Anglizismus - Die Diskussion

Benutzer55230 

Meistens hier zu finden
Bis zu einem gewissen Grad finde ich Anglizismen sinnvoll. Sie erweitern unseren Wortschatz. Man kann zum Beispiel richtige Post von elektronischer Post besser unterscheiden, da wir "eMail" haben.
Man sollte es nur nicht übertreiben, ich höre manchmal Dinge wie "...und dann sind wir zu einer Location gestyled und hatten ein Meet-and-Greet in der Lounge, blablabla".
Das klingt eher erzwungen als cool.
 

Benutzer56557  (35)

Benutzer gesperrt
Wie bei fast jedem Thema sind die Extreme meist der falsche Weg, sondern richtig ist in der Regel ein Mittelweg.
Anglizismen völlig zu verteufeln ist natürlich Unsinn, weil jede Sprache von ihrem Kontakt mit anderen Sprachen lebt und es immer wieder Dinge gibt, die man in der eigenen Sprache nicht korrekt ausdrücken kann und die sich schon lange eingebürgert haben. Allerdings ist es richtig, daß sich die Deutschen viel zu wenig Gedanken machen, ob es nicht schon ein passendes deutsches Wort gibt, wenn sie einen Anglizismus einführen.
Denn es ist auf der anderen Seite ist es auch nicht richtig, gedankenlos jedes englische Wort, das die Werbeindustrie und das Fernsehen uns vorplappern, gedankenlos zu übernehmen. Insbesondere dann, wenn durch das englische Wort überhaupt kein Mehrwert geschaffen wird. Was ist an "Goalgetter" besser als an "Torwart" oder an "meeting" besser als an "Treffen" oder "Besprechung"?
Deshalb sollte sich jeder einzelne immer überlegen, ob ein englisches Wort wirklich nötig ist, oder ob es nicht ein adäquates deutsches Wort gibt, das denselben Sinngehalt hat. Ist das so, dann kann man auf den Anglizismus verzichten. Ist das nicht so, dann ist der Anglizismus wahrscheinlich sinnvoll.

@spätzünder: Eine Sprache ist nicht nur eine Form der Kommunikation zwischen Menschen, sondern sie gibt auch ein Stück Identität und ist ein unverzichtbares Stück Kultur. Wenn alle Welt nur noch englisch sprechen würde, würden auch die verschiedenen Kulturen nivelliert, bis am Ende nur noch der "american way of life" eine weltumspannende Einheitskultur darstellen würde. Wer könnte dann in 100 Jahren noch Werke von Goethe, Molière, Cervantes der Tolstoi im Original lesen? Und auch die beste Übersetzung kann das Original niemals ersetzen.
Aber deine verquere Weltsicht kennen wir ja schon zur Genüge aus anderen Diskussionsfäden...
 

Benutzer28114 

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Was ist an "Goalgetter" besser als an "Torwart" oder an "meeting" besser als an "Treffen" oder "Besprechung"?

Also ein Goalgetter ist genau das Gegenteil von einem Torwart. Der Goalgetter schiesst die Tore und wäre am ehersten mit Torjäger zu übersetzen.

Der deutschen Sprache wurden schon immer Lehnwörter angefügt. Früher waren es halt mehr französische als englische. Und von denen haben sich einige bis in die Gegenwart herübergerettet: Friseur, Diwan, Couch, Lavoir, Plafond usw...

Sprache ändert sich immer über die Jahrzehnte und Jahrhunderte. Auch bei uns wird die Zahl der Synonyme weiter steigen, die Grammatik schlampiger werden. Es gibt zwar Leute, die sich um die Sprache Sorgen machen, aber prinzipiell finde ich es schon lustig, dass viele gebildete Menschen übernommene Worte aus den Sprachmoden der Epochen verwenden, aktuelle Anglizismen aber als Gefahr ansehen.

Schlimm wird es dann, wenn man in deutschen Sätzen zuviele englische Wörter findet. Gerade eben gelesen: "Funkytown! Cool Clubbing ist hier angesagt. Auch bei den Männern hält der Glam Style Einzug und wird mit einer guten Portion Punkrock gemixt – fertig ist der Stylecocktail!" Einfach fürchterlich.

