Ausziehen mit 18

Benutzer70314  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Wie willst du das denn finanziell machen, wenn du nicht mehr in die Schule gehst?
Du solltest dir halt überlegen, ob du dich auch wenn was unvorhergesehenes kommt (Trennung vom Freund, keine Zeit mehr für Nebenjob...) durchschlagen kannst.
Weil die schlimmste Lösung in deiner Situation wäre ja eindeutig bei den Eltern ausziehen und dann wieder zurückkehren zu müssen...
 

Benutzer83807 

Verbringt hier viel Zeit
Hi Verwirrter58:

Was du schreibst kann man nachvollziehen.
Aber, und das große Aber ist:
Ich bin hier bei meinen Eltern schon seit 3 Jahren auf mich allein gestellt. Ich bekomme mein Kindergeld überwiesen plus 50 Euro Taschengeld, kaufe davon mein Essen und alle anfallenden Sachen die ich für mich oder meine Schule benötige.
Desweiteren wasche ich meine Wäsche selbst und koche.
Ich wohne bei meinen Eltern wie in einer Wohnung nur ohne Miete.
Ich putze für mich selbst, das ist wohl klar.

Wenn ich ausziehe fordere ich KEIN Geld vom Staat, denn ich arbeite nebenher, wie schon geschrieben und bekomme, insofern meine Eltern es mir weiterhin überweisen, mein Kindergeld.

Ich habe nicht vor meinen Eltern durch meinen Auszug zu zeigen, wie stark ich bin, oder dass ich erwachsen bin. Keineswegs. Ich möchte einfach Abstand zu ihnen haben um so ein vielleicht besseres Verhältnis zu bekommen.

In squarepusher's Post meinte ich konkret diesen Satz: "die machen gegenüber ihren kindern immer gerade nur so viel, dass die keinen offensichtlichen grund haben, zu gehen, und unterwasser schwimmt der eisberg.."

Ihr kennt meine Mutter leider nicht, aber ich kann soviel zu ihr sagen, dass ich nicht die einzige bin die es so sieht wie ich. Viele meiner Freunde haben sie kennengelernt, und damit meine ich nicht flüchtig, sondern über mehrere Jahre, und sie verstehen meinen Entschluss voll und ganz. Und das sind nicht welche in meinem Alter (sondern zwischen 22-28), wenn du jetzt glaubst es sind 'kleine Kiddies die wegen Zankereien gleich ausziehen wollen und dem Staat auf der Tasche liegen wollen'. Nur mal so nebenbei.

Meine Mutter hat es nichts anzugehen, ob mein Zimmer aufgeräumt ist oder nicht. Das weiß sie und sagt deswegen auch nichts, gibt sowieso keinen Grund, ich bin sehr penibel in Punkto Ordnung und Sauberkeit.

Unsere Streitthemen sind unterschiedich. Oft über so winzige Kleinigkeiten die ausarten und wo ich teilweise anfange zu flennen.
Sie hat einfach völlig unterschiedliche Ansichten, was normal ist für eine unterschiedliche Generation, wogegen ich auch nichts habe.

Aber bei ihr sieht das so aus: "Oh, ICH bin so müde heute, Tessi geh ins Bett, du musst morgen zu Schule!" So eine Sache gibt es täglich, wo sie glaubt besser entscheiden zu können, über mich und meinen Körper als ich. Man bedenke das die Zeit zu der sie dies gesagt hat noch vor 23 Uhr war.
Ihr denkt jetzt, dass sie sich einfach Sorgen um mich macht. Aber das möchte ich garnicht und sie versteht einfach nicht, das ich manchmal wirklich weiß was besser für mich ist.

Sie hatte mit 17 alle Entscheidungsfreiheiten. Ihre Mutter hatte einen Schlaganfall und war halbseitig gelähmt, ihr Vater tot.

Letztens hat sie mit meinem Freund geredet und meine Theorie bestätigt, sie verbietet mir so viel aus Angst, es gehe mir auch bald so schlecht wie ihr. Doch das braucht sie nicht, ich habe eine Mutter, habe einen Vater und genug Leute die mich unterstützen und mir helfen, wenn es irgendwann brenzlich werden sollte.

Mein Freund und ich sind seit 2 Jahren zusammen, frisch nenn ich das nicht mehr, aber vll für ein Zusammenzug früh.

