An alle Hobby-Psychologen, wichtige Frage!

Benutzer107327 

Planet-Liebe Berühmtheit
. Was heißt denn "psychisch krank" überhaupt? Ich denk mir, jeder hat irgendwie einen an der Klatsche.
Also eine kurze greifbare Definition wäre in etwa:
-Nicht normal: Also einfach Normabweichung/ Seltenheit (Das Menschen 8 Stunden täglich herumliegen müssen ist keine Krankheit) PLUS:
- Funktionseinschränkung in zentralen Lebensbereichen. (Also ist zum Beispiel die sog. Manie eine Krankheit, auch wenn sich der/die Betroffene vielleicht besser fühlt als je zuvor).

Heut zu tage ist doch alles mögliche eine Depression oder Burn-Out. Für die Menschen die wirklich ernste Probleme haben, finde ich das unschön..
Depressionen sind ein ernstes Problem.
Off-Topic:
Habe aber auch den Eindruck, dass die Diagnose Burn-out momentan recht locker vergeben wird..


@Thema:
Zum Glück wird dieses Denken, psychisch kranke müssten sich einfach nur zusammenreißen oder wären einfach nur schwache, faule Simulanten allmählich seltener. Man sieht´s aber immer wieder und ganz schön oft - siehe teilweise hier im Thema. Natürlich hilft das keinem und ist auch recht uninformiert.

Da spielt vielleicht auch Angst eine Rolle (siehe Big Diggers Beitrag). Viele akzeptieren eine Krankheit eben nur als Krankheit, wenn sie eine einwandfrei nachvollziehbare 100% körperliche Ursache annehmen - "was ich nicht verstehe, das gibt es auch nicht" sozusagen. Wobei dir Vorstellung, dass Körper und Psyche zwei völlig unabhängige Systeme sind, die nichts miteinander zu tun haben, in meinen Augen ziemlich abwegig ist.

Jetzt stelle ich mir mal vor ich knalle Leuten mit Krankheiten/ Symptomen solche Sätze hin (sinngemäß macht man das ja, wenn man sagt psychisch kranke sind garnicht krank):

- Chronische Schmerzen: Kann nicht sein, da ist nichts. Hör mal auf zu simulieren.
- Magersucht: Esse halt einfach mehr.
- Depression: Lass dich halt mal nicht so hängen.
- Schizophrenie: Ist doch Unsinn, was du da erzählst, du wirst garnicht wirklich verfolgt und diese Stimme, die du angeblich hörst, gibt es gar nicht.
- Trauma: Ist doch längst vorbei, jetzt jammer mal nicht so rum..
- Angststörung: Mach dich halt mal locker
usw..
 
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Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn ich mir den Beitrag durchlese, dann überfliege ich das "wie", ich lasse es bewusst außen vor. Wenn ich sachlich bleiben möchte, dann darf ich eben nicht Emotionen mit reinspielen lassen. Also muss ich das ganze einfach nüchtern und trocken betrachten.
Und da hakt es bei Dir schon. Denn psychische Störungen - ganz gleich ob Depressionen, Burn-out, Bore-out, Angststörungen, Zwangshandlungen und was es sonst noch so gibt - sind nicht nüchtern und trocken, sind nicht vernunftgesteuert. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ein Mensch kann sich so oft sagen, wie er will, dass er etwas Bestimmtes schaffen wird, dass es ihm gut geht - solange er das nicht auch empfindet, wird er sich damit selbst belügen. Und je öfter diese Diskrepanz auftritt und je häufiger das Ergebnis mit der gefühlten Prognose übereinstimmt, wird das Denken negativ beeinflusst. Wie oft kann der Verstand die Gefühle belügen?

Ich hatte beispielsweise vor Weihnachten eine Situation, in der meine Angst voll aktiv war. Auf einem Geburtstag in der Familie waren rund 40 Leute da, darunter etwas mehr als die Hälfte waren Menschen, die ich nicht kannte. Mir ging es gesundheitlich nicht gut, es war laut, es wurde wild durcheinandergeplappert und ich hatte keinen Rückzugsort, an dem ich Ruhe hätte finden können. Ich war genervt, bekam Kopfschmerzen. Dann war da eine hübsche Frau, die ich ansah, und sie sah immer wieder zu mir rüber. Mein Verstand weiß: Ich kann mit Menschen reden, ich kann mich unterhalten. Meine Gefühle sagten: Ich kann das nicht. Ich bin krank. Ich werde mich blamieren. Ich werde komisch wirken. Die Leute werden schlecht über mich denken. Die Frau interessiert sich sowieso nicht für mich.
Entsprechend "schön" war der Abend - meine negativen Gefühle haben sich dadurch wieder verstärkt. Ich habe mich sogar dafür geschämt, nicht in der Lage zu sein, mit Fremden zu sprechen. Und selbst wenn ich mich da eingeklinkt hätte: Meine Aufmerksamkeit hätte nicht bei den Gesprächspartnern gelegen, sondern bei mir: Bei meinem Zittern, bei meiner Nervosität, bei meinem Stammeln. Das hätten die Leute mitbekommen, und ich hätte mitbekommen, wenn sie mich komisch angesehen hätten - und mich für meine Schwäche geschämt.
So etwas entzieht sich einer rationalen Betrachtungsweise. Ohne Empathie wirst Du das nie verstehen können, selbst wenn Du es ernsthaft versuchen würdest.


Bedeutet ich darf mir keinerlei Urteil bilden, weil ich es nicht erlebt habe?
Du solltest Dir kein Urteil erlauben über Dinge, die Du nicht nachvollziehen kannst.


Ich danke dir für den Einblick und finde es aufschlussreich, auch wenn einiges in deinen Texten nicht verstehen kann. Mir ging es aber eben auch nicht darum, deine Probleme oder die von anderen herunter zu spielen.
Mein Eindruck war durchaus ein anderer, aus den bereits von mir genannten Gründen. Du weigerst Dich, eine psychische Störung bei anderen anzuerkennen. Zitate aus Deiner ersten Antwort:


Weil es moralisch nicht vertretbar ist sowas nicht akzeptieren zu wollen?
...
Oder sagen wir es mal so, bezogen auf Depressionen: Ich kann es, für mich, nicht nachvollziehen wie ein Mensch es erst soweit kommen lässt. Oder besser: Ich begreife nicht, warum es langsam zu einer Volkskrankheit mutiert. Es ist ja schon fast trendy...
...
Trotzdem finde ich, dass die Menschen den vernünftigen Umgang damit verlieren. Heut zu tage ist doch alles mögliche eine Depression oder Burn-Out. Für die Menschen die wirklich ernste Probleme haben, finde ich das unschön. Es schwächt nämlich immer mehr den Eindruck, zumindestens für mich und man fängt an es langsam nicht mehr ernst zu nehmen.
Nicht akzeptieren wollen. So weit kommen lassen. Volkskrankheit. Trendy. Nicht mehr ernst zu nehmen.


Du spielst es runter. Wer sind denn für Dich "Menschen, die wirklich ernste Probleme haben"? Sind das die, die schon beim Bestatter in der Kühlkammer liegen, nachdem sie sich auf die Gleise gestellt haben, von der Brücke auf die Autobahn gesprungen sind, im Keller am Heizungsrohr baumelten, Schlaftabletten mit Alkohol genommen haben? Glaub mir, die haben keine Probleme mehr...
Oder meinst Du die, die im Kosmos Deiner Mutter auftreten? Diejenigen, deren psychische Störung so gravierend ist, dass sie eine Gefährdung für sich und ihre Umwelt darstellen und in die Psychiatrie eingewiesen werden? Dann übersiehst Du zwei Dinge:
1. Die haben keine Probleme - deren Denken und Verhalten ist in einer Art geprägt und verfestigt, dass ihr Verstand das Verhalten schon wieder für normal und nicht für problematisch hält.
2. Mindestens ein Großteil der Patienten einer stationären Psychiatrie ist nicht schlagartig durch ein bestimmtes Ereignis psychisch krank geworden. Die Einweisung ist nur einer der letzten Schritte; es bedeutet, dass ein Arzt es für nötig erachtet, den Menschen vor sich selbst zu schützen - und gleichzeitig, dass der Mensch selbst nicht mehr dazu in der Lage ist, ein Problem in seinem Denken und Verhalten zu definieren. Das bedeutet nicht, dass alle anderen, die in Denken und Verhalten eine Störung erkennen können und ambulant in Therapie gehen, kein Problem haben.