Anglizismen auf die ich gerne verzichten kann wären: Award, Event, Location, Performance, News, Stop & Go, Sorry (wenn das jemand zu mir sagt, dann meint die Person das ganz bestimmt nicht so). Für all das gibt es deutsche Begriffe. Sinnvolle Anglizismen sind: Walkman, Toast, Snowboard, Club, Popcorn, Chips usw.
 

Benutzer75173 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn sie nützlich sind begrüße ich anglizismen.

Was ich aber schrecklich finde: man öffne eine beliebige mode-zeitschrift beziehungsweise deren internetauftritt, und schaue sich mal die wörter an die da gebraucht werden.

Da findet man dann den "Geschenke-Guide", das "Musthave-Item", den "Rezept-Finder", das "X-Mas Shopping", die "Gift Machine", den "Style Finder", "Luxus-Hideaways", den "Holidaycheck", das "Home-Spa", das "Winter Hair", den "Haarguide", die "Celebrities", die "Bad-Hair-Days", den "Nude Look", den "Ethno-Style", den "Flagshipstore", das "Shop-Opening", die "Cruise Collections", den "Last-Minute-Shopper" oder auch zb folgenden satz:

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Da kommt mir das blanke grauen. Versuchen die mit diesem verschwenderischen Umgang von anglizismen etwa besonders toll zu wirken, oder was? Ich verstehs nicht. Absoluter unfug was die da treiben. Übrigens sind alle wörter die ich da oben hab von einer einzigen seite!
 

Benutzer15054 

Benutzer gesperrt
Eine Sprache ist nicht nur eine Form der Kommunikation zwischen Menschen, sondern sie gibt auch ein Stück Identität und ist ein unverzichtbares Stück Kultur. Wenn alle Welt nur noch englisch sprechen würde, würden auch die verschiedenen Kulturen nivelliert, bis am Ende nur noch der "american way of life" eine weltumspannende Einheitskultur darstellen würde.

Kulturen sind aber veränderbare, anerzogene Dinge. Und welche Kultur sollte denn ausgelöscht werden, wenn alle Menschen ein Sprache sprechen? In D gibt es ja auch unterschiedliche Mentalitäten, trotz der gleichen Sprache.

Wer könnte dann in 100 Jahren noch Werke von Goethe, Molière, Cervantes der Tolstoi im Original lesen? Und auch die beste Übersetzung kann das Original niemals ersetzen.

Demzufolge sollten wir alle wieder lateinisch und altgriechisch wieder erlernen, am Besten mitsamt der antiken Kultur, sonst sind wir nicht in der Lage, die Werke von Aristoteles, Ovid und Caesar zu verstehen. :rolleyes:
Also man ist heute schon in der Lage, Werke zu übersetzen. Man ist auch noch in der Lage, alte lateinische Schriften im Original zu lesen. Allerdings liegt das Problem nicht auf der Ebene der Sprache, sondern auf der der Zeit. Selbst deutsche Werke aus dem Mittelalter (Nibelungensage, Walther von der Vogelweide) könnten wir nicht mehr adäquat verstehen, obwohl wir teilweise die Sprache noch kapieren würden. Die Bedeutung der Worte in einem alten Schriftstück ist einfach eine andere als die der Gegenwart. Das ist aber auch mit derselben Sprache so.
 

Benutzer46933  (40)

live und direkt
Ich finde Anglizismen gut.. Jedenfalls die meisten.. Auf deutsch klingt vieles einfach beschissen oder es werden daraus ellenlange Wörter mit 5 Bindestrichen dazwischen.

Wenn man die Anglizismen braucht ist gleich klar worums geht. Die deutschen Alternativen klingen einfach nur öde und ziehen auch einfach nicht so..

das ist aber nur so, weil sich das irgendwann so reingeschlichen hat. es ist an den meisten deutschen bezeichnungen nichts auszusetzen und man kann statt meeting durchaus geschäftsverabredung oder was auch immer sagen, ohne dass das wort ellenlang und mit bindestrichen versehen sein muss.
 

