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- #1
Hallo zusammen,
ich schreibe, da ich gerne eure Einschätzung zur Gesamtsituation hören möchte.
Ich (m/36) habe Ende 2020 mit einer Frau (w/31), ich nenne sie "L", angebandelt, welche zuvor etwas von mir wollte, als ich bereits in einer Beziehung war.
Wir kamen dann Anfang 2021 auch zusammen. Ich war mit der Beziehung eigentlich recht zufrieden, bemerkte aber zunehmend, dass ich unzufriedener wurde. Zunächst konnte ich geistig nicht fassen, was es war, aber ich verspürte Defizite in meinen Bedürfnissen. Vor allem aber verspürte ich keine Sicherheit in unserer Beziehung, was ich so eigentlich nicht kannte.
Mitte 2021 habe ich die Beziehung beendet und eine kurze Affäre, was mir L sehr übel nahm und sie sich verletzt fühlte, obwohl wir nicht mehr zusammen waren. Sie fühlte sich dennoch "ausgetauscht".
L ließ mich aber gedanklich nicht mehr los und ich fing Ende 2021 wieder an mit ihr anzubandeln. Wir kamen wieder zusammen und erneut spielte sich daselbe Spiel ab. Alles fühlte sich unsicher an, die kleinste Meinungsverschiedenheit mit ihr führte dazu, dass sie sich entfernte, die Beziehung fühlte sich wie auch zuvor brüchig an und auch die vielen guten Momente bildeten irgendwie keine stabile Basis.
Als sie Frühjahr 2022 ihr Studium beendete setzte sie eine Auszeit ein, unter welcher ich sehr litt. Die ständige auf und ab hatte mich ausgelaugt, ich hinterfragte mich selbst mehrfach, während sie sämtlich Schuld auf mich warf. Obwohl es mir psychisch nicht gut ging (Gewichtsverlust / Schwitzen im Schlaf / nervlich angeschlagen) beschäftigte ich mich mit ihrem Verhalten und ihren Vorwürfen:
- wir hatten immer weniger Sex, wenn ich mal wollte, nahm sie das als Bedrängen und Belästigung auf
- wenn dann Sex, dann immer der gleiche Ablauf, sie wollte nur zum Ziel und dann sollte ich zum Ziel...wenig liebevoll
- kein "ich liebe dich"...das konnte sie nicht sagen
- keine Berührungen im Gesicht bei ihr, Streicheln etc... (aufgrund von Hygiene laut ihr)
- nach einem Streit kein Küssen für 1-2 Tage
- keine spontanen Umarmungen oder anderweitige liebevolle Gesten
- sie wollte immer gestreichelt werden stundenlang, auch nackt, was bei mir wieder dazu führte, dass ich Sex wollte und sie wieder blockte (s. Punkt 1)
- keine Kritik an ihr möglich...nichts
- Tagesablauf auf ihre Bedürfnisse abgestimmt und die hatten meist auch Vorrang
- sie will bestimmen (hat sie so auch formuliert)
Das alles steht dem gegenüber, dass sie einen sehr guten Humor hat, ich sie sehr gutaussehend und sexy finde und wir gemeinsam bei sonstigen Dingen / Ansichten, extrem auf eine Wellenlänge sind.
Nach und nach kam ich so auf Bindungsangst bei ihr. Es passte alles. Und ich merkte auch, dass diese von mir empfundene Instabilität der Beziehung und Defizite meiner Bedürfnisse daher kommen. Durch ihre kühle und rationale Art kamen keine Gesten oder sonst irgendwas, wo ich mich als Partner wertgeschätzt und geliebt fühlte. Als dann der Sex immer weniger und küssen nur Guten Morgen / Gute Nacht Routine wurde, weiterhin es an kleinen Gesten mangelte, drängte ich vermutlich auch mehr auf Körperlichkeit, vermutlich um mir da irgendwie eine Bestätigung zu holen. Bitte aber alles im Rahmen. Nicht, dass das hier falsch rüberkommt. Ich weiß das durchaus einzuschätzen und wir reden hier nicht von Belästigung oder gar schlimmeren.