Noch eine Geschichte:
Ein Mann Mitte 30, mit fester Lebenspartnerin und einjährigem Kind, arbeitet seit 10 Jahren beim gleichen Arbeitgeber. Der Verdienst ist nicht schlecht, auch mit ihm als Alleinverdiener kommen sie über die Runden. Er ist allein mit seinem Hauptkunden verantwortlich für einen siebenstelligen Jahresumsatz - aber nicht in einer entsprechenden Position; er ist kein Abteilungsleiter, sondern einfacher Angestellter ohne Perspektive auf berufliches Vorankommen seit der Ausbildung. Dafür arbeitet er im Schnitt 9 1/2 bis 10 Stunden am Tag. Aber er fühlt sich seit Jahren überfordert, und auch das Betriebsklima leidet unter ständigem Druck; er bräuchte Entlastung und bekommt sie nicht. Er hat Angst, Fehler zu machen.
Wenn er nach Hause kommt, freut er sich zwar sehr darüber, Partnerin und Kind zu sehen, aber gleichzeitig muss er Aggressionen unterdrücken, weil er ausgelaugt ist. Er will eigentlich nur seine Ruhe. Probleme mit dem Vermieter nagen weiter an seinen Kräften. Kurz vor der Geburt seines Kindes stirbt sein Vater. Er schafft es nicht, das zu verarbeiten; er weint immer wieder, hätte seinem Vater so viele Fragen zu stellen, die ihm keiner beantworten kann.
Wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt, setzt er sich hin und trinkt. Als "Belohnung" - das redet er sich ein. Tatsächlich sagt er: "Ich brauch das manchmal." Er trinkt nicht nur ein Bier. Mitunter geht ein halber Kasten an einem Abend drauf. Und er trinkt regelmäßig. Über Jahre. Die Hausarbeit bleibt, bis auf das Wochenende, an seiner Partnerin hängen. Betrunken spricht er aus, was er nüchtern zu sagen unterdrückt, weil er seine Partnerin nicht noch mehr belasten will: Er spricht von Suizid. Und seine Partnerin leidet mit - unter der Situation, unter seinem Alkohol, unter seinen Gefühlen. Er selbst hält sich für sensibel, für schwach, verflucht sich selbst dafür.
Er hat Angst. Angst davor, seinem Kind kein guter Vater zu sein. Angst davor, seinen sicheren und ordentlich bezahlten Job aufzugeben, "nur um zufriedener zu sein, weniger Überstunden zu machen, früher zuhause zu sein, entspannter zu sein". Angst vor Gehaltseinbußen. Sogar Angst vor der Arbeit. Und er hat Angst davor, etwas gegen seine psychische Situation zu unternehmen. Angst, sich damit auseinanderzusetzen.

Auch diese Geschichte ist authentisch. Es ist nicht meine Geschichte, aber sie ist wahr. Was glaubst Du, hat dieser Mann ein psychisches Problem? Hat er vielleicht sogar mehrere? Wie weit kommt er mit "Vernunft"? Wie weit kommt er damit, dass er sich "einfach nur zusammenreißen muss"? Oder ist das "Zusammenreißen" vielleicht sogar Teil seines Problems?
 
S

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Gast
Ich weiß nicht, ob du dich einfach etwas ungeschickt ausdrückst oder ob du tatsächlich meinst, dass jeder Mensch vorher hätte bremsen können... denn dann hast du das "Konzept" von Depressionen bzw. psychischen Krankheiten nicht verstanden...

Habe ich es jemals behauptet es zu verstehen? Wie soll das gehen, wenn ich permanent davon schreibe das ich es eben nicht nachvollziehen kann. Was an dieser Tatsache, das ich es eben nicht kann, ist so verwerflich. Das meine Antworten schon mehr Gewicht beigemessen wird als der Frage und Lösung der TS? Im übrigen würde ich es toll finden, wenn man alle Beitrage in eine Thread liest und nicht nur den, denn man offensichtlich angreifen kann. Denn ich habe schon begriffen, das meine Wortwahl wohl etwas daneben gegangen ist. Sollte man im Verlauf vielleicht auch gemerkt haben.

Das Schwierige an psychischen Krankheiten und ihrer Akzeptanz ist auch, dass eine psychische Krankheit nur eine Art "Erweiterung" einer bestimmten Haltung/eines bestimmten Zustands ist. Jeder ist mal misstrauisch, deswegen ist noch lang nicht jeder paranoid. Jeder ist mal traurig, deshalb ist noch lang nicht jeder depressiv.
Aber weil sie die Grundzustände (Misstrauen, Trauer...) kennen, meinen viele, die psychische Krankheit bewerten oder auch "entwerten" zu können. Das, was hier auch schon geschrieben wurde. Ich kenne jemanden, der psychotisch war, und nur bei akuter Suizidalität endlich Hilfe gefunden hat.

Noch einmal: Ich verstehe eben nicht wie es dazu kommen kann. Nicht das ich die Krankheit nicht akzeptieren könnte. Ich bin im höchsten Maß rational und logisch denkend, kann man nicht begreifen das es für so einen Menschen einfach kaum nachvollziehbar ist? Muss ich denn, nur wenn ich sage, dass ich gewisse Dinge nicht verstehe und generell paralellen zu dem Freund der TS sehe, gleich ganze Gruppen von Menschen entwerten? Bis auf Bigdigger ist hier noch keiner wirklich konkret auf mein Unverständniss eingegangen. Möchte man mich jetzt belehren, dass meine Haltung unfein ist oder was? Dein Text steht hier jetzt quasi in bestimmt 4-Facher Ausführung. Und ja, ich habe es geschnallt, dennoch kann ich es immer noch nicht nachvollziehen....


Weil das ganze Umfeld an ihn hingebrettert ist: "Ach, jetzt spinn net, das bildest du dir nur ein. Jetzt reiß dich am Riemen."
Da kann man soviel Mist bauen, wenn man eben NICHT sachlich rangeht. Und das tust du nicht. Sachlich dran zu gehen hieße, dich wissenschaftlich fundiert auseinander zu setzen.
So wie jemand nicht automatisch unsachlich an das Thema rangeht, weil es ihn betrifft oder betroffen hat.

Habe ich das irgendwo hier schon mal geschrieben? Das depressive Menschen sich alle anstellen? Oder habe ich gesagt, dass sich manche auf ihrer Krankheit ausruhen? Habe ich nicht auch in meinem letzten Beitrag davon geschrieben, was ich überhaupt als Bezug nehme für meine Antworten?


Ich denke nicht, dass es eine "Massenhaltung" ist, psychische Krankheiten zu akzeptieren und zu verstehen.
Wenn es so ist, dann frag ich mich, warum ich damit hinterm Berg halten und Leuten erzählen muss, dass ich wegen Grippe krank geschrieben bin, wenn der Grund ein ganz anderer ist. (Und dass ich wegen meiner psychischen Erkrankung krank geschrieben bin, kommt äußerst selten vor...)

Falsch verstanden. Die Massenhaltung bezieht sich nicht auf die Akzeptanz der Krankheiten, sondern darum das in der "Masse" immer dagegen argumentiert wird, siehe diesen Thread. Es gibt jemand der das eben "anders" sieht, der mehrmals erwähnt das die Art wie hier gegen eine Gruppe geurteilt wird nicht ok ist, dennoch es nicht ganz nachvollziehen kann. Die Massenreaktion darauf hin: Unverständnis, seltsame Smileys und Ironie. Nicht einmal die Frage warum oder wieso. Sachlich und fundiert kam mir bis jetzt nur Bigdigger, wofür ich ihn im echt Respekt zolle, gerade weil er selber davon betroffen ist und eigentlich Derjenige sein kann der mich am meißten "aburteilen" kann.



Eine Welle der Sympathie ist mir bedauerlicherweise auch noch nie begegnet. Aber durchaus Leute, die mich gern nur in geschützten Werkstätten arbeiten ließen, die mir geraten haben mein Studium abzubrechen... und siehe da, ich arbeite, und da merkt keiner, dass ich manchmal nicht ganz in der Spur laufe. Da sieht auch keiner, wie anstrengend es für mich ist, in der ganz normalen Welt mitzukommen, weil so "Zwischenlösungen" gibt es so gut wie nicht, wenn man eigenständig bleiben will...
Wäre das alles so sympathiewellend und mitleidsvoll wie du sagst, wäre mein Leben deutlich einfacher.

Damit meinte ich ebenfalls, die Leute die andere Auffassung haben werden verurteilt, weil ihre Antworten eine gewisse unsympathie beherbergen. Oder sagen wirs mal so, wenige haben den Arsch bei so einer Diskussion auch mal Kontra der vertreten Meinung zu sein. Was dann aber immer wieder in Rechtfertigungsantworten ausartet, egal ob man es Verständnisvoll schreibt oder nicht. Sachlich wird bei so einem Thema nicht diskutiert, vorallem nicht wenn auf die Art jemand über Menschen urteilt wie es der Freund der TS getan hat. Weißt du denn überhaupt genau, in welchen Kontext das alles passiert ist? Ob er nicht vielleicht sich genauso dämlich im Ausdruck angestellt hat wie ich? Nein, lieber packt man schon mal die Keule und wettert was das Zeug hält. Sicherlich mag seine Haltung nicht ok sein, aber habe ich hier mit einem Wort geschrieben, dass ich genau seiner Ansicht wäre? Nein, habe ich nicht....

Ja: du siehst hier manches falsch. Zumindest vermittelst du es falsch.
Weil du pauschalisierst, zumindest kommt es hier so rüber. Dass die Wörter "Depression" und "Burn-Out" oft falsch verwendet werden ist ein ganz anderes Thema.

Warum bitte ist das ein anderes Thema, wenn ich von einer ganzen Gruppe rede?

Aber was du anzweifelst, ist ja nicht, ob die Begriffe im gesellschaftlichen Umfeld aufweichen, sondern du fragst (s.o.) wie ein Mensch es hat soweit kommen lassen können, dass er psychisch krank wird und der Freund der TS spricht psychisch Kranken ihre Krankheit ab.