Ich wünsche mir nicht irgendeine Bilderbuchfamilie. Ich wünsche mir einfach das Gefühl gemocht zu werden und nicht ignoriert zu werden. Klar, es wird Streit geben zwischen mir und meinem Freund, aber wir sind bereit diesen Weg zu gehen und werden es auch schaffen. Schließlich muss man in einer Partnerschaft Hindernisse zusammen erklimmen und darin sind wir mehr als gut.

Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben, der eigentlich sinnlos ist, weil er mir nicht bei meiner Frage hilft. Aber gut...

Gruß

Hallo Cassis:
Darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht. Und ich habe mich naiv dazu entschlossen im Hier und Jetzt zu leben und abzuwarten wie es kommt.
Ich habe vor, nach meiner Schule ein Jahr ins Ausland zu gehen. Mehr weiß ich noch nicht.

Gruß
 

Benutzer76463 

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Das sind natürlich neue Sichtweisen zum. für mich, na dann steht dir wie viele hier geschrieben haben nichts im weg, generell auf zukunftsorientiert, wenn du es einmal auf deine eigenen beine geschafft hast und selbst deinen Job verlierst sind meines wissens nach deine Eltern dennoch zu Unterhalt verpflichtet bis du deine erste Berufliche Ausbildung abgeschlossen hast.

Das einzige was du also mit dir ausmachen musst ob du dein Freund 24/7 aushälst, und nach zwei Jahren solltest du das beurteilen können finde ich auch nicht soo früh, ist wohl bei mir untergangen sorry dafür.

Wenn du dich dafür entscheidest aufgrund dieser und anderer probleme dann viel glück dabei.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Hi Tessi,

ich hab etwas Erfahrung mit dem Thema, wenns wirklich nicht mehr zuhause geht und es eben KEINE pubertären Kleinigkeiten sind. Nur war es bei mir andersrum: Mein Vater hat mich mehr oder weniger rausgeschmissen. Nach dem Tod meiner Mutter hat mein Dad neu geheiratet und zwar während ich grade ein Jahr in den USA war, sie sind dann auch umgezogen bzw zusammen in ein neues Haus gezogen ohne das ich Bescheid wusste. Als ich zurück kam gabs natürlich erst mal mega Krach und meine Stiefmutter lies den Satz "Entweder Sie geht oder Ich gehe" fallen, also bin ich mit 16 ausgezogen. Um erstmal Luft zum Entscheidungen fällen zu haben habe ich 3 Monate im betreuten Wohnen des Jugendamtes gewohnt. Die zahlen dir Lebenshilfe, das war damals (2004) 260 Euro im Monat, die sich das Jugendamt von deinen Eltern zurückholt, das ist aber nicht deine Sache. Das betreute Wohnen ist nicht unbedingt super, kommt aber auf die Wohngruppe an, aber wenns hart auf hart kommt ist das Amt für dich da. Allerdings solltest du nicht sowas sagen wie "wenn ich meine Mutter sehe könnt ich kotzen" sondern eher die Sache mit der Trennung erwähnen und der Tatsache, das deine Eltern trotz Trennung noch zusammen leben und eine schwierige Lebenssituation für dich schaffen.

Nach den 3 Monaten bin ich dann zu einer Cousine gezogen die grade ein Haus gekauft hatte und mich quasi in ihre Familie aufgenommen hat. Meine Familie und meine Geschwister standen hinter mir, das war ganz wichtig. Es ist ganz wichtig das du Rückhalt hast, und zwar nicht nur von deinem Freund (grad in diesem Forum wissen wir doch alle wie schnell sowas auch nach 2 glücklichen Jahren vor die Hunde gehen kann, auch wenn man sich ewige Liebe schwört und durch Himmel und Hölle gegangen ist) sondern vor allem von anderen Teilen deiner Familie oder langjährigen Freunden und Bekannten. Wissen deine Lehrer Bescheid? Hast du vielleicht einen Vertrauenslehrer oder Tutor mit dem du sprechen kannst?

