Freunde Auseinandergelebt mit der Clique?

Benutzer148906  (28)

Öfter im Forum
Hallo liebes Forum,

da ich von Euch immer gute Ratschläge bekommen habe, was meine Beziehung angeht, komme ich nun mit einem ganz anderen Problem zu Euch und hoffe, dass Ihr mir helfen könnt. Vielen Dank schon einmal im Voraus an Euch! :smile:

Bis vor einem halben Jahr hatte ich eine Freundesclique, die mir sehr viel bedeutet hat. Wir sind 7 Mädels, kennen uns alle schon aus der Schulzeit und haben super viel zusammen erlebt. Vom ersten Freund angefangen, über gemeinsame Reisen, Party-Zeiten bis hin zu unserem Abitur vor 4 Jahren. Danach sind wir alle in verschiedene Städte zum Studieren gezogen, haben uns aber alle nie aus den Augen verloren. Wir waren zwar grundsätzlich immer alle füreinander da, ich hatte aber immer das Gefühl, dass jeder nur an sich selber denkt und man sich nur relativ oberflächlich für die Gedanken, Gefühle und Probleme der Anderen interessiert hat. Wenn ich bspw. in den Urlaub geflogen bin, habe ich niemals eine SMS bekommen, wie es mir gehen würde und auch nach dem Urlaub wurde ich selten gefragt, wie es war und ob ich mich erholt habe. Trotzdem hatten wir tolle Zeiten, haben vor allen Dingen viel gelacht zusammen und hatten ähnliche Interessen und Zukunftspläne, was uns vielleicht alle auch so zusammen geschweißt hat. Mit meinen Problemen bin ich aber von Anfang an eher zu meinem Freund gegangen bzw. zu meinen Eltern, weil ich nie das Gefühlt hatte, mit meinen Freunden darüber reden zu können. Wenn ich die Themen mal angeschnitten habe, kamen 1-2 Sätze und dann war die Sache abgehakt und man ging zu einem anderen Thema über, was lustiger oder interessanter war. Ich hatte mich irgendwann daran gewöhnt und habe es so hingenommen - bis vor Kurzem!

Ich habe vor einem halben Jahr eine Ausbildung angefangen, in der ich super nette Mädels kennen gelernt habe. Ich würde sie mittlerweile zu meinen Freunden zählen, da zwischen uns von Anfang an eine Vertrautheit bestand, die mich total verwirrt hat und die ich so nicht kannte. Die Mädchen haben mich immer gefragt, wie es mir geht und haben sich für alles interessiert, was mich ausmacht. Irgendwann habe ich auch angefangen, von Problemen zu erzählen, die ich mit meinem Freund oder meinen Eltern hatte. Sie haben mir immer zugehört, länger als 5 Minuten und haben mir Ratschläge gegeben, mich aufgebaut und getröstet und vor allen Dingen am nächsten Tag auch mal nachgefragt, ob sich was verändert hat bzw. ob es mir besser geht. Ich erwarte natürlich nicht, dass man mich mit Samthandschuhen anfasst und ständig nachfragt, wie es mir geht, aber es tat unheimlich gut, das Gefühl zu haben, man muss nicht immer lustig drauf sein und fröhlich sein, damit man von seinen Freunden gemocht wird. Ich bin wirklich froh darüber und habe mich seitdem auch nicht mehr so verschlossen gegeben.

Seitdem habe ich mich von meiner ursprünglichen Freundesgruppe entfernt und fühle mich regelrecht ausgeschlossen, weil die Anderen anscheinend alle damit klar kommen, dass wir doch so oberflächlich miteinander umgehen. Sie planen gerade einen Trip in die Berge und ich habe überhaupt keine Lust, mitzukommen. Andererseits bedeuten sie mir natürlich trotzdem viel und ich möchte sie nicht verlieren, was mich dazu bringt, in leichte Panik und Verlustängste zu verfallen. Total irrational! :cautious:

