Arbeit: Nehmen, was man kriegen kann, oder auf den "Traumjob" warten?

Benutzer92211 

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Hallo Leute,

wie war/ist das bei euch - habt ihr nach dem Studium bzw. nach der Ausbildung (falls ihr nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen wurdet) erst mal (relativ) wahllos 100 Bewerbungen rausgehauen, nur um irgendwo unterzukommen und Erfahrungen zu sammeln (und sei es vielleicht nur durch ein Praktikum)? Oder hattet ihr Ansprüche, die nicht jede Stelle erfüllen konnte, die irgendwie gepasst hätte und seit ihr diesen auch treu geblieben, bis ihr die richtige Stelle hattet bzw. wollt ihr es so machen?

Wie viele Bewerbungen musstet ihr schreiben, bis ihr einen Job hattet? Habt ihr eine Vorstellung (vllt auch aufgrund von Erfahrungen anderer Leute, die ihr kennt) davon, wie viele Bewerbungen man durchschnittlich verschicken muss, bis man Erfolg hat, oder ist das zu branchenabhängig für generelle Aussagen?

Danke für eure Antworten. :winkwink:
 

Benutzer77404 

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Ich wurde nach der Ausbildung aufgrund Insolvenz nicht übernommen. Denke mal, dass ich keine 10 Bewerbungen geschrieben habe und habe dann den Job angenommen, den ich bekommen konnte. Keine Frage, sonst hätte ich mich gar nicht beworben.
Dass man wahllos 100 Bewerbungen raushaut kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich sitze an einer Bewerbung so lange dran, bei 100 Bewerbungen müsste ich ja Wochen, Monate daran sitzen...
Generell kann man das nicht sagen, aber jede Bewerbung ist individuell, ändere nicht nur die Empfängeradresse, sonst kannst du echt wieder 100 BEwerbungen hinterherschicken..
 

Benutzer79580 

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Ich habe mein erstes Volontariat bei meinem Arbeitgeber schon vor bald 15 Jahren in den Sommerferien gemacht.
Während des Studiums habe ich dann zuerst kurze Zeit Teil- und bald darauf Vollzeit ebendort gearbeitet.
So gesehen habe ich eine einzige (gut, es war sicher nicht nur die eine, aber wieviele es seinerzeit waren weiss ich wirklich nicht mehr :grin:) Bewerbung geschrieben - und das vor bald 15 Jahren :smile:

Würde ich dringend einen Job brauchen bzw. finanziell aus dem letzten Loch pfeifen, würde ich aber nehmen was kommt.
 

Benutzer26398 

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wahllos 100 Bewerbungen rausgehauen, nur um irgendwo unterzukommen und Erfahrungen zu sammeln (und sei es vielleicht nur durch ein Praktikum)? Oder hattet ihr Ansprüche, die nicht jede Stelle erfüllen konnte, die irgendwie gepasst hätte und seit ihr diesen auch treu geblieben, bis ihr die richtige Stelle hattet bzw. wollt ihr es so machen?

"wahllos" ist schonmal das falsche Wort - normalerweise bewirbt man sich ja schon auf Stellen die etwas mit dem Studium oder dem Ausbildungsberuf zu tun haben - von daher ist das Wort wahllos etwas fehl am Platz.

Was anderes ist es natürlich bei nem Nebenjob - erstens sinds meist nur "Hilfsjobs" und zweitens ist das meist nur übergangsweise...

Was den Anspruch auf eine Arbeitsstelle bestrifft - manche können es sich erlauben einen gewissen Anspruch zu haben, andere müssen froh sein überhaupt ein "schlechtes" Angebot zu bekommen... das hängt sicher von vielen Faktoren ab...
 

Benutzer94944 

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Ich würde nicht jeden Job annehmen, ich würde aber auch nicht warten, bis mir der scheinbare Traumjob vor die Füße fällt.
Es gab nur eine Ausnahmesituation, in der ich wahllos (AG und Ort egal, die Stellen mussten nur irgendwas mit Studienschwerpunkten zu tun haben etc.) Bewerbungen geschrieben habe. Dass dies nichts werden konnte, war mir klar, es war reine Gewissensberuhigung.

