an alle,

ich möchte heute hier gerne etwas loswerden, was mich schon seit einiger Zeit belastet.
Ich bin schon immer von Zwängen beherrscht worden. Ziemlich ausgeprägt waren bei mir immer Ordnungs-, Kontroll- und Sauberkeitszwang. Damit konnte ich ja bisher immer noch ganz gut leben, es gibt allerdings einen Zwang, der macht mir Sorgen.
Und zwar kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass ich das Gefühl habe, stehlen zu müssen. Diesen Zwang habe ich allerdings nicht dauerhaft, sondern meistens dann, wenn es mir seelisch sehr schlecht geht. Am Anfang habe ich noch immer stark versucht, dem standzuhalten, aber der Zwang wurde irgentwann so stark, dass ich mich nicht mehr beherrschen konnte. Die erste Hürde jedoch überwunden, ging es später immer leichter, und seltsamerweise hatte ich im Laufe der Zeit auch hinterher keine Gewissensbisse mehr. Im Gegenteil, ich habe mich immer sehr sehr erleichtert gefühlt, so als wenn eine große Last von mir abgefallen wäre. Jetzt habe ich es schon länger nicht mehr getanund dennoch plagen mich heute Schuldgefühle und auch die Angst, der Zwang könnte wiederkommen, weil es mir zur Zeit wieder recht schlecht geht. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situtation umgehen kann und wie ich mich verhalten soll. Vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich? Ich wäre Euch sehr dankbar.

Liebe Grüße

H. Golightly
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Warst du damit mal bei einem Psychologen?

So eine Zwangsstörung lässt sich ja im Normalfall nicht mit reden und Selbsttherapie in den Griff kriegen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Puh... Der einzige Tipp den ich Dir da geben kann, ist Dir professionelle Hilfe zu suchen, sprich: Einen Therapeuten. Ich glaube nicht dass wir Laien hier im Forum Dir wirklich dabei helfen können, Deine Zwänge und ungute Verhaltensmuster loszuwerden - dazu sitzen deren Ursachen meist zu tief, die Veränderung solcher Verhaltensmuster ist denke ich nur über eine Therapie erreichbar - vermutlich wäre Verhaltenstherapie da der richtige Ansatz.

EDIT: Hier gibt's auch ein paar Literaturtipps zum Thema Zwangsstörungen. Der ein oder andere könnte als Ergänzung zu einer Therapie durchaus hilfreich sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer119444 

Verbringt hier viel Zeit
geh zum Doc und sag ihm: "Ich brauche dringend Hilfe, sonst bin ich dabei, mein Leben kaputt zu machen"
klingt jetzt hart, aber es scheint so zu sein.... ich wünsch Dir viel Glück auf dem Weg..... und gute Besserung...
 

Benutzer90495 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo an alle,

danke erstmal für Eure Antworten. Ich habe bereits eine Therapeutin gefunden, muss dazu sagen, hatte erst 3 Gesprächstermine. Den letzten hatte ich erst Montag und vorher die beiden das war schon vor einiger Zeit, das waren so ne Art Vorstellungstermin, d. h. so richtig konnte ich noch nicht wirklich zu den eigentlichen Problemen arbeiten, dafür war die Zeit zu kurz. Ist ja in den ersten Gesprächer auch erstmal ein kennenlernen, ob man zusammen arbeiten kann. Hatte vorher auch schon eine Therapeutin, kam aber garnicht mit ihr zurecht. Die Suche nach einem Therapieplatz lief bei mir seit Ende 2010, also doch recht lang. Bei dieser Therapeutin hatte ich dann irgentwann Glück, dass sie ganz neu Anfing und noch Plätze zu vergeben waren. Oftmals hatte ich Wartezeiten über ein Jahr oder die Wartelisten waren bereits voll.
Ja, das war auch immer meine Sorge, dass ich mir meine Zukunft verbaue. Bisher hatte ich allerdings mehr Glück als Verstand und habe "nur" eine Anzeige wegen Ladendiebstahl bekommen, wobei das Verfahren aber auch eingestellt worden ist, da es nur ein ganz geringwertiger Gegenstand war. Es geht mir ja auch nicht darum, mich zu bereichern, das habe ich auch nicht nötig. Bislang bin ich immer noch imstande gewesen, mir so ziemlich das, was ich mir wünschte, auch leisten zu können. Jeder hat ja auch unerfüllte Wünsche, aber darum ging es mir nicht, diese zu befriedigen. Ich habe eh immer nur Dinge geklaut, wo ich wusste, dass ich damit keinen großen Schaden anrichte, denn das wollte ich den Leuten nicht antun.
Trotzdem war es nicht in Ordnung, das weiß ich, und ich schäme mich heute noch dafür, dass ich mich niemals dazu bekannt habe und mich nicht entschuldigt habe. Das ist echt kein gutes Gefühl.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend,