Ich zweifel an? Ich kann es nicht nachvollziehen, siehe es eher mal als Frage an... Trotz deiner ganzen Belehrung bin ich immer noch kein deut schlauer, ich weiß nur, dass dir meine Haltung nicht gefällt. Und diese Art geht mir halt einfach tierisch auf die nerven. Wirst wohl an meiner etwas ungehaltenen Schreibweise bemerkt haben. Hergott ich bin nicht hier, um mich vor jedem zu rechtfertigen, eher um vielleicht mal etwas Feedback von anderen zu erhalten die es offenbar "richtig" ansehen.

Wenn du der Meinung bist, meine Meinung wäre so falsch und fatal, warum versuchst du dann nicht mich zu verstehen? Anstatt mir hier einen langen Beitrag zu schreiben, der so oder ähnlich sicher mehrmals hier schon vorkam? Was nützt es uns beiden denn? Außer das du deinen Senf dazu gegeben hast? Schlauer bin ich von deinem Beitrag immer noch nicht.

Und ja, das ist respektlos und achtlos diesen Mitmenschen gegenüber.

Dann muss ich mich wohl oder übel damit abfinden.


A

Depressionen sind ein ernstes Problem.
Off-Topic:
Habe aber auch den Eindruck, dass die Diagnose Burn-out momentan recht locker vergeben wird..

Das ist das, was du daraus gelesen hast. Gemeint habe ich aber eben etwas völlig anderes. Nur weil ich Depression als Beispiel genommen habe, wollte ich nicht damit sagen das es kein ernstes Problem ist.

Und da hakt es bei Dir schon. Denn psychische Störungen - ganz gleich ob Depressionen, Burn-out, Bore-out, Angststörungen, Zwangshandlungen und was es sonst noch so gibt - sind nicht nüchtern und trocken, sind nicht vernunftgesteuert. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ein Mensch kann sich so oft sagen, wie er will, dass er etwas Bestimmtes schaffen wird, dass es ihm gut geht - solange er das nicht auch empfindet, wird er sich damit selbst belügen. Und je öfter diese Diskrepanz auftritt und je häufiger das Ergebnis mit der gefühlten Prognose übereinstimmt, wird das Denken negativ beeinflusst. Wie oft kann der Verstand die Gefühle belügen?

Was ist denn vor der Krankheit? Ist da das Leben auch schon nicht nüchtern, trocken und vernünftig? Versteh mich nicht falsch, ich will damit nicht gegenargumentieren, sondern ich will halt verstehen. Bei mir definiert sich mein ganzes Leben über genau diese Punkte. So wie ich es nicht verstehen kann, das man in die Lage kommt wo das eben nicht mehr wichtig ist, wirst du nciht verstehen können, wie ein Mensch sein Leben danach richten kann - vermutlich. Hmm mein Verstand siegt zwangsläufig über meine Gefühle. Aber wie genau meinst du das?

Ich hatte beispielsweise vor Weihnachten eine Situation, in der meine Angst voll aktiv war. Auf einem Geburtstag in der Familie waren rund 40 Leute da, darunter etwas mehr als die Hälfte waren Menschen, die ich nicht kannte. Mir ging es gesundheitlich nicht gut, es war laut, es wurde wild durcheinandergeplappert und ich hatte keinen Rückzugsort, an dem ich Ruhe hätte finden können. Ich war genervt, bekam Kopfschmerzen. Dann war da eine hübsche Frau, die ich ansah, und sie sah immer wieder zu mir rüber. Mein Verstand weiß: Ich kann mit Menschen reden, ich kann mich unterhalten. Meine Gefühle sagten: Ich kann das nicht. Ich bin krank. Ich werde mich blamieren. Ich werde komisch wirken. Die Leute werden schlecht über mich denken. Die Frau interessiert sich sowieso nicht für mich.

Ich hätte an deiner Stelle eben genau anders gehandelt, daher kann ich es auch nicht "verstehen". Ist ja nicht so, dass ich nicht akzeptieren könnte das es Menschen gibt die sich so verhalten. Trotzdem fehlt für mich der logische Grund um das überhaupt nachvollziehen zu können. Mein Problem liegt also nicht in der Akzeptanz oder im Respekt sondern im Unverständnis. Ich kann mir halt so garnicht vorstellen das ein Mensch derlei zweigetrennt ist.

Entsprechend "schön" war der Abend - meine negativen Gefühle haben sich dadurch wieder verstärkt. Ich habe mich sogar dafür geschämt, nicht in der Lage zu sein, mit Fremden zu sprechen. Und selbst wenn ich mich da eingeklinkt hätte: Meine Aufmerksamkeit hätte nicht bei den Gesprächspartnern gelegen, sondern bei mir: Bei meinem Zittern, bei meiner Nervosität, bei meinem Stammeln. Das hätten die Leute mitbekommen, und ich hätte mitbekommen, wenn sie mich komisch angesehen hätten - und mich für meine Schwäche geschämt.
So etwas entzieht sich einer rationalen Betrachtungsweise. Ohne Empathie wirst Du das nie verstehen können, selbst wenn Du es ernsthaft versuchen würdest.

Ich will es verstehen, keine Frage aber wie du schon geschrieben hast, meine fehlende Empathie wird das wohl nicht zulassen. Trotzdem möchte ich dir persöpnlich nochmal sagen, dass ich dich nicht verurteile, bemitleide oder ähnliches. Ich kann dich als Person sehr wohl so akzeptieren wie du bist, nur eben nicht verstehen warum du so bist. Bei dem zitierten Frage ich mich halt, wieso soviel Vermutungen herumschwirren. Sicherlich wirst du, aufgrund deiner Krankheit das nicht ändern können. Aber ich frage mich halt, wie man von etwas ausgeht was man selber nicht "überprüft hat. Ok, du kannst jetzt sagen, es war immer so. Dann sage ich mir, das ist ziemlich subjektiv. Klar können 50 mal die selbe Scheiße passiert sein und Menschen zu dir komisch seien, beim 51 muss das aber nicht mehr so sein.

Für meinen Teil denke ich dann halt, dass du dich in einer immer wehrenden Entlosschleife bewegst. Denn wenn du es nicht probierst, wird man dich auch nicht vom Gegenteil überzeugen können. Oder besser gesagt du kannst dich davon nicht selber überzeugen, dass es eben nicht immer so ablaufen muss wie es gewohnt vorkommt. Ich kann mir schon vorstellen, oder vermuten, dass sowas echt schrecklich sein muss. Auf mich selber kann ich das aber nicht proizieren um mich rein zu fühlen, weil eben alles schreit das es unlogisch und schlecht für mich wäre.




Du solltest Dir kein Urteil erlauben über Dinge, die Du nicht nachvollziehen kannst.

Dann frage ich dich, wie ich meine Texte hätte formulieren sollen, das dabei kein Urteil gebildet wird? Oder lass das Wort Urteil weg und ersetze es durch Meinung. Würde das nicht bedeuten, das kein Mensch eine Meinung über etwas haben darf, wo von er weniger "Ahnung" hat? Ich meine, ich trete ja nun nicht so auf, als würde ich paramelitärisch an meiner Meinung festhalten.




Mein Eindruck war durchaus ein anderer, aus den bereits von mir genannten Gründen. Du weigerst Dich, eine psychische Störung bei anderen anzuerkennen. Zitate aus Deiner ersten Antwort:

Wenn ich mich weigen würde, warum diskutiere ich dann mit dir? Warum versuche ich es nachvollziehen zu wollen? Ich könnte dich auch einfach als Spinner abtun und gut. Ja, ich drücke mich manchmal dämlich aus und meine eigentlich was ganz anderes.

Nicht akzeptieren wollen. So weit kommen lassen. Volkskrankheit. Trendy. Nicht mehr ernst zu nehmen.

Nicht akzeptieren wollen = nicht nachvollziehen können, das aber Wertfrei
So weit kommen lassen = Ja klar, ist das nicht eine normale Frage für jemand der es nicht verstehen kann wie es dazu kommt?
Volkskrankheit/Trendy = Du solltest schon den Zusammenhang ziehen, den ich in meinem Beitrag gezogen habe wo ich ganz klar davon geredet habe das dies auf subjektiver Sicht Meinerseits beruht.


Du spielst es runter. Wer sind denn für Dich "Menschen, die wirklich ernste Probleme haben"? Sind das die, die schon beim Bestatter in der Kühlkammer liegen, nachdem sie sich auf die Gleise gestellt haben, von der Brücke auf die Autobahn gesprungen sind, im Keller am Heizungsrohr baumelten, Schlaftabletten mit Alkohol genommen haben? Glaub mir, die haben keine Probleme mehr...

Naja, wenn das bei allem was ich geschrieben habe rausgekommen ist, dann wird es so sein. Was soll ich dazu sagen? Wenn du der Meinung bist ich spiele die Dinge runter, dann werde ich hier jetzt kein Fass eröffnen wo wir uns darum streiten was ich gesagt und nicht gesagt habe. Das was ich schreibe und meine muss nicht zwangsläufig das sein was du verstehst. Du möchtest wissen, welche Menschen ich als Menschen mit ernsthaften Problemen ansehen?

Leute die aus ärtzlicher Sicht zwangseingewiesen werden, weil sie für sich und andere eine Gefahr darstellen. Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr "normal" am Alltag teilnehmen können.


