Angst genauso zu werden

Der Ersteller des Themas war schon sehr lange nicht mehr online.
E

Erdnuckel1509

Gast
Ich habe da ein Problem was mir viel Kopfzerbrechen bereitet.
Als Kind habe ich negative Erfahrungen mit meinem Vater gemacht. Nein er hat mich nicht vergewaltigt. Aber sein bester Freund war und ist der Alkohol und seine liebsten Argumente waren Schläge. Meine Schwester und (meistens) ich wurden ziemlich oft von ihm geschlagen. Einmal stand er sogar mit dem Messer vor mir. Ich ging oft mit blauem Auge und geschwollenen Gesicht zur Schule oder in die Lehre. Es sind Bilder dabei die ich mein Leben lang nie vergesse.

Aber nun zu meinem Hauptproblem. Ich bin schwanger und werde nächsten Monat entbinden. Ich habe Angst dass ich dann irgendwann mal genauso werde wie mein Vater. Ich habe einen lieben Mann an meiner Seite der mich unterstützt aber die Angst nehmen kann er mir nicht. Ich habe mir schon als Kind geschworen nieeeeee zu werden wie mein Vater aber schafft man das auch? Bevor ich den Kontakt zu ihm abgebrochen habe war ich sehr aufbrausend und habe ich mich als Verteidigung mit ihm geschlagen. Ich wusste mir damals nicht mehr anders zu helfen.
Jetzt wohne ich hunderte Kilometer von ihm entfernt und bin ruhiger und gelassener geworden.

Gibt es jemanden hier der auch negative Erfahrungen im Elternhaus gemacht hat und schon Mutter oder Vater ist? Wie waren deine Erfahrungen?
Ich mache mir nur soooo viele Gedanken. Vielleicht sind sie aber auch unbegründet.
Ich danke jedem der mir hier hilft.
 

mamischieber  

Verbringt hier viel Zeit
Ich kann dir leider keine eigenen Erfahrungen mitteilen, ich denke jedoch, wenn du stets dein Bewusstsein behältst und nie vergisst, wie unterdrückt du dich gefühlt hast, wirst du eine gute und brave (:zwinker:) Mutter werden!
 
B

Butterbrot

Gast
ich kenne das. also das gefühl, dass man nicht werden möchte wie seine eltern. bei mir ist es eher die mutter mit ihrer kleinlichkeit usw. (über das möchte ich mich jetzt aber nicht auslassen)

wenn ich mich selbst in einer solchen situation ertappe (in der ich mich wie meine mutter verhalten), dann halte ich meistens mal inne und denk drüber nach und versuch dann die situation anderst anzugehen. probier also, dich selbst zu ertappen und die situation zu überdenken und anschliessend danach zu handeln. ...eine bessere lösung habe ich bisher noch nicht gefunden!!! ich denke, dass man so mit der zeit dieses alte muster ablegt.

eine weitere hilfe ist für mich auch, dass mich mein freund in dem moment darauf anspricht. mir sagt, was ich getan habe, wie's für ihn aussieht und evt. auch noch einen vorschlag gibt, wie ich mich das nächste mal verhalten sollte!!

...ich hoffe das war einigermassen einleuchtend!
ich wünsch dir auf alle fälle viel erfolg. denn auf dich wird viel arbeit zukommen, denn das was man von den eltern aufnimmt, bekommt man nicht so schnell weg. ist jahrelang eingebrannt... versuche kraft zu sammeln und an dir selbst zu arbeiten!
 
M

Mooncat

Gast
ich kann mich mamischieber nur anschließen.
wenn du nie so werden willst wie dein vater, wird dir das auch gelingen.
freu dich auf dein baby und vergiß deine sorgen. ja, ist vielleicht einfacher gesagt als getan, aber du hast ja auch noch deinen mann.
ich wünsche dir alles alles gute! :knuddel:
 
