Allein ohne Freundin in den Urlaub?

Benutzer68964 

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Ich hatte gestern Abend noch ein ganz merkwürdiges Erlebnis mit meiner Freundin, wodurch sich der ständige Hoch-Tief-Kurs in der Beziehung noch einmal deutlich zeigt.

Der gestrige Tag war sehr harmonisch. Am Abend haben wir zusammen ne DVD mit ner Liebesschnulze geguckt und uns dabei auf die Couch gekuschelt.
Man hätte denken können, dass es diesen Streit um den Urlaub nie gegeben hat.

Kurz vor dem Film schrieb mir meine Mutter eine sms, in der sie fragte, ob wir nicht Lust haben, dass sie uns zum frühstückt besucht - z.B. morgen früh.
Wir fanden das beide etwas kurzfristig und haben beschlossene, für morgen abzusagen. meine Freundin meinte, vielleicht am Freitag Morgen.

Nach dem Film, beim ins Bett gehen, schrieb ich meiner Mutter zurück und wir verblieben, dass wir uns vielleicht nächste Wpche mal treffen.

So...und jetzt gehts los:
Ich sagte das nebenbei meiner Freundin, die aus heiterem Himmel plötzlich verärgert wurde. "Warum müssen wir uns nächste Woche mit ihr treffen, warum belästigt sie uns immer?"

Ich sagte ihr, dass das mit dem Termin in der kommenden Woche noch nicht feststeht.

Sie wurde plötzlich tierisch böse, warum sie von meiner Familie so ignorier und nicht selbst gefragt wird.
"Warum schickt deine Mutter DIR eine sms, wenn sie etwas von UNS BEIDEN will? Du lebst hier nicht allein. Ich bin auch noch in der Wohnung und will gefragt werden. Deine Familie schließt mich überall aus. das ist so dehmütigend!!"

Ihr Standpunkt war, dass meine Mutter hätte auf dem Festnetz anrufen müssen, sodass eine 50/50-Chance bestanden hätte, dass auch meine Freundin hätte ans Telefon gehen und gefragt werden können. Mit anderen Worten: Meine Mutter hätte für ihre "Selbsteinladung" ein Medium wählen müssen, auf das ich und meine Freundin zugriff haben.
Da meine Mutter aber eine sms auf mein Handy geschickt hat, fühlte sich meine Freundin ausgeschlossen, weil für sie dadurch klar war, dass meine Mutter gar nicht mit ihr reden wollte (sonst hätte sie ja auf unserem Festnetz gemeldet, sondern nur MIR etwas mitteilen wollte. Meine freundin empfand es als frechheit, dass sie, als die Frau im Haus, nicht auch gefragt wird.

Ich sagte ihr, dass meine Mutter uns in der sms beide anschrieb und eben davon ausgeht, dass ich den Inhalt der sms mit meiner freundin besprechen würde (was wir ja auch gemacht hatten). Ich fragte sie nach dem Sinn, wenn meine Mutter uns die sms beiden auf unsere Handys geschickt hätte. Sie meinte, jetzt würde ich übertreiben.
ich meinte, es wäre doch klar, dass - wenn meine Mutter ggf. aus Kostengründen) nur eine sms schreibt, statt anzurufen, dass sie die dann auf MEIN handy schickt, immerhin bin ich ihr Sohn.
Jetzt war für meine freundin das Ende der Fahnenstange erreicht. Sie blieb auf dem Standpunkt, dass sie keiner respektiert. Erst nimmt ihr meine Familie ihren Freund weg (mit in den urlaub) und jetzt wird sie auch nicht mehr gefragt und ausgeschlossen. Deswegen will meine freundin auf keinen Fall, dass ich mich mit meiner Mutter treffe, wenn sie hier in der Wohung ist. Sie will meine Mutter nicht sehen und drohte an, notfalls währenddessen im Schlafzimmer sitzen zu bleiben.

Soviel dazu.
Ist das jetzt auch wieder die "Borderline-Persönlichkeit"?
ich befürchte ja - und ich habe eine vermutung, was sie damit bezwecken will.

Der Abend verlief ja sehr harmonisch. Sie war sich ihrer gefühle zunehmend nicht mehr sicher. war hin- und hergerissen, ob sie sich jetzt trennen soll, oder nicht. Wir kuschelten, sie rutschte also noch ein Stück weiter in die Beziehung zurück.