Oder meinst Du die, die im Kosmos Deiner Mutter auftreten? Diejenigen, deren psychische Störung so gravierend ist, dass sie eine Gefährdung für sich und ihre Umwelt darstellen und in die Psychiatrie eingewiesen werden? Dann übersiehst Du zwei Dinge:
1. Die haben keine Probleme - deren Denken und Verhalten ist in einer Art geprägt und verfestigt, dass ihr Verstand das Verhalten schon wieder für normal und nicht für problematisch hält.
2. Mindestens ein Großteil der Patienten einer stationären Psychiatrie ist nicht schlagartig durch ein bestimmtes Ereignis psychisch krank geworden. Die Einweisung ist nur einer der letzten Schritte; es bedeutet, dass ein Arzt es für nötig erachtet, den Menschen vor sich selbst zu schützen - und gleichzeitig, dass der Mensch selbst nicht mehr dazu in der Lage ist, ein Problem in seinem Denken und Verhalten zu definieren. Das bedeutet nicht, dass alle anderen, die in Denken und Verhalten eine Störung erkennen können und ambulant in Therapie gehen, kein Problem haben.

Ok, dan wird wohl mein Problem darin liegen, dass ich die Fälle versuche nach schwere zu gliedern (subjektiv). Und nicht sage, dass prinzipiell alle damit die gleichen ernsthaften Probleme haben.


Noch eine Geschichte:
Ein Mann Mitte 30, mit fester Lebenspartnerin und einjährigem Kind, arbeitet seit 10 Jahren beim gleichen Arbeitgeber. Der Verdienst ist nicht schlecht, auch mit ihm als Alleinverdiener kommen sie über die Runden. Er ist allein mit seinem Hauptkunden verantwortlich für einen siebenstelligen Jahresumsatz - aber nicht in einer entsprechenden Position; er ist kein Abteilungsleiter, sondern einfacher Angestellter ohne Perspektive auf berufliches Vorankommen seit der Ausbildung. Dafür arbeitet er im Schnitt 9 1/2 bis 10 Stunden am Tag. Aber er fühlt sich seit Jahren überfordert, und auch das Betriebsklima leidet unter ständigem Druck; er bräuchte Entlastung und bekommt sie nicht. Er hat Angst, Fehler zu machen.
Wenn er nach Hause kommt, freut er sich zwar sehr darüber, Partnerin und Kind zu sehen, aber gleichzeitig muss er Aggressionen unterdrücken, weil er ausgelaugt ist. Er will eigentlich nur seine Ruhe. Probleme mit dem Vermieter nagen weiter an seinen Kräften. Kurz vor der Geburt seines Kindes stirbt sein Vater. Er schafft es nicht, das zu verarbeiten; er weint immer wieder, hätte seinem Vater so viele Fragen zu stellen, die ihm keiner beantworten kann.
Wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt, setzt er sich hin und trinkt. Als "Belohnung" - das redet er sich ein. Tatsächlich sagt er: "Ich brauch das manchmal." Er trinkt nicht nur ein Bier. Mitunter geht ein halber Kasten an einem Abend drauf. Und er trinkt regelmäßig. Über Jahre. Die Hausarbeit bleibt, bis auf das Wochenende, an seiner Partnerin hängen. Betrunken spricht er aus, was er nüchtern zu sagen unterdrückt, weil er seine Partnerin nicht noch mehr belasten will: Er spricht von Suizid. Und seine Partnerin leidet mit - unter der Situation, unter seinem Alkohol, unter seinen Gefühlen. Er selbst hält sich für sensibel, für schwach, verflucht sich selbst dafür.
Er hat Angst. Angst davor, seinem Kind kein guter Vater zu sein. Angst davor, seinen sicheren und ordentlich bezahlten Job aufzugeben, "nur um zufriedener zu sein, weniger Überstunden zu machen, früher zuhause zu sein, entspannter zu sein". Angst vor Gehaltseinbußen. Sogar Angst vor der Arbeit. Und er hat Angst davor, etwas gegen seine psychische Situation zu unternehmen. Angst, sich damit auseinanderzusetzen.

Auch diese Geschichte ist authentisch. Es ist nicht meine Geschichte, aber sie ist wahr. Was glaubst Du, hat dieser Mann ein psychisches Problem? Hat er vielleicht sogar mehrere? Wie weit kommt er mit "Vernunft"? Wie weit kommt er damit, dass er sich "einfach nur zusammenreißen muss"? Oder ist das "Zusammenreißen" vielleicht sogar Teil seines Problems?

Darauf werde ich dir später eine Antwort geben. Mir fehlt die Zeit nicht einfach nur irgendwas zu schreiben....
 

Benutzer4590 

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Ich hätte an deiner Stelle eben genau anders gehandelt, daher kann ich es auch nicht "verstehen". Ist ja nicht so, dass ich nicht akzeptieren könnte das es Menschen gibt die sich so verhalten. Trotzdem fehlt für mich der logische Grund um das überhaupt nachvollziehen zu können.

Wärst du an seiner Stelle gewesen, hättest du auch nicht anders gehandelt - das ist der "Witz" an der Angst. Die hindert dich an gewissen Dingen, so wie zwei gebrochene Beine dich am Treppensteigen hindern. Und zu jemandem wie BigDigger zu sagen, "an deiner Stelle hätte ich anders gehandelt" ist so, wie zu dem Typen mit den gebrochenen Beinen zu sagen, "Also ich an deiner Stelle würde diese Treppe da hochsteigen" - würdest du nicht, weil du das mit gebrochenen Beinen auch nicht könntest, ebensowenig wie du es mit einer Angststörung anders machen könntest.

Der "logische Grund", warum psychisch kranke Menschen tun, was sie tun (oder nicht tun, was sie nicht tun), ist dass sie nicht anders können, weil sie krank sind. Mir leuchtet ein, dass solche Krankheiten, die nichts "Handfestes" sind wie z. B. das vielbemühte gebrochene Bein, schwer zu erfassen sein können, wenn man dem rein mit Rationalität und Logik beikommen will - weil das halt einfach der Sache nicht gerecht wird, weil man Empathie und emotionale Kompetenz braucht, um das zu verstehen.

Angst ist ein Gefühl - das kannst du nicht rein mit dem Verstand erfassen; und solange du dafür nicht offen bist, kann man sich ewig bemühen, es dir zu erklären, es wird nichts nutzen. Das ist wie mit diesem Spiel für kleine Kinder: Du versuchst immer, das eckige Klötzchen in das runde Loch zu kriegen und lässt dich nicht davon überzeugen, dass die zwei einfach nicht zusammengehen. :zwinker:

Manche lernen es natürlich auch auf die harte Tour, wenn sie irgendwann das Pech haben, selbst betroffen zu sein.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Hallo,

mein Freund & ich sind neulich in einen starken konflikt getreten, indem es darum ging, dass er der Auffassung ist, dass sich psychisch kranke Menschen immer zusammen reißen könnten und sich bessern, bzw. "gesund" werden. Er begründete es damit, dass jeder Mensch einen freien Willen hat. Daher verachtet er alle psychisch kranken Menschen, weil die sich kein bisschen zusammen reißen.
Auch ich hab ein seelisches Problem und seine Einstellung zu solchen Menschen macht das ganze nicht grade besser...
ich bin der meinung, dass sich solche Menschen eben nicht zusammen reißen können, weil sie seelisch einfach total am Ende sind und somit professionelle oder schon alleine liebevolle Hilfe vom Partner oder Freunden benötigen um wieder fit zu werden... man schafft es einfach nicht sich zusammen zu reißen, freier wille hin oder her.
Ich hab ihm gesagt, er soll mal mit meiner Psychologin sprechen, die hat ja schließlich ahnung... aber selbst die verachtet er. -.-

Was meint ihr, hab ich recht oder hat er recht? & wie kann er lernen auch solche Menschen zu akzeptieren... ?


Wie niedlich. Er selbst ist doch genau so Opfer seines eigenen Kopfes und seiner Psyche. Indem er Menschen, denen es schlecht geht, herunter macht und ihnen die Schuld in die Schuhe schiebt, muss er weder Mitgefühl empfinden noch nach einer "Lösung" suchen. Das ist sein Weg mit dem Schlechten in der Welt klarzukommen. Ich könnte wetten, dass er diese Einstellung noch in anderen Situationen offenbart. "Burnout? Selbst Schuld, zu viel gearbeitet." - "Vergewaltigung? Selbst Schuld, spät abends in der Gegend herum zu laufen." ... und so weiter.

Wenn man so denkt, lebt es sich leichter, dann muss man nämlich nicht fürchten, selbst in so eine Situation zu geraten. Denn man selbst wäre ja nie so "blöd".
 
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Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
@Sit|it|ojo
Ich weiß nicht wirklich, wie ich dir sinnvoll antworten kann. Vielleicht ist es ein Kommunikationsproblem (siehe "Massenhaltung", das konnte man durchaus auch anders verstehen!), weil man hier nur schreibt und weniger direkt reagieren kann als im Gespräch, vielleicht sprechen wir da einfach auch zwei verschiedene Sprachen.
Ich würde dir das Ganze gerne näher erläutern, aber ich hab das Gefühl, dass du dich auf einer anderen Ebene bewegst.
Ich versuch es trotzdem mal.

Wie soll das gehen, wenn ich permanent davon schreibe das ich es eben nicht nachvollziehen kann. Was an dieser Tatsache, das ich es eben nicht kann, ist so verwerflich.