Durch meine "neuen" Freunde bin ich sehr viel offener geworden und spreche Probleme auch an, was meine "alten" Freunde irritiert. Vor Kurzem hat mir meine ehemals beste Freundin erzählt, dass sie das Gefühlt hat, eine Kommilitonin ist eifersüchtig auf sie. Ich habe sie dann gefragt, weshalb sie mit ihr nicht darüber spricht und da hat sie mich total komisch angesehen. So, als wäre es vollkommen undenkbar, dass man über Probleme sprechen kann und nicht drüber lästert oder nur jammert! :rolleyes::what:

Zweiter Vorfall: Eine Freundin aus der Clique verhält sich mir gegenüber abweisend, mehrere Wochen und ich habe ehrlich gesagt erwartet, dass sie irgendwann mal mit der Sprache rausrückt - nichts dergleichen. Irgendwann wurde es mir dann zu doof und ich habe sie gefragt, ob es ein Problem gibt. Sie hat daraufhin gesagt, dass sie das Gefühl hat, dass wir uns zu wenig sehen (dadurch dass wir beide ein anstrengendes Studium haben) und ich mich so wenig darum bemühen würde, dass wir uns sehen. Ich habe sie daraufhin offen gefragt, weshalb sie mir das nicht sagt, sondern lieber schweigt und sich bei Anderen darüber beschwert. Darauf meinte sie, dass sie dachte, dass sich das irgendwann wieder legt. Aber so löst man doch keine Konflikte? Durch Schweigen? Ich habe das Gefühl, dass wir alle übereinander lästern und den Mund nicht aufbekommen, um die Dinge aufzuklären und das macht mich wütend! Ich frage mich, ob wir wirklich eine so tiefe Freundschaft haben, wenn solche Dinge nicht funktionieren und man bloß Spaß miteinander hat, aber sobald es ernst wird, alles zusammenbricht.

Ich würde von Euch gerne wissen, ob ich vielleicht übertreibe und zu sensibel reagiere, oder ob es tatsächlich nicht normal ist, wenn man sich so wenig für das Innenleben seiner Freunde interessiert. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll, da ich irgendwo auch ein wenig wütend bin, dass wir so lange so miteinander umgegangen sind. :cry:
 

Benutzer127708 

Sehr bekannt hier
Ich glaube, dass es einfach Menschen und Familien gibt, in denen wenig geredet wird und viel anders gelöst wird als durch Kommunikation.

Dass du mit deinen Eltern sprichst zeugt von einem guten Vertrauen, das so leider immer seltener vorkommt.
Ob das jetzt bei deinen Freundinnen auch so ist weiß ich nicht, aber ich kenne das aus meinem Bekanntenkreis auch und finde das überaus schrecklich.

Ich finde du bist in keinster Weise zu sensibel oder überempfindlich, bei mir gibt es auch Freunde die sich dafür nicht interessieren.
Aber zu denen gehe ich dann auch nicht, sondern einfach zu anderen.

Einfach gesagt: Wenn deine Freundinnen nie gelernt haben offen zu reden oder das nicht wollen, dann brauchst du es doch auch nicht machen oder?
Orientiere dich neu, bettachte das ganze differenziert.
Zu den AusbildungsMädels kannst du immer gehen egal was du brauchst, die SchulMädels sind vllt besser für Klatsch und Tratsch.
Und wenn es wirklich beste Freundinnen sind, sollte es doch auch kein Problem sein, wenn du nicht mitfahren möchtest in die Berge, oder?
 

Benutzer115557  (25)

Meistens hier zu finden
Ich halte so etwas für Recht normal. Gerade wenn man auseinander zieht und sich nicht mehr ständig sieht, fängt man an, sich auseinander zu leben.
Damit verbunden ist dann auch eine gewisse Oberflächlichkeit.

Ich merke auch immer wieder, dass die Zahl an Menschen mit denen ich mich wirklich intensiv und tiefgründig beschäftigen kann, limitiert ist, wenn ich keine Oberflächlichkeit haben möchte. In Realität bedeutet das dann für mich Abstriche zu machen. Akzeptieren, dass der Kontakt zu diversen Menschen einfach nicht so tief gehend ist und meine Zeit in die Menschen investieren, bei denen ich für das was ich gebe, bekomme, was ich möchte.
 
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