Auszug - Jetzt kommt die Panik

Benutzer41875 

Benutzer gesperrt
Wow,
ich sitze hier im Moment und bekomme die totale Panik.
Ich ziehe am Sonntag endgültig aus meinem Elternhaus aus und zwar 500 km weit weg. Ich fange ein Studium an einer unglaublich tollen und sehr sehr guten Uni an, die für mich persönlich die beste Form des Studiums in meinem Fach anbietet. Eine wahnsinns Chance für mich. Beende nach einem Jahr meine Fernbeziehung, da ich wieder ganz in seine Nähe ziehe und wir wieder so zusammen sein können wie früher. Komme endlich aus meinem so verhassten Kaff weg. Ich hab hier so viel scheiße durchgemacht, fühle mich eingeengt und passe auf keinen Fall hier her. Ich bekomme jetzt die Chance endlich mein Leben zu leben wie ich es möchte. Einen Neuanfang zu starten, Freunde zu finden, Mich selbst zu finden, Dinge zu machen, die ich schon immer wollte.
Und trotzdem, ich schiebe hier gerade eine furchtbare Panik.
Die letzten Wochen waren einfach so wunderbar. Ich hab mich unglaublich wohlgefühlt, mich super mit meiner Mutter und sogar mit meinem Vater verstanden (das ist sonst nicht der Fall, kann man auch in meinen anderen Themen nachlesen). Ich hab jede Menge Sachen unternommen. Und jetzt schießen mir Gedanken in den Kopf, ob es wirklich das Richtige ist so weit weg zu gehen. Ich hätte auch an einer Uni in der Nähe studieren können.
Ich hab so furchtbare Angst vor Heimweh. Davor, dass meine Eltern etwas passieren könnte. Davor, dass sie älter werden und irgendwann nicht mehr da sind. Ich werde meine Mutter wahrscheinlich so unglaublich vermissen. Mein Zimmer, die Vertrautheit, die Gewohnheit. Die täglichen Rituale, die dann einfach nicht mehr da sind.
Diese Gedanken lassen mich momentan nicht mehr los und bestärken meine Angst davor einen schlechten Start ins Studium zu machen. Dazu kommt noch, dass ich noch keine eigene Wohnung habe. Ich wohne vorübergehend bei meinem Freund und werde mir von dort aus was suchen. Also ich hab erstmal keine Rückzugsmöglichkeiten, kein Raum mit dem ich mich identifizieren kann. Ich hab so unglaubliche Angst, dass ich es verhaue, das mein Heimweh mich auffressen wird.
Ich bin 21 und alt genug mein eigenes Leben anzufangen. Doch trotzdem fällt es mir auf einmal so unglaublich schwer. Das ist der vorletzte Abend in meinem Zimmer, morgen der letzte Tag Zuhause. Mir ist so furchtbar schlecht und ich fühl mich grad garnicht mehr bereit dazu.
Hat irgendwer einen Rat für mich, wie ich diese Panik loswerde?
Wie ich mit meinem Heimweh klarkommen werde?
Wie ich mir den Start ins neue Leben besser machen kann?
Ich fühl mich grad so unsichet mit allem.
 

Benutzer91572 

Beiträge füllen Bücher
:knuddel:

so ist das doch vor jedem umbruch.

davor ist alles mies und sobald das tolle unbekannte realität wird, sieht man nur noch das positive im bald vergangenen. das ist total normal.

die situation mit deinen eltern ist sicher besser geworden WEIL du ausziehst. jeder von euch dachte sich sicher irgendwo unterbewusst "hey das zusammenleben dauert nimma lange, ich spar mir hier u da ein böses wort" und zack - alles besser. aber würdest du nicht ausziehen, wäre es vermutlich noch immer angespannt. mach dir das bewusst.
es ist auch normal das sich das verhältnis von kindern zu den eltern entspannt, wenn sie ausgezogen sind. war bei mir genau so.

angst vor der veränderung ist ganz normal und ich finde da kann man auch gar nichts dagegen machen. sobald du in deiner neuen wohnung stehst, durchgeatmet hast und dich zur ersten erkundungstour aufmachst, wird sich schon ein Es-wird-alles-gut-Gefühl einstellen. versprochen.
 