Was ich "verwerflich" - oder besser: unangebracht - finde, ist, dass in deinen Aussagen ein Urteil steckt. Vielleicht ist das ein (schrift)sprachliches Problem in dem Fall.
Es ist ein Unterschied zu sagen: "Ich verstehe nicht, wie es dazu kommen kann" und "Ich verstehe nicht, wie man es dazu kommen lassen kann". Das erste hast du im vorigen Post gesagt, das andere habe ich weiter oben aufgegriffen (und du hast es im letzten Post nochmal wiederholt).
Vergleichbar mit einer körperlichen Krankheit: "Ich verstehe nicht, wie es zu einer Lungenentzündung kommen kann" (Frage nach Ursache und Verlauf), "Ich verstehe nicht, wie man es soweit kommen lassen kann, eine Lungenentzündung zu haben" (unterstellt, dass der Patient wider besseren Wissens sich so verhalten hat, dass er eine Lungenentzündung bekommt).
Das kannst du auf die psychische Krankheit übertragen.
"Wie es soweit kommen kann" = Betroffener ist passiv
"Wie man es soweit kommen lassen kann" = Betroffener hat aktiv beigetragen
Wie es zu Depressionen und anderen Krankheiten kommen könnte, kannst du jederzeit in der Fachliteratur nachlesen.
Dass es nicht den einen Weg in die Krankheit gibt, sollte klar sein.


Ich bin im höchsten Maß rational und logisch denkend, kann man nicht begreifen das es für so einen Menschen einfach kaum nachvollziehbar ist?
Für mich ist das schwierig und wäre nur begreiflich, wenn sich bei dir auf emotionaler Ebene gar nichts abspielt.
Kannst du denn die Grundzustände empfinden? Trauer, Wut, Sorge...?
Vielleicht kannst du es dir vorstellen, wie wenn ein technisches Gerät überhitzt. Das Gerät ist in dem Fall der Mensch. Und im Gehirn schießt irgendwas permanent, so dass der Mensch quasi im "Sorgenzustand" (Aggression, egal...) "hängenbleibt". Doofer Vergleich. Hm.
Vielleicht kann man es auch mit was körperlichem vergleichen. Dir ist schlecht (=traurig). So. Du übergibst dich (=Traurigkeit zulassen). Wenn du nur was Falsches gegessen hast, wird es dir anschließend besser gehen, st eine gesunde Reaktion auf eine falsche Aktion (=gesunder Mensch, gesunde Reaktion auf negatives Ereignis). Wenn du einen Magengrippe hast, hängst du weiter über der Schüssel, und du weißt nicht wo du dich angesteckt hast, Auslöser sind wohl Viren (=anhaltender Zustand der Traurigkeit wird bemerkt und kann nicht aufgelöst werden, Auslöser sind mannigfaltig und z.B. vom Hirnstoffwechsel bestimmt, z.B. nach einschneidendem Erlebnis). Zum Übergeben kommen weitere Symptome wie Bauchkrämpfe dazu - Diagnose Magengrippe (= z.b. Antriebsschwäche, Gefühl der Leere - Diagnose Depression).


Und ja, ich habe es geschnallt, dennoch kann ich es immer noch nicht nachvollziehen....
Willst du es denn?
Ich weiß nicht, aber für mich kommt das einfach nicht so durch. Weil man sich dann auch einfach etwas informieren könnte. Dann muss man es nicht nachvollziehen können, aber dann könnte man es akzeptieren... als Krankheit.
Weil ich das aus deinen Zeilen einfach nicht rauslese.



Was ist denn vor der Krankheit? Ist da das Leben auch schon nicht nüchtern, trocken und vernünftig? Versteh mich nicht falsch, ich will damit nicht gegenargumentieren, sondern ich will halt verstehen. Bei mir definiert sich mein ganzes Leben über genau diese Punkte.
Das ging zwar nicht an mich, ich will das aber trotzdem mal aufgreifen.
Mein Leben war nie "nüchtern, trocken und vernünftig". Ich war schon vor meiner Krankheit ein sehr empathischer und auch emotionaler Mensch, der das Leben genossen hat und der seine Leidenschaften hatte.
Ich konnte und kann aber auch sehr rational handeln, v.a. was den Bereich Lebensplanung etc. betrifft.
Allerdings kann ich das in Krankheitsphasen nicht mehr!! Ich bin aber zwischen den Episoden symptomfrei, so dass es okay ist.
 
S

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Gast
Noch eine Geschichte:



Ein Mann Mitte 30, mit fester Lebenspartnerin und einjährigem Kind, arbeitet seit 10 Jahren beim gleichen Arbeitgeber. Der Verdienst ist nicht schlecht, auch mit ihm als Alleinverdiener kommen sie über die Runden. Er ist allein mit seinem Hauptkunden verantwortlich für einen siebenstelligen Jahresumsatz - aber nicht in einer entsprechenden Position; er ist kein Abteilungsleiter, sondern einfacher Angestellter ohne Perspektive auf berufliches Vorankommen seit der Ausbildung. Dafür arbeitet er im Schnitt 9 1/2 bis 10 Stunden am Tag. Aber er fühlt sich seit Jahren überfordert, und auch das Betriebsklima leidet unter ständigem Druck; er bräuchte Entlastung und bekommt sie nicht. Er hat Angst, Fehler zu machen.Was hindert ihn daran, sich in dem Moment schon mal umzusehen nach anderen beruflichen Wegen? Woher kommt die Angst? Fehler passieren jedem mal.
Wenn er nach Hause kommt, freut er sich zwar sehr darüber, Partnerin und Kind zu sehen, aber gleichzeitig muss er Aggressionen unterdrücken, weil er ausgelaugt ist. Er will eigentlich nur seine Ruhe.
Probleme mit dem Vermieter nagen weiter an seinen Kräften. Kurz vor der Geburt seines Kindes stirbt sein Vater. Er schafft es nicht, das zu verarbeiten; er weint immer wieder, hätte seinem Vater so viele Fragen zu stellen, die ihm keiner beantworten kann.
Wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt, setzt er sich hin und trinkt. Als "Belohnung" - das redet er sich ein. Tatsächlich sagt er: "Ich brauch das manchmal." Er trinkt nicht nur ein Bier. Mitunter geht ein halber Kasten an einem Abend drauf. Und er trinkt regelmäßig. Über Jahre. Die Hausarbeit bleibt, bis auf das Wochenende, an seiner Partnerin hängen. Betrunken spricht er aus, was er nüchtern zu sagen unterdrückt, weil er seine Partnerin nicht noch mehr belasten will: Er spricht von Suizid. Und seine Partnerin leidet mit - unter der Situation, unter seinem Alkohol, unter seinen Gefühlen. Er selbst hält sich für sensibel, für schwach, verflucht sich selbst dafür.
Er hat Angst. Angst davor, seinem Kind kein guter Vater zu sein. Angst davor, seinen sicheren und ordentlich bezahlten Job aufzugeben, "nur um zufriedener zu sein, weniger Überstunden zu machen, früher zuhause zu sein, entspannter zu sein". Angst vor Gehaltseinbußen. Sogar Angst vor der Arbeit. Und er hat Angst davor, etwas gegen seine psychische Situation zu unternehmen. Angst, sich damit auseinanderzusetzen.

Auch diese Geschichte ist authentisch. Es ist nicht meine Geschichte, aber sie ist wahr. Was glaubst Du, hat dieser Mann ein psychisches Problem? Hat er vielleicht sogar mehrere? Wie weit kommt er mit "Vernunft"? Wie weit kommt er damit, dass er sich "einfach nur zusammenreißen muss"? Oder ist das "Zusammenreißen" vielleicht sogar Teil seines Problems?

Eigentlich wollte ich dir zu jedem Punkt etwas schreiben und die Teile zitieren an dem ich ein Fehlverhalten sehe. Beim Schreiben ist mir aber aufgefallen, dass ich meine Ansichten nicht auf andere Menschen kopieren darf und kann. Im Grunde würde ich ja dem Typen in der Geschichte wiedereinmal absprechen ein Problem zu haben. Daher habe ich gelöscht was ich geschrieben habe. Meine Antwort auf deine Frage: Ja er hat ein Problem. Wie weit er mit Vernunft kommen würde? Wenn ich von mir ausgehen würde sicherlich ziemlich weit. Betrachte ich ihn als Person die er ist, naja dann wird ihm das nichts bringen. Er hat nicht den Blickwinkel, den ich habe, wenn mir sowas passieren würde.

Mit zusammenreißen im Sinne von aushalten und durchhalten sicherlich nicht weit. Ob es Teil seines Problems ist kann ich nicht beurteilen, Fakt ist, dass er eins hat. Wenn ich eine Vermutung aufstellen sollte, dann sehe ich sicherlich gewisse Dinge die man hätte besser machen müssen oder das er generell versäumt hat rechtzeitig zu handeln. Ich kenne ihn aber nicht und ich werde in Zukunft, hoffe es gelingt mir, Abstand davon nehmen Dinge die ich für selbstverständlich halte auf andere zu kopieren.

@Sit|it|ojo
Ich weiß nicht wirklich, wie ich dir sinnvoll antworten kann. Vielleicht ist es ein Kommunikationsproblem (siehe "Massenhaltung", das konnte man durchaus auch anders verstehen!), weil man hier nur schreibt und weniger direkt reagieren kann als im Gespräch, vielleicht sprechen wir da einfach auch zwei verschiedene Sprachen.