B

Butterbrot

Gast
Mooncat schrieb:
ich kann mich mamischieber nur anschließen.
wenn du nie so werden willst wie dein vater, wird dir das auch gelingen.
freu dich auf dein baby und vergiß deine sorgen. ja, ist vielleicht einfacher gesagt als getan, aber du hast ja auch noch deinen mann.
ich wünsche dir alles alles gute! :knuddel:

ich habe gleiche ängste wie erdnuckel und hab nicht das gefühl, dass das nicht wollen alleine genügt.
ich merke meistens nämlich nicht einmal, wenn ich mich wie meine mutter benehme.
meiner meinung nach muss man sich zuerst bewusst werden, wann man sich so verhält. der nächste schritt ist dann, wie geht ich damit um? wie verändere ich mich? was kann ich tun, dass ich selbst erkenne, dass ich in das muster meiner mutter falle? und wie komme ich schnellst möglich wieder heraus?

lebe bewusst und lass es dir von nahestehenden personen aufzeigen!
 

tidakhalal   (36)

Verbringt hier viel Zeit
Ich glaub, man darf das nicht unterschätzen.
Ist Aggression oft deine Antwort, wenn du gestresst oder überfordert bist?

Jeder verarbeitet Probleme anders. Bei Gewalt würd es natürlich sehr kritisch.
Ich möchte mich da Butterbrot anschließen.

Gib ganz viel Acht auf dich! Schau, dass es dir gut geht und find Wege, wo du deine Gefühle, egal ob Trauer oder Wut rauslassen kannst (Sport vielleicht). Gerade wenn jetzt so viel Neues auf dich zu kommt.

Und gute Menschen um dich herum sind sehr wichtig. (egal ob Kirche oder Mutterkindgruppen oder irgendein Verein.

Ganz viel Kraft dir!
Katharina
 

missy001  

Verbringt hier viel Zeit
meine sis und ich sind ein wenig geprägt. sie ist noch immer nicht fähig eine gesunde beziehung zu führen und ich zweifle grunsätzlich an, das ich überhaupt für jemanden gut genug wäre.

sie und ich reden viel darüber und sind erst jetzt draufgekommen, warum wir so sind. bei uns war es so, das wir nie ernst genommen wurden. für jede handlung wurden wir kritisiert oder gar beschimpft. von wegen .. wie konntest du nur... .... was sollen ANDERE von euch denken!
jaja... das war ihr lieblingssatz: was sollen andere von euch denken!
im unterbewusstsein kann ich oft nicht zu mir stehen, den was würde sonst die anderen von mir denken bla bla bla

und so muss man "bewusst" damit leben und endlich versuchen alles zu akzeptieren und nicht den selben fehler zu machen, den die eigenen eltern gemacht haben.

ob man so wird wie die eltern? nein... nicht wenn man sich "bewusst" damit beschäftigt. und das tust du ja :zwinker:
 

Panamericana   (40)

Verbringt hier viel Zeit
Ich denk mal das man das, was einem selbst angetan wurde
nicht am eigenen Kind vollzieht. Da man ja eben selbst weiß
wie es war...

Ich glaub du wirst ne Prima Mutter! :zwinker:
 
E

Erdnuckel1509

Gast
Bei mir war es soooo dass ich aggressiv in Stresssituationen wurde. Da verlor ich doch mal die Nerven.

Kein Wunder denn mein Vater wußte genau wie er mich provozieren konnte. Als knapp 6-jährige habe ich mitbekommen wie er meine Mutter schlug. Im späteren Alter machte ich mir Vorwürfe ihr nicht geholfen zu haben. Als ich älter wurde stellte ich mich schützend vor meiner älteren Schwester und vor meiner Mutter. Er versuchte einmal meinem Meerschwein zu erwürgen, weil er genau wußte dass ich an diesem Tier hing. Da bin ich dann ausgetickt. Noch heute klingen mir seine Worte im Ohr als er im besoffenen Zustand zu mir sagte: Du warst nicht gewollt. Du solltest eigentlich abgetrieben werde. Da fing ich an ihn noch mehr zu hassen. Meine Mutter und meine Oma widersprechen der Abtreibung. Doch warum sagte er das dann mal zu mir.