Benutzer87316 

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Kulturen sind aber veränderbare, anerzogene Dinge. Und welche Kultur sollte denn ausgelöscht werden, wenn alle Menschen ein Sprache sprechen? In D gibt es ja auch unterschiedliche Mentalitäten, trotz der gleichen Sprache.
es sind schon Kulturen ausgestorben deswegen.
außerdem definiert sich eine Kultur unter anderem über ihre Sprache. Ja natürlich sprechen wir in Deutschland alle deutsch, aber schon ein Dialekt ist eine kleine kulturelle Abgrenzung :zwinker: und davon haben wir hier auch mehr als genug.


]Demzufolge sollten wir alle wieder lateinisch und altgriechisch wieder erlernen, am Besten mitsamt der antiken Kultur, sonst sind wir nicht in der Lage, die Werke von Aristoteles, Ovid und Caesar zu verstehen. :rolleyes:
Also man ist heute schon in der Lage, Werke zu übersetzen. Man ist auch noch in der Lage, alte lateinische Schriften im Original zu lesen. Allerdings liegt das Problem nicht auf der Ebene der Sprache, sondern auf der der Zeit. Selbst deutsche Werke aus dem Mittelalter (Nibelungensage, Walther von der Vogelweide) könnten wir nicht mehr adäquat verstehen, obwohl wir teilweise die Sprache noch kapieren würden. Die Bedeutung der Worte in einem alten Schriftstück ist einfach eine andere als die der Gegenwart. Das ist aber auch mit derselben Sprache so.
Es ist ein Unterschied, ob du Ovid und Cäsar in der Übersetzung liest oder im Original, dadurch, dass du es liest, musst du dich auch zwangsläufig mit der antiken Kultur auseinandersetzen, was im Übrigen zu einem gewissen Grad zur Allgemeinbildung gehört. Ich lerne antike Sprachen und ich übersetze mir die Texte lieber selbst, anstatt mir die Umschrift zur Hand zu nehmen, weil dadurch allein schon sehr viele Informationen verloren gehen, die du aus einer Übersetzung NIE heraus erkennst.
Natürlich gibt es im Laufe der Zeit Bedeutungswandel (dämlich zB), aber ich behaupte, dass man für AHD und MHD das noch sehr gut rekonstruieren kann. Das Wort bärbeißig versteht man ja trotzdem noch, obwohl es kaum einer benutzt, oder?

aber jetzt mal zum eigentlichen Thema:
Anglizismen werden irgendwann genauso in unserer Sprache verankert sein wie heutzutage die frankophonen Elemente (wie zB der zitierte Frisör), dennoch fände ich es besser, deutsche Wörter soweit vorhanden zu benutzen, einfach um die Kultur zu pflegen. Eine Sprache ist nun mal kultureller Ausdruck und dieses Sprachgepansche deutet eher auf einen Niedergang. Und mit Verlust der Sprache verliert man auch die Kultur. Nehme man allein die keltische Sprache, in Wales hat man ewig versucht, das Kymrische auszurotten, bis dann mal wer auf die Idee kam, dass das ja auch eine Abgrenzung von Mutter England ist (und welcher Waliser/Schotte bezeichnet sich selbst gern als Engländer?), die Sprache wird - obwohl sie sehr schwer zu lernen ist - wieder gepflegt, obwohl sie natürlich englische Einschläge hat, was moderne Wörter betrifft.
Ich hoffe, dass deutsch auch in der Form irgendwie erhalten bleibt, mit Einschlägen aus diversen Sprachen, aber irgendwie doch auch eigen. Deutsche Wörter existieren ja auch in anderen Sprachen (kindergarten, poltergeist, kaputt, ...)
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
In vielen Kontexten habe ich nichts gegen Anglizismen. Beispiele wären z.B. wissenschaftliche Begriffe, die nun mal in der heutigen Wissenschaftssprache - also Englisch - entstanden sind und dann auch im Deutschen "korrekt" verwendet werden.

Aber bei den Beispielen von ParaKnow kommt mir auch das Grauen. Das ist einfach nur sinnlos und soll so etwas wie Weltläufigkeit und "Nicht-Von-Gestern-Sein" zum Ausdruck bringen.....und wirkt tatsächlich nur peinlich und hinterwäldlerisch.