Sicherlich wird das so sein, du wärst nicht die erste hier die mich und mein Geschreibsel in den völlig falschen Hals bekommen hat und wären wir uns an dieser Stelle etwas früher begegnet, dann hätte ich sicherlich auch nicht die Ruhe aufgebracht halbwegs sinnvoll auf dein geschriebenes zu reagieren. Ich bestreite auch nicht, dass man das anders interpretieren könnte. Das man aber nicht reagieren kann stimmt so nicht, meiner Meinung nach. Was wäre gewesen, wenn du gefragt hättest wie ich das gemeint hab? Bevor du meinen Text zitiert hast und dich darauf berufen hast, was DU davon denkst verstehen zu wollen.


Ich würde dir das Ganze gerne näher erläutern, aber ich hab das Gefühl, dass du dich auf einer anderen Ebene bewegst.Ich versuch es trotzdem mal.

Die wäre?




Was ich "verwerflich" - oder besser: unangebracht - finde, ist, dass in deinen Aussagen ein Urteil steckt. Vielleicht ist das ein (schrift)sprachliches Problem in dem Fall.
Es ist ein Unterschied zu sagen: "Ich verstehe nicht, wie es dazu kommen kann" und "Ich verstehe nicht, wie man es dazu kommen lassen kann". Das erste hast du im vorigen Post gesagt, das andere habe ich weiter oben aufgegriffen (und du hast es im letzten Post nochmal wiederholt).
Vergleichbar mit einer körperlichen Krankheit: "Ich verstehe nicht, wie es zu einer Lungenentzündung kommen kann" (Frage nach Ursache und Verlauf), "Ich verstehe nicht, wie man es soweit kommen lassen kann, eine Lungenentzündung zu haben" (unterstellt, dass der Patient wider besseren Wissens sich so verhalten hat, dass er eine Lungenentzündung bekommt).

Klingt logisch. Was aber, wenn ich es garnicht so gemeint habe, wie du es verstanden hast? Für mich sagen diese beiden Sätze das "selbe" aus und ich wusste nicht, dass man dies auch so auffassen kann. Ist es so, dass z. B. depressive Menschen oder Menschen die kurz vor depressivem Verhalten stehen, zwangsläufig nicht in der Lage sind sich aus negativen Situation heraus zu helfen? Ihnen quasi das Bewusstsein dazu fehlt, das die jetzige Situation schlecht für sie ist und sie eigentlich "handeln" müsste?


Das kannst du auf die psychische Krankheit übertragen.
"Wie es soweit kommen kann" = Betroffener ist passiv
"Wie man es soweit kommen lassen kann" = Betroffener hat aktiv beigetragen
Wie es zu Depressionen und anderen Krankheiten kommen könnte, kannst du jederzeit in der Fachliteratur nachlesen.
Dass es nicht den einen Weg in die Krankheit gibt, sollte klar sein.

Gut, ich habe mich mit Fachliteratur nie wirklich auseinander gesetzt, weils mich eben nicht betrifft. Ebenso wenig hat mich jemals einer derart zum Nachdenken gebracht, dass ich den Sinn daran gesehen habe meine Meinung zu überdenken. Wenn das Thema mal zur Sprache kam dann wurde es sicherlich nie sachlich diskutiert. Man wurde, wie auch hier, eben abgestempelt und fertig. Daher habe ich mir auch nie Gedanken darüber gemacht, wie meine Aussagen eigentlich rüber kommen können. Jemand der einem nur Vorwürfe macht, dem hört man eben auch nicht lange zu.



Für mich ist das schwierig und wäre nur begreiflich, wenn sich bei dir auf emotionaler Ebene gar nichts abspielt.
Kannst du denn die Grundzustände empfinden? Trauer, Wut, Sorge...?

Was heißt garnichts? Natürlich kann ich auch Emptionen empfinden, wie Trauer, Wut oder Sorge. Nur schalte ich dabei eben nicht nur auf die Gefühle. Es ist ein zusammenspiel zwischen beiden, wobei mehr der Verstand siegt.



Vielleicht kannst du es dir vorstellen, wie wenn ein technisches Gerät überhitzt. Das Gerät ist in dem Fall der Mensch. Und im Gehirn schießt irgendwas permanent, so dass der Mensch quasi im "Sorgenzustand" (Aggression, egal...) "hängenbleibt". Doofer Vergleich. Hm.
Vielleicht kann man es auch mit was körperlichem vergleichen. Dir ist schlecht (=traurig). So. Du übergibst dich (=Traurigkeit zulassen). Wenn du nur was Falsches gegessen hast, wird es dir anschließend besser gehen, st eine gesunde Reaktion auf eine falsche Aktion (=gesunder Mensch, gesunde Reaktion auf negatives Ereignis). Wenn du einen Magengrippe hast, hängst du weiter über der Schüssel, und du weißt nicht wo du dich angesteckt hast, Auslöser sind wohl Viren (=anhaltender Zustand der Traurigkeit wird bemerkt und kann nicht aufgelöst werden, Auslöser sind mannigfaltig und z.B. vom Hirnstoffwechsel bestimmt, z.B. nach einschneidendem Erlebnis). Zum Übergeben kommen weitere Symptome wie Bauchkrämpfe dazu - Diagnose Magengrippe (= z.b. Antriebsschwäche, Gefühl der Leere - Diagnose Depression).

Offensichtlich ist das einer der Punkte die ich nicht verstehen kann, eben das das Auflösen von Trauer oder negativen Dingen nicht mehr möglich ist. Wird wohl auch immer ein ungeklärtes Rätsel für mich bleiben, aber, und jetzt kommt das große aber, ich kann akzeptieren das es Menschen gibt die darunter leiden.




Willst du es denn?
Ich weiß nicht, aber für mich kommt das einfach nicht so durch. Weil man sich dann auch einfach etwas informieren könnte. Dann muss man es nicht nachvollziehen können, aber dann könnte man es akzeptieren... als Krankheit.
Weil ich das aus deinen Zeilen einfach nicht rauslese.


Was soll ich noch machen, als es zu schreiben, das ich es akzeptieren kann, es aber eben nicht nachvollziehen kann? Wenn du meine Beiträge nicht im Zusammenhang liest und dich an dem ersten Beitrag festhällst, wo ich argumentativ ins Klo gegriffen hab, dann kann ich das nicht ändern. Soll ich den beitrag löschen? Wohl kaum... Ich stehe zu dem was ich gesagt hab, auch wenn es in anbetracht des Themas sicherlich nicht klug war es so zu äußern.


Wärst du an seiner Stelle gewesen, hättest du auch nicht anders gehandelt - das ist der "Witz" an der Angst.

Der Mensch der ich bin, nicht in seiner Situation mit der Krankheit. Das meinte ich damit. Darauf hin hätte ich auch sicherlich anders gehandelt, aber ich habs ja langsam geschnallt das ich das keinem zum Vorwurf machen darf.


Die hindert dich an gewissen Dingen, so wie zwei gebrochene Beine dich am Treppensteigen hindern. Und zu jemandem wie BigDigger zu sagen, "an deiner Stelle hätte ich anders gehandelt" ist so, wie zu dem Typen mit den gebrochenen Beinen zu sagen, "Also ich an deiner Stelle würde diese Treppe da hochsteigen" - würdest du nicht, weil du das mit gebrochenen Beinen auch nicht könntest, ebensowenig wie du es mit einer Angststörung anders machen könntest.

Ich hatte noch nie zwei gebrochene Beine, daher weiß ich nicht ob ich die Treppe nicht hochkommen würde :zwinker: Kleiner Scherz. Ja du hast ja Recht und ich hoffe dir ist auch bewusst, dass ich sehr wohl über die Kritik nachgedacht habe und es nicht mehr so "engstirnig" sehe wie noch am Anfang des Themas.


Der "logische Grund", warum psychisch kranke Menschen tun, was sie tun (oder nicht tun, was sie nicht tun), ist dass sie nicht anders können, weil sie krank sind. Mir leuchtet ein, dass solche Krankheiten, die nichts "Handfestes" sind wie z. B. das vielbemühte gebrochene Bein, schwer zu erfassen sein können, wenn man dem rein mit Rationalität und Logik beikommen will - weil das halt einfach der Sache nicht gerecht wird, weil man Empathie und emotionale Kompetenz braucht, um das zu verstehen.

Die ich scheinbar nicht besitze. Für mich ist es halt auch total schwer nachzuvollziehen ab wann ein Mensch krank ist und ab wann noch nicht. Das, wenn ein Mensch sich in dem Stadium der Krankheit befindet sich nicht wirklich selber zu helfen weiß ist mir durchaus bewusst.

Angst ist ein Gefühl - das kannst du nicht rein mit dem Verstand erfassen; und solange du dafür nicht offen bist, kann man sich ewig bemühen, es dir zu erklären, es wird nichts nutzen. Das ist wie mit diesem Spiel für kleine Kinder: Du versuchst immer, das eckige Klötzchen in das runde Loch zu kriegen und lässt dich nicht davon überzeugen, dass die zwei einfach nicht zusammengehen. :zwinker:

Dann belassen wir es dabei, dass ich das Thema nie ganz nachvollziehen werde.
 

Benutzer102673 

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Hallo Mme Oktober,

Ich schreibe hier öfter einfach "krank" - einfach der Kürze halber, auch wenn das nicht ganz korrekt ist.

Ich denke, bei psychischen Störungen tun sich viele Menschen schwer und können eben nicht die Problematik nachvollziehen.

