abgetrennte OT-Diskussion: Querschnittlähmung, Rollstuhl, Sex und Partnerschaft

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Benutzer82104  (34)

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ich stelle mir die frage was denn dagegen getan werden kann das leute da so unwissend sind...?

ich hatte auch nie sehr viel mit behinderten zu tun und war da auch sehr unsicher.
habe jetzt ein fsj an ner montessorischule gemacht (behinderte und "normale" gemischt) was mir in der hinsicht einfach nur mehr als gut getan hat! mal mit downies oder eben körperlich behinderten zu tun zu haben is echt ne erfahrung die eigentlich jeder machen muss.

wie wärs mit nem "sozialunterricht" in der schule? 1-2 stunden die woche unterricht mit eben themen wie "rollstuhlfahrer", blinde menschen uswuswusw. also sozusagen wie religion (umgehen miteinander) aber nur viel mehr am praktischen leben...
 

Benutzer23616 

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Ich wär ja für die flächendeckende Einführung von integrativem Unterricht behinderter und nichtbehinderter. Ich hatte solchen Unterricht 10 Jahre lang (+Kindergarten) und muss sagen, das ich das für mich absolut bereichernd fand.
 

Benutzer44981 

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Off-Topic:
Ich wär ja für die flächendeckende Einführung von integrativem Unterricht behinderter und nichtbehinderter. Ich hatte solchen Unterricht 10 Jahre lang (+Kindergarten) und muss sagen, das ich das für mich absolut bereichernd fand.
Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.
Ich hatte leider nie solchen integrativen Unterricht, wobei immerhin einige Körperbehinderte andere Klassen und Klassenstufen an meinen Schulen (sowohl Grundschule, als auch Gymnasium) besucht haben.
 

Benutzer53338 

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Ich wär ja für die flächendeckende Einführung von integrativem Unterricht behinderter und nichtbehinderter. Ich hatte solchen Unterricht 10 Jahre lang (+Kindergarten) und muss sagen, das ich das für mich absolut bereichernd fand.
Off-Topic:



Das waere mir jetzt auch spontan dazu eingefallen, ich hatte fuenf Jahre zusammen mit Menschen mit Behinderung (koerplichen und geistige Behinderungen) Unterricht und ich denke das es mir und auch meinen anderen Mitschuelern aufjedenfall etwas gebracht hat und wuerde es begruessen, wenn Menschen mit Behinderungen an jeder Schule mit anderen Menschen integriert werden. Man kann doch einem Kind zum Beispiel nicht vorwerfen, dass es nicht mit einem anderen, behinderten Kind spielen will und verlangen, dass es da keine Unterschiede macht. Auf der anderen Seite werden diese Unterschiede schon in der Schule gemacht, indem es eben Schulen fuer Menschen mit Behinderungen gibt und Schulen fuer Menschen ohne Behinderungen.

Bei manchen ist es nicht moeglich, dass sie zusammen mit anderen lernen, so ein Maedchen ging auch in meine Stufe. Sie war leider ziemlich agressiv und konnte dem Unterricht nicht folgen, aber ich glaube es gibt mehr Faelle, wo es wirklich moeglich ist das diese Kinder gemeinsam mit anderen Kindern am Unterricht teilnehmen und zusammen lernen. Verkehrt kann daran doch nichts sein, im Gegenteil, ich denke das dadurch viele Vorurteile gleich schon abgeschafft werden koennen, weil man von Kleinauf lernt damit umzugehen. Ich denke auch, dass dadurch behinderte Menschen aus der Gesellschaft nicht mehr so ausgeschlossen werden.
 

Benutzer67966 

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wie wärs mit nem "sozialunterricht" in der schule? 1-2 stunden die woche unterricht mit eben themen wie "rollstuhlfahrer", blinde menschen uswuswusw. also sozusagen wie religion (umgehen miteinander) aber nur viel mehr am praktischen leben...

