Aus mir ist nichts geworden

Benutzer149613  (27)

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Ich ueberlege gerade, wie ich das hier formulieren kann ohne wie ein eingebildeter Vollidiot zu wirken.

Was mich beschäftigt, ist folgende Problematik: als ich ein Kind war, deutete alles darauf hin, dass aus mir einmal "etwas werden koennte". Doch das ist nicht eingetreten. Ich versuche das mal so zu erklären: ich war als Kind intellektuell immer recht weit entwickelt, was sich beispielsweise darin äußerte, dass ich keine große Lust hatte zu warten, bis mir jemand etwas erklärte und es mir daher kurzerhand selbst beigebracht habe bzw. es mir von älteren Kindern abgeguckt habe. Lesen konnte ich z. B. schon lange vor Schulbeginn und auch sonst hatte mir die erste Schulklasse nicht viel zu bieten. Die zweite Klasse habe ich dann größtenteils uebersprungen und kam somit schon mit neun Jahren aufs Gymnasium. Die Abiturpruefungen schrieb ich mit 17, mit 18 hatte ich das Abi in der Tasche (damals noch G9). Mein Abischnitt war relativ gut, aber das nuetzte mir nicht viel, da der NC fuer die Studienfächer, an denen ich Interesse hatte, sowieso nicht sehr hoch war. Ich wusste damals aber auch noch gar nicht so ganz, was ich eigentlich machen wollte, deshalb habe ich erst einen Auslandsaufenhalt eingelegt und ein Jahr später angefangen zu studieren. Nun bin ich 20 und studiere im dritten Semester Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften und Philosophie, und ich muss leider zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich die richtige Entscheidung fuer mich war. Dabei kann ich nicht einmal sagen, ob ich ueber- oder unterfordert bin. Nur, dass die Bestätigung ausbleibt, und das Gefuehl, etwas Sinnvolles zu tun. Um das klarzustellen: ich halte meine Studienfächer nicht fuer sinnlos und halte nichts von dem Vorurteil, diese Fächer wuerden nur Menschen studieren, denen fuer die "anspruchsvollen" Fächer das Talent fehlt. Was mir einfach doch zu schaffen macht, ist das Gefuehl, es nicht wirklich weit gebracht zu haben... und das entgegen aller Erwartungen. Es ist einfach ein unschönes Gefuehl, wenn alle dich fuer einen Ueberflieger und ein Wunderkind halten und denken, du muesstest sonst wie begabt sein, weil du mal eine Klasse uebersprungen hast. In der Realität ist das einfach nicht so. Ich erzähle nicht herum, dass ich uebersprungen habe, aber oft kommt das doch irgendwann heraus, und ich habe immer das Gefuehl, dass die Leute deswegen mehr von mir erwarten und enttäuscht sind, wenn sie merken, dass ich allenfalls durchschnittlich intelligent bin. Wenn ich alte Bekannte wiedertreffe, sind die immer ganz erstaunt, dass ich "nur" Literaturwissenschaften studiere. Mit Leuten, die mich als Kind kannten, ist es noch unangenehmer: diese erzählen immer gerne, dass sie erwartet hätten, dass ich einmal Medizin studiere oder etwas Außergewöhnliches mache. Leider bin ich von einem recht intelligenten und kreativen Kind zu einem mittelmäßig intelligenten Erwachsenen geworden, was mich im Grunde zu einer wandelnden Enttäuschung macht. Ich merke, wie dies in letzter Zeit immer mehr an meinem Selbstbewusstsein kratzt und dass ich doch recht große Selbstzweifel entwickle und oft frustriert darueber bin, meine eigenen Erwartungen an mich selbst nicht erfuellen zu können und vermutlich mein ganzes Leben lang mit einem "Ich bin eine Enttäuschung"-Stempel auf der Stirn werde herumlaufen muessen.
 