Deswegen hat sie diesen verrückten Streit provoziert und sich an irgendeiner Kleinigkeit aufgehängt. Sie wollte Streit. Sie wollte, dass ich und meine Familie wieder die "bösen" sind, damit sie wieder klare Gefühle hat. Nämlich "Es ist gut, dass ich mich trenne, denn mein Freund ist böse".

Ich habe versucht, ihr diesen Gedankengang zu erklären. Sie will, dass ich zum Psychater gehe....
 

Benutzer62510  (58)

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"Ich hasse Dich, verlass mich nicht"

Diesen Buchtitel finde ich sowas von treffend. Und das, was Du schilderst, kommt mir so furchtbar bekannt vor.

Allerdings glaube ich nicht, daß dahinter wirklich eine konkrete Absicht steckt. Ich bin eher davon überzeugt, daß Deine Freundin selber in sich total hin- und hergerissen ist zwischen Ängsten und Zuneigung. Und das ist wohl typisch für BL.

Mir fällt allerdings noch etwas anderes auf und auf die Gefahr möchte ich Dich hinweisen: Wenn man lange mit einem Menschen, wie es Deine Freundin ist, mit allen den Umständen und Mechanismen, an die man sich fast gewöhnt hat, zusammengelebt hat, und plötzlich entdeckt man, daß sich vieles durch eine konkrete Störung erklären läßt, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Vieles bekommt plötzlich quasi einen Sinn, einen erklärbaren Hintergrund. Aber es besteht dabei auch die große Gefahr, alles nur auf diese Störung zu reduzieren. Deine Freundin hat (würde ich behaupten) mit großer Wahrscheinlichkeit eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, aber sie ist nicht Borderline. Sie ist doch in erster Linie Deine Freundin.

Ob Du möchtest, daß das so bleibt, ist eine andere Sache. Aber die Gefahr, einen Menschen auf seine Krankheit zu reduzieren, ist allemal gegeben.

Es ist mit Sicherheit kein leichter Weg...

Im Übrigen ist es durchaus häufig so, daß auch wir Borderline-Partner sehr gut Hilfe gebrauchen können. Das ist aber auch eine tolle Chance nach dem Motto 'wir beide brauchen Hilfe'.
 

Benutzer8686 

Sehr bekannt hier
Ja, das ist sehr bl-typisch .Auch, dass du zum Psychiater gehen sollst. Sie hat doch nix :zwinker:

Sorry,aber eben dachte ich wieder "Die hat doch 'n Hackenschuss"
Langsam geht das zu weit. Sie spinnt sich doch alles so zurecht,wie sie's haben will, damit SIE das Opfer ist.

Mir würde das zu weit gehen. Erst Freunde verbieten, dann Urlaub(zu dem sie eingeladen war) und nun sollst du dich nicht mehr mit deiner Mutter treffen dürfen? Ich bitte dich
 

Benutzer56054  (33)

Kurz vor Sperre
Vieleicht solltet ihr zu 2 zu einem pyschater gehen? oder ne Paar Therapie!
Sie geht ja net allein, und wenn sie nicht geht gehst du mit ihr?
Das sie deine Mutter nicht sehen will kann ich nicht verstehen.
Das sie sich ausgeschlossen fühlt könnte ich verstehen.
Deine mutter ist nehme ich an kein schlechter Umgang, deshalb lass dir soetwas auch nicht verbieten.
 

Benutzer68964 

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Nein, von einer Paar-Therapie will sie nichts wissen. Und allein will sie auch nicht gehen.
Sie war vor Jahren schon einmal in Therapie (und sagte noch vor ein paar Monaten, dass sie sich so etwas wieder wünschen würde), aber im Moment möchte sie damit nichts zu tun haben.

Sie glaubt, ich würde sie nur zu einer Paar-Therapie mitschleppen wollen, damit ihr da mal "offiziell" gesagt wird, wie unrecht sie in allem hat. Tja...schwierig....
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Wenn ich das so lese, scheint Deine Freundin sich die Situationen mit aller Gewalt so zurechtzuspinnen, als seist Du der Gestörte mit BL, der zum Psychiater gehen soll, nicht sie....

