Abnabelung von den Eltern

Benutzer28811  (32)

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Hallo ihr Lieben,

ich habe in den letzten Threads so viel Zuspruch und hilfreiche Kommentare erhalten, dass ich einfach versuche über etwas zu schreiben, dass mich unterschwellig schon eine ganze Weile beschäftigt.

Wer meine Threads ein bisschen verfolgt hat weiß, dass ich im Moment sehr glücklich bin. Ich ziehe ab Oktober mit meinem Partner zusammen, seine Kinder beginnen mich zu akzeptieren und ich habe das Gefühl, dass endlich alles gut wird in meinem Leben.

Da ist nur immer dieses kleine, dumpfe Bauchgefühl, dass mich irgendwie täglich begleitet.

Ich habe ein sehr gutes, offenes und enges Verhältnis zu meinen Eltern. Sie standen immer hinter mir, haben mich immer aufgefangen und in jeder Situation unterstützt, sei sie auch noch so schwierig gewesen. :herz: Ich bin wirklich dankbar, dass ich sie habe.

In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis sagen wir mal "verändert". Es ist aber so subtil und unterschwellig, dass es nicht wirklich der Rede wert sein sollte. Hintergrund ist, dass meine Eltern den neuen Mann an meiner Seite zwar inzwischen akzeptieren (was Ihnen bei Gott nicht leicht gefallen ist, immerhin ist er der selbe Jahrgang wie sie selbst:whoot:) es jedoch für nicht gut halten. Ich kann das verstehen. Ich würde mir auch etwas anderes für meine Tochter wünschen, gebe ich ehrlich zu. Sie haben ihn kennen gelernt und letztendlich mögen sie ihn, sagen sie beide. Aber das Verhältnis ist einfach irgendwie anders.

Als ich mich von meinem Ex getrennt hatte vor über 2 Jahren, da haben Sie mich aufgefangen. Haben mir bei der Wohnungssuche geholfen und mir einiges an Geld gegeben für Möbel und die Renovierung. Ich war so dankbar und bin es heute. Nun ziehe ich im Oktober schon wieder aus und mit meinem Freund zusammen und irgendwie kann ich das "schlechte Gewissen" nicht ganz ausschalten. Sie haben mich so unterstützt, finanziell und emotional, und ich sehe ihre traurigen Gesichter wenn ich freudestrahlend von meiner neuen Wohnung erzähle. Sie versuchen sich für mich zu freuen, aber sie schaffen es nicht wirklich. Ist nicht so, dass ich das von Ihnen verlange, es ist nur komisch, weil wir sonst immer alle Emotionen sehr stark geteilt haben.

Nun meine Frage an euch. Wie kann ich die Situation in meinem Bauch entspannen?:sorry: ich bin fast 28, beruflich erfolgreich, auf eigenen Beinen und selbstbewusst und trotzdem sehe ich mich grade von außen als Teenagermädchen, dass unbedingt will, dass die Eltern gut finden was es macht und gedrückt werden will :ratlos: das ist bescheuert!

Muss ich akzeptieren, dass das Verhätlnis nun einfach anders wird? Eng aber anders? Wie kann ich das Gefühl der "Bringschuld" ablegen? Ich liebe meine Eltern und möchte, dass sie glücklich sind und sich keine Sorgen machen aber ich merke, dass wir nicht mehr so offen reden können wie früher und es irgendwie unterschwellig krampfig ist..


Ich hoffe jemand liest diesen Mist hier :grin:

Danke wie immer für eure Zeit!:love:
 
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Benutzer6428 

Doctor How
So ein Verhältnis wird sich immer über die Zeit leicht verändern..und wenn es ein Stück weit ins Negative geht, ist das doppelt scher.
Wie du selbst sagst..man kann deine Eltern verstehen. Ich finde es schön, dass sie auch versuchen sich für dich zu freuen...und weil sie es versuchen, werden sie sich da aber auch am Ende dran gewöhnen.

Wichtig ist, dass du nicht den Draht zu ihnen verlierst (und es klingt nicht danach!). Wenn man weiterhin Kontakt hat und sich ständig austauscht, dann werden sie sehen, dass es dir gut geht (so klingt das nämlich :zwinker:) und dann kommt der Rest von selbst. Ich glaube auch, dass du mit jedem Mal, an dem du Kontakt hast, selbst ein bisschen beruhigter bist, dass alles gut läuft.
Wenn du wieder so eine Phase hast, in der so ein blödes Bauchgefühl aukommt, ruf sie doch einfach mal so an und erzähl ihnen was es so neues gibt...das hat mir zumindest geholfen...immer.