Ich halte ein solches Unterrichtsfach für sehr schwierig, aus vielerlei Hinsicht. Ich denke gerade an ein bundesweites Schulprojekt, mit dem Rollstuhlsport (in erster Linie Basketball) an Schulen bekannter gemacht und näher gebracht werden soll. Das wird ab Klasse 9 angeboten und ich war mehrere Male als Referentin in einzelnen Schulklassen.

In dem Zusammenhang habe ich beispielsweise von Lehrern gehört:
• Blinde Menschen sind nicht voll geschäftsfähig :eek:
• Behinderte haben keinen Personalausweis (behinderte Menschen bekommen ersatzweise den Schwerbehindertenausweis, das ist der einzige Personalausweis, der auch Kindern unter 14 schon ausgestellt wird) :rolleyes:

In dem Zusammenhang wurde ich von Lehrern vor den Klassen gefragt:
• Wie denkt ein behinderter Mensch über jene Schande, die man seinesgleichen in der Nazizeit angetan hat? :kopfschue
• Klappt es denn bei Ihnen mit dem Sex? :schuechte

Ich habe große Zweifel, ob etliche Lehrer bei so einem "Unterricht" nicht mehr kaputt machen, als dass es irgendwas nutzt. Vor allem, wenn man sich einige Ansichten der in etlichen Bundesländern fast nahezu vertretenen "älteren" Lehrergeneration anschaut.

Ein anderer Aspekt: Sie sollen "Normalität" vermitteln. Normalität lässt sich aber nicht vermitteln, indem man jemandem erklärt, wie man "normal" ist. Solange man es -trotz aller Anstrengungen und aller Erfolge der letzten Jahre- nicht schafft, einen gemeinsamen Unterricht zu organisieren, können Lehrer nicht viel tun. Ich betreue eine Sportgruppe mit rollstuhlfahrenden Kindern im Schulalter, es gibt 2 von 15, bei denen der Unterricht auf einer Regelschule halbwegs normal klappt. Bei allen anderen scheitert er aufgrund von fehlender Bereitschaft, Klassenräume im Erdgeschoss zu nutzen, wenn keine Aufzüge vorhanden sind, vorhandene Aufzüge zu reparieren, eine behindertengerechte Toilette einzubauen (die nach zwei Monaten billiger wäre als der Fahrdienst zur Sonderschule für die nächsten 10 Jahre) oder ähnlichen Lapalien. Die Liste ist genauso lang wie unglaublich. Und so lange so eine Liste besteht, lässt sich keine Normalität vermitteln - zumindest nicht glaubhaft.

Was enorm viel gebracht hat, war ein Projekt in Hessen letztes Jahr: 10.000 Schüler kamen zur Europameisterschaft im Rollstuhlbasketball - teilweise einzeln als Volunteers, teilweise in Klassenverbänden zum Zuschauen.

Ich wär ja für die flächendeckende Einführung von integrativem Unterricht behinderter und nichtbehinderter. Ich hatte solchen Unterricht 10 Jahre lang (+Kindergarten) und muss sagen, das ich das für mich absolut bereichernd fand.

Es darf natürlich nicht so sein, dass einzelne, behinderte, Kinder den Unterricht stören oder extrem bremsen. Aber wenn das einzige "Problem" eine Körperbehinderung ist, würde ich Deinen Vorschlag sogar umformulieren: "Ich wäre für die flächendeckende Abschaffung der Ausgliederung behinderter Menschen aus dem Schulunterricht." Viele wollen, könnten; dürfen aber nicht.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Dunsti, was Du beschreibst, finde ich erschreckend. Ich weiß, dass an meinem früheren Gymnasium es sehr schwierig geworden wäre, einen Schüler im Rollstuhl zu unterrichten - Altbau, viele Treppen etc. Andererseits wär mit genügend Entschlossenheit wohl möglich, Treppenlifte zu bauen und dergleichen.
Ich weiß nicht, ob je ein körperbehinderter Schüler sich bemüht hat, an meiner früheren Schule unterrichtet zu werden. Ich fände es gut, wenn es die Regel wäre, dass alle Schulen entsprechend umgebaut werden, so dass eben der Unterricht von körperbehinderten Schülern grundsätzlich möglich ist. Ich habe keine Ahnung, wo von meinem Herkunftsort aus die nächste Schule liegt, die "rollstuhloptimiert" ist. Wenn ich mir das mal überlege - ich hatte Glück, dass meine Hüftoperation damals gut verlaufen ist, wie mir die Ärzte sagten. Hätte auch sein können, dass ich nicht gut laufen kann und auf diverse Hilfsmittel angewiesen wäre - auch zumindest zeitweise den Rollstuhl. Jedenfalls hat meine Mutter mir das später so erzählt. Dann hätte ich auch anderswo zur Schule gehen müssen, die Schulen in der Nähe waren nicht körperbehindertengeeignet.