Da findet man dann den "Geschenke-Guide", das "Musthave-Item", den "Rezept-Finder", das "X-Mas Shopping", die "Gift Machine", den "Style Finder", "Luxus-Hideaways", den "Holidaycheck", das "Home-Spa", das "Winter Hair", den "Haarguide", die "Celebrities", die "Bad-Hair-Days", den "Nude Look", den "Ethno-Style", den "Flagshipstore", das "Shop-Opening", die "Cruise Collections", den "Last-Minute-Shopper" oder auch zb folgenden satz:

Zur "Meeting-Diskussion" oben: "Meeting" ist nach meiner Auffassung tatsächlich ein überlüssiger Begriff (obwohl ich ihn manchmal auch verwende). Ein Meeting ist definitiv nichts anderes als eine Besprechung. Da gibts absolut keine andere Bedeutung. Die beiden Begriffe sind für mich also tasächlich 1:1 austauschbar, ohne dass sich inhaltlich etwas ändern würde.
Schwieriger wird es aber z.B. bei "Workshop". Sowas hat schon einen ganz eigenen Charakter und mir würde jetzt auf die Schnelle kein einfacher und trotzdem richtig passender Begriff einfallen. Ein anderes Beispiel wäre "Brainstorming"....
 
L

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Ereshkigal schrieb:
Es ist ein Unterschied, ob du Ovid und Cäsar in der Übersetzung liest oder im Original, dadurch, dass du es liest, musst du dich auch zwangsläufig mit der antiken Kultur auseinandersetzen, was im Übrigen zu einem gewissen Grad zur Allgemeinbildung gehört. Ich lerne antike Sprachen und ich übersetze mir die Texte lieber selbst, anstatt mir die Umschrift zur Hand zu nehmen, weil dadurch allein schon sehr viele Informationen verloren gehen, die du aus einer Übersetzung NIE heraus erkennst.

Ich studiere Geschichte und sehe den Sinn nie, warum ich eine mittelalterliche Urkunde selbst übersetzen soll, wenn es diese schon auf deutsch gibt. Ich meine, was soll an meiner Übersetzung besser sein als an der, die von Leuten gemacht wird, die das ihr Leben lang machen? Als wenn die für jeden Begriff das erstbeste deutsche Wort nehmen, die machen sich doch auch Gedanken. Im übrigen läuft es in solchen Seminaren meist auf eine Synonym-Diskussion hinaus. Studenten alter Sprachen nehmen ihr Fach manchmal zu wichtig.

"bärbeißig" verstehe ich nicht.
 

Benutzer72934 

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Off-Topic:
Natürlich gibt es im Laufe der Zeit Bedeutungswandel (dämlich zB), aber ich behaupte, dass man für AHD und MHD das noch sehr gut rekonstruieren kann. Das Wort bärbeißig versteht man ja trotzdem noch, obwohl es kaum einer benutzt, oder?

Ich denke, dass es dabei darauf ankommt, ob man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes kennt oder nicht. Genau wie bei einer antiken Sprache. Natürlich lässt sich MHD auch heute noch in vielen Teilen gut verstehen, aber den wirklichen Inhalt versteht man nur, wenn man die Wandlung der Worte berücksichtig.
Ich könnte z.B. meiner Mutter einen MHD Text vorlesen und sie würde (ihrer Meinung nach) die meisten Zusammenhänge verstehen. Aber gerade Worte, die einen Bedeutungswandel erfahren haben sind 'Fallen'. Wenn z.B. irgendwo stehen würde, dass ein Herr eine Frau als dämlich bezeichnet würde meine Mutter verstehen "Irgendwer hält diese Frau für dumm" anstatt "Ein höfischer Mann sagt über eine feine Dame aus, dass diese ein damenhaftes Verhalten hat". Ein deutlicher Unterschied ;-).
BTW: Den Begriff 'bärbeißig' kenne und verstehe ich, aber das geht nicht grade jedem so. Wie viele Leute wissen wohl noch, welche Bedeutung der Begriff 'Steckenpferd' hat? Damit wieder zum Topic (denn der heute dafür gebräuchliche Begriff ist 'Hobby'):


