"Alltag" - Angst

K

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Gast
Hallo liebe Foren-Gemeinde :smile:


Ich bin mit meinem Verlobten nun seit zweieinhalb Jahren zusammen, und in 3 Monaten werden wir unsere erste gemeinsame Wohnung beziehen.

Wenn man schon über 2 Jahre zusammen ist, wie wir, dann ist es wohl normal, daß sich ein klein wenig der Alltag eingeschlichen hat (glaube ich zumindest, er ist mein erster Freund und habe keine Vergleiche).
Wir haben uns in den 2 Jahren so gut wie jeden Tag gesehen und immer jeweils beim anderen geschlafen. Ich merke, daß vieles "Gewohnheit" ist, bzw., eben "normal" ...

Und ich habe jetzt einfach die Sorge, wenn wir erst gemeinsam wohnen, daß es mit dem Alltag noch schlimmer wird .. daß es quasi "langweiliger" wird (blödes Wort) nichts "Besonderes" mehr ... daß man sich gar nicht mehr auf den Partner freut, wenn man heimkommt sondern er einfach dann "da" ist, weil auch er dort wohnt. Ach, schwierig zu erklären. Hoffe, man versteht trotzdem, was ich meine.

Jeder Mensch ist ja anders. Aber ich WILL NIEMALS, daß sich unsere Beziehung durch das gemeinsame Wohnen zu einem Zustand hin entwickelt, als seien wir schon seit 50 Jahren verheiratet ... ohne flammende Leidenschaft (die vielleicht durch den Alltag dabei kaputt geht), ohne die Freude, den Partner zu sehen (er kommt ja eh "heim") und einfach das, was eine Beziehung eben nicht "leblos" werden läßt.
Anstatt "Du bist der Engel meines Herzens" wird es vielleicht zu einem "Wo sind meine Socken?" Oder "Was wollen wir denn morgen kochen?" Man wohnt ja jetzt zusammen und es ist nichts "Besonderes" mehr.

Mein Freund sagt, ich mache mir viel zu viele Gedanken, er sähe es nicht so.

Was meint denn ihr dazu? :ashamed:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Was an "Was wollen wir denn morgen kochen?" doof ist, weiß ich zwar nicht - wir machen aus dem täglichen Abendessen ein großartiges Ritual auf das wir uns jeden Tag freuen - aber ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten: so viel hat sich gar nicht geändert. Besonders, wenn man schon vorher viel Zeit beieinander verbringt, muss man sich ja auch mal mit den Themen "Wäsche", "Abwasch", "Sauberkeitszustand der Wohnung" und so auseinandersetzen. Wir haben da eine gute Balance wer was wann macht..
Ich persönlich freue mich jeden Tag aufs Neue, das ich mit meinem Kerl zusammen lebe und freu' mich auch immer, nach Hause zu kommen. Und die Sehnsucht wird dadurch scheinbar nicht weggeschwemmt - wir haben uns jetzt 4 Tage nicht gesehen und sehen uns erst Samstag wieder. Und vermissen uns. :grin:
 
K

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Das man sich mit dem Saubermach-Alltag beschäftigen muß, ist mir schon klar. Aber ich habe Angst, daß das nur noch herrschen wird und eben das gewisse Feuer auf der Strecke bleibt.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Also wir wohnen jetzt seit 1 Jahr offiziell zusammen und es gibt durchaus Phasen, da ist alles ziemlich gewohnt und eben auch öde. Das Feuer der Leidenschaft (ich nenns mal so) ist längst nicht jeden Tag da. :grin:
Allerdings betrachte ich das als völlig normal und hab es auch so erwartet.
Es ist normal, dass sich Alltag einschleicht, dass man neben Job, Haushalt und Co. nicht unbedingt immer Lust und Nerven auf Leidenschaft hat. Und ich sehs nicht als Beinbruch, wenn man mal einen Abend in getrennten Zimmern verbringt.

Umgekehrt gibts Tage, da ist mein Freund grade mal 1 Stunde weg, dann ruf ich ihn schon an und frag ihn, wann er wieder kommt. :grin: Gibt auch Tage, da bin ich froh, wenn ich ihn mal 10 Stunden nicht sehe. :grin:
Was nicht heißt, dass ich ihn nicht mehr lieb hab, sondern man muss eben auch mal Abstand haben, um sich auf sich zu konzentrieren und um eben überhaupt Sehnsucht empfinden zu können.

