Abtreibung, warum Vollnarkose?

Benutzer121230  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Leider bin ich schwanger geworden und habe mich entschieden aus ganz vielen Gründen abzutreiben. Ich habe alle möglichen Information dazu schon gesucht. Nach dem Lesen zahlreicher Erfahrungsberichte glaube ich, dass ein Abbruch unter lokaler Betäubung am schonendsten ist. Aber jetzt der Hammer. Sowohl die Beratungsstelle als auch alle angefragten Ärzte (3 habe ich direkt gefragt) behaupten, dass eine Abtreibung nur mit Vollnarkose geht. Davor fürchte ich mich aber. Warum ist das so? Warum liest man überall Geschichten von Abbruch in Lokalanästhesie, wenn es angeblich nur mit Narkose geht? Oder erzählen die Ärzte mir Quatsch? Oder geht es nur bis zu einem bestimmten Stadium?
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Warum das so ist, kann ich dir nicht sagen, aber vor der Vollnarkose musst du keine Angst haben.
Ich hatte einen vergleichbaren Eingriff (jedoch keinen Schwangerschaftsabbruch), ebenfalls in Vollnarkose. Ich war 30 Minuten lang weg und war sofort wieder klar und fit, als ich aufgewacht bin. Der Eingriff war ambulant und ich bin 30 Minuten nach dem Aufwachen abgeholt und nach Hause gebracht worden.

Meistens kriegst du eine niedliche kleine Dosis Propofol + Schmerzmittel, davon schläfst du kurz, tief und fest (gerne mit Träumen, also vorher an etwas Schönes denken!).

Ob die Art der Anästhesie mit dem Zeitpunkt des Abbruchs zu tun hat, weiß ich nicht, halte ich aber für denkbar, sofern das erste Drittel schon vorbei ist - was ich bei dir nun aber nicht glaube.
 
D

Benutzer

Gast
Ich kenn mich mit der Thematik auch nicht aus, wurde aber schon mehrmals unter Vollnarkose operiert. Das ist heutzutage echt kein großes Problem mehr. Je länger die OP, desto berieselter ist man danach aber i.d.R. ist das recht unkompliziert.
 

Benutzer98042 

Verbringt hier viel Zeit
Mit der Thematik ansich kenne ich mich genau wie die Anderen auch nicht aus, würde dir aber raten, vielleicht deine Frage nochmal einem Arzt oder einer Ärztin aus deiner Beratung zu stellen, wenn es dir Sorgen oder Unsicherheit bereitet, wie schonend der Eingriff unter Vollnarkose tatsächlich ist.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Vollnarkose sind recht positiv; kurz danach noch etwas Schwächegefühl und innerhalb der nächsten Stunden wieder fit. Weniger positiv war die Unverträglichkeit eines Narkosemittels und Antibiotikum; wenn du von einigen Unverträglichkeiten mit Medikamenten weißt, nochmal vorher daraufhinweisen, wenn du nicht gefragt wirst.
 

Benutzer63483  (41)

Sehr bekannt hier
Möglicherweise spielt da auch die psychische Seite eine Rolle.
Für die Frauen ist es, trotz der bewussten Entscheidung schwer, ihr Kind "gehen" zu lassen.
Unterbewusst rebelliert der Körper da sogar auf eine gewisse Weise - ich habe früher nicht wenige Frauen erlebt, die in so einer Situation vor der OP recht auffällig vom Verhalten her waren...also von zu Tode betrübt bis überdreht, trotz Vor-Medikation durch den Anästhesisten.

Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Eingriff unter lokaler Betäubung extremen Stress für den Körper bedeutet.
Zudem bin ich mir nicht sicher, ob man in diesem Bereich überhaupt zuverlässig und unkompliziert örtlich betäuben kann - da bliebe dann sonst nur noch Periduralanästhesie:cautious:
 

Benutzer121206  (37)

Sorgt für Gesprächsstoff
Eine Vollnarkose ist heutzutage kein Problem. Man ist nach dem Eingriff relativ schnell wieder fit und wer eine gewisse Phobie vor dem Legen der Kanüle zur Verabreichung des Narkosemittels hat bekommt in vielen Fällen vorher eine Dosis "Schlafgas".
Natürlich ist eine lokale Betäubung für den Körper schonender, aber wenn der Arzt den Eingriff lieber mit Vollnorkase durchführen will wird er schon seine Gründe haben.
 