Ich habe sie dann auch mit der Bindungsangst konfrontiert. Sie las darüber ein Buch und hatte dann auch festgestellt, dass das bei ihr durchaus zutrifft. Ich habe ihr dann gesagt, ich unterstütze sie und helfe ihr damit umzugehen. Sie las noch weitere Bücher, machte auch zweimal eine Schlaftherapie und teilte schließlich mit, dass die Bindungsangst nur äußerst gering ausgeprägt sei und nun das Thema ein Ende hätte.
Seither geht es mit uns immer weiter. Mal mehr zusammen, mal weniger. Seit einem Jahr kein Sex mehr und zuletzt ist unser Beziehungsstatus Singel, aber wir verbringen immer noch zwei Tage die Woche Zeit zu zweit miteinander, unternehmen Dinge. Selten fällt mal ein Kuss, aber ich darf sie stundenlang streicheln (auch nackt). Manchmal nutzt sie die Bindungsangst auch als Ausrede ("du weißt doch, wie das bei mir ist"). Ich habe das Gefühl, sie nimmt die Bindungsangst nicht ernst, sondern nutzt sie manchmal aus und möchte nicht an sich arbeiten. Wenn ich mal das Gefühl habe, dass es jetzt besser läuft und auf sie zugehe, dann meint sie gleich, das war wieder zuviel und wir sind jetzt wieder zurückgeworfen.
Eigentlich ist nun alles wie in einer Beziehung, außer Sex. Damit sie wieder auf mich eingehen kann, solle ich Geduld haben und mich nach ihren Bedürfnissen richten. D.h. kein Drängen, ihr Zeit lassen. Sie möchte sich langsam mir wieder annähern und wirft mir jetzt im Nachhinein vor, sie sexuell derart bedrängt zu haben, dass sie das jetzt verletzt und verunsichert sei. Ich müsse Geduld haben und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Sie gab mir klare Spielregeln vor und als ich ihr meine Bedürfnisse schilderte, meinte sie, dass es darum jetzt nicht gehe. Ich könne auf ihr Vorgaben eingehen oder es sein lassen, aber dann wird es auch nichts mehr.
Ich muss dazu sagen, dass ich trotz meinem Alter immer noch Familie gründen und Eigentum erwerben möchte. Sie sagt zwar auch, dass sie das will, allerdings denke ich, dass bei ihr diese Ziele noch ganz weit weg sind oder sie diese aufgrund ihres egozentrischen Ichs nur schwer erreichen wird oder sie auf dem Weg dorthin merkt, dass sie sich selbst im Weg steht und diese Ziele verwirft, da sie auf Nummer 1 ist.
Sie redet auch ausschließlich über sich und immerzu ihre Bedürfnisse. Meine Bedürfnisse sind zweitrangig bzw. macht sie am Wohlbefinden von sich selbst fest.
Ich sehe es immer so, dass eine Beziehung ein "wir" ist und man aufeinander zugehen muss. Jeder muss Kompromisse eingehen und auch mal zurückstecken, darf aber immer klar seine Bedürfnisse äußern. Rücksichtnahme, Toleranz, Loyalität, Vertrauen und Sicherheit empfinde ich als wichtig. Ich möchte gemeinsam etwas aufbauen, als verschworene Einheit in die Zukunft gehen und trotzdem noch jedem den Raum geben, um sich selbst entfalten zu können.
Das habe ich ihr auch schon gesagt und sie hat das auch bejaht. Aber bei ihr gehts nur um sie und ihre Bedürfnisse. Ich habe das Gefühl sie zieht sich aus der Beziehung das beste raus für sich, ohne auch geben zu wollen oder zu können. Sie ist wie gesagt sehr kühl, rational und sie wiegt alles gegeneinander auf. Wenn ich sie mal etwas kritisiere oder anmerke, kommt sofort: "Du hast dies und jenes auch schon gemacht"; "du bist genauso"; "weißt du noch damals...da hast du".... wie gesagt-> nicht kritikfähig.
Ich fühle mich bei ihr auf der einen Seite sehr wohl und verstehe mich super mit ihr. Wir lachen und haben Spaß. Aber dann stelle ich auch wieder fest, dass das nur so ist, wenn ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Wenn es mir mal zuviel wird und ich mich von ihr entferne, dann kommt sie wieder angerannt und möchte zu mir zurück.
Die "Beziehung" fühlt sich an wie ein Gummiband, mal weiter zusammen, mal weiter auseinander. Ich fühle mich wie auf einem nie enden wollenden Weg.