Off-Topic:

Auf der anderen Seite sehe ich so im allgemeinen Umfeld momentan die Tendenz, jedes schwierige Verhalten und selbst normale Trauer zu pathologisieren. Es scheint fast, ohne Psychologen abwerten zu wollen, als sei z.B. "Depression" eine Allerweltsdiagnose geworden. Das Wort "depressiv" benutzen viele synomym zu "traurig". Normale Trauer wird teils auch schon in die Richtung fehlgedeutet. Ich ertappe mich manchmal selbst dabei, von diesem Phänomen genervt zu sein.



somit professionelle oder schon alleine liebevolle Hilfe vom Partner oder Freunden benötigen um wieder fit zu werden... man schafft es einfach nicht sich zusammen zu reißen, freier wille hin oder her.
Ich hab ihm gesagt, er soll mal mit meiner Psychologin sprechen, die hat ja schließlich ahnung... aber selbst die verachtet er. -.-
Was meint ihr, hab ich recht oder hat er recht? & wie kann er lernen auch solche Menschen zu akzeptieren... ?

Die fett markierten Dinge sind für mich Aussagen, denen ich vehement widersprechen würde. Und da liegt für mich auch die Schieflage der Frage. Evtl. kann er gar nicht lernen, "solche" Menschen zu akzeptieren. Bei einem psychisch "Kranken" in Partnerschaft ist immer auch letzterer unfreiwillig mitbetroffen und diese Last kann extrem schwer, ja unerträglich werden.

Auf keinen Fall sehe ich den Partner in der Verantwortung für die Genesung, geschweige denn dass auch er sich beim Psychologen zu informieren hat (klar, manchmal gehört ne Sitzung mit dem Psy dazu, aber das ist hier nicht gemeint). Nicht der Partner muss sich der Krankheit anpassen. Nein, der Betroffene muss lernen, auf schwerem Wege, mit dem Leben klarzukommen. Was soll denn "akzeptieren" in der Partnerschaft konkret heißen? Anerkennen, dass eine Krankheit vorliegt? Ok - und dann? Muss er alle Launen abfangen? Muss er Gedanken lesen, um die momentane Laune zu erahnen? Muss er auf Samtpfoten gehen? Dreht sich das Universum um den Kranken und darum, was wann nun krankes Verhalten ist und was "normal"?

Das muss er alles nicht. Damit kommen viele nicht klar und gehen selbst an der Krankheit des anderen kaputt. Werden co-abhängig, zum hilflosen Helfer. Vielleicht streitet er auch aus purem Selbstschutz alles ab. Weil er die Dimension nicht fassen kann, nicht be-greift.

Aber eine Krankheit kann man nicht abstellen. Deswegen wäre meine Meinung hier, dass die einzige Möglichkeit für ihn darin besteht, wenn er eben zu sehr unter den Umständen leidet, zu gehen.

Eine Debatte macht hier glaube ich wenig Sinn.

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
G

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Ist es so, dass z. B. depressive Menschen oder Menschen die kurz vor depressivem Verhalten stehen, zwangsläufig nicht in der Lage sind sich aus negativen Situation heraus zu helfen? Ihnen quasi das Bewusstsein dazu fehlt, das die jetzige Situation schlecht für sie ist und sie eigentlich "handeln" müsste?
Das Hauptproblem ist, dass die Übergänge so fließend sind, dass man keinen Punkt festmachen kann, an dem man noch hätte handeln können.

Wer einem depressiv Erkrankten vorwirft, es solle sich "mal zusammenreißen" vergisst dabei schnell, dass eine ernsthafte Depression oftmals überhaupt erst daherrührt, dass man sich länger zusammengerissen hat, als gesund gewesen wäre. Dass man, obwohl schon "irgendetwas nicht stimmte", weitergemacht hat. Und weiter. Und weiter. Bis zum Zusammenbruch. Weil es ihnen nicht in den Sinn kommt, "rechtzeitig" zu jammern.
 

Benutzer126668  (24)

Ist noch neu hier
Ich finde du hast mehr recht. Natürlich hat jeder Mensch einen eigenen Willen, aber diese Menschen haben die Chance verpasst nach freiem Willen zu handeln. Sie sehen keinen Ausweg mehr und werden von den Depressionen oder der Krankheit beeinflusst. Ich glaube, dass wenn ein Mensch mal wirklich psychisch krank ist, er nicht mehr klar denken kann. Das geh ganz schnell.
Vielleicht findet ihr ja jemanden, der mal psychische Probleme hatte und bereit ist mit deinem Freund oder Mann darüber zu diskutieren. Das könnte ihm eventuell helfen alles mal von der anderen Seite zu betrachten...
 
S

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Off-Topic:

Auf der anderen Seite sehe ich so im allgemeinen Umfeld momentan die Tendenz, jedes schwierige Verhalten und selbst normale Trauer zu pathologisieren. Es scheint fast, ohne Psychologen abwerten zu wollen, als sei z.B. "Depression" eine Allerweltsdiagnose geworden. Das Wort "depressiv" benutzen viele synomym zu "traurig". Normale Trauer wird teils auch schon in die Richtung fehlgedeutet. Ich ertappe mich manchmal selbst dabei, von diesem Phänomen genervt zu sein.

Es gab auch immer schon Menschen, die sagen, sie hätten eine Grippe, obwohl sie eine simple Erkältung haben. Oder Migräne statt Kopfschmerzen. Das ist doch keine "Diagnose" (=von einem Fachmann erstellt), sondern eine Selbstbeurteilung (und da sollte man sich nicht an Begriffen festbeißen, sondern einfach nur zuhören.).

Und was meinst Du bitte mit "Allerweltsdiagnose"? Es gibt klare Kriterien, wann z.B. eine Depression diagnostiziert werden darf, außerdem gibt es hier mehrere Abstufungen (leicht, mittelgradig, schwer...), sodass hier Patienten "zusammengefasst" werden, die auch für einen Laien unterschiedliche Erscheinungsformen zeigen. Die meisten sagen aber einfach: "Ich habe eine Depression", ohne auf diese Abstufungen einzugehen. Wenn etwas unklar ist, wird auch eher die Diagnose "Anpassungsstörung" vergeben. Ich höre privat aber nie von jemandem, der davon berichtet. Deshalb glaube ich, dass es einem durch die veränderte Sprache ("depressiv" statt "traurig") auch so vorkommt, dass die Diagnose öfter vergeben wurde.

Hat für mich aber trotzdem nur bedingt mit dem Thema der Threaderstellerin zu tun, da der Freund sich ja nicht über Personen aufregt, die die Begrifflichkeiten falsch benutzen, sondern pauschal kein Verständnis für psychisch erkrankte Personen aufbringt. Es gibt immer noch viele Abstufungen zwischen "Co-Abhängigkeit" und "vollkommene Selbstaufgabe", sodass es einem Menschen möglich sein sollte, Verständnis aufzubringen, ohne sich selbst zu verleugnen.

Interessant wäre es, wenn der Freund ein eigenes Statement verfassen würde. Es lässt sich schwer über jemanden urteilen, der seine Sicht der Dinge nicht beschrieben hat :zwinker:
 

Benutzer123446 

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Nein, der Betroffene muss lernen, auf schwerem Wege, mit dem Leben klarzukommen. Was soll denn "akzeptieren" in der Partnerschaft konkret heißen?
Ich möchte als Betroffene hier was dazu sagen. Bzw. auf die Frage antworten.

Ich erwarte von meinem Partner, dass er meine Einschränkungen akzeptiert. Und damit fangen oft die Probleme an (nicht in meiner aktuellen Beziehung, nein.).
Manche Aufgaben sind für mich deutlich schwieriger zu bewältigen als für andere Leute.
Während manche Menschen eben über ein paar Wochen mal auf Hochtouren laufen können wenn arbeitsmäßig eine Stressphase ist, brennen bei mir schon alle Alarmglocken und ich kann nur noch 50% machen.

Akzeptieren heißt für mich, dass mein Partner darauf vertraut, dass ich mich kenne und weiß, wann ich eine Pause brauche. Dass er nicht sagt: "Aber andere könnten doch/aber ich könnte doch..." oder "Aber jetzt mach doch wenigstens noch xyz, du hast doch wirklich nicht viel gemacht."
Da fangen schon die Probleme an, denn diese Haltung des Partners treibt einen eventuell - wohin? Genau. In die Krankheit zurück.

Ich war drei Mal stationär in Behandlung und ich habe drei Mal im Anschluss mein Leben wieder aufbauen müssen, weil dieser ganze Mist alles andere als lustig ist.
Ich kenne mich. Ich kenne meine Krankheit besser als manche Ärzte (die dann teilweise überfordert sind, weil sie mir nichts neues erzählen können).
Ich weiß, wann ich Medikamente brauche und wann Therapie.
Und von meinem Partner erwarte ich, dass er mich in meiner Lebensweise, die mich gesund hält, unterstützt und meine Einschränkungen hinsichtlich Beruf und Freizeitgestaltung akzeptiert.
Das ist etwas, das ich auch bei körperlich Erkrankten genauso sehe, übrigens.
(Btw.: Ich habe es immer so gehalten, schon vor Beziehungsbeginn mit offenen Karten zu spielen. So kann ich "aussortieren" und mein Gegenüber auch.)

Mir war es nur wichtig, das zu erläutern, weil ich die Frage auch ziemlich interessant finde.