Benutzer144214  (27)

Öfter im Forum
Ich kann mit dir mitfühlen. Ich war für andere Menschen was besonderes, weil ich behindert und relativ schlau war. Sie sagten, dass ich das ABI schaffen musste um einen Job zu finden (mit einer Behinderung findet man schwer eine Arbeit) und hatten Erwartungen an mich. Hohe Erwartungen. Ich wollte das Abi auch machen um Meeresbiologie zu studieren. Dazu musste ich jedoch nach Köln, 250km weit weg vom meinen Zuhause. Jedes Wochenende, über 3std., dahin zu fahren, Sonntag um 17 Uhr wieder los, Internatleben, die langen Fahrten von dort bis zur Schule, bis halb 4 in der Schule sitzen, keine guten Noten, keine Freunde, Hausaufgaben ohne Ende (saß bis in die Nacht daran)... dazu kam dann der Schlafmangel und Schlafstörungen. Ich hatte Untergewicht und mir gings auch Geistlich nicht mehr gut. Alles wurde zuviel, verlor mich Selbst. Als ich dann beschloss (harte Entscheidung) das ABI nicht mehr zu machen, brach für meine Mutter eine Welt zusammen und riss alle mit. Sie beschimpfte mich, erpresste mich, versuchte Spielchen, nur um mich wieder dazu zu bringen das Abi/ oder ne Ausbildung zu machen. Das was sie mir angetan hat, war so schlimm, dass ich Depressionen bekam (war ja schon vorher labil), Mein damaliger Freund hat sich von mir auch noch getrennt, hatte keinen mehr. Mir blieb nichts anderes mehr übrig als den Stress aus dem Weg zugehen. So wurde ich Nachtaktiv usw. Aber ich entdeckte in der Zeit das Schreiben für mich und versuch seitdem dort Fuß zu fassen. :zwinker:
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mei, der einzige dem Du's im Leben recht machen musst bist Du - und ich glaube, Du gehst da gerade ein wenig zu hart mit dir selbst um, unter dem Eindruck der Stimmen von aussen - abgesehen davon, dass ich solche Phasen, in denen man mal an seinem Studium oder seinem Job zweifelt als recht normal ansehe. Aber Junge, Du bist 20, ein guter Teil Deines Lebens liegt noch vor Dir und auch ein Studium im Bereich der Geisteswissenschaften bedeutet entgegen anders lautender Gerüchte nicht zwingend, dass man als Taxi-Fahrer endet. :zwinker: Wenn es Dich interessiert und Dir Spaß macht sehe ich daran jetzt nicht wirklich was Schlechtes.

Und selbst falls Du feststellen solltest, dass es doch nix für Dich ist und abbrichst - es wäre jetzt nicht so, dass im Leben nur noch Menschen Chancen haben mal die Karriereleiter hochzufallen, die nen super-straighten Lebenslauf haben. Wobei dazu sicher keine Verpflichtung besteht, wenn man die Prioritäten in seinem Leben anders setzt. Geld und Ansehen sind ja nicht zwingend für jeden Alles, auf dem Weg zur Glückseligkeit. :zwinker:

Weißt Du, so ein bisserl kenne ich Deine Situation - ich hab damals ein exzellentes Abi hingelegt, nur um dann etwas im Kreativ-Bereich zu studieren, bei dem das gute Abi Nullkommanichts wert war und das nicht zwingend als schnellster weg zu Geld und Karriere gilt und habe damals auch oft ungläubige Blicke dafür geerntet. Aber mei - es war das was mich interessiert hat, das was ich machen wollte, und ich hab's bis jetzt - auch wenn ich momentan nicht in exakt dem Bereich arbeite in den ich kommen wollte, es nicht immer einfach ist und karriere- und geldtechnisch durchaus noch Luft nach oben vorhanden ist - nicht bereut. Weil's mir eben Spaß macht, mich interessiert und mir das wichtiger war und ist, als die Erwartungen anderer zu erfüllen, nur auf totale Sicherheit zu spielen oder vielleicht ne Karriere in einem Job abzuliefern, der mich eigentlich nicht so wahnsinnig interessiert.

Insofern: Löse Dich mal ein wenig von den Erwartungen anderer und lebe DEIN Leben. Überleg Dir wo Du hin willst - und wie Du da hin kommst, wie Deine Prioritäten liegen - und versuche es Dir selbst recht zu machen.