liebe Grüße

H. Golightly
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich kann schon verstehen, dass du das nicht offen vor der Geschäftsleitung zugibst. Wenn es wirklich nur kleine Beträge sind, ist ihnen damit auch nicht sooo viel geholfen, aber dir kann es u.U. eine Menge Scherereien einbringen.

Es ist gut, dass du ja jetzt Glück mit dem Therapeutenplatz hattest, dann wünsche ich dir auch, dass du gut mit ihr auskommst.

Ich glaube, so viel Rat kann man dir eigentlich jetzt gar nicht geben, außer die Therapie durchzuziehen. Dafür wünsche ich dir alles Gute!
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
bis du das anderweitig geregelt kriegst, wie wäre es mit einer "umleitung"?

klau nicht aus läden, sondern z.b. rosen aus dem park oder obst von den nachbarn - das gibt maximal nen rüffel und man hat noch was schönes davon - was man sich so nichtmal kaufen kann.
 

Benutzer90495 

Verbringt hier viel Zeit
Hi an alle,

danke für Eure Antworten. Hmmm, Nevery, das ist gar keine so schlechte Idee, wir haben einen schönen Park, in dem es wunderschöne Blumen gibt. Habe mir davon auch mal welche abgebrochen, allerdings nur, weil ich ihren Duft so sehr liebte, hatte nicht wirklich damit was zu tun, dass ich sie klauen musste. Wenn ich z. B. so durch den Park spaziere und die Sonne und die schönen Blumen und Bäume um mich herum habe, verspüre ich nie den Drang, etwas Unrechtes zu tun. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, dort Leute zu beklauen oder so. Dort fühle ich mich frei, kann ganz ich selbst sein und einfach die Natur um mich herum genießen. Es darf mich nur niemand stören, ich rede nicht gerne mit anderen Menschen, weil mir die Menschen zu anstrengend sind. Ich komme in ihrer Welt nicht zurecht. Oh, das hätte ich vielleicht am Anfang erwähnen sollen, ich bin Autistin und befinde mich die meiste Zeit in meiner eigenen Welt. Wenn ich dort leben kann, geht es mir gut. Werde ich allerdings darin gestört oder muss über längeren Zeitraum in die Außenwelt, bin ich sehr schnell so stark überfordert, dass ich vollkommen am Rad drehe und dann eben auch irgentwo den Druck ablassen muss. Das geschieht meist durch totale Überdrehtheit, Schreien, ausrasten usw. Ich weiß nicht, ob das Stehlen vielleicht auch nur eine Form des Stressabbaus ist, mir geht es hinterher jedenfalls immer besser. Ich fühle mich erleichtert und beruhigt.
Am besten geht es mir, wenn alles in geregelten Bahnen verläuft, alles geordnet ist und alles im gleichmäßigen Tempo voran geht. Das ist nun leider seit ein paar Monaten nicht mehr der Fall, im Mai ist mein Onkel gestorben, ein Mensch, der mir immer sehr nahe stand, und bei ihnen ich mich immer wie in einem zweiten Zuhause gefühlt habe. Meine Tante liegt zur Zeit im Krankenhaus und wird nächste Woche am Darm operiert, bei ihr wurde ein Krebsgeschwür festgestellt. Die Trauer um meinen Onkel und die neue Sorge um meine Tante machen mich ganz verrückt, ich schlafe keine Nacht mehr und stehe so unter Strom, ich hab echt das Gefühl, ich sitz auf nem Pulverfass... Ich bin total überdreht und dreh total am Rad...
Deshalb habe ich auch jetzt solche Angst, dass ich wieder anfange...

Ich wünsche Euch trotzdem einen schönen Abend,

liebe Grüße von Eurem verrückten Huhn

H. Golightly

(Der Name passt, sie war genauso verrückt, wie ich :rolleyes:)
 
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