Ich bin kein großer Freund von diesem Jeden-Tag-Sehen... Ich will meinen Partner nicht so selbstverständlich neben mir haben. Er soll ruhig auch mal weg sein. Auch wenns für mich mitunter hart ist, aber ich seh dann auch, dass ich alleine zurecht kommen kann, wenn ich muss und wir merken dann auch, dass wir uns wieder mehr aufeinander freuen. :smile:

Wir streiten uns desöfteren wegen Kleinigkeiten im Haushalt, aber so schlimm finde ich das nicht. Das sind wirklcih Kleinigkeiten und normalerweise 5 Min. später schon wieder vergessen.

P.S. Wieviel Arbeit eine Beziehung macht und wie anstrengend es mitunter ist, eine Beziehung im wahrsten Sinne des Wortes am Leben zu erhalten, das haben wir im letzten Jahr deutlich gemerkt. Es war zum Teil richtig schockierend, aber es war auch gut so, denn so sind wir quasi aufgewacht!
Liebe ist immer Arbeit, egal ob man zusammen wohnt oder nicht. :zwinker:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Das man sich mit dem Saubermach-Alltag beschäftigen muß, ist mir schon klar. Aber ich habe Angst, daß das nur noch herrschen wird und eben das gewisse Feuer auf der Strecke bleibt.

Das passiert ja nicht einfach so, man ist ja nicht ohnmächtig.
Dafür, dass das Feuer bleibt, müsst ihr selber sorgen - aktiv!
 
K

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Ich weiß. Aber es ist Tatsache, daß sich manches einschleicht - wenn auch langsam :frown:
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Der gemeinsame Alltag ist auch eine wichtige Prüfung, denn keine Beziehung der Welt kann über Jahre hinweg jeden Tag leidenschaftlich, feurig und superharmonisch sein. Und wenn man den öden Alltag nicht übersteht, dann wird die Beziehung auf Dauer nicht halten.
Man muss mitunter auch mal Durststrecken überstehen, man muss damit klar kommen, dass mal ein paar Wochen öde sind bzw. jeder mit sich beschäftigt ist, Stress da ist, wenig Zeit für Zweisamkeit etc.
Wichtig ist nur, dass man sich am Ende wieder findet; dass man Freiräume schafft, gemeinsame Zeit aktiv nutzt usw.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich weiß. Aber es ist Tatsache, daß sich manches einschleicht - wenn auch langsam :frown:

Nein, ist es nicht. Man kann das alles bewusst beeinflussen. Und wenn du merkst, dass du dich nicht so verhältst, wie du es gut fändest, dann musst du aktiv an dir arbeiten.

Und manche Dinge sind ja auch nicht schlecht. Eine gewisse Routine macht den Alltag viel einfacher.
Ich sehe jedenfalls keinen Grund, mit einer negativen Einstellung an die Sache ranzugehen - freust du dich denn nicht darauf?
 
R

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Gast
Also wir wohnen jetzt 15 Monate offiziell zusammen und ich würde nicht sagen, dass die Leidenschaft weg ist oder "der Alltag", vor dem so viele sich fürchten, eingekehrt ist.

Klar, ein gewisser Alltag (aufstehen, Uni, Essen, Lernen, Einkaufen, Kochen, Fernsehen, Lesen, Sex usw.) ist da, aber der war auch da, als wir noch nicht zusammen gewohnt haben. :zwinker:

Man kann ja dafür sorgen, dass es spannend bleibt - bei uns ist das aber zB nicht wirklich nötig. Klar, kleine Botschaften, Blumen usw. kommen bei uns auch vor, aber wir beide finden eigentlich, dass das Zusammenleben unsere Beziehung nochmal gestärkt hat (gut, wir mussten in der Zeit auch viel nerviges Zeug durchstehen... :grin:).

Selbst mein eigentlich einzelgängerisch veranlagter Freund betont immer wieder, wie sehr er das Zusammenleben mit mir liebt und dass er so froh ist, sich dazu entschieden zu haben, denn so toll hätte er es sich nie vorgestellt. :smile:

Sicher, es gibt auch mal Streit und der Haushalt nervt, aber wir können da im Nachhinein immer drüber lachen und sowas könnte nicht im Geringsten die Beziehung beeinträchtigen.

Ich bin ja der Meinung, dass das Zusammenleben klappt, wenn man wirklich zusammenpasst. Und das könnt ihr jetzt halt testen, ist doch auch nicht schlecht, oder? :zwinker:
 
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