Was das Geld angeht, wohnt dein Freund denn in einer eigenen Wohnung? Selbst wenn er sagt er zahlt die Miete für dich mit, wirst du dir irgendwann blöd vorkommen wenn er Versicherungen, Essen gehen, Ausflüge, evtl. mal Sprit, Haushaltsutensilien, usw usw bezahlt und du nur für dich selbst essen einkaufst. Mit Kindergeld und etwas dazu verdientem Geld lässt sich als Schülerin und Studentin echt nicht so leicht leben wie man denkt, da sind sooo viele Kostenfaktoren an die man nicht denkt. Hier im Forum gabs schon viele Threads zum Thema ausziehen, benutz mal die Suchfunktion! Da wirst du einige ähnliche Fragen finden.
Ich wohne jetzt als Studentin in ner 2er WG und habe mit meinem Vater über die Jahre hinweg ein eigentlich ziemlich gutes Verhältnis entwickelt. Die Distanz hat geholfen, aber es gibt trotzdem noch Sachen die nicht geklärt sind oder die ihn noch stören. Das wird vermutlich auch noch eine lange Zeit so sein, aber es ist es trotzdem werd, sich da Mühe zu geben und sich auch mal in die Lage der Eltern hinein zu versetzen! Deine Eltern sind auch nur Menschen und für sie ist das sicherlich auch eine super schwere Situation zusammenzuleben ohne zusammen sein zu wollen. :frown: Meistens meinen Eltern das gar nicht boshaft (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ich weiss das es viele Leute gibt die "Scheiss auf meine Eltern" zur Regel machen wenns nicht mehr klappt, aber man hat nunmal nur einen Vater und eine Mutter, und jeder der ein Elternteil verloren hat wird verstehen was einem doch fehlt, so ätzend es manchmal auch ist.

In dem Sinne: Nur Mut! :smile:

TheDetroiter
 

Benutzer83807 

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Hallo TheDetroiter!

Ja, manche Lehrer wissen bescheid, aber konkret über meine Pläne habe ich nicht mit ihnen gesprochen.
Wir hatten mal einen Vertrausenslehrer, aber den hat nie jemnd in Anspruch genommen. Also hat der seine Aufgabe wohl abgegeben.

Mit dem Geld ist das so eine Sache: Wenn ich gut arbeite und nichts weiter im Monat anfällt, befinden sich 360-400 Euro auf meinem Konto.
Du hast Recht, mein Freund bezahlt die Miete, aber wir haben uns geeinigt, dass ich das Essen für uns beide bezahle. Und natürlich auch mal Essengehen oder so etwas. Ist ja schon lange nicht mehr so, dass alles der Mann zahlen muss :smile:

Danke für eure Antworten!
Liebe Grüße
 

Benutzer43093 

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Ich bin hier bei meinen Eltern schon seit 3 Jahren auf mich allein gestellt. Ich bekomme mein Kindergeld überwiesen plus 50 Euro Taschengeld, kaufe davon mein Essen und alle anfallenden Sachen die ich für mich oder meine Schule benötige.
Desweiteren wasche ich meine Wäsche selbst und koche.
Ich wohne bei meinen Eltern wie in einer Wohnung nur ohne Miete.
Ich putze für mich selbst, das ist wohl klar.
(...)
Ich habe nicht vor meinen Eltern durch meinen Auszug zu zeigen, wie stark ich bin, oder dass ich erwachsen bin. Keineswegs. Ich möchte einfach Abstand zu ihnen haben um so ein vielleicht besseres Verhältnis zu bekommen.

Hallo Tessi,

das hört sich in meinen Ohren alles sehr vernünftig an. Sowohl Deine Gründe ausziehen zu wollen sind nachvollziehbar, und Du bist auch kein Mensch, der sich zu Hause von vorne bis hinten bedienen läßt sondern weißt, was im (eigenen) Haushalt auf Dich zukommt.

Insbesondere der letzte Deiner Absätze, die ich zitiert habe, lassen mich darauf schließen, daß Du Dich verantwortungsvoll mit der Angelegenheit auseinandersetzen kannst. Deine Einstellung stimmt!

Trotzdem gibt es (gerade als junger Mensch) immer mal wieder Augenblicke oder Phasen, wo einem die Eltern helfen könn(t)en. Ich würde versuchen, "positiv" auszuziehen, d.h. nicht im Streit sondern im Guten zu gehen. So daß auch die Eltern das Gefühl haben, daß es "nichts schlimmes" ist wenn die Tochter geht, und Du im Elternhaus gerne willkommen bist, sei es auf eine Tasse Kaffee, Zum Geburtstag der Eltern oder mal für ein paar Tage, weil in Deinem neuen Haushalt gerde renoviert wird.