Du hast Recht, dass du von einer sehr verstandesorientierten Sicht rangehst. Diese Ebene meinte ich. Du klammerst den empathisch-emotionalen Teil aber aus, zumindest von dem her, was ich lese (und was du ja auch immer wieder betonst).
Wenn man die Empathie aber völlig ausklammert, weiß ich nicht, ob man eben psych. Krankheiten überhaupt nachvollziehen kann.
Das meinte ich damit.


Ist es so, dass z. B. depressive Menschen oder Menschen die kurz vor depressivem Verhalten stehen, zwangsläufig nicht in der Lage sind sich aus negativen Situation heraus zu helfen?
Ich spreche jetzt mal von mir, ohne ins Detail zu gehen. Als ich das erste Mal krank wurde, wusste ich gar nicht, was Sache ist. Dass etwas verdammt schief läuft hab ich erst viel zu spät gesehen.
Warum? Weil ich die Gefühlsregungen und die komischen Denkweisen überhaupt nicht einordnen konnte...
Der Verstand funktioniert bei mir z.B. beim Zusteuern auf eine Krankheitsphase einfach nicht mehr normal. Ich brauche ganz stark Rückmeldung von außen, weil ich mich in Gedankenkreisen bewege, aus denen ich nicht herauskomme.
Wie Jinx geschrieben hat: die Übergänge sind fließend.
Wenn man zuviel auf sich hört und achtet, wird man irgendwann irre. Wenn man zu wenig auf sich hört und achtet, wird man auch irgendwann irre.
Den Mittelweg zu finden ist eine wichtige und schwierige Aufgabe.


und jetzt kommt das große aber, ich kann akzeptieren das es Menschen gibt die darunter leiden.

Das find ich auch gut :zwinker:
 

Benutzer102673 

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Hallo Starla

Danke für die Rückmeldung aus professioneller Sicht. Besonders den Teil, bei dem es um die Abstufungen geht, finde ich interessant.

Genau dieser Teil macht aber die Antwort auf die Frage auch schwierig. Gerade bei leichteren Ausprägungen ist doch der Mensch selbst auch in der Verantwortung. Ich finde eben per se nicht, dass man davon ausgehen kann, dass der Betroffene selbst niemals gegensteuern kann - sodass ein "stell dich nicht so an" eventuell sogar auch mal ein hilfreicher Ausspruch sein kann.

Zum anderen:
Hat für mich aber trotzdem nur bedingt mit dem Thema der Threaderstellerin zu tun
Daher auch als "Off Topic gekennzeichnet. :zwinker:

Off-Topic:

@Eswareinmal: Danke für Deine Darstellung. Dass man offen ist und klare Regeln für schwierige Situationen vorher aufstellt, klingt plausibel und hilfreich. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass man sich als Partner da extrem unsicher sein muss, wann man triggert und wann man nun wie unterstützen soll und wie welcher Kommentar aufgefasst wird usw.


Gruß
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Gerade bei leichteren Ausprägungen ist doch der Mensch selbst auch in der Verantwortung. Ich finde eben per se nicht, dass man davon ausgehen kann, dass der Betroffene selbst niemals gegensteuern kann - sodass ein "stell dich nicht so an" eventuell sogar auch mal ein hilfreicher Ausspruch sein kann.

Problem dabei: Als Laie kann man nicht beurteilen, in welchem "Stadium" der Betroffene sich befindet. Entsprechend kann man auch nicht beurteilen, ob ein Arschtritt hilfreich ist oder nicht - im Zweifelsfall richtet man damit gehörigen Schaden an. Also wärs wohl insgesamt besser, man würde sich das "Stell dich nicht so an" einfach verkneifen, wenn man nicht absolut sicher ist, dass man die Situation richtig einschätzt.
 
S

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Ich finde eben per se nicht, dass man davon ausgehen kann, dass der Betroffene selbst niemals gegensteuern kann - sodass ein "stell dich nicht so an" eventuell sogar auch mal ein hilfreicher Ausspruch sein kann.

Vielleicht könnte man es nur netter formulieren? :zwinker: Wie gesagt, soziale Unterstützung ist ein wichtiger Faktor. Er impliziert aber, dass gleichzeitig Rücksicht auf den aktuellen Status der Person genommen wird. Für jemanden, der extreme Angst davor hat, Telefongespräche zu führen, kann es schließlich schon ein Erfolg sein, in einem Geschäft anzurufen und nach den Öffnungszeiten zu fragen. Das sollte man dann schon bemerken und loben bzw. vorher unterstützen, indem man Mut macht. Wenn ich hingegen von vornherein schon sage: "Stell Dich nicht so an, ist doch nur ein einfaches Telefongespräch", werde ich der aktuellen Verfassung meines Gegenübers nicht gerecht.

Auch wenn ein Partner natürlich nicht den Therapeuten ersetzen kann/sollte, erwarte ich schon, dass mein Partner entsprechend Rücksicht auf mich nimmt und zumindestens (!) akzeptiert, dass mir Dinge schwerfallen, die für andere Leute evtl kein Problem darstellen.

Natürlich muss der Nichtbetroffene selbst entscheiden, ob er sich zutraut, mit einem veränderten Partner mittelfristig klarzukommen. Das gilt aber nicht nur für psychische Erkrankungen, wenn jemand z.B. an Krebs erkrankt, muss man auch die Entscheidung treffen, ob man dem Partner zur Seite steht. Meine subjektive Einschätzung ist jedoch, dass es im Falle von Krebserkrankungen von Außenstehenden als selbstverständlicher angenommen wird, dass man den Partner in dieser Situation unterstützt. Warum dann nicht auch bei einer psychischen Erkrankung?

Stabile Beziehungen halten einiges aus :zwinker:
 

Benutzer121281  (32)

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Für jemanden, der extreme Angst davor hat, Telefongespräche zu führen, kann es schließlich schon ein Erfolg sein, in einem Geschäft anzurufen und nach den Öffnungszeiten zu fragen. Das sollte man dann schon bemerken und loben bzw. vorher unterstützen, indem man Mut macht. Wenn ich hingegen von vornherein schon sage: "Stell Dich nicht so an, ist doch nur ein einfaches Telefongespräch", werde ich der aktuellen Verfassung meines Gegenübers nicht gerecht.

Schönes Beispiel. Ich bin auch so ein Telefon-Phobiker und ich finde es heute noch grausam. Anrufen geht so halbwegs, auch wenn ich da mentale Vorbereitung brauche :rolleyes: Selbst bei so "einfachen" (für mich ist es eben nicht einfach) Dingen wie Arztterminen.
 
S

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Off-Topic:
Schönes Beispiel. Ich bin auch so ein Telefon-Phobiker und ich finde es heute noch grausam. Anrufen geht so halbwegs, auch wenn ich da mentale Vorbereitung brauche :rolleyes: Selbst bei so "einfachen" (für mich ist es eben nicht einfach) Dingen wie Arztterminen.

Ich hasse es auch... Ich habe zwar keine Ängste, aber einen ausgeprägten Widerwillen :grin:
 
S

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Meine subjektive Einschätzung ist jedoch, dass es im Falle von Krebserkrankungen von Außenstehenden als selbstverständlicher angenommen wird, dass man den Partner in dieser Situation unterstützt. Warum dann nicht auch bei einer psychischen Erkrankung?

Weil die eben nicht greifbar ist, was sie ja nicht weniger schlimm macht. Ich schätze aber das man weit mehr Verständniss aufbringen muss. Nicht im allgemeinen, sondern eben in Bezug auf die Krankheit selber. Krebs kennt wohl jeder irgendwie, psychische Erkrankungen sind halt ein ziemlich komplexes Thema und es werden sicherlich mehr Menschen geben, wie mich z. B., die es sich nicht zur Aufgabe gemacht haben Fachliteratur zu lesen und sich entsprechend ins Bild über diese Krankheit setzen. Ebenso wenig steht einem erkrankten das ja auf der Stirn, bei physisch bedingten Krankheiten ist das ja schon doch deutlich zu sehen. Zumindestens kenne ich jetzt keinen, der offen mit seiner psychischen Krankheit umgehen würde.

Daher zieht sich für mich der Schluss, weil es eben immer noch ein ziemliches "tabu" Thema ist, für Betroffene sowie unbehelligte Mitmenschen ist es so wie es ist.
 
G

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In der Tat. Die Diagnose "Krebs" ist (berechtigterweise natürlich) gesellschaftlich anerkannter. Deswegen aber nicht unbedingt 'schlimmer'.

Und es ist tatsächlich so, dass gerade in Deutschland psychische Erkrankungen im internationalen Vergleich fast am wenigsten anerkannt werden. Im Gegensatz zu zB. den USA wo der regelmäßige Gang zum Psychiater/Psychologen schon fast zum guten Ton gehört.

Als ich letztes Jahr unter meinen psychischen Problemen zusammengeklappt bin (u.a. schwere rezidivierende Depressionen) stand ich kurz vor meiner Bachelor-Prüfung. Da ich in meiner Verfassung absolut nicht mehr in der Lage war, dazu anzutreten (das nehme ich mir - so bescheuert das ist - bis heute persönlich übel, weil der "kranke" Teil meiner Psyche, der immer irgendwo "mitredet", das wieder als persönliches Versagen meinerseits wertet), brauchte ich ein Attest von meinem Hausarzt.

Der hat durchaus den Ernst meiner Lage erkannt (zum Glück!), sich aber geweigert, als Grund meiner Krankschreibung "Depression" anzugeben, weil es immer noch als Stigma gilt.
 
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