Ich denke nicht, dass wegen ein paar Anglizismen unsere Kultur direkt aussterben wird. Wenn sie ausstirbt, dann sicher nicht, allein wegen der Veränderung der Sprache, sondern aus der Gesamtsituation. Ob das Gut oder Schlecht ist lass ich jetzt einfach mal dahingestellt, aber es wäre zumindest ein natürlicher Lauf.
Anglizismen lassen sich nicht durch Gesetze verbieten.
Wer sie nicht benutzen möchte kann es unterlassen und wenn es von diesen Leuten genug gibt, wird irgendwann auch die Wirtschaftlichkeit dieses Ausdrucks nachlassen und er wird ersetzt werden (durch ein deutsches Wort, oder eins aus einer anderen Sprache). Ein deutsches Wort wird ja nicht grundlos durch ein englisches ersetzt. Es gibt immer gewisse Gründe. In der Werbung dient es als Konsummagnet, auf dem Schulhof der Abgrenzung zu anderen Gruppen oder um cool zu sein etc. Ob dieser Grund ausreicht um das neue Wort am Leben zu halten liegt an den Menschen. Und offensichtlich gibt es genug Menschen, die den Begriff Meeting, Workshop, Brainstorming etc. am Leben erhalten.
 

Benutzer20202 

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A
Anglizismen auf die ich gerne verzichten kann wären:
...
Stop & Go
Was ist denn das deutsche Gegenstück dazu? Ich kann mich aus den Verkehrsnachrichten an "zähfließender Verkehr mit Stillstand" erinnern, der Ausdruck ist aber auch eher zähfließend.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Hmm...Stau passt nich so gut, finde ich. Stockender Verkehr trifft es eher.
 
T

Benutzer

Gast
Bis zu einem gewissen Grad finde ich Anglizismen sinnvoll. Sie erweitern unseren Wortschatz. Man kann zum Beispiel richtige Post von elektronischer Post besser unterscheiden, da wir "eMail" haben.
(....)

e-Post?

....und wenn man am PC eine "Sie haben Post" Nachricht erhält, behaupte ich mal ganz frech, laufen die wenigsten zur Tür. :zwinker:


e// ich finde Anglizismen nur sinnvoll, wenn sie Lücken schließen.....mir fallen jetzt ironischerweise nur deutsche Wörter ein, die im englischem Einzug hielten, aber der Sinn dürfte klar sein, Wörter eben wie "Zeitgeist", "Kindergarten", "Blitzkrieg", "Doppelgänger" (mit a anstatt ä), "Gedankenexperiment", "Hinterland", "Kitsch" usw.....
 

Benutzer28114 

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Ich finde das sind alles Umschreibungen für einen Stau und sagt doch alles dasselbe aus. Wenn ich in einem Stau stehe, dann stehe ich auch nicht die ganze Zeit am selben Fleck, sondern komme langsam aber doch weiter.
 

Benutzer55230 

Meistens hier zu finden
e-Post?

....und wenn man am PC eine "Sie haben Post" Nachricht erhält, behaupte ich mal ganz frech, laufen die wenigsten zur Tür. :zwinker:

Stimmt, nur leider hört es sich im Sprachgebrauch beschissen an...

Ja, manches deutsche Wort tausche ich auch gerne gegen ein besser klingendes ausländisches ein. Schliesslich ist Englisch ja nicht die einzige Sprache, die unsere Sprache zu dominieren droht. Sowas würde auch nicht passieren, wenn die Leute es nicht zulassen würden.
So also merken wir: Sprache ist ein lebendes, atmendes, und vorallem - sich veränderndes und weiterentwickelndes Wesen. In beispielsweise 100 Jahren werden die Leute wieder ganz anders reden als heute. Vielleicht erlebt die echte deutsche Sprache ja einen zweiten Frühling. Vermutlich aber werden unsere Sprachen mehr oder weniger zusammenwachsen -> ergo: es wird im Laufe der Zeit eine bessere Verständigung auf der Welt geben. Ich rede hier aber nicht von den nächsten paar Jahren, sondern schon über eine sehr lange Zeitspanne, die wir alle sowieso nicht mehr erleben werden.
Und während deutsche Sprachbewahrer noch um ihren "kostbaren Schatz" bangen, lehne ich mich zurück, sehe dabei zu, wie die Sprache erwachsen wird und freue mich, dass ich immer noch angeblich tote Wörter wie "blümerant" oder dergleichen kenne :smile2:



Schöner Abend, heute. Ich sollte mal wieder rausgehen...
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Off-Topic:
Ich studiere Geschichte und sehe den Sinn nie, warum ich eine mittelalterliche Urkunde selbst übersetzen soll, wenn es diese schon auf deutsch gibt. Ich meine, was soll an meiner Übersetzung besser sein als an der, die von Leuten gemacht wird, die das ihr Leben lang machen? Als wenn die für jeden Begriff das erstbeste deutsche Wort nehmen, die machen sich doch auch Gedanken. Im übrigen läuft es in solchen Seminaren meist auf eine Synonym-Diskussion hinaus. Studenten alter Sprachen nehmen ihr Fach manchmal zu wichtig.

Man merkt, dass du mit Philologien bzw. Literaturwissenschaft nichts zu tun hast, denn da hätten sie dir deine naive Einstellung zu Übersetzungen spätestens nach dem 3. Semester ausgetrieben. :zwinker: Es ehrt dich ja, dass du eine so hohe Meinung von Übersetzern hast, aber tatsächlich arbeiten auch in dem Bereich nur Menschen, die gerne auch mal Mist produzieren. Wenn du ernsthaft mit einem Text arbeiten willst, ist es immer besser, das Original zu nehmen bzw. falls nötig eine eigene Übersetzung anzufertigen.


Mir geht die totale Überflutung mit Anglizismen vor allem in den Medien und der Werbung gern mal auf die Nerven, ich finde, in dem Bereich ist die Grenze des Zumutbaren allmählich überschritten. Was aber Anglizismen an sich angeht, kann ich die ganze Aufregung und die Prophezeiungen vom baldigen Ende der deutschen Sprache nicht so ganz nachvollziehen.

Wie hier im Thread ja auch schon erwähnt wurde, es ist ja nicht so, als hätte es irgendwann im Lauf der Weltgeschichte mal "puff" gemacht und die deutsche Sprache wäre da gewesen, fertig entwickelt und in völlig unveränderter Form die Jahrhunderte überdauernd bis zum großen Vernichtungsschlag durch das Englische im 21. Jahrhundert. Unsere Sprache hat doch jetzt schon so viele Einflüsse in sich versammelt (aus dem Französischen, Lateinischen und Griechischen z.B.), das Englische ist nur ein weiterer davon, der gekommen ist und irgendwann auch wieder gehen wird. Englisch ist nicht die erste Sprache, die als überregionales/internationales Kommunikationsmittel gebraucht wird (Beispiele wären wiederum Latein und Französisch), und Englisch wird auch ganz sicher nicht die letzte sein.
 

Benutzer87316 

Verbringt hier viel Zeit
´
Unsere Sprache hat doch jetzt schon so viele Einflüsse in sich versammelt (aus dem Französischen, Lateinischen und Griechischen z.B.), das Englische ist nur ein weiterer davon, der gekommen ist und irgendwann auch wieder gehen wird. Englisch ist nicht die erste Sprache, die als überregionales/internationales Kommunikationsmittel gebraucht wird (Beispiele wären wiederum Latein und Französisch), und Englisch wird auch ganz sicher nicht die letzte sein.

Anglizismen werden aber nicht so einfach aus unserem Sprachgebrauch verschwinden, nur weil jetzt eine andere Sprache moderner ist (wovon ich mir auch nicht vorstellen kann, welche das sein sollte)
Sprache bleibt natürlich (oder doch leider?) nicht auf einer Stufe, aber so wie es im Moment läuft, wird es wohl früher oder später darauf hinauslaufen, dass wir unsere eigene Sprache nach dem englischen Vorbild vereinfachen. Und ein Teil davon sind Anglizismen.
 
L

Benutzer

Gast
dass wir unsere eigene Sprache nach dem englischen Vorbild vereinfachen

Und ist das Vorbild wirklich einfacher? Die Rechtschreibreform, wie sie in ihrer Urform präsentiert wurde, hat doch auch kein Mensch verstanden, obwohl sie einfacher sein sollte. 'Englisch' und 'einfach' passen in einem Satz nicht zusammen. Im Englischen gibt es bspw. viel weniger Synonyme.
 
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