Sorry, bei so ner ätzenden Sichtweise ihrerseits geht mir die Hutschnur hoch:wuerg: ...und irgendwie kommt mir das alls so verdammt bekannt vor, weiss nur noch nicht, woher....
 

Benutzer35742  (41)

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Ich kenn mich da ja nicht so aus, von daher weiß ich nicht, ob meine Idee unbedingt hilfreich ist. Wenn nicht könnten Sexy Sellerie oder dummdidumm ja mal was dazu sagen.

Wie wäre es denn, wenn Du sagst, dass Du selber eine Therapie brauchst, dass Du dich aber alleine nicht traust hinzugehen und dich wohler fühlen würdest, wenn sie dir da zur Seite steht? Dann hätte man sie ja zumindest schonmal bei einem Therapeuten und vielleicht könnte er ihr dann die Augen öffnen?
Ich würde meinem Freund einen solchen Wunsch sicherlich nicht verwehren.
 

Benutzer8686 

Sehr bekannt hier
@ Toffi

Das würd nix bringen. Sie würde sich nicht darauf einlassen, dass man ihr hilft. Entweder sie riecht,dass da was faul ist oder sie fühlt sich darin bestätigt, dass sie absolut "gesund" ist.
Sie muss schon die Einsicht haben, dass ihr Verhalten abnorm ist, sonst wird das nichts. Man kann niemanden zwingen ihm helfen zu lassen. Das ist im Prinzip wie mit einem Drogensüchtigen, der nicht einsehen möchte, dass er süchtig ist. Man kann einen Junkie auch nicht zu einem Entzug bringen, wenn er's nicht will.

Sie würde sich sperren, schätze ich.
 

Benutzer39133 

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Ich reihe mich mal bei den Leuten mit ein, die sowas aus eigener Erfahrung kennen.
Ich habe selber jahrelang mit dieser Störung gelebt und kann sagen, dass sie trotz Therapie niemals ganz verschwindet. Das will ich dir gleich mal klar machen. Sollte man deine Freundin wirklich in die Sparte "Borderline" stecken können, dann wird sie immer einer bleiben, selbst wenn sie irgendwann dazu bereit ist eine Therapie zu machen. Ich selbst habe über mehrere Jahre zwei Therapien gemacht und trotzdem stoße ich heute immernoch auf einige Probleme, die mein Denken mit sich bringt.
Erstmal die Sache mit der großen Liebe. Ich habe mich auch immer total intensiv auf einen Menschen konzentriert. Oftmals ging das allerdings nicht lange gut, weil derjenige Mensch selten das selbe empfand bzw. sich schnell eingeengt gefühlt hat. Deswegen, und weil ich immer sehr schnell das Gefühl hatte nicht das zu bekommen, was ich bräuchte, hielten Beziehungen nicht sehr lange. Oft kam ich gut mit der Trennung klar, ich suchte mir einfach direkt was neues, aber bei meiner letzten Trennung tat es sehr weh und ich erkannte irgendwann, dass ich nen großen Teil dazu beigetragen habe. Auch ich hörte Sätze wie "ich liebe dich noch, aber ich halt es nicht mehr aus". Verstehen konnte ich das damals nur bedingt...

Jetzt lebe ich in einer Beziehung, bei der ich vieles versuche anders zu machen. Die Liebe ist mir so wichtig, dass ich mich regelmäßig zwinge meine Muster zu durchbrechen. Anfangs gelang mir das gar nicht. Ich benutzt auch Tränen und Trauer, um das zu bekommen, was ich wollte. Mitleid, Trost und letztendlich Recht. Mehr als einmal standen wir kurz vor der Trennung. Wenn mein weinen mal nichts mehr brachte, nahm ich eben meine Sachen und ging. Spätestens an der Tür hat er mich dann doch aufgehalten. Ich weiß, dass das nicht fair ist. Es ist nicht fair jemandem so die Pistole auf die Brust zu setzen.
Bei uns sind es oft Kleinigkeiten, wegen denen ich ausrasten könnte. Zum Beispiel: wir haben uns mal darüber unterhalten, welche Art Brautkleider wir mögen. Ich mag es sehr prunkvoll und romantisch, er eher schlicht und unauffällig. Natürlich habe ich mir sofort vorgestellt, wie wir am Traualtar stehen und ich ihm nicht gefalle. Sofort habe ich das Gefühl bekommen, er liebt mich nicht und lässt mich dann sitzen. Ich hab mich total reingesteigert in dieses Gefühl und er wusste wahrscheinlich gar nicht was los ist.
So ist das häufig. Ich leite einfach von seinen Aussagen etwas ab, was er gar nicht so gemeint hat. Dann steigere ich mich da rein und es geht mir schlecht. Am Ende passiert das Drama und er muss ankommen und mich wieder aufpäppeln, was ihn natürlich selbst auch belastet.