Ich bin auf eure Meinung gespannt.
ich schreibe, da ich gerne eure Einschätzung zur Gesamtsituation hören möchte.
Ich (m/36) habe Ende 2020 mit einer Frau (w/31), ich nenne sie "L", angebandelt, welche zuvor etwas von mir wollte, als ich bereits in einer Beziehung war.
Wir kamen dann Anfang 2021 auch zusammen. Ich war mit der Beziehung eigentlich recht zufrieden, bemerkte aber zunehmend, dass ich unzufriedener wurde. Zunächst konnte ich geistig nicht fassen, was es war, aber ich verspürte Defizite in meinen Bedürfnissen. Vor allem aber verspürte ich keine Sicherheit in unserer Beziehung, was ich so eigentlich nicht kannte.
Mitte 2021 habe ich die Beziehung beendet und eine kurze Affäre, was mir L sehr übel nahm und sie sich verletzt fühlte, obwohl wir nicht mehr zusammen waren. Sie fühlte sich dennoch "ausgetauscht".
L ließ mich aber gedanklich nicht mehr los und ich fing Ende 2021 wieder an mit ihr anzubandeln. Wir kamen wieder zusammen und erneut spielte sich daselbe Spiel ab. Alles fühlte sich unsicher an, die kleinste Meinungsverschiedenheit mit ihr führte dazu, dass sie sich entfernte, die Beziehung fühlte sich wie auch zuvor brüchig an und auch die vielen guten Momente bildeten irgendwie keine stabile Basis.
Als sie Frühjahr 2022 ihr Studium beendete setzte sie eine Auszeit ein, unter welcher ich sehr litt. Die ständige auf und ab hatte mich ausgelaugt, ich hinterfragte mich selbst mehrfach, während sie sämtlich Schuld auf mich warf. Obwohl es mir psychisch nicht gut ging (Gewichtsverlust / Schwitzen im Schlaf / nervlich angeschlagen) beschäftigte ich mich mit ihrem Verhalten und ihren Vorwürfen:
- wir hatten immer weniger Sex, wenn ich mal wollte, nahm sie das als Bedrängen und Belästigung auf
- wenn dann Sex, dann immer der gleiche Ablauf, sie wollte nur zum Ziel und dann sollte ich zum Ziel...wenig liebevoll
- kein "ich liebe dich"...das konnte sie nicht sagen
- keine Berührungen im Gesicht bei ihr, Streicheln etc... (aufgrund von Hygiene laut ihr)
- nach einem Streit kein Küssen für 1-2 Tage
- keine spontanen Umarmungen oder anderweitige liebevolle Gesten
- sie wollte immer gestreichelt werden stundenlang, auch nackt, was bei mir wieder dazu führte, dass ich Sex wollte und sie wieder blockte (s. Punkt 1)
- keine Kritik an ihr möglich...nichts
- Tagesablauf auf ihre Bedürfnisse abgestimmt und die hatten meist auch Vorrang
- sie will bestimmen (hat sie so auch formuliert)
Das alles steht dem gegenüber, dass sie einen sehr guten Humor hat, ich sie sehr gutaussehend und sexy finde und wir gemeinsam bei sonstigen Dingen / Ansichten, extrem auf eine Wellenlänge sind.
Nach und nach kam ich so auf Bindungsangst bei ihr. Es passte alles. Und ich merkte auch, dass diese von mir empfundene Instabilität der Beziehung und Defizite meiner Bedürfnisse daher kommen. Durch ihre kühle und rationale Art kamen keine Gesten oder sonst irgendwas, wo ich mich als Partner wertgeschätzt und geliebt fühlte. Als dann der Sex immer weniger und küssen nur Guten Morgen / Gute Nacht Routine wurde, weiterhin es an kleinen Gesten mangelte, drängte ich vermutlich auch mehr auf Körperlichkeit, vermutlich um mir da irgendwie eine Bestätigung zu holen. Bitte aber alles im Rahmen. Nicht, dass das hier falsch rüberkommt. Ich weiß das durchaus einzuschätzen und wir reden hier nicht von Belästigung oder gar schlimmeren.