Off-Topic:

psst psst:
Thread = Faden
Threat = Bedrohung
 

Benutzer28811  (32)

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Hallo Damian,

danke für deine Worte. Sie tun gut:smile: Wahrscheinlich hast du recht und ich muss einfach dran bleiben und sie weiter an meinem Leben teil haben lassen. Denke es ist einfach eine Umstellung und ich muss vielleicht einfach "mitgehen.

Danke für die Korrektur:upsidedown: ich ändere es gleich ab:ashamed:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hallo Damian,

danke für deine Worte. Sie tun gut:smile: Wahrscheinlich hast du recht und ich muss einfach dran bleiben und sie weiter an meinem Leben teil haben lassen. Denke es ist einfach eine Umstellung und ich muss vielleicht einfach "mitgehen.
Ich glaube, dass sich sehr sehr viel im Leben besser läuft, wenn man gelernt hat sich zu entspannen. Viele Situationen sind dann klarer und lassen sich leichter ertragen..und sehr viele Probleme enpuppen sich plötzlich als kleine Ärgernisse.
Mach es so wie ich...nimm dir erstmal ne Tasse Kaffee (oder Tee, wenn du Kaffee nicht magst)...das hat erstaunliche und magische Wirkung auf mich. :zwinker:
Off-Topic:

Danke für die Korrektur:upsidedown: ich ändere es gleich ab:ashamed:
Der Fehler wird ganz oft gemacht..und ist ja auch irgendwie verlockend :zwinker:
 

Benutzer28811  (32)

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Ja du hast schon Recht..das mit dem Entspannen ist immer so eine Sache :grin: Ich habe immer das Gefühl meine Gedanken und Gefühle bis auf den tiefsten Grund ausdiskutieren zu müssen oder mindestens zu Ende denken zu müssen:dizzy: Das schlaucht ganz schön.. so richtig habe ich noch keine Lösung gefunden.

Meine Therapeutin hat seiner Zeit mal gemeint man soll sich am Tag nur ein bestimmtes Kontingent an "aufwühlenden Gedanken" zugestehen und diese nach dieser Zeit wieder verpacken. Ich versuche das von Zeit zu Zeit, aber ist weniger mein Kopf der mir im Weg steht. Es ist dieses dumpfe Bauchgefühl dass ich immer "wegdiskutieren" will :grin:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich kann dich da gut verstehen...wenn ich vor einem Problem oder einer Aufgabe stehe, will ich das am besten GESTERN weg haben...
Ein bisschen hab ich das schon in den Griff bekommen...ich bringe schon mehr Gedult mit...muss aber noch etwas üben...gerade jetzt mit unserer frischen Tochter. :zwinker:

Wird schon alles. :zwinker:
 

Benutzer28811  (32)

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Hast du denn eine Art Technik entwickelt dich nicht "verrückt" zu machen? Wenn du Dinge sofort aus dem Kopf haben willst ? - Vermutlich ist es deine Tasse Kaffee :grin: Versuch ich gleich mal!

Herzlichen Glückwunsch zur frisch geschlüpften Tochter :herz:

Danke dir:smile:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hast du denn eine Art Technik entwickelt dich nicht "verrückt" zu machen? Wenn du Dinge sofort aus dem Kopf haben willst ? - Vermutlich ist es deine Tasse Kaffee :grin: Versuch ich gleich mal!

Herzlichen Glückwunsch zur frisch geschlüpften Tochter :herz:

Danke dir:smile:
Hmm..Technik...
Nicht so wirklich.
Sport hilft...Manchmal ist es auch das konfigurieren von einem meiner Raspberry Pis...was man halt gerne macht und was Konzentration erfordert.
Für mich ist es auch entspannend, mit anderen zu kommunizieren...ich telefoniere auch mal ein paar Stunden..wobei das mit Kind aktuell nicht so wirklich drin ist.
Manchmal ist es auch ein Glas Whisky, für das ich dann ne halbe Stunde brauche. :zwinker:
Was aber immer in einer Art Rausch endet: Musik machen.
 

