Angst vor Krebserkrankung (Zwang?)

Benutzer53291 

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Hallo!

Ich möchte über meine Gedanken schreiben, die mich seit Monaten plagen.
Im Rahmen meiner Ausbildung zum Gesundheits und Krankenpfleger war ich im Juli,August 2011 auf einer Krebsstation eingesetzt.

Ich habe dort schwer kranke Menschen gepflegt. Auch sterbende Menschen, ohne Hoffunng auf Gesundung habe ich erlebt.

Es war schlimm Menschen zu erleben, die von Ärzten angelogen wurden bezüglich des Fortschreiten des Tumorleidens. Einem Patienten wurde erzählt, sein Tumor am am Hals würde kleiner werden und es würde besser werden, obwohl sie wussten, dass der Tumor des Patienten wachsen würde. Dann war der Patient eines Tages so überrascht von der Nachricht, dass der Tumor weiter wachsen würde und er nicht mehr langen leben würde.

Ich habe Menschen gesehen, die erstickt sind.

Kurz gesagt, ich hab dort viel Leid erlebt, aber auch viel Dankbarkeit bekommen für meine Arbeit und Hilfe.

Jetzt das Problem.

Ich habe in den Monaten nach dem Einsatz starke Ängste entwickelt.
Ich arbeite zur Zeit im Altenheim und denke mir, wenn ich allein vor dem alten Menschen steh im Bad des Altenheimes steh "Tumorbedingte Schmerzen" "Tumorleiden beseitig", Tumorleiden forgeschritten", "tumorindizierte Schmerzen". "So wie diese Menschen krank wurden, werde ich nicht krank. Bin gesund" .....

Es ging die letzten Wochen sehr oft solch ein Gedankenkarussel durch meinen Kopf, vor allem dann, wenn ich in Zeitnot und Stressituationen auf der Arbeit war.

Mitlerweile denke ich dass nicht mehr, merke aber dass ich immer noch Angst habe und auch vor Allem auf der Arbeit immer noch an Krebsleiden denke.

Es wird jedoch besser mit den Gedanken, aber nru wenig besser.

Ich hoffe ich werde diese Angst bald verlieren, denn diese Angst macht mich manchmal trarig und nimmt mir meine wertvolle Kraft.

Liebe Grüße
J.
 

Benutzer96776 

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Ich kann verstehen, dass dir dies nahegeht! Sowas geht nicht spurlos an einem vorbei und genau deshalb ist auch nicht jeder Mensch (psychisch) in der Lage solch einen Beruf auszuüben. Hier ist es besonders schwierig dir einen guten Rat zu geben. Ich selbst würde versuchen diese Gedanken nicht allzu oft zuzulassen und evtl. gar verdrängen. Ist leichter gesagt als getan aber man muss sich vor Augen führen, dass man selbst ja Gott sei Dank gesund ist und dies hoffentlich auch bleibt. Es macht eigentlich keinen Sinn sich davor zu fürchten weil leider niemand dagegen gewappnet ist aber dennoch kann man nicht ständig daran denken was alles passieren koennte (aber nicht muss!!) Da wäre das Leben ja nur mehr von Ängsten dirigiert und nicht mehr lebenswert. Sollte die Angst überhand nehmen und du damit nicht klarkommst, solltest du dir besser professionelle Hilfe holen oder zumindest mit jemandem darüber sprechen, der deine Sorgen versteht und ihr euch austauschen koennt.
 

Benutzer42876 

Meistens hier zu finden
Hallo!
Wenn du schilderst, daß Ärzte nicht den Mut aufbrachten ihren Patienten zeitnah und schonend reinen Wein einzuschenken, zeigt das wie dringend die derzeitige Reform der Ärzteausbildung ist. Soviel ich weiß sollen immerhin alle zukünftigen Studenten Palliativ- und Schmerzmedizin verpflichtend belegen müssen.

Dein eigentliches Problem kann ich zumindest ansatzweise nachvollziehen. Ich musste mich im Studium mal eine gewisse Zeit mit allen möglichen psychischen Störungsbildern und deren Diagnostik beschäftigen, während dessen hatten meine Kommilitonen und ich ständig das Gefühl selbst "krank" zu sein.
Belastende Situationen im medizinisch/pflegerischen Bereich sind ja leider an der Tagesordnung.
Supervision könnte da helfen, aber die kostet ja Geld und deswegen sparen viele Arbeitgeber daran.
Hast du mal versucht dich im Kollegium auszutauschen? Gibt es da jemanden den du ins Vertrauen ziehen könntest? Vermutlich bist du nicht allein mit deiner Situation, nur gehört eben eine Portion Mut dazu auch über seine Sorgen und Ängste zu sprechen.
Du hast mit Sicherheit das Zeug dazu diese Phase zu meistern! Alles Gute!
 

Benutzer53291 

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Vielen dank für diese Antworten. Ich denke, dass e mir schon hilft, mich hier austauschen zu können mit euch.

Die Ärzte in Krankenhäusern sind zwar fachlich meist schon gut, aber charakterlich sind manche Ärzte absolute Nullen.

Es gibt Ärzte die sagen zum Patienten o Dinge wie "Es ist wie russisch roulette, wie lange sie noch leben", oder "bald wieder einer weniger zu versorgen".... von Gefühlen kann man hier nicht sprechen, von Mitgfühll auch nicht.

Es gibt Ärzte, die ihren Job machen wie ein Verwaltngsfachangestellter, der seine Briefe ohne jegliche Gefühlsregungen macht.

Ich denke es ist gut, einen Abstand finden zu können von der Arbeit und dem Leid, welches ein Arzt ansiehen muss. Aber dennoch übernimmt er Verantwortung für die ärztliche Versorgung und in manchen Fällen für dei Sterbebegleitung. Und da kommt es zum Punkt.

Hat es ein im sterben liegender Patient es verdient, dass er angelügt wird? Dass sein Leben mit Russisch Roulette verglichen wird? Muss ein Patient die Macht zu spüren bekommen, die ein Arzt über seine Patienten hat? Dürfen Ärzte ihre Macht ausnutzen?

Ich denke es braucht noch etwas Zeit, bis ich vollständig abgeklärt bin und einen absoluten klaren Kopf zurückgewonnen hab. Ich denke es ist mein Weg Dinge zu verarbeiten. Ich stele mir die schlimmsten Dinge vor. Beleuchte es von allen Dingen. Wahrscheinlich brauche ich auch den Austausch mit anderen Menschen um es zu verarbeiten, weil es wohl zu schwer ist, allen Frust und allen Schmerz mit sich selbst auszumachen.

Aber es gibt Hoffnung, wenn es um die Ärzte geht. 2 Leute, die in meinem Kurs ihr Gesundheits und Krankenpflegeexamen gemacht haben, wollen Mediziner werden. DIese 2 Menschen, werrden ihre Arbeit sicher menschlich und zugleich professionnell machen.
 
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