Ich habe sie dann auch mit der Bindungsangst konfrontiert. Sie las darüber ein Buch und hatte dann auch festgestellt, dass das bei ihr durchaus zutrifft. Ich habe ihr dann gesagt, ich unterstütze sie und helfe ihr damit umzugehen. Sie las noch weitere Bücher, machte auch zweimal eine Schlaftherapie und teilte schließlich mit, dass die Bindungsangst nur äußerst gering ausgeprägt sei und nun das Thema ein Ende hätte.
Seither geht es mit uns immer weiter. Mal mehr zusammen, mal weniger. Seit einem Jahr kein Sex mehr und zuletzt ist unser Beziehungsstatus Singel, aber wir verbringen immer noch zwei Tage die Woche Zeit zu zweit miteinander, unternehmen Dinge. Selten fällt mal ein Kuss, aber ich darf sie stundenlang streicheln (auch nackt). Manchmal nutzt sie die Bindungsangst auch als Ausrede ("du weißt doch, wie das bei mir ist"). Ich habe das Gefühl, sie nimmt die Bindungsangst nicht ernst, sondern nutzt sie manchmal aus und möchte nicht an sich arbeiten. Wenn ich mal das Gefühl habe, dass es jetzt besser läuft und auf sie zugehe, dann meint sie gleich, das war wieder zuviel und wir sind jetzt wieder zurückgeworfen.
Eigentlich ist nun alles wie in einer Beziehung, außer Sex. Damit sie wieder auf mich eingehen kann, solle ich Geduld haben und mich nach ihren Bedürfnissen richten. D.h. kein Drängen, ihr Zeit lassen. Sie möchte sich langsam mir wieder annähern und wirft mir jetzt im Nachhinein vor, sie sexuell derart bedrängt zu haben, dass sie das jetzt verletzt und verunsichert sei. Ich müsse Geduld haben und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Sie gab mir klare Spielregeln vor und als ich ihr meine Bedürfnisse schilderte, meinte sie, dass es darum jetzt nicht gehe. Ich könne auf ihr Vorgaben eingehen oder es sein lassen, aber dann wird es auch nichts mehr.
Ich muss dazu sagen, dass ich trotz meinem Alter immer noch Familie gründen und Eigentum erwerben möchte. Sie sagt zwar auch, dass sie das will, allerdings denke ich, dass bei ihr diese Ziele noch ganz weit weg sind oder sie diese aufgrund ihres egozentrischen Ichs nur schwer erreichen wird oder sie auf dem Weg dorthin merkt, dass sie sich selbst im Weg steht und diese Ziele verwirft, da sie auf Nummer 1 ist.
Sie redet auch ausschließlich über sich und immerzu ihre Bedürfnisse. Meine Bedürfnisse sind zweitrangig bzw. macht sie am Wohlbefinden von sich selbst fest.
Ich sehe es immer so, dass eine Beziehung ein "wir" ist und man aufeinander zugehen muss. Jeder muss Kompromisse eingehen und auch mal zurückstecken, darf aber immer klar seine Bedürfnisse äußern. Rücksichtnahme, Toleranz, Loyalität, Vertrauen und Sicherheit empfinde ich als wichtig. Ich möchte gemeinsam etwas aufbauen, als verschworene Einheit in die Zukunft gehen und trotzdem noch jedem den Raum geben, um sich selbst entfalten zu können.
Das habe ich ihr auch schon gesagt und sie hat das auch bejaht. Aber bei ihr gehts nur um sie und ihre Bedürfnisse. Ich habe das Gefühl sie zieht sich aus der Beziehung das beste raus für sich, ohne auch geben zu wollen oder zu können. Sie ist wie gesagt sehr kühl, rational und sie wiegt alles gegeneinander auf. Wenn ich sie mal etwas kritisiere oder anmerke, kommt sofort: "Du hast dies und jenes auch schon gemacht"; "du bist genauso"; "weißt du noch damals...da hast du".... wie gesagt-> nicht kritikfähig.
Ich fühle mich bei ihr auf der einen Seite sehr wohl und verstehe mich super mit ihr. Wir lachen und haben Spaß. Aber dann stelle ich auch wieder fest, dass das nur so ist, wenn ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Wenn es mir mal zuviel wird und ich mich von ihr entferne, dann kommt sie wieder angerannt und möchte zu mir zurück.
Die "Beziehung" fühlt sich an wie ein Gummiband, mal weiter zusammen, mal weiter auseinander. Ich fühle mich wie auf einem nie enden wollenden Weg.
Ich bin auf eure Meinung gespannt.
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