Aus Schutz vor "Rache-Porno" - Frau lässt sich Brüste urheberrechtlich schützen

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wer kennt es nicht? In intimen Partnerschaften oder Fernbeziehungen ist häufig das Verlangen groß, dem Partner / der Partnerin heiße Fotos oder erotische Videos zu schicken oder von ihm / ihr zu erhalten. Dank Smartphone-Kameras, Apps und direktem Internet-Zugang ist dies heutzutage einfacher den je. Doch was passiert mit den Bildern, wenn die Partnerschaft in die Brüche geht?

"Revenge Porn", zu deutsch "Rache-Porno", ist ein zweifelhaftes Phänomen der modernen Kommunikationsgesellschaft in Zeiten von "Sexting", Selfies, Social Media und dem globalen "Teilen" von Medien. Konkret geht es darum, aus Rache über die verflossene Beziehung eben jene intimen Fotos oder Videos des Ex-Partners im Internet zu veröffentlichen und somit einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.

Abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit einer solchen Verletzung der Privatsphäre ist die Rechtslage zu "Revenge Porn" uneinheitlich: in einigen Ländern ist es illegal, in anderen Ländern nicht, in wieder anderen Ländern existiert (noch) kein Gesetz zum Schutz der Opfer...

***

In den USA ist eine Frau einen drastischen Schritt gegangen, um sich gegen "Rache Pornos" zu wehren...

Die Frau, die unter dem Pseudonym "Hilary" bekannt wurde, führte viele Jahre eine Fernbeziehung mit ihrem Partner. Sie kam mehrfach seinem Wunsch nach, ihm explizite erotische Bilder und Videos zu schicken: Nacktbilder, Bilder und Videos im Bett von sexuellen Handlungen, usw... Nach Beendigung der Beziehung fand sie heraus, dass ihr Ex-Partner das Material im Internet veröffentlicht hatte.

Hilarys Handlungsmöglichkeiten waren eingeschränkt. Viele Webseiten in den USA, die solche Art von Bildern und Videos veröffentlichen, verweigern die Entfernung des Materials mit Berufung auf die Redefreiheit. Ein erster Schritt für Opfer von Rache-Pornos ist das Einreichen einer sog. "Takedown Notice", eines Antrags zur Entfernung des Materials gemäß dem Digital Millenium Copyright Act.

Hilary beantragte darauf hin beim U.S. Copyright Office das Urheberrecht auf ihre Nacktbilder. Paradoxerweise musste sie dazu jedoch der Behörde genau das Material zukommen lassen, auf das sie das Copyright erhalten (und dessen Veröffentlichung sie eigentlich vermeiden) wollte: Nacktfotos und Standbilder aus ihren Videos. Es wurde ihr zugesichert, dass nur der für ihren Antrag zuständige Beamte das Material zu Gesicht bekommt. Hilary ließ sich schließlich Copyright-Anträge auf über 100 verschiedene Aufnahmen von ihr anlegen, was dazu führte, dass viele ihrer Bilder und Videos von den meisten Webseiten verschwanden bzw. entfernt wurden.

Trotzdem findet Hilary immer noch Nacktbilder von sich im Internet, wenn sie danach sucht...


Quellen:

CNN Money
Cosmopolitan
Chip

Zum Blog-Eintrag:
Aus Schutz vor "Rache-Porno" - Frau lässt sich Brüste urheberrechtlich schützen - Planetarium
 

Benutzer157184 

Klickt sich gerne rein
JLo versichert ihren Boppes, Hilary hat halt ein © auf ihre Bubus *schulterzuck* - am Ende des Tages sind wir wohl alle naggelisch ohne Klamotten :zwinker:

Übrigens: hierzulande regelt das StGB die "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" (§201a).

Heißt natürlich nicht, daß man nicht sorgfältig sein sollte, wem man was genau schickt, sofern man ein Problem damit hat, auf einmal nackt "out there in the spotlight" zu stehen.
 

Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
Das StGB mag zwar die Täter zur Rechenschaft ziehen (sofern die festzustellen sind) aber es hilft nicht dabei die Bilder/Videos aus dem Netz zu entfernen.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Es müsste eine weltweit einheitliche Reglung für das Internet her. Da dies unmöglich sit geht eigentlich nur präventives Handeln.
 

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wobei aber eine weltweit einheitliche Regelung für "das Internet" nicht nur schwer umsetzbar sein dürfte, sondern höchstwahrscheinlich auch in Konflikt mit bestehendem Landesrecht einzelner Länder steht. Ich stimme dir aber in dem Punkt zu, dass nur Prävention und Aufklärung im Umgang mit Daten und Bild- bzw. Videomaterial im Internet helfen...
 

Benutzer157184 

Klickt sich gerne rein
Weltweite rechtliche Einheit dauert wohl wirklich noch etwas *hüstel*

Ja, Löschung ist tatsächlich nicht ganz so unproblematisch, wie ein Verfahren lostreten - oder wie mir ein Rotlicht-Anbieter mal auf einen Löschantrag meiner Daten antwortete: "Versuchen sie gerne, deutsches Recht auf den Niederländischen Antillen umzusetzen."
 
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