Ansonsten gehe ich da sehr gezielt vor, teste vorab gar die Chancen in bestimmten Branchen, da ich zum einen wirklich wählerisch bin und dann die Bewerbung sehr gezielt auf die Stelle abstimme - und dies braucht Zeit, zumindest bei mir.
Diese Bewerbungen reüssieren dann meist auch in Form eines (Erst-)Gesprächs, was aber noch lange nichts sagt, da sich oftmals beim ersten Kontakt Differenzen in den Vorstellungen der Zusammenarbeit ergeben und es sich, sofern das Erstgespräch gut war, in der Folge zumeist um mehrere Gespräche mit dem potentiellen AG handelt - Prinzip des potentiellen AG: Aussieben.

Deine Frage nach der durchschnittlichen Anzahl an notwendigen Bewerbungen hilft Dir doch nicht. Das ist ja sehr Markt-, Branchen etc. abhängig. Ich bin heute erschrocken, als ein Hartz IV-Empfänger, Kaufmann, in einem Wochenmagazin mitteilte, er habe 800 Bewerbungen geschrieben bzw. auch versendet - ohne Erfolg.

Der Ansatz mit dem Praktikum ist nicht schlecht. Es kommt zwar nicht oft vor, aber durch diese Tätigkeit kann man wirklich den Job finden, den man mit Begeisterung macht. Auch hier würde ich gezielt die Suche eingrenzen.
 

Benutzer92211 

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Off-Topic:
Deine Frage nach der durchschnittlichen Anzahl an notwendigen Bewerbungen hilft Dir doch nicht.

Ich suche gar keinen Job und meine Frage zielt nicht auf Hilfestellung für mich ab. :smile: Mir ging es eher darum, wie da generell die Ansichten sind, weil jemand in einem anderen Thread schrieb, es sei normal, wenn man über 200 Bewerbungen verschickt, ehe man einen Job findet. Meine Meinung ist, dass das natürlich vorkommen kann, aber sicher nicht der Normalfall ist. Dazu hatten mich andere Meinungen interessiert.
 
G

Benutzer

Gast
Ich würde sicher nicht auf den Traumjob warten, aber mich auch nicht unter Wert verkaufen. Irgendwas im Bereich meines Studiums (welches viele Möglichkeiten öffnet) mit angemessener Bezahlung sollte es schon sein - erstmal.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin noch nicht fertig mit meinem Studium... aber ich bin mir sicher, dass ich nach meinem Studium schon mit gewissen Ansprüchen an die Jobsuche herangehen werde.
Es kommt für mich z.B. nicht in Frage, mich durch ein unbezahltes oder schlecht bezahltes Praktikum (Generation Praktikum lässt grüßen) ausbeuten zu lassen. - Dafür habe ich kein anspruchsvolles Studium absolviert.
Ebenso habe ich eben gewisse Ansprüche an die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen.

Allerdings habe ich auch schon bei der Wahl des Studienganges darauf geachtet, mit meinem Abschluss gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
Mit einer Ausbildung oder einem Studien-Abschluss, mit dem man keine guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, kann man sich solche Ansprüche nicht unbedingt leisten.
 

Benutzer29377 

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Ich würde nicht jeden Job annehmen, ich würde aber auch nicht warten, bis mir der scheinbare Traumjob vor die Füße fällt.

Jo, so würde ich's auch sehen.
Erst mal was so weit Vernünftiges annehmen, auch wenn es nicht 100%ig den Vorstellungen entspricht und aus dieser relativ sicheren Position heraus kann man ja trotzdem nach einer geeigneteren Stelle Ausschau halten. :zwinker:
 
A

Benutzer

Gast
Ich würde jede Stelle annehmen, auf die ich mich beworben habe. Würde ich die Stelle nicht wollen, spare ich die Zeit und bewerbe mich lieber wo anders.

Was für mich nicht in Frage kommt, ist als Hochschulabsolvent irgendwelche Praktika für lau anzunehmen, denn die Firmen nutzen gerne das Wissen der Absolventen, um irgendwelche Pojekte kostengünstig umzusetzen. Davon hat der Praktikant i.d.R. nichts. Wer mein Wissen und meine Fähigkeiten für sich nutzen möchte, muss auch bereit sein, dafür zu bezahlen.

Leider bleibt vielen Absolventen nichts anders übrig, als Praktika anzunehmen - ein Teufelskreis.
 

Benutzer70028 

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Ich würde sagen, dass es stark branchenabgängig. Dort wo noch Arbeitnehmer gesucht werden, haben diese natürlich auch mehr Auswahl und können sich "Ansprüche" an die Arbeit leisten.

Wer in einer der Branchen Fuß fassen will, wo es viel zu viele Bewerber auf eine Stelle gibt, muss entweder aus der Masse hervortreten oder eben nehmen was man bekommt, will man nicht abhängig werden von Vater Staat.