Benutzer28811  (32)

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Na das sind doch schon mal gute Anregungen :cool:
 
L

Benutzer

Gast
Den Rat Deiner Psychologin empfinde ich so wie es mir mit den meisten Ratschläge der "Profis" geht: stimmt schon, hat auch niemand bezweifelt, nur wie? Tatsächlich habe ich eine Technik entwickelt, die allerdings richtig gut nur zum einschlafen hilft (ich muss sie noch verfeinern). Genau da "wälzt" man ja immer Gedanken und wie sollte man das so abstellen,nur weil man heute schon ausreichend davon hatte? Nun ich "schreibe" Geschichten, gerne skurril, lustig, schwierig oder auch :drool:, weil dann muss man mit dem überlegen "dran bleiben" (also passiert natürlich im Kopf, nicht mit Stift und Papier). Mittlerweile habe ich mich schon so konditioniert, dass ich schnarche bevor es richtig los geht. Nicht nur einmal bin ich aufgewacht und dachte mir: och blöd, jetzt hätte ich gerne gewusst wie es ausgeht.
Zu dem etwas gespannten Verhältnis zu Deinen Eltern wird hier denke ich etwas helfen, was sonst seltener hilft als gemeinhin behauptet wird: Zeit. Dass Deine Eltern nicht ganz sorgenfrei sind, kann man ihnen glaube ich nicht verdenken (als es Dir schlecht ging, haben sie sicher sehr gelitten), sie fürchten einfach den nächsten Schlag ins Gesicht für Dich (Respekt vor Deinen Eltern, dass sie Dir nicht dazwischen funken!). Sobald sie feststellen, dass Du wirklich glücklich bist und bleibst, wird sich das alles (ziemlich sicher) wieder bessern.
Außerdem denke ich nicht, dass Du Dich abnabeln musst, das hast Du längst geschafft, ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern darf man auch nach der Abnabelung haben und das Verhältnis von Euch hat gute Chancen wieder unbelastetzu werden, wenn Du dem ganzen etwas Zeit gewährst.
 

Benutzer133456  (49)

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Deine Eltern werden immer zu Dir halten. Habe ich auch schon erlebt, durch all meine internationalen Kapriolen und seltsamen Partnerschaften hindurch, sie waren immer da und machten zwar manchmal "tztz..."
:nope:
... aber unterm Strich blieben sie mir immer verbunden, und ich ihnen. Das halte ich so auch fuer normal. Gute Eltern werden sich nicht ins Leben ihrer Kinder einmischen, aber natuerlich werden sie eine Meinung darueber haben. Vermeintlichen Anspruechen von ihnen jedoch genuegen zu wollen, das ist ganz privater Psychoterror, den man sich selbst macht.

Jahrelang habe ich mir auch gedacht, "hach, wie komme ich nur an eine grosse, blonde, bayerische Aerztin oder Juristin mit eigener Praxis in Starnberg oder Lindau..." aber das war ihnen gar nicht so wichtig, wie ich dachte. Die hatten nur anfangs ein wenig verwirrt reagiert auf all die Israelis und Kolumbianerinnen und sonstigen Exoten, die ich immer anschleppte, und heute haben sie sich dran gewoehnt, und freuen sich, wenn ich mit Madame Tahini bei ihnen auftauche und wir sprechen alle englisch und essen mit Staebchen und tun uns Tee ins Muesli, "weil man das in Peking so macht."

Kurzer Sinn: Man gewoehnt sich an allerlei im Leben, und das wird schon.
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
ich bin fast 28, beruflich erfolgreich, auf eigenen Beinen und selbstbewusst und trotzdem sehe ich mich grade von außen als Teenagermädchen, dass unbedingt will, dass die Eltern gut finden was es macht und gedrückt werden will :ratlos: das ist bescheuert!
Nein, ist es nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass deine Eltern laut deiner Beschreibung ziemlich stolz sind auf ihre Tochter und das, was die mit ihrem Leben macht. Aber, wie das so ist, es gibt ja auch bei Sonnenschein und Friede-Freude-Eierkuchen zu bedenken, dass es morgen vielleicht regnen könnte. Das ist eben ihr lebenslanger Job: sich Sorgen machen ums Kind. :smile:
 
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