Ein bißchen habe ich allerdings die Sorge, dass da gerade bei Dir vielleicht noch ein wenig mehr dahintersteckt. Wenn ich Deine aktuellen Themen hier zusammennehme - Beziehungsprobleme, Übelkeit, Atemprobleme, die suizidale Ex, Untergewicht, Schlafprobleme, jetzt dieser hier - habe ich ehrlich gesagt ein wenig Sorge, ob's da gerade nicht eigentlich an mehreren Fronten bei Dir schief läuft - oder verständlicherweise zu viel für Dich ist und Du gerade in eine depressive Phase rutscht (oder schon drin steckst), in der dann einfach alles zu viel ist und in Frage gestellt wird. Insofern würde ich Dir eventuell raten, wenn Dir das Alles zu viel wird und die Sorgen überhand nehmen, vielleicht mal Kontakt zur psychologischen Beratung an Deiner Uni aufzunehmen. BEVOR Du so richtig in Depressionen abrutscht. :hmm:
 

Benutzer123421  (30)

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
brainie brainie wunderschöner Beitrag den man so unterschreichen kann und sollte! _________


Lieber TE,
wo hast du denn bitte nichts erreicht? Du hast dein Abi gemacht, hast ein Jahr im Ausland verbracht (was sicher spannend war) und jetzt studierst du was du möchtest! Nur weil es anderen nicht gefällt und aus ihnen der Neid spricht heißt das nicht das du es denen recht machen musst.

Ich kann dich nur beneiden. Bei mir lief es nicht so gut und mir wurde auch oft vorgehalten das aus mir doch so viel hätte werden können. Trotzdem Abi verkackt. Fast ein Jahr nur rumgegammelt. Am Ende bin ich jetzt dazu gekommen das zu machen wodrauf ich Lust hatte. Eine Ausbildung als Fachinformatiker.

Lass denn Kopf nicht hängen und zeig den anderen mal wie toll dein Studienfach ist. :zwinker: Begeistere sie und die zweifel fliegen ganz schnell weg. :knuddel:
 

Benutzer130414 

Meistens hier zu finden
ich denke, mit 20 kann man nicht sagen ob aus einem was gewurden ist oder nicht.
Ich hab mit 23 erst meine Ausbildung angefangen und mit 26 dachte ich, jetzt gehts von einem beschissen Job zum nächsten. Jetzt, 2 Jahre später bin ich Projektleiter in einem großen Forschungsinstitut, hab 2 Patente in Anmeldung, bin stlv. BR-Vorsitzender und mit einem Bissl Glück wird mir demnächst eine Ingenieursäquivalente Bildung und Tätigkeit bescheinigt.

Du siehst. Der Weg ist nicht immer nur gerade.
Aber mit 20 hast ja noch 50 Jahre Zeit für die Karriere
 

Benutzer149613  (27)

Benutzer gesperrt
Danke fuer eure Antworten! :smile:

Paperblossom Paperblossom
Es tut mir sehr leid, dass du von Seiten deiner Familie so wenig Verständnis entgegengebracht bekommst. Ich finde es traurig wenn Eltern die Leistungen ihrer Kinder ueber deren Wohlergehen stellen. Toll, dass du etwas gefunden hast, was dich begeistert, und dass du den Mut hast, etwas daraus zu machen. :smile:
Wenn ich von solchen Erfahrungen lese, relativiert das meine eigene Situation auch in einem gewissen Maße. Meine Familie hat mich immer unterstuetzt und mich nicht unter Druck gesetzt. Dafuer bin ich sehr dankbar.

brainie brainie
Ich denke, ich wuerde mich weniger unter Druck setzen, wenn ich ein klares Ziel vor Augen hätte. Irgendetwas, das mir das Gefuehl gibt, etwas Sinnvolles mit meinem Leben anzufangen. Das muesste gar nicht mal etwas wahnsinnig Anspruchsvolles sein. Ein Hobby, ein Talent, eine Beschäftigung, irgendetwas Produktives. Ich bin einfach nicht mehr so begeisterungsfähig wie frueher, nicht mehr so neugierig und wissbegierig wie ich es als Kind war. Ich habe als Kind und bis in meine Jugend hinein wahnsinnig viel gelesen und auch gemalt und geschrieben, war immer auf der Suche nach neuen Interessen. Heute finde ich kaum noch etwas, das mich wirklich begeistert.
Ich bin sicher nicht depressiv... dafuer geht es mir viel zu gut. ^^ Aber vermutlich neige ich dazu, zu viel von mir zu erwarten und mir zu viele Gedanken zu machen. Daher werde ich das mit der psychologischen Beratung im Hinterkopf behalten... danke fuer den Hinweis. :smile:

Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, hänge ich keinesfalls hinterher... ich bin keinesfalls nur von Genies und Ueberfliegern umgeben. Dennoch denke ich immer, dass ich mehr erreichen muesste, erfolgreicher sein muesste, begeisterter, interessierter. Dass ich mehr tun muesste als "nur" studieren. :-|
 

Benutzer149825 

Öfter im Forum
Story of my life :zwinker:
Ich hab nach dem Abi 4 semester studiert und dann abgebrochen... dann fast 1 Jahr wegen Depressionen nichts gemacht jetzt suche ich grade eine Ausbildung. Meinen früheren hobbies kann ich hauptsächlich aus finanziellen Gründen nicht mehr nachgehen.
Wichtig ist trotzdem nur was du von deinem eigenen Leben hälst. Egal wer sagt dein Studium ist "nur" ein Geisteswissenschaftliches nicht Medizin oder was auch immer dann denk daran dass es das ist was du willst. Wenn du kein Interesse daran hast Medizin zu studieren warum solltest du es tun? DU musst dem Beruf DEIN leben lang nachgehen und niemand anders.
wenn du sagst es ist dir wichtig etwa ein hobby zu haben würde ich dir raten geh mal wieder alten hobbies nach und schau ob du dich wenn du wieder damit anfängst vll wieder dafür begeistern kannst. Wenn dem nicht so ist probiere neues aus. Ich habe zum Beispiel das nähen von kleinen Puppen aus stoffresten für mich entdeckt... und zocken xD beides Dinge für die ich mich als Kind niemals hätte begeistern können :zwinker:
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ok, das klingt jetzt mehr danach, als ob Dir etwas fehlen würde das bei Dir "Leidenschaft" entfacht... :hmm: Oder vielleicht auch nur ein Ventil für brachliegende Kreativität. Falls die Zeit dafür da ist, wären da ein Hobby - oder ein Projekt - vielleicht nicht falscheste Idee. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Leidenschaft für sowas erst dann wieder richtig bei Dir entflammt, wenn Du einfach mal was anfängst und probierst.

Ein bisschen so wie bei dem Schriftsteller mit Schreibblockade, der hauptsächlich erstmal wieder ein paar Worte auf's Papier hauen (und damit seine inneren "Das ist scheisse! Das funktioniert nicht!"-Schwellenhüter überwinden) muss, um wieder wirklich in seinen Schreibfluss zu kommen. :hmm:

Von daher: Probier doch einfach mal wieder etwas in der Richtung aus - vielleicht auch was in Richtung kreatives Gruppen-Projekt oder Hobby, das kann den Spaß an der Sache durchaus mal erhöhen - und vorzeitigen Motivationsschwund manchmal auch minimieren. :zwinker:

Davon ab muss ich aber auch klar sagen, dass es auch völlig ok ist, mal "nur" zu studieren. Keinen riesigen Über-Plan zu haben. Und sich mal nicht so gewaltig unter Druck zu setzen (das scheint bei Dir ja durchaus Thema zu sein) und dabei einfach das Leben zu genießen, wie es einem gefällt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer150146 

Ist noch neu hier
Hallo
ich deinen Text überflogen. Dann habe ich nochmals hoch auf deinen Beziehungsstatus geschaut.Da steht vergeben und glücklich ......stimmt doch. Oder ? Du bist in einer glücklichen Beziehung ...das ist doch schon mal was ...Was denkt sie o. er darüber ?Empfindet sie o. er das auch so ?Und was heißt " nix geworden "versuche heraus zu finden was dir wirklich Spaß macht ....... wo liegen deine Begabungen außerhalb vom reinen Lernbereich ..... hast du ein Talent ?Auch noch so schlaue Menschen müssen nicht zwangsläufig studieren.Mein Mann wollte auch mal vom Kopf her was anderes machen ..... studieren ...... Geld verdienen .....war aber damit nicht glücklich........ jetzt ist er im sozialen Bereich mit keinem guten Verdienst.Kommt aber jeden Tag gut gelaunt, zufrieden und ausgelastet nach Hause ......und ich Wette keiner kommt auf die Idee, dass nichts aus ihm geworden ist.Schnupper doch in verschiedene Bereiche, probier was aus oder überlege was du mit deinem Studium anfangen kannst ......Solange du einen Beruf u Arbeit für dich findest die Spaß macht ist immer was aus dir gewordenEs zählen deine Wünsche u Ansprüche nicht Erwartungen von Außen.Du musst schließlich dein Leben lebenund nicht das was Andere von dir wollen Grüße
 