Was ein Unterrichtsfach angeht: Da wären wohl erst grundlegende Schulungen der Lehrer fällig, wie man an den von Dunsti genannten Beispielen sieht. Eigentlich sollte kein eigenes Fach nötig sein... Ich hielte es stattdessen für wünschenswert, dass "einfach" Schüler mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen und eben im täglichen Umgang miteinander mitkriegen, was Behinderung bedeutet. Aber das scheint ja auch noch zum Teil Zukunftsmusik zu sein.

Als ich in der elften Klasse ein Praktikum in einer Schule für Taubblinde gemacht habe, war das eine tolle Erfahrung, ich habe damals verdammt viel gelernt - auch über mich selbst und meine eigenen gedanklichen Blockaden. Dort waren viele Mehrfachbehinderte, was zu Beginn schon etwas gewöhnungsbedürftig für mich war, weil sie auch mir als Praktikantin sehr "auf die Pelle rückten" - musste ja sein, wenn sie sich übers Lormen oder Gebärden mit mir verständigen wollten. Was die Kinder dort alles draufhatten, hat mich staunen lassen.

Ich fand das Spiel, das ich neulich im Rollstuhlbasketball gesehen habe, sehr beeindruckend. Schon rein von der sportlichen Leistung her. Die Frau, die neben mir saß, zuckte immer zusammen, wenn zwei Rollstühle zusammenkrachten und ein Spieler dann auf dem Boden damit "kämpfte", sein Sportgerät wieder aufzurichten. ;-) Ich nehm an, ich war vorher noch nie in einem Raum mit so vielen Rollstuhlfahrern :zwinker:.

Heute war in der Zeitung ein Interview mit mehreren Paralympicsteilnehmern, zum Teil mehrfach bei paralympischen Spielen angetreten. Fazit: Das Interesse wächst, es gibt viel mehr Interviewanfragen und Interesse an ihrem Sport - wobei wohl immer noch Fragen kommen, die man einem nichtbehinderten Sportler nicht stellen würde. Nun, eine Gelegenheit zur Aufklärung, wobei diese Leistungssportler wohl anderes zu tun hätten, als für Aufklärung über ihre körperlichen Einschränkungen und ihre "dennoch" gegebene Leistungsfähigkeit zu sorgen.
 

Benutzer67966 

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Dunsti, was Du beschreibst, finde ich erschreckend. Ich weiß, dass an meinem früheren Gymnasium es sehr schwierig geworden wäre, einen Schüler im Rollstuhl zu unterrichten - Altbau, viele Treppen etc. Andererseits wär mit genügend Entschlossenheit wohl möglich, Treppenlifte zu bauen und dergleichen.