Was mich betrifft so glaube ich nicht, dass ich viele Bewerbungen schreiben muss, da in "meiner" Branche immer gesucht wird. Dazu Ausbilung + Studium um mich von der Masse abzuheben. Aber noch ist ja Zeit... :zwinker:
 

Benutzer8402 

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Deine Frage nach der durchschnittlichen Anzahl an notwendigen Bewerbungen hilft Dir doch nicht. Das ist ja sehr Markt-, Branchen etc. abhängig. Ich bin heute erschrocken, als ein Hartz IV-Empfänger, Kaufmann, in einem Wochenmagazin mitteilte, er habe 800 Bewerbungen geschrieben bzw. auch versendet - ohne Erfolg.


Wenn ich immer sowas höre frag ich mich wirklich, ob solche Leute einfach nur uneinsichtig sind oder die Scheuklappen aufhaben und die Schuld aus Prinzip bei anderen suchen, nach dem Motto "Ich mach doch eh alles richtig". Nein, hat er mit Sicherheit nicht!

Spätestens nach der ~50. Bewerbung muss man doch überreißen, dass man irgendwo selbst einen Fehler macht und seine Methodik überdenken :ratlos:

Aber gut, wer da von allein nicht draufkommt, der ist wohl auch zu blöd für die meisten Jobs bei denen selbständige Denkweise an der Tagesordnung steht. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man ohne mit der Wimper zu zucken 800 Fails produzieren kann, und wahrscheinlich auch noch ewig so weitergemacht hätte.


@Thema:

Ich hab noch nie mehr als 10 Bewerbungen gebraucht für einen Erfolg. Prostituieren würd ich mich nicht für jeden Job, außer es ist eine reine Übergangslösung oder eine wirkliche Notlage vorhanden. Ansonsten stell ich natürlich auch Ansprüche.
 

Benutzer92211 

Sehr bekannt hier
Wenn ich immer sowas höre frag ich mich wirklich, ob solche Leute einfach nur uneinsichtig sind oder die Scheuklappen aufhaben und die Schuld aus Prinzip bei anderen suchen, nach dem Motto "Ich mach doch eh alles richtig". Nein, hat er mit Sicherheit nicht!

Spätestens nach der ~50. Bewerbung muss man doch überreißen, dass man irgendwo selbst einen Fehler macht und seine Methodik überdenken :ratlos:

Aber gut, wer da von allein nicht draufkommt, der ist wohl auch zu blöd für die meisten Jobs bei denen selbständige Denkweise an der Tagesordnung steht. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man ohne mit der Wimper zu zucken 800 Fails produzieren kann, und wahrscheinlich auch noch ewig so weitergemacht hätte.

Genau das finde ich nämlich auch. Und auch 200 finde ich schon "zu viel", zumindest sollte man dies als Anlass sehen, seine Bewerbungsweise und vielleicht auch seine Qualifikation bzw. die dazu passenden Jobs zu überdenken.

Mit "wahllos" meine ich übrigens natürlich nicht, dass man sich einfach auf alle Stellen bewirbt, die irgendwo ausgeschrieben sind. Natürlich sollten sie schon was mit der Ausbildung zu tun haben. :zwinker: Aber es gibt gerade bei manchen Studienfächern eben auch sehr breite Einsatzmöglichkeiten. Als BWLer kann man sich sicher "wahlloser" bewerben als jemand, der was ganz Exotisches studiert hat. Und selbst ich mit meinem relativ exotischen Studium kann immer noch in 2 recht verschiedenen Branchen arbeiten. Die eine bevorzuge ich aber eindeutig und die andere wäre eher eine Notlösung. Dummerweise gibt's in letzterer aber mehr Stellen, und in dem Sinne meine ich "wahllos", also dass man sich eben auch auf Stellen bewirbt, die nicht allererste Wahl sind, nur weil man schnell irgendwo unterkommen will oder der Markt nun mal so ist, dass man mehr Chancen in einem Bereich hat, den man nicht bevorzugt. Ist wohl wirklich nicht der passendste Ausdruck, aber ich wusste keinen anderen. :zwinker:
 

Benutzer37399 

Benutzer gesperrt
Genau das finde ich nämlich auch. Und auch 200 finde ich schon "zu viel", zumindest sollte man dies als Anlass sehen, seine Bewerbungsweise und vielleicht auch seine Qualifikation bzw. die dazu passenden Jobs zu überdenken.
Bei 200 Bewerbungen würde ich mich erschießen. Selbst bei der Hälfte schon. Ich bin ganz klar für Qualität statt Quantität und wenn dabei nichts rum kommt, würde ich ganz klar das erste überdenklen. Aber schon nach 10+ Bewerbungen.
Wobei man da wohl auch nach Studienrichtung differenzieren muss. Bei mir wird man aus dem Studium quasi raus gekauft. Ich habe gerade mein Vordiplom hinter mich gebracht und mein aktueller Arbeitgeber möchte schon jetzt, dass ich über den Abschluss hinaus bleibe.
 