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Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Angie- Angie-
Würd's Dir was ausmachen, da nochmal den "Bearbeiten"-Button zu drücken und die überflüssige Textwüste zu entfernen? Irgendwie ist da bei Deinem Beitrag in Sachen Formatierung ordentlich was schief gegangen. :hmm:
 

Benutzer129692 

Beiträge füllen Bücher
Mit Leuten, die mich als Kind kannten, ist es noch unangenehmer: diese erzählen immer gerne, dass sie erwartet hätten, dass ich einmal Medizin studiere oder etwas Außergewöhnliches mache.
Was Du aus Deinem Leben machen möchtest, kannst nur Du entscheiden - denn Du musst damit glücklich werden und nicht die anderen.
Im Übrigen sehe ich nicht, warum Du mit Deinen Studienfächern später nichts Außergewöhnliches machen können solltest. Vielleicht wirst Du ja Wissenschaftler, Professor, Bundeskanzler, Chef eines großen Unternehmens oder etwas ganz Anderes?

Leider bin ich von einem recht intelligenten und kreativen Kind zu einem mittelmäßig intelligenten Erwachsenen geworden
Das glaube ich nicht. Nur bewegst Du Dich jetzt an der Uni in einem Umfeld, in dem andere auch sehr intelligent sind, so dass Deine eigene Intelligenz neben den anderen "Überfliegern" nicht mehr besonders heraussticht.

Ich bin einfach nicht mehr so begeisterungsfähig wie frueher, nicht mehr so neugierig und wissbegierig wie ich es als Kind war. Ich habe als Kind und bis in meine Jugend hinein wahnsinnig viel gelesen und auch gemalt und geschrieben, war immer auf der Suche nach neuen Interessen. Heute finde ich kaum noch etwas, das mich wirklich begeistert.
Wenn das so ist, dann fiel es Dir früher leichter Dich selbst zu motivieren. Und was hat das Deiner Meinung nach jetzt konkret mit Intelligenz zu tun?
 

Benutzer147703  (36)

Öfter im Forum
Medizin (z.B.) ist doch im Prinzip trivial; Auswendiglernen, Bücher Fressen, mit 700 Kommilitonen sich in einen Hörsaal quetschen und 100 Jahre alte Grundlagenvorlesungen mit Schnarchen Übertönen etc. Dazu gehört keine wirkliche Begabung. Der NC spiegelt lediglich die Nachfrage wider, nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe keine Ahnung, warum du einmal vermeintlich überintelligent und nun durchschnittlich intelligent geworden sein solltest. Dafür gibt es keine wissenschaftliche Erklärung, es sei denn, du hast zu viele Drogen genommen.

Ist aber auch egal; Glückseligkeit hängt nicht mit Intelligenz zusammen. Trenne dich von dieser Assoziation. Mache einmal dein Studium gescheit fertig, und schaue, dass du interessante Freunde mit coolen Hobbies findest, die du dir aneignen könntest. Spreche da aus Erfahrung, das bringtgt's. Da sind sicher mehr coole und interessante Typen/Mädels kennenzulernen als in einem BWL- oder WING- oder MBA-, oder Jura-Studiengang, wo es mit wirklichen Persönlichkeiten meiner Erfahrung nach eher dünn gesät ist.

LG
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Ich musste zuersz etwas grinsen, weil ich dachte, du wärst 28 und sitzt nach einem 3,0 Diplom in 0-8-15 in einem schlecht bezahlten Beruf :zwinker: Soweit ist es ja doch noch nicht.
Den Studiengang zuwechseln ist keine Schande. Das tun etwa 50% aller Studenten. Gucke und höre dich um. Bewerbe dich für Erasmus-Semester, spannende Praktika, etc pp. Diese Quarterlife-Crisis haben wirklich viele! Da kommt man aber auch wieder raus. Nur Mut!
 