Man kann sicher nicht alles haben - und ich habe auch großes Verständnis, wenn in Zeiten knapper Mittel nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann. Vieles lässt sich auch einfach nicht sinnvoll (sprich: Mit angemessenen Kosten) realisieren. Wo mir aber regelmäßig der Draht aus der Mütze springt: Wenn das Sozialamt für den Unterricht in einem 80 km entfernen Ort monatlich Fahrtkosten in Höhe von 1.750,00 € übernimmt, weil das behinderte Kind ja ein Recht auf angemessene allgemeine Schulbildung hat, und diese Leistung dann "Eingliederungshilfe" nennt, die Eltern mitunter noch an diesen Kosten beteiligt - das Kind dafür aber 4 Stunden mit dem Bus rumkutschiert wird pro Tag, somit keine Freizeit mehr hat, aus der Clique ausgegrenzt wird (sofern es denn bis Klasse 4 integriert war), in keine neue integriert wird (es ist ja nachmittags nie dort, wo die "neuen" Mitschüler sind) und so weiter.

Macht im Jahr 20.000,00 €, macht in 10 Jahren Gymnasium rund 200.000,00 €. Macht bei drei Kindern aus der Stadt locker eine halbe Million. Ich kenne aus meiner Sportgruppe alleine 5 Kinder, wo das genau so passiert. Sind eine Million Euro in 10 Jahren. Ein Gymnasium (auf das alle fünf liebend gerne gehen würden) benötigt eine Rampe für die drei Stufen vor der Schule, eine breitere Klokabine bei den Mädels und bei den Jungs und eine Planung, dass der Unterricht dieser Klassen nicht im 1. OG stattfindet. Und vielleicht noch irgendwo einen behindertengerechten Notausgang. Ich verwette meinen Ar... darauf, dass das alles zusammen nicht mal 10.000 € kosten würde.

Stattdessen hat ein Vater erstritten, dass für seine zwei Kinder (Zwillinge mit frühkindlichem Hirnschaden) ein Treppenlift für 80.000 € in eins der Gymnasien am Wohnort eingebaut wird. Das war 2004, der Lift ist heute noch nicht in Betrieb. Mittlerweile läuft eine weitere Klage - über die wird im September verhandelt. Bislang fahren die Eltern die Kinder jeden Morgen zur Schule und holen sie mittags wieder ab. 80 Kilometer pro Strecke.

Nun, eine Gelegenheit zur Aufklärung, wobei diese Leistungssportler wohl anderes zu tun hätten, als für Aufklärung über ihre körperlichen Einschränkungen und ihre "dennoch" gegebene Leistungsfähigkeit zu sorgen.

Ich möchte es mal so sagen: Wenn jemand zu den Paralympics fährt, also zu den olympischen Spielen der behinderten Menschen, einem internationalen Wettkampf der besten Sportler weltweit, dann ist es nahezu eine Unverschämtheit, denjenigen zu fragen, ob und inwiefern er leistungsfähig ist. Das würde ich an deren Stelle dem Reporter auch so sagen und im Wiederholungsfall das Interview sofort beenden.

Allerdings finde ich dieses gestiegene öffentliche Interesse am Behindertensport sehr positiv. Ich habe heute morgen gerade gesehen, dass über die Paralympics über 80 Stunden im Fernsehen berichtet wird - das war noch nie da. In Athen 2004 kam man nicht mal auf 10 Stunden. Ich sehe das als weiteres positives Zeichen für ein Stückchen mehr Normalität.
 