Benutzer98079 

Sorgt für Gesprächsstoff
das ist gar nicht so unüblich und kein grund sich sorgen zu machen. du stehst vor gleich 2 großen schritten: zum einen verlässt du das elternhaus und zum anderen beginnst du zu studieren. selbst wenn du dir alles noch so sehr gewünscht hast, so ist es normal, dass du jetzt angst hast. ich kenne sowas auch von mir und ich kann dir aus erfahrung sagen, dass das aufhört, sobald du das alles in angriff genommen hast. demnach sollte es schon ab morgen besser werden. da hast du dann erstmal so viel zu tun, dass du gar keine zeit mehr hast, dir sorgen zu machen. und schau, du hast deinen freund bei dir, eine wichtige vertrauensperson. viele beginnen ihr studium in einer fremden stadt und kennen erstmal gar keinen. das wird schon!
nach spätestens einer woche wirst du merken, dass alles so schön ist wie du es dir gewünscht hast und dann ist alle grübelei verflogen.
und selbst wenn nicht? was ist, wenn du merkst, dass alles nicht so schön ist, wie du dachtest. versuche dir den schlimmsten fall vorzustellen: du fühlst dich unwohl und schmeißt alles hin, studierst in der nähe deiner heimat weiter. na und? was meinst du, wie vielen es so geht? das wäre nicht weiter tragisch. also gar kein grund, angst zu haben.
versuche dich langsam von deiner mutter zu lösen. mit anfang 20 wird das zeit. du hast deinen freund da. mit der zeit wird er eine ebenso wichtige stelle in deinem leben einnehmen wie deine mutter/eltern. und das ist normal. was nicht heißt, dass deine eltern weniger wichtig sind oder du sie vergisst. aber all das gehört zum erwachsenwerden. es wird! hab vertrauen in dich und deine wünsche, die nun in erfüllung gehen!
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Mir geht's derzeit ganz ähnlich. Ziehe in kürze auch endgültig aus (ca. 230 km weit weg), mit meinem Freund zusammen. Und vor 3 Jahren bin ich auch zum Studieren weggezogen (ca. 100 km weit weg), da war's irgendwie auch so. Wobei ich da jedes WE nach Hause gekommen bin. Und diesmal halt c.a nur 1x im Monat. Ich kann dich sehr gut verstehen, einerseits freue ich mich total, aber ich werde meine Mutter und meine Katze und auch meinen Heimatort sehr vermissen :ashamed:
Mittlerweile habe ich mein Studium abgeschlossen und bin auf Arbeitssuche. Du hast den Vorteil, dass du auf die Uni gehst, wo du bald sehr viele Leute kennen lernen wirst, ich habe derzeit "nichts" und niemanden außer meinem Freund, was mir etwas Sorgen bereitet...weil ich in der neuen Stadt halt keinen kenne und er studiert halt und hat seine Kollegen.

Ich kann dir auch nicht wirklich was raten, aber wie du siehst bist du nicht alleine :smile:

Und du hast ja auch wenigstens deinen Freund an deinem Studienort, ich hatte niemanden, gut das ist auch nicht so zu vergleichen, da ich eh wie gesagt jedes WE nach Hause gefahren bin und ja auch genug Leute kennengelernt habe.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
erstma locker bleiben, das is alles machbar :zwinker:

das mit dem "meine mutter vermissen" kenne ich. aber mit mehr oder weniger regelmässigem telefonieren geht das dann alles. und wenn man nicht permanent aufeinanderhockt ist das im allgemeinen auch für das verhältnis untereinander von vorteil :zwinker:

ansonsten.. is he zu spät, dir da jetz den kopf drüber zu zerbrechen. du hast dich entschieden, jetz steh dazu und ziehs durch. wird schon schiefgehn *g*
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Es ist normal, dass man am Anfang heimweh hat, aber das vergeht ziemlich schnell. Du bist da ja auch nicht allein, du hast deinen Freund. Und wenn die Uni anfängt, bist du sowieso abgelenkt. So ein Uni-Anfang ist immer was ganz tolles, man lernt so viel Neues kennen, nette Leute, unternimmt viel und hat kaum Zeit, wirklich doll Heimweh zu haben. Und außerdem ist der Mensch ein Gewohnheitstier...man kann sich an alles anpassen und da es sogar deine Traum-Uni ist, kann doch nix mehr schief gehen :smile:
Und klar vermisst man seine Eltern, aber Anfang 20 ist doch bei den Meisten die Zeit, in der man sich löst und das ist auch gut so. Und ganz ehrlich...du hast Angst davor, dass deine Eltern älter werden und plötzlich nicht mehr sind?? Du bist doch nicht Jahrzehnte lang weg, son Studium dauert doch nur ein paar Jährchen und 500 km sind jetzt auch nicht soooo die Welt. Im Notfall kann man immer in den ICE oder in den Flieger steigen. Also...Kopf hoch und freu dich auf dein neues Leben :smile:
 

Benutzer96660  (34)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich denke ich kann dich auch beruhigen! Was du schreibst klingt doch alles sehr vielversprechend und das du dir ein bissle Sorgen vor der großen Veränderung machst ist wohl wirklich nicht ungewöhnlich.

Du wirst aber merken, dass du die nächsten Wochen so viel zu neues um die Ohren haben wirst und so viele neue Menschen kennen lernst, dass für Heimweh eigentlich gar nicht groß Zeit bleibt. Und wenn du deine Eltern doch mal vermisst gibt es zum Glück Telefon/Skype und notfalls auch Züge und verlängerte Wochenden :zwinker:

Anonsten kann ich meinen Vorpostern zustimmen, das Verhältnis zu den Eltern verändert sich mit dem Auszug wirklich positiv... es wird sehr viel entspannter! :smile:

Studieren und alleine Leben ist natürlich erstmal etwas anstrengender als der jahrelange eingeübte Alltag, aber schon nach ein paar Wochen will eigenltich niemand mehr zurück! :zwinker:
 

Benutzer37188 

Meistens hier zu finden
Oh, es wird super werden, ganz sicher! :grin:
Bin vor 3 Jahren mit den gleichen Gedanken 500km weit zum Studieren weggezogen. "Ich werd alles so vermissen, auch wenn ich eigentlich froh bin", "Meine Eltern werden mir fehlen, mein Bruder, der Hund..", "Was, wenn etwas passiert?" Das ist ganz normal, dass du so denkst. :zwinker: Abnabelungsprozesse wirken eben nicht immer nur auf die Eltern. Das Heimweh dauerte bei mir dann solange, bis die Uni richtig losging. Dann kamen gefühlte Millionen Eindrücke auf einmal! Neue Leute, neue Stadt, die Uni, die Kurse, die Dozenten, die neue Wohnung! Du kannst dich entfalten, neu entdecken, deine Flügel ausbreiten und deinen Freund hast du auch gleich noch um die Ecke. :smile: Mit deinen Eltern wirst du telefonieren und sie stundenlang zulabern mit all deinen neuen Entdeckungen und Erfahrungen. :grin:

Hach, ich wünsch dir super viel Spaß dabei! :grin: Es wird herrlich werden, glaub mir!
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Zwar hatte ich nie diese Abnabelungsprozesse in Bezug auf Ausziehen/Studieren erlebt, aber kann Dir dennoch nachfühlen, wie Dir zumute ist.
Ist zwar jetzt nicht wirklich damit zu vergleichen, aber mir geht es ähnlich, wenn ich kurz vor einer langen Reise stehe, wenn ich mit Sack und Pack weit entfernt von zu Hause alleine durch die Pampa reise - da bekommen ich auch manchmal Panik und würde am liebsten die ganzen Planungen über den Haufen werfen. Ich muss mir jedesmal einen Ruck geben, indem ich mir sage: Jetzt gibt es kein Zurück mehr!
Aber wenn ich bis unterwegs bin, ist alles ganz anders. Dann verschwindet das ungute Gefühl auf einen Schlag und Du freust Dich, Deinen Plan in die Tat umgesetzt zu haben.

Und wenn Du mal in Deiner neuen Bude sitzt, und an der Uni bist, wirst Du aufblühen, wirst schon sehen :smile:
 
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