Benutzer146454 

Klickt sich gerne rein
Nun bin ich 20 und studiere im dritten Semester Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften und Philosophie, und ich muss leider zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich die richtige Entscheidung fuer mich war.

Ich möchte hierzu kurz was sagen. Hast du dich denn im Vorfeld informiert, welche Berufschancen sich dir da bieten?
Ich kenne einige Menschen, die ähnliche Fächer der Geisteswissenschaft studiert haben und nun wirklich am Verzweifeln sind.
Viele mit wirklich guten Master/Diplom sind nun Callcentermitarbeitet, Kellner oder Verkäufer, weil sich nach sechs Jahren Studium herausstellt, dass es keine Nische für solche Studienabschlüsse gibt.

Ich will damit gar nicht sagen, dass man nur studieren sollte, wohin die Trends gehen oder sich Fächer sucht, die einem keinen Spaß machen. Aber ich denke, dass es nach sechs Jahren Studium (und vll auch hohen Schulden) umso bitterer ist, wenn man dann feststellen muss, dass man keine Perspektive hat.
Und sich mit Ende 20 noch einmal umzuorientieren ist sicher härter, als jetzt mit 20
 

Benutzer96466 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich denke, ich wuerde mich weniger unter Druck setzen, wenn ich ein klares Ziel vor Augen hätte. Irgendetwas, das mir das Gefuehl gibt, etwas Sinnvolles mit meinem Leben anzufangen.
Was wäre mit politischem oder sozialen Engagement an der Uni (AStA, Fachschaft) oder in einer sonstigen sozialen Einrichtung?
 

Benutzer149613  (27)

Benutzer gesperrt
Das mit dem Hobby/Projekt ist sicher keine schlechte Idee. Bisher habe ich das nicht in Angriff genommen, da ich keine Ahnung habe, was mich interessieren wuerde... aber es geht denke ich in erster Linie darm, dass ich ueberhaupt wieder was mache. Das Interesse kommt dann hoffentlich von alleine,

Ich bin derzeit einfach sehr ziellos. Waehrend meiner Schulzeit war mein Ziel stets, ein gutes Abi zu machen und dann zu studieren. Ich habe mir nie wirklich Gedanken darum gemacht, was dann der nächste Schritt wäre. Jetzt stehe ich hier und habe keinen Plan, was ich eigentlich will. Urspruenglich hatte ich etwas in Richtung Soziale Arbeit angestrebt, habe mich dann aber doch in eine eher theoretische Richtung orientiert. Vielleicht war das ein Fehler, da mir am Ende doch die intellektuellen Fähigkeiten fehlen. Eine Lehrtätigkeit oder etwas im journalistischen Bereich schien mir immer verlockend, inzwischen jedoch bin ich da recht desillusioniert.

Wäre ich intelligent, ambitioniert und kreativ, wäre das alles kein so großes Problem. Ich bin einfach unzufrieden, weil ich mit meiner eigenen Durchschnittlichkei nicht zurechtkomme.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wäre ich intelligent, ambitioniert und kreativ, wäre das alles kein so großes Problem. Ich bin einfach unzufrieden, weil ich mit meiner eigenen Durchschnittlichkei nicht zurechtkomme.
..die Du Dir selbst einredest. :tongue:

Ich sag's mal so: Wenn Du nicht ambitioniert wärst, würdest Du Dich nicht unambitioniert fühlen. :zwinker: Du bräuchtest wohl nur etwas "sinnvolles", in das Du überschüssige Energien stecken könntest, etwas, dass Deine Leidenschaft weckt, etwas in dem Du zusätzliche Ziele findest.

Wenn Du doof wärst, würdest Du Dir nicht so 'nen Kopf machen. Und wenn Du unkreativ wärst, hättest Du Dich früher nicht kreativ betätigt.

Kurz: Vielleicht hast Du gerade eine "lay low"-Downphase, aber Anlass Dich selbst dafür runterzumachen gibt's eigentlich nicht. Besser, wie schon gesagt: Nutze die Unzufriedenheit im gesunden Maß als Antrieb, um etwas zu machen, was ein bisserl die gespürten Lücken füllt, falls zeitlich die Möglichkeit dazu besteht. Selbstkritik ist schon ok - wenn sie nicht im unrealistischen Übermaß stattfindet und in konstruktive Bahnen gelenkt wird. Sich selbst runterzumachen und an kaum erfüllbaren Maßstäben zu messen, wäre dagegen weniger sinnvoll.
 