Benutzer84946 

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Sag mal, willst Du mich ärgern?
Nichts läge mir ferner.
Muss ich Dir hier erklären, dass ich meinen Arsch alleine abputzen kann oder was?
Nein.
Und weißt Du, wenn es für eine Beziehung mit einem Macho wichtig wäre, würde ich die Bierflaschen, sobald ich den Kasten nicht mehr auf dem Schoß tragen kann, einzeln im Rucksack aus meinem Auto ins Haus schleppen.
Nicht wirklich!? Ich würde die Beziehung zu dem Mann überdenken, wenn er von einer Rollstuhlfahrerin fordert, ihm einen Kasten Bier nach Hause zu bringen.
Du redest völlig dummes Zeug. Ich kenne hunderte Frauen mit Querschnittlähmung, aber keine, die dauerhaft einen Katheter trägt.
Mein Freund (ja genau der, mit dem Unfall und dem Rollstuhl) trägt ein Kondom mit Schlauch dran und die Soße läuft in einen Beutel, der am Bein mit zwei Klettbändern festgemacht ist. Ich habe jetzt extra nochmal bei Wikipedia nachgelesen, und dort steht bei Querschnittslähmung, dass Frauen sich selbst einen Katheter legen müssen. (Das steht nicht nur bei Wikipedia.) Vielleicht sind ja auch die Frauen, die du kennst, nicht nach heutigem Stand behandelt oder du kennst von denen nicht die ganze Wahrheit. Spricht jede der hunderten Frauen mit dir über diese Probleme? Kann ich mir kaum vorstellen. Welche Alternative haben sie denn nach deiner Meinung? Saugpads? :ratlos:
Das weiß die Mutter aber vorher und vermeidet Situationen, in denen Kinder auf die Straße laufen könnten, komplett. Außerdem kann man Kinder im Vorfeld entsprechend trainieren, weil ich als Rollstuhlfahrerin vorher weiß, dass der Tag kommt, an dem das Kind plötzlich wegrennt oder zu weit rennt und ich nicht mehr hinterher komme.
Das weiß jede Mutter vorher und jede Mutter hat irgendwann die Situation, dass sie ihrem Kind hinterher laufen muss und es einfangen muss. Warum sollte das bei Rollstuhlfahrer-Müttern anders sein? Und warum sollte ausgerechnet ihr Kind besser gehorchen?
Ich fand das Spiel, das ich neulich im Rollstuhlbasketball gesehen habe, sehr beeindruckend. Schon rein von der sportlichen Leistung her. Die Frau, die neben mir saß, zuckte immer zusammen, wenn zwei Rollstühle zusammenkrachten und ein Spieler dann auf dem Boden damit "kämpfte", sein Sportgerät wieder aufzurichten.
Dann müssen das aber noch ziemliche Anfänger gewesen sein, denn eigentlich ist auch Rollstuhlbasketball ein Spiel ohne jeden Körperkontakt, wie beim richtigen Basketball auch. In den richtigen Spielen gibt es auch extra einen Schiedsrichter. Ich habe meinen Freund zwei Mal zu einem Training hingebracht, wo auch Basketball gespielt wurde und mich da mal ein bißchen informiert.
 

Benutzer6400 

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Vielleicht sind ja auch die Frauen, die du kennst, nicht nach heutigem Stand behandelt oder du kennst von denen nicht die ganze Wahrheit. Spricht jede der hunderten Frauen mit dir über diese Probleme? Kann ich mir kaum vorstellen. Welche Alternative haben sie denn nach deiner Meinung? Saugpads? :ratlos:

Ich antworte dir mal mit einem Zitat von mosquito:
Dunsti ist Ärztin.

Genau, Dunsti wird bestimmt nicht wissen, wovon sie redet. :kopfschue Was soll man dazu noch sagen? :geknickt:

Das weiß jede Mutter vorher und jede Mutter hat irgendwann die Situation, dass sie ihrem Kind hinterher laufen muss und es einfangen muss. Warum sollte das bei Rollstuhlfahrer-Müttern anders sein? Und warum sollte ausgerechnet ihr Kind besser gehorchen?

Vllt, weil Mütter, die im Rollstuhl sitzen von Anfang an anders mit der Erziehung umgehen? Weil sie ja wissen, dass sie nicht hinterherlaufen können? Weil ihre Kinder eine ganz andere Beziehung zu dem Thema Behinderung haben und dadurch Kindern in ihrem Alter weit voraus sind?
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Nicht wirklich!? Ich würde die Beziehung zu dem Mann überdenken, wenn er von einer Rollstuhlfahrerin fordert, ihm einen Kasten Bier nach Hause zu bringen.
Sie hat extra von MACHO gesprochen. Und wenn sie mit einem MACHO eine Beziehung führen wollte, dann würde sie dem eben auch Bier mitbringen und ins Haus tragen. Ich wüsste nicht, warum eine Rollstuhlfahrerin, die mit einem Macho glücklich ist, dass nicht genauso tun "dürfte" wie jede andere Frau, die mit einem Macho glücklich ist.
Rollstuhlfahrer sind keine armen, vor jedem Unbill zu schützenden Menschen, die keinen eigenen Willen haben.