Wie Du das anstellst, die "Stimmung" entsprechend zu drehen, läßt sich auf die Ferne natürlich nur ganz schwer beurteilen. Nicht günstig ist es sicherlich, die Fäden im Hintergrund zu ziehen und die Eltern am 18. Geburtstag (oder kurz danach) mit den Worten "ich bin dann jetzt weg" zu überrumpeln.

Vielleicht ist es ganz gut, die Eltern darauf vorzubereiten im dem Du immer wieder betonst und erklärst, wie wichtig es Dir ist, auf eigenen Füßen zu stehen, und daß Dir das (trotz des jungen Alters) gelingen wird. Da gehört dann (leider) dazu, daß man gerade am Anfang die ein oder andere bittere Pille schlucken muß, wenn Du Dir zum Beispiel anhören mußt "kommt gar nicht in Frage und damit basta" oder "sowas kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen" und jede vernünftige Diskussion im Keim erstickt wird.

An Dir ist es dann, das zu schlucken und nicht patzig zu reagieren, auch wenn es viel Überwindung kostet. Du mußt dann kritisch beurteilen, ob es nach und nach besser wird und Deine Eltern bereit sind, sich mit Deinen Wümschen auseinanderzusetzen.

Wenn es gar nicht anders geht, ist vielleicht der Weg über die Schule (Lehrer) nicht schlecht. Hier wirst Du auf Verständnis stoßen, und vielleicht bringt es was, wenn ein Vertrauenslehrer o.ä. mit Deinen Eltern spricht.

Ich wünsche viel Erfolg und viel (Vor-)Freude am neuen Lebensabschnitt.

Gruß o.
 

Benutzer83807 

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Hi Oleander!

Das freut mich zu hören! Dankeschön! :smile:

Aufjedenfall versuche ich mich nett zu verabschieden und es langsam angehen zu lassen. Nicht um Punkt Mitternacht meine Sachen packen und weg bin ich.
Ich habe von einem Bekannten auch schon gehört, dass es sehr wichtig ist im Frieden zu gehen. Man hat nur ein Elternpaar und das sollte man nicht durch Zickenkrieg und Meinungsverschiedenheiten vernachlässigen. Das sehe ich genauso. Nur hoffe ich, das meine Eltern sich auch Mühe geben.

Was ich heute zB super nett fand, war, dass meine Mutter fragte, ob wir noch Haushalsgeräte oder Kochutensilien benötigen! Demnächt suchen wir die hintersten Ecken der Schränke durch.
Hat mich wirklich gefreut! Mal sehen was wir finden...

Ohja, diese 'im Keim erstickenden' Sätze kenne ich zu gut. Mit meinem Eltern kann man nicht diskutieren...

Ich danke dir für deine Glückwünsche, ich bin schon sehr gespannt.

Ganz liebe Grüße
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Vielleicht habe ich deine Texte nicht ganz verstanden, aber irgendwie lese ich da keine dringende Notwendigkeit heraus. Deshalb würde ich mir an deiner Stelle sehr gut überlegen, ob du dir den Stress jetzt vor deinem Abitur noch geben möchtest. Mir wäre das zu riskant, was ist, wenn es mit deinem Freund auseinander geht und du mitten während der Prüfungen zu deinen Eltern zurück ziehen musst?
Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie dramatisch es für dich zuhause ist, aber das würde ich mir wirklich nochmal durch den Kopf gehen lassen.
 

Benutzer83807 

Verbringt hier viel Zeit
Hi Fleur.

Das richtet sich jetzt nicht nur gegen dich, ist auch nicht böse gemeint oder so.
Und ich weiß, dass ihr mir alle nur helfen wollt. Aber die Frage war ja ob mir mein vater verbieten kann auszuziehen wenn ich 18 bin.

Ich habe mich jetzt dazu entschieden auszuziehen.
Ich finde es toll, dass so viele meinen das ich es mir nochmal überlegen sollte, aber es ist alles gut durchdacht. :smile:

Meine eigentliche Frage wurde ja schon beantwortet. Dafür vielen Dank!

Lieben Gruß
 
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