Benutzer15848 

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Langfristig möchte ich schon meinen "Traumjob" haben, aber da mir der sicher nicht gleich nach Abschluss vor die Füße fällt, würde ich erstmal ziemlich viel machen, was mir hilft, noch ein bisschen speziellere Ausbildung zu finanzieren. Ich achte allerdings schon jetzt bei meinen Nebenjobs darauf, dass sie mir an Erfahrung was in die richtige Richtung bringen. Bis ich meinen Traumjob habe, werde ich auch wahrscheinlich nicht aufhören, das zu tun und verschieden Ausbildungen anzuhängen. Und dann werde ich sowieso so gut sein, dass ich nicht viele Bewerbungen schreiben muss :grin:

Es sei denn, ich kriege zwischendurch zufällig was anderes, was mir plötzlich total gefällt und alle meine Pläne über den Haufen wirft :zwinker:
 

Benutzer3277 

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Auf den Traumjob warten ist wie auf die Traumfrau warten - da kann man ganz schön alt und grau werden. :eek:
 

Benutzer10075 

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Ich kann nur sagen wie das bei meinem Freund war.
Mein Freund war nach seiner Ausbildung arbeitslos. Er hat nur Bewerbungen für den Beruf geschrieben den er auch gelernt hat (sonst währe die Ausbildung ja blödsinn gewesen)

Stellenangebote wofür er "überqualifiziert" war wurden erst gar nicht angefasst. Ich glaube er hat ca 30Bewerbungen geschrieben und sich zeitlich fürs Studium eingeschrieben. Natürlich auch in dem Bereich wo er ausgebildet wurde (Informatik)
Ab Juni war er arbeitslos und im Oktober hätte dann das Studium begonnen. Also haben wr uns gesagt " entweder einen guten Job oder ein Studium".

Mein Freund ist auch auf unseriöse Angebote reingefallen und hatte auch schon überlegt dort anzufangen (Artikel bei Ebay reinstellen für 2000 Euro brutto, er sollte ne Woche vorher Probe arbeiten unbezahlt)
Bei Kündigung innerhalb der Probezeit hätte er eine Vertragsstrafe zahlen müssen.

Err war drauf und dran das anzunehmen, wegen dem Geld und vielleicht auch aus Verzweiflung. Ich habe ihm das ausgeredet da es im Lebenslauf ziemlich schlecht aussieht wenn man so etwas gemacht hat.

Zum Glück hat er einen Job gefunden, das Geld ist zwar nicht soo gut aber die Firma ist seriös und die Kollegen sehr nett. Aufsteigen kann man immer noch oder halt nach 2 Jahren wieder bewerben.

Die Schwierigkeit bei einem Ausgelernten ist immer, dass viele Firmen Berufserfahrung haben möchte. Berufserfahrung hat man kurz nach seiner Ausbildung bzw Studium aber eben nicht.

Wenn ich nach meiner Ausbildung arbeitslos geworden wäre, hätte ich mich auch nur auf Stellen beworben die mich ansprechen und die mir auch in Zukunft etwas bringen.
 

Benutzer93075  (37)

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Ich bin gerade mit dem Studieren fertig und fleißig am Bewerbungen schreiben. Ich bewerbe mich auf alle Stellenanzeigen die mit meiner Studienrichtung zu tun haben, auch wenn es zum Teil nur Volontärstellen sind. Ich kann es mir nicht leisten auf den Traumjob zu warten aber ich verkaufe mich auch nicht unter Wert, schließlich möchte ich nicht umsonst studiert haben.
 

Benutzer54399 

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Ich hätte jeden Job angenommen, der meinem Ausbildungsberuf entspricht. Ein wenig Glück gehört dazu, bei mir waren es vielleicht 5 Bewerbungen und beim ersten Bewerbungsgespräch hatte ich am Ende die Probewoche in der Tasche.
 
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