Benutzer97517 

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Ich glaube du hast zu sehr als 'Monokultur' gelebt... Sprich dir feht das ein oder andere Hobby. Ich hatte das auch eine Zeitlang. Habe studiert und hatte nur ein Hobby. Auf der Uni hatte ich nette Kollegen aber keine Freunde. Privates hat man da nicht diskutiert. Und eben nur dieses eine Hobby. Habe ich fuer die Uni gelernt kam mir alles sinnlos vor, keine Motivation, nichts... und ich wusste das wuerde noch Jahre so gehn. Hinzu kam das ich total ueberfordert war dort.
Irgendwann den Schnitt gemacht und an die FH gewechselt. Ich geb zu.. aus interlektuellen Gruenden und habe dieses eine Hobby fast an den Nagel gehangen.

Habe dort neuen Studienkollegen getroffen und hatte nun ploetzlich Freunde... Wir sind miteinander weggegangen, haben gelernt und habe neue Dinge ausprobiert... Schlagzeug spielen, Zocken, Surfen, Motorrad fahren.... usw. Dadurch wurde ich ausgeglichener und dann lief fast alles besser... Ich neige heute immer noch ein wenig nur Dinge zu tun die Vernueftig sind... und muss mir manchmal in der Arsch treten einfach Dinge zu machen die ich einfach des Spasses halber mache...

Vieleicht ist es bei dir das...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Woher kommt denn dein Gefühl, ein Versager zu sein?
Hältst du dein Studium für minderwertig im Vergleich zum von dir erwähnten Medizinstudium? - Und wenn ja, weshalb?
Oder hast du in deinem Studium das Gefühl, nicht gut genug zu sein?
Oder ist es einfach nur die Reaktion der anderen Leute, die dein geisteswissenschaftliches Studium für brotlose Kunst halten?

Ich habe selbst zwar keine Klasse übersprungen, aber war in der Schule permanent unterfordert, so dass ich trotz extremer Faulheit immer gute Noten geschrieben habe.
Danach habe ich Physik studiert. - Mein absolutes Traum-Studienfach.
Andere Leute waren zwar nie der Meinung, das Studium sei einfach... aber irgendwie hielt mich fast jeder für einen seltsamen Freak, Nerd, oder was auch immer... denn so etwas studiert man doch nicht. - "Bääh! Da war ich schon immer in der Schule schlecht. - Wie kann einem so etwas nur gefallen? Und was kann man später damit anfangen?"
Und nachdem ich in der Schule trotz Faulheit immer gut war, musste ich mich vor allem in den ersten Jahren des Studiums richtig anstrengen und habe trotzdem nur mittelmäßige Leistungen gebracht. Ein Studium ist nunmal nicht so leicht, wie das Gymnasium. Da merkt man eben auch mal als ehemals sehr guter und begabter Schüler, dass man nicht alles einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.
Mir hat es allerdings gut getan, zu sehen, dass meine Kommilitonen, die teilweise nicht nur wie ich ein 1,7er Abi hingelegt haben, sondern Klassen übersprungen und einen Abischnitt von 1,0 hatten, mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten. - So etwas gehört nun mal einfach zum Studium dazu!

Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, hänge ich keinesfalls hinterher... ich bin keinesfalls nur von Genies und Ueberfliegern umgeben. Dennoch denke ich immer, dass ich mehr erreichen muesste, erfolgreicher sein muesste, begeisterter, interessierter. Dass ich mehr tun muesste als "nur" studieren. :-|
Das Problem mit der nicht mehr so großen Begeisterungsfähigkeit kenne ich irgendwie... aber trotzdem solltest du wohl einfach versuchen, mehr zu tun, als "nur" zu studieren, wenn dir das zu wenig ist.
Wie sieht es mit Sport aus? - Damit konnte ich auch in stressigen Phasen im Studium den Kopf frei bekommen.
Oder wie wäre es mit einem ehrenamtlichen Engagement? - Da macht man sicherlich etwas Sinnvolles und Produktives.
 
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