Mein Freund (ja genau der, mit dem Unfall und dem Rollstuhl) trägt ein Kondom mit Schlauch dran und die Soße läuft in einen Beutel, der am Bein mit zwei Klettbändern festgemacht ist. Ich habe jetzt extra nochmal bei Wikipedia nachgelesen, und dort steht bei Querschnittslähmung, dass Frauen sich selbst einen Katheter legen müssen. (Das steht nicht nur bei Wikipedia.) Vielleicht sind ja auch die Frauen, die du kennst, nicht nach heutigem Stand behandelt oder du kennst von denen nicht die ganze Wahrheit. Spricht jede der hunderten Frauen mit dir über diese Probleme? Kann ich mir kaum vorstellen. Welche Alternative haben sie denn nach deiner Meinung? Saugpads? :ratlos:
Dunsti ist Ärztin und selbst querschnittgelähmt. Wenn sie sagt, dass querschnittgelähmte Frauen NICHT dauerkatheterisiert sind, dann glaube ICH das sofort. Weil sie aus Erfahrung spricht - im Gegensatz zu Dir, der nur EINEN querschnittgelähmten Freund hat, der eben immer einen Katheter mit Beinbeutel benutzen muss. Dass sich die Anatomie von Frauen und Männern unterscheidet und auch Katheterlösungen bei Frauen anders aussehen, muss ich Dir nicht erläutern, oder?
Man KANN Katheter benutzen - es gibt aber auch andere Möglichkeiten als Katheter.

Zu Saugpads: Im Übrigen ist mir bekannt, dass es selbstverständlich für Menschen mit Reizblase/fehlender Blasenkontrolle Vorlagen und Windeln gebräuchlich sind.

Ich bin auf Einwürfe von Dir, dass das Wickeln wie bei Babys doch unhygienisch sei und nur zeigt, dass Rollstuhlfahrer unselbstständig seien, schon gespannt. :engel:

Thema Erziehung:
Man kann Kinder auf verschiedene Arten erziehen - und so trotzig Kinder auch sein können, ggf. wissen sie sehr genau, was sie tun dürfen und was sie keinesfalls tun sollten. Erstaunlicherweise halten sich manche Kinder sogar daran und sind einsichtige Wesen.

Dann müssen das aber noch ziemliche Anfänger gewesen sein, denn eigentlich ist auch Rollstuhlbasketball ein Spiel ohne jeden Körperkontakt, wie beim richtigen Basketball auch.
Anfänger...nein, eher nicht. :-D
Das war das Nationalteam in Vorbereitung auf die Paralympics. Sonst noch Fragen?

In den richtigen Spielen gibt es auch extra einen Schiedsrichter.
Hier in DIESEM "richtigen" Spiel gab es sogar zwei, und die hatten ordentlich zu rennen, um bei dem rasanten Spielverlauf mitzukommen.

Ich habe meinen Freund zwei Mal zu einem Training hingebracht, wo auch Basketball gespielt wurde und mich da mal ein bißchen informiert.
Auch bei "körperlosen" Spielen kommen Fouls vor, auch bei körperlosen Spielen kommen im Spielverlauf Körperberührungen bzw. Kontakte der Sportgeräte (= Rollstühle) vor.

Keine Ahnung, auf welchem Niveau Dein Freund Rollstuhlbasketball spielt und wer Dich informiert hat - ich denke, dass Dein Wissen durch Deinen querschnittgelähmten Bekannten recht einseitig ist und Du vielleicht aus Prinzip in Frage stellen willst, was Dunsti hier aus ihrer Erfahrung schreibt.