Benutzer54534 

Meistens hier zu finden
Bei der Peridualanästhesie merkt man den Bauchbereich aber noch. Ich glaube nicht, dass du es bewusst miterleben möchtest wie dein Kind von dir getrennt wird. Nachher erleidest du noch ein Trauma und dann hast du den Salat. Eine Vollnarkose birgt Risiken, da hast du Recht aber in den meisten Fällen geht es ohne Komplikationen. In der Regel setzen sie dir eine Nadel, dann bekommst du zuerst ein starkes Schmerzmittel gespritzt, dass dich nach kurzer Zeit schon dösig im Kopf macht und danach kommt gleich das Schlafmittel (kann unter Umständen ein leichtes Brennen bei der Injektion auslösen) und wie sie dir den Tubus einführen, das merkst du schon gar nicht mehr, weil du bereits schläfst. Das Gefährlichste ist aber immer noch die Aspiration, d.h. wenn deine Magensäure aus irgend einem Grund in deine Luftröhre laufen sollte. Damit keine Verätzungen auftreten bekommt man aber im Vorhinein einen kleinen Drink, der die Magensäure neutralisiert. Dann verätzt es wenigstens nicht. Risiken gibts immer, selbst bei einer Spinale. Da kanns auch vorkommen, dass du 72 Stunden lang an Kopfschmerzen leidest.
 

Benutzer26217 

Meistens hier zu finden
Sowohl die Beratungsstelle als auch alle angefragten Ärzte (3 habe ich direkt gefragt) behaupten, dass eine Abtreibung nur mit Vollnarkose geht. Davor fürchte ich mich aber. Warum ist das so? Warum liest man überall Geschichten von Abbruch in Lokalanästhesie, wenn es angeblich nur mit Narkose geht? Oder erzählen die Ärzte mir Quatsch? Oder geht es nur bis zu einem bestimmten Stadium?

Warum fragst du da nicht bei der Beratungsstelle oder den Ärzten noch mal nach? Ich weiß, dass Abtreibungen auch unter örtlicher Betäubung gemacht werden, die Voraussetzungen dafür kenne ich allerdings nicht.
 

Benutzer121230  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Warum fragst du da nicht bei der Beratungsstelle oder den Ärzten noch mal nach? Ich weiß, dass Abtreibungen auch unter örtlicher Betäubung gemacht werden, die Voraussetzungen dafür kenne ich allerdings nicht.

Das habe ich getan. Alle sagen mir, dass es nur mit Vollnarkose gemacht wird, fertig und ein Arzt hat mich sogar als Blöd stehen lassen, als würde ich von einem anderen Planeten kommen.
 

Benutzer15352 

Beiträge füllen Bücher
Und warum genau hast du Angst vor der Vollnarkose?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Was genau schockiert dich denn so?
Dass ein operativer Eingriff unter Vollnarkose stattfindet, ist doch eigentlich ziemlich normal und gängig.
 

Benutzer121230  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Was genau schockiert dich denn so?
Dass ein operativer Eingriff unter Vollnarkose stattfindet, ist doch eigentlich ziemlich normal und gängig.

"Schockieren" tut mich eigentlich, dass ich dazu von Beratung und Ärzten keine Informationen bekomme. Wenn ich frage, warum sie es mit Vollnarkose machen wenn es doch ohne geht, habe ich immer die Antwort bekommen, dass es eben nur mit Vollnarkose gemacht wird, fertig. Keine Erklärungen warum. Vielleicht wäre die Narkose am Ende doch eine Lösung, aber dazu würde ich mir gerne anhören warum. Ich lese überall dass es auch ohne geht und die behaupten das Gegenteil, ich fühle mich veräppelt.

Das zweite, warum ich es ohne Narkose will. Vielleicht kann ich das nicht rational sagen. Ich habe erstens panische Angst vor Narkosen. Ich hatte noch nie eine, aber der Gedanke daran macht mich fertig. Erklärt mich ruhig für verrückt, aber ich habe davor mehr Angst als vor der OP. Weiter glaube ich auch, dass es für mich leichter es, es wach durchzumachen, dieser Gedanken, sich einschläfern zu lassen, dann aufwachen, dann nicht mehr schwanger sein, ich stelle mir das viel traumatischer vor.
 

Benutzer97250 

Meistens hier zu finden
Ich habe erstens panische Angst vor Narkosen. Ich hatte noch nie eine, aber der Gedanke daran macht mich fertig. Erklärt mich ruhig für verrückt, aber ich habe davor mehr Angst als vor der OP. Weiter glaube ich auch, dass es für mich leichter es, es wach durchzumachen, dieser Gedanken, sich einschläfern zu lassen, dann aufwachen, dann nicht mehr schwanger sein, ich stelle mir das viel traumatischer vor.

Hast du denn das den Ärzten auch so gesagt?


"Schockieren" tut mich eigentlich, dass ich dazu von Beratung und Ärzten keine Informationen bekomme. Wenn ich frage, warum sie es mit Vollnarkose machen wenn es doch ohne geht, habe ich immer die Antwort bekommen, dass es eben nur mit Vollnarkose gemacht wird, fertig. Keine Erklärungen warum.


Ich könnte mir vorstellen, dass sie dir lieber nicht so ausführlich erläutern wollen, was da genau passiert.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Du warst doch bei einer Beratungstelle oder?
Und da gehts doch normalerweise auch um deine Ängste bzw. da kannst du sie schildern.
Im Grunde gehts ja darum, dein Kind abzutreiben und das weißt du ja auch. Also rational gesehen ist es natürlich so, dass du aus der Narkose aufwachst und dein Kind ist nicht mehr da. Zugegeben, keine sehr schöne Vorstellung, aber du entscheidest dich ja freiwillig so. Da passiert ncihts gegen deinen Willen.

In der wievielten Schwangerschaftswoche bist du eigentlich? Bis zur neunten Woche ist ja auch ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch möglich.
 

Benutzer58352 

Verbringt hier viel Zeit
Das ist zum einen ein psychologisches Ding, der Patient soll die Abtreibung nicht erleben weil das ein Trauma hinterlassen kann.
Das passiert unterbewusst, völlig egal ob du mit der Abtreibung klarkommst, dein Unterbewusstsein möglicherweise nicht.

Zum anderen ist lokale Betäubung in den meisten Fällen zwar ausreichend, in manchen aber auch nicht.
Der Körper verkrampft oder man bekommt andersweitig Schmerzen, das ist zum einen unschön und verkompliziert den Eingriff und zweitens verstärkt es das bereits oben angesprochene Trauma.
Es gibt auch Ärzte die die Teilnakose in diesem Fall aus persönlichen Gründen ablehnen.
Ist für einen Arzt ja auch keiner leichter Eingriff und wenn der Patient dabei auch noch wach ist wird das ganz schön aufreibend.

Vollnakose ist immer ein Risiko.
Aber ich sehe nicht wirklich dass du eine Alternative hast.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Weiter glaube ich auch, dass es für mich leichter es, es wach durchzumachen, dieser Gedanken, sich einschläfern zu lassen, dann aufwachen, dann nicht mehr schwanger sein, ich stelle mir das viel traumatischer vor.

Die Leute bei der Beratungsstelle und die Ärzte, die du gefragt hast, haben alle vermutlich reichlich Erfahrung mit Abtreibungen - und wenn dir alle einstimmig sagen, dass es mit Vollnarkose gemacht werden soll, dann würde ich persönlich diesem Urteil vertrauen. Und auch wenn du dir das jetzt in der Theorie so vorstellst, ich glaube kaum, dass dir die ganze Sache leichter fallen wird, wenn du bei vollem Bewusstsein miterlebst, wie dein Baby abgetrieben wird.

Du hast halt einfach Panik vor der Vollnarkose und redest dir deshalb jetzt ein, dass die Ärzte sicher alle Unrecht haben und es mit Lokalanästhesie ja viel besser wäre. Aber anstatt dich auf diesen "Nebenschauplatz" zu versteifen, solltest du lieber versuchen, dich an den Gedanken einer Vollnarkose zu gewöhnen und dich dann auf den eigentlichen Eingriff konzentrieren, damit du darauf psychisch eingestellt bist; das Schwierige und psychisch Herausfordernde an der OP ist nicht die Art der Narkose, sondern die Tatsache, dass deine Schwangerschaft abgebrochen wird.
 
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