Naja, seit dem ich das erkannt habe, versuche ich wirklich dagegen zu arbeiten. Das ist schwerer, als man denkt. Mein Kopf weiß ganz oft schon, was richtig ist. Und manchmal schaffe ich es auch mich so zu verhalten. Einmal zum Beispiel waren wir auf einem Konzert. Jeder schlief danach aber bei sich zu Hause, weil wir am nächsten Tag arbeiten mussten. Als wir gehen wollten, sagte er, er müsse noch ein Mädel mitnehmen, die irgendwo bei ihm in der Nähe wohnte. Normalerweise werde ich in solchen Momenten zu Eis. Sage kein Wort mehr, drehe mich nur noch um und gehe. Die weiblichen Freundinnen oder Bekannten grüße ich nie. Aber diesmal fiel innerhalb von Sekundenbruchteilen die Entscheidung, dass ich mich zusammenreißen würde. Ich konnte nicht wieder so sein, das führt zu nichts. Also begrüßte ich das Mädel freundlich und wünschte den beiden dann noch eine gute Heimfahrt. Ich kam mir schon bescheuert vor meinen eigenen Freund mit einer anderen wegfahren zu sehen, setze mich dann aber selber ins Auto und fuhr auch Heim. Ich musste mir zwar während der Fahrt ab und zu mal sagen "er liebt nur dich, mach dir keine Sorgen", aber alles in allem fühlte ich mich gut und war stolz auf mich. Endlich hatte ich wohl mal einen guten Eindruck hinterlassen bei seinen Bekannten.

Aber sowas ist eben nicht immer der Fall. Ganz ganz oft gerate ich noch an meine eigenen Grenzen und merke, hier geht es nicht weiter. Mit dem Thema Urlaub haben wir auch so unsere Probleme. Er wollte über Weihnachten wegfahren mit seiner Familie und natürlich gab es deswegen einen riesen Streit mit mir. Jetzt bleibt er doch da, angeblich, weil er es auch selber will. Ich versuche mich darüber zu freuen, aber es fällt mir schwer, weil ich Angst habe, dass er nur mir zu liebe hier bleibt und sich dabei selbst nicht gut fühlt.... Aber ich hab mich auch vorgenommen nicht mehr darauf rumzureiten. Normalerweise würde ich das tun. Noch zehnmal nachbohren, ob er nicht doch lieber mit ihnen fahren würde und anstatt mich über sein Hierbleiben zu freuen uns diese Zeit kaputtreden, aber ich zwinge mich nichts mehr dazu zu sagen bzw. ihm zu zeigen, dass ich mich freue. Aber das ist eben alles nicht so einfach....

Auch der Alltag ist schwerer. Auch ich scheue wahnsinnig vor Kontkt mit Fremden, kann nur nach großer Überwindung Telefonanrufe tätigen, renne lieber zehn Runden durch den Laden, anstatt einen Verkäufer zu fragen oder gehe gar mit leeren Händen wieder, wenn ich das Stück aus dem Schaufenster nicht im geschäfte finde. Und wenn ich es dann doch mal schaffe so etwas Unangenehmes zu tun, fühle ich mich hinterher wunderbar. Aber es kostet so wahnsinnig viel Kraft die eigenen Muster zu durchbrechen, sei es jetzt im Alltag oder in der Liebe. Das glaubt man als Außenstehener sicher nicht. Es ist wie jedes mal einen riesigen Berg besteigen und es gibt fast keinen Sauerstoff mehr dort oben. Deswegen fällt man meistens einfach irgendwann runter und schafft es nicht über den Gipfel. Therapie hin oder her. Dort lernt man zwar ein paar Hilfsmittel, mit denen man besser vorran kommt, aber den Berg verschwinden lassen kann sie nicht. Echte Freunde und Menschen, die Verständnis haben (vor allem der Partner!!!) sind da Gold wert.
 

Benutzer62510  (58)

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Scheiße! (sorry!)

Als ich das gerade gelesen habe, sind mir erstmal die Tränen gekommen. genau das sind die Situationen. Das verrückte ist, daß beide wissen, daß da ein falscher Mechanismus greift, aber das zu sagen, wäre noch mehr Angriff und würde noch mehr Ängste auslösen. Manchmal denke ich, daß ich einfach nicht mehr kann...
 

Benutzer8686 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Als ich das gerade gelesen habe, habe ich wieder gemerkt, wie wenig Verständnis ich für diese Krankheit aufbringen kann. Ich kann zwar verstehen, dass es schwer ist, "normal" zu sein, wenn man diese Störung aufweist, aber ich kann einfach nicht nachvollziehen,wie egoistisch die Borderliner sind. Krankheit hin oder her, ist denen überhaupt nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten anrichten? Borderliner vegetieren nicht nur selbst vor sich hin, sondern machen andere mit kaputt. Da hängt so viel dran. Sorry, Chococat, aber irgendwo wurde ich gerade wütend als ich gelesen habe, wie du deine Tränen bewusst eingesetzt hast, um deinen Freund zu dem zu bringen, was du möchtest. Das ist irgendwo im Hintergrund ein solch hinterhältiges Verhalten, dass mir der Atem stockt.
Ich habe so etwas jahrelang miterlerbt. Mal wurde ich als Druckmittel eingesetzt (meinem Vater gegenüber), mal wurde ich tagelang mit Liebesentzug bestraft, weil ich etwas falsch gemacht haben soll(und ich konnte nie verstehen was)
Ich kann verstehen, dass ein Partner, der das mitmacht, Gold wert ist. Solche Menschen sind selten, weil es einfach mit einem so großen Aufopferungssinn schwer ist zu leben.
Tut mir leid, wenn ich hier so kühl daher scheine, aber mir hat ein Borderliner so viel in meinem Leben (bewusst) angetan, dass ich nie wieder für einen Verständnis aufbringen kann. Die Stimmungsschwankungen mal ausgenommen, aber das gezielte Einsetzen von mitleidserregenden Verhaltensweisen ist für mich mitunter das Hinterhältigste, was ein Mensch machen kann. Das hat für mich auch nichts mehr mit Liebe, sondern nur mit purem Egoismus zu tun.

Das musste mal raus...
 

Benutzer12443  (40)

Meistens hier zu finden
ich finde es sehr interessant, dies alles zu lesen. gerade auch deshalb, weil dieses verhalten so provozierend auf einen normalen menschen wirkt.

aber ich frage mich, wie kommt das bloß zustande? die betroffenen kommen einem vor wie ganz kleine kinder, die ja auch pure kleine egoisten sind. und auch für ihre entwicklung und ihr wohlbefinden ist es sehr wichtig, dass sie bedingungslos geliebt und versorgt werden bis zur selbstaufgabe der eltern. nur diese phase ist irgendwann normalerweise vorbei. wieso nicht bei den betroffenen? :ratlos:

was ist denn mit der freundin des ts passiert? oder mit deiner mutter sexysellerie? es muss doch dafür gründe geben.
 

Benutzer62510  (58)

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Natürlich ist vieles an dem Verhalten eines BL auf die eigene und damit oft sehr egoistische Sicht beschränkt, aber ich glaube nicht, daß eine Hexenjagd dem Threadstarter oder sonst jemandem wirklich weiterhilft.
 

Benutzer68964 

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Oh man...in was bin ich da wissentlich reingeraten.

Der Beitrag von Chococat hat mir die Augen wirklich noch ein Stück weiter aufgerissen.
Je mehr ich die Lage überblicke, desto mehr verlässt mich die Hoffnung, mit meiner Freundin nochmal ein druchgehend harmonisches Leben führen zu können.
Ich habs zwar immer befürchtet, aber irgendwie hat irgendwas in mir immer wieder gehofft, dass sie sich doch noch ändert und alles gut wird.
Aber diese Hoffung weicht irgendwie immer mehr dem Wunsch, abzuschließen. Ich will meine Freundin wirklich nicht im Stich lassen und es tut mir so wahnsinnig leid um sie. Sie war meine erste große Liebe und ich sehe mich jetzt schon, wie ich in einem Jahr (wohl allein zu Hause sitzend) alles bereuen werde, aber irgendwie hab ich keine Lust mehr. keine Lust mehr auf das ewige streiten, keine Lust mehr, jederzeit damit rechnen zu müssen, dass die schlagartig umspringt, keine Lust mehr, mir ständig anhören zu müssen, dass ich an allem Schuld bin (und wenn ich weghöre muß ich mir vorwerfen lassen, ich würde ihr nie zuhören und nie Interesse zeigen). Irgendwie bin ich einfach zunehmend genervt..vor allem, wenn ich jetzt weiß, dass sich das vermutlich im Wesentlichen nie ändern wird.
Kompliment an dich, dummdidumm. Da gehört wirklich Kraft zu!!

Mir kommt diese Kraft abhanden. Auch deswegen, weil ich mehr und mehr einsehen muss, dass wir einfach extrem unterscheidlich sind, in fast allem. kaum gemeinsamkeiten. Und wenn dann auch noch die Stimmung zwischen und auf lebenslanger Achterbahnfahrt bleibt, dann kommt in mir doch der Egoist durch, der sagt "jetzt reichts".

Ich denke daher, dass ich gegen diese Trennug nicht mehr ankämpfen werde, sondern sie hinnehme. Auch wenn ich weiß, dass furchtbares leiden kommen wird. ich hoffe nur, dass meine freundin nicht für eine Fortsetzung der Beziehung kämpft...sonst könnte ich ihr den Wunsch wahrscheinlich nicht mal abschlagen...

@dummdidumm:
Du hast völlig recht, dass ich meine freundin nicht nur auf eine Krankheit reduzioeren darf. Viellelicht hab ich ihr gegenüber auch zu oft gesagt, "du reagierst so und so, weil du an der stelle krank denkst...".
Und ich bin mir vollkommen darüber im klaren, dass ich meinen teil mit zu dieser schweren beziehung mit beitrage. Ich habe schon meine selbstbewusstseins-defizite. An die muss ich mich mal ransetzten. Aber dann kracht es zu Hause wohl erst richtig, wenn ich neue Regeln aufstelle und das über Jahre eingeschliffene beziehungssystem auf den Kopf stelle....

schwer, schwer...
 

Benutzer9234 

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Off-Topic:
Ich hab keine Erfahrung mit Borderlinern, aber ich seh es auch so wie Du. Es gibt Verhaltensweisen, die einfach nicht zu entschuldigen sind......

Off-Topic:
Rational gesehen vielleicht, emotional gesehen nicht und wer keine Erfahrung mit psychischen Krankheiten, entweder als selbst Betroffener oder als Angehöriger hat, der kann tatsächlich in keinster Weise nachvollziehen, wie so etwas ist. Und "nicht entschuldbar" ist leider in einem solchen Fall nur sehr sehr wenig.
 

Benutzer68964 

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Hallo zusammen.

Meine Freundin hat heute mit ihren Eltern geredet und ihnen gesagt, dass sie vermutlich zu ihnen zurückkommen wird.

Ihr Vater hat sie gebeten, es sich noch einmal gut zu überlegen, weil sehr viel mit dranhängt.
Er ist aber der meinu8ng, dass mein "Urlaubswunsch" zu weit gehen würde. Er meinte, er könne es verstehen, wenn man nach 20 Ehejahren mal ein paar Tage Abstand von seinem Partner braucht, aber nicht schon nach 6 Jahren. Solche gemeinsamen Familienurlaube kennt man in der Familie meiner Freundin überhaupt nicht und sieht da ganze mit großem Befremden. Daher der rat der Eltern an ihre Tochter: fahr da nicht mit, ich würde sowas auch schrecklich finden.
Hmm... es ist das erste mal, seit ich meine Freundin kenne, dass ihre Eltern nicht meiner Meinung sind (sonst sind sie ihrer Tochter fast immer "in den Rücken gefallen" und haben meine Meinung vertreten...)

Inzwischen gibt mir meine freundin immer deutlichere Zeichen,dass sie gern hier bleiben würde und gern mit mir zusammen bleiben würde.
Ich bin hin- und hergerissen...und fühle mich schäbig, dass ich überlege, mich zu trennen, sie fallen zu lassen.

Sie ist so lieb zu mir und meint, dass sie seit der letzten großen Krise vor 10 Monaten (damals sprach sie eine Woche nicht mit mir, weil ich nach einem Discobesuch bei meinem Bruder und deren Freundin gepennt hatte (ich hatte es ihr vorher angekündigt, aber sie hat alle Hebel in bewegung gesetzt, um das zu verhindern.)) sehr an sich gearbeitet hat und seitdem versucht, mich zu verstehen.
Sie meint, sie würde es inzwischen auch aktzeptieren, dass ich es braiche, hin und wieder mal mit meinen Freunden wegzugehen...wenn es nicht jede Woche ist.
Ich weiß aber nicht, ob das so stimmt, denn in den letzten Monaten hatte ich so viel gearbeitet, dass für Freunde sowieso keine zeit war. Infofern weiß ich nicht, wie sie reagieren würde, wenn ich wirklich alle 2 Woche losziehe.
Sie ist also davon überzeugt, dass ich die beziehung achtlos wegwerfe, obwohl sie an sich gearbeitet hat. Nur eben der Urlaub sei für sie zuviel.

Meine Frage an euch: Wie soll ich darauf reagieren?

Soll ich mich darauf einlassen? Mit ganz viel Überredungskunst könnte ich es vielleicht sogar schaffen, dass sie hier bleibt UND den Urlaub mit großem Zähneknirschen aktzeptiert.

ABER: Werden wir damit auf Dauer glücklich?
Denn prinzipiell hat sich ja an unserer Beziehung und unseren Einstellungen nichts geändert.
Das heißt, wenn irgendwann wieder so eine Situation wie dieses Urlaubs-Thema kommt, geht alles von vorn los. Davor haben wir beide tierisch Ansgt. Denn das wird uns auf Dauer kaputt machen.

Wir beide wissen das.

Ich weiß wirklich nicht, wie es weitergehen soll. Wir sind noch nicht mal richtig getrennt, und leiden jetzt schon wie die Hunde. Wenn ich allerdings da drüber nachdenke, dass die Beziehung ganz normal weitergehen soll, dann sehe ich kaum ne Zukunft.
ich will nicht, dass es unverändert so weitergeht. ich habe keine Lust mehr auf diese ständigen Hochs und Tiefs und die ständige rummeckerei und die negative Einstellung zur Welt und zum Leben ("alles blöd...")
Wenn ich sie frage, ob sie das nicht genauso sieht, dann meint, sie, dass sie das ja alles nie so ernst meint und die Meckerei gar nicht mekrt, und ich solle mir da nicht so Gedanken drüber machen. Sie sei eben einfach so....

ich hab das gefühl, in einer ewigen Zeitschleife zu stecken....
 

Benutzer40734  (37)

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Kurz und bündig:

Wenn ihr euch nicht trennt und sie diesen Urlaub "zähneknirschend" akzeptiert ist die Frage, wie es euch beiden während des Urlaubs gehen würde. Sie würde zu Hause sitzen und die Wand hochgehen und Du sitzt im Urlaub und überlegst, wie es ihr wohl geht. Und ausserdem ist es dann eh nur noch ein Frage der Zeit, wann wieder so eine Situation auftaucht.
 

Benutzer62510  (58)

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Wenn man den ganzen Anfang nicht kennen würde und nur Deinen letzten Beitrag gelesen hätte, könnte man fast denken, DU würdest die Trennung wollen und nicht Deine Freundin. Nur zur Erinnerung: es war Deine Freundin, die die Trennung wollte. Also ist es ziemlich widersinnig, daß sie das jetzt nicht möchte und quasi den Spieß herumdreht.

Daß ihre Eltern das diesmal so sehen, wie sie, mag in diesem Einzelfall an kulturellen Unterschieden liegen, aber auch das ist nur EINE Meinung.

Auch die Entscheidung, was Du letztlich mit Deiner Zukunt tun willst, kann Dir niemand abnehmen. Vielleicht solltest Du versuchen, diese Entscheidung für Dich selber vom Urlaub mit Deinen Eltern abzukoppeln.
 
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