Dazu, dass das Foto mit dem Mädchen am Beckenrand sehr wohl eine Querschnittgelähmte zeigt, sagst Du jetzt ja auch nichts mehr - nachdem Du vorher großspurig geraten hast, Dunsti solle sich nicht lächerlich machen.

Gleiches gilt für Hinweise darauf, dass Fellatio einer querschnittgelähmten Frau mit ihrem Lover KEINEN Missbrauch darstellt - nun, wenn man Dir mit entsprechenden Argumenten kommt, bleibt Dir auch nichts Vernünftiges mehr zu entgegen, wie mir scheint.

Und ja, ich bin über Deinen Ton und Deine hier zum Teil gezeigte Ignoranz verärgert und reagiere daher etwas bissig.
 

Benutzer67966 

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Ich habe jetzt extra nochmal bei Wikipedia nachgelesen, und dort steht bei Querschnittslähmung, dass Frauen sich selbst einen Katheter legen müssen.

Nein, das steht da nicht. Das hätte mich auch sehr gewundert, denn diese Dauerkatheter-Geschichte ist seit mindestens 10 Jahren (eher 15) obsolet (bis auf sehr wenige Ausnahmen).

Da steht was von intermittierendem Selbstkatheterismus und medikamentöser Behandlung. "Intermittierend" ist genau das Gegenteil von "dauerhaft"; also kurzzeitig, wiederkehrend. Auf Deutsch: Man führt sich einen Einmalkatheter durch die Harnröhre in die Blase, um die Blase zu entleeren und entfernt ihn sofort danach wieder.

Medikamentös gibt es zwei Ansätze, die von der Höhe der Rückenmarksläsion und dem damit verbundenen Befund individuell abhängen. Im wesentlichen wird mit beiden Mitteln die Blase medikamentös gelähmt, so dass sie sich gar nicht mehr selbsttätig (und damit unkontrolliert) entleert. In der Folge muss kathetert werden, aber niemals mit Dauerkatheter. Diese "Therapie" zieht man vor allem dann vor, wenn der Patient sich ohnehin kathetern müsste, da bei der unkontrollierten Entleerung jeweils ein Rest Urin in der Blase zurückbleibt (Restharn), der ein Infektionsrisiko drastisch erhöht.

Kann man auf andere Weise erreichen, dass sich die Blase restharnfrei entleert (beispielsweise durch Reizen der Blasennerven durch Beklopfen der Bauchhaut), kann man sich die Einnahme von Medikamenten, die teilweise unangenehme Nebenwirkungen haben, sparen - und auch das Kathetern. Bei den meisten Leuten, bei denen sich diese Möglichkeit ohne Medikamente und ohne Kathetern anbietet, erreicht man aber keine hundertprozentige Kontinenz, da die Blase nicht nur auf das Triggern der Nerven (durch Beklopfen der Bauchhaut) reagiert, sondern oft auch auf Erschütterung der Blase (Kopfsteinpflaster, Sex, ...), so dass diese Leute unterwegs mit Pampers besser fahren und vor dem Sex lieber nochmal aufs Klo gehen, falls sie gerade kein NS-Spiel einbauen wollen.

Spricht jede der hunderten Frauen mit dir über diese Probleme? Kann ich mir kaum vorstellen.

Die Offenheit unter Betroffenen ist größer als Du Dir vorzustellen vermagst. Aber Du hast Recht: Mit jeder Frau, die ich kenne, spreche ich darüber nicht.

Warum sollte das bei Rollstuhlfahrer-Müttern anders sein? Und warum sollte ausgerechnet ihr Kind besser gehorchen?

Weil es für Kinder von Rollstuhlfahrern eine ganz andere Bedeutung hat als für Kinder von Eltern, die hinterher flitzen können. Im gewissen Rahmen kommt auch ein mobiler Rollstuhlfahrer noch hinterher. Aber eben nicht garantiert überall. Daher werden sich Eltern im Rollstuhl wohl sehr genau und intensiv