Er hat mein Leben zerstört. Wegen jeder Kleinigkeit gab es Schläge und Strafen. Ich bin jetzt fast 28 Jahre und kämpfe manchmal noch immer damit. Er hat mein Selbstvertrauen damals zu nichte gemacht und versucht auch heute noch mir mein Leben zu verpfuschen. Und das nach über 4Jahren Kontaktlosigkeit. Er streitet alles ab und meine Mutter verharmlost alles. WARUM? Ich würde das nie mit mir oder mit meinem Kind machen lassen, dass habe ich auch meinem Mann gesagt. Lieber gehe ich mit dem Kind alleine durchs Leben.Letztes Jahr war ich meiner Mutter zu Liebe im Hause meiner Eltern. Er war auch da und wollte mich in den Arm nehmen und hat gesagt dass man doch über alles reden kann. Ich habe Panik bekommen und Ekel kam in mir hoch. Ich bin regelrecht aus dem Haus geflüchtet. Da geh ich nicht nochmal hin. Unser Kind wird auch nicht sein Enkelkind sein. Die Angst dass da was passieren könnte ist einfach zu groß.

Ich werde alles tun damit es meinem Kind besser geht als mir und ich hoffe dass seine Erziehungsmethoden nieeeeemals bei mir durchbrechen. Das würde ich mir nieeee verzeihen können. Und ich denke alle die ähnliches erlebt haben werden mich verstehen.

Danke für eure Unterstützung und Hinweise. Sie helfen mir sehr.
 
B

Butterbrot

Gast
sei einfach ehrlich zu deinem mann. erzähl ihm alles, dass er weiss wie reagieren und mit der situation vertraut ist. so kann er dir am besten unter die arme greifen.

viel glück... du schaffst das bestimmt :herz:
 
B

büschel

Gast
keine solche erfahrungen (zum glück)
aber finds super dass de mal zurückgehauen hast;

so und um nicht so zu werden wie er:
ein fach nicht saufen wie er und sich evtl ein wenig mit pädagogik beschäftigen so nebenher; kriegt man neue ideen, evtl ein gefühl von dem wie man das ganze evtl gestalten möchte usw..
 

hirbel  

Verbringt hier viel Zeit
nicht so zu werden ist eben leider doch nicht sooo einfach
man muss dazu erst seine verhaltensmuster genau kennen!
das meiste geschieht nämlich unbewusst und man hat keinen einfluss darauf!
in diesem forum wurde dazu viel geschrieben, vielleicht findest du da auch betroffene die dir weiterhelfen können

Prügelstrafe in der Kindheit
 

kox  

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an deinem beitrag mekrt mans chon, dass du nie so werden wirst, solange du dir das immer vor augen hälst
 

Zufällig generierter Name  

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Die Angst ist dann berechtigt, wenn man sich nicht bewusst die Alternativen vor Augen führt, die einem gegeben sind. Du hast von deinem Vater Schläge als Erziehungsmethode kennengelernt. Und nun ist es wichtig zu wissen, wie man sich als Elternteil in einer Situation verhalten würde, in der dein Vater zu Schlägen griff. Und das am besten, bevor es zu einer solchen Situation kommt, denn im Eifer des Gefechtes greift man unter Umständen zum Gewohnten.
 

Touchdown  

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Falls du dich immer noch mit Fragen herumschlägst, warum alles so gekommen ist, oder warum deine Mutter alles abstreitet, dann kannst du dich an die anonymen Alkoholiker wenden, die haben auch Selbsthilfegruppen, für die Betroffenen Angehörigen von Alkoholikern.
Ich denke auch, dass es gut für deine Mutter gut wäre, sich da einmal beraten zu lassen. Oft verdrängen nämlich auch die Angehörigen, dass ihr Verwandter ein Alkoholproblem hat. Sowas nennt man dann sekundäre Abhängigkeit.
 

missy001  

Verbringt hier viel Zeit
Erdnuckel1509 schrieb:
Ich werde alles tun damit es meinem Kind besser geht als mir und ich hoffe dass seine Erziehungsmethoden nieeeeemals bei mir durchbrechen. Das würde ich mir nieeee verzeihen können. Und ich denke alle die ähnliches erlebt haben werden mich verstehen.

du wirst es auf jeden fall besser machen. immerhin setzt du dich damit bewusst auseinander. und dein mann steht dir auch zur seite.

tut mir echt leid was du durchgemacht hast. ich wünsche dir und deiner kleinen familie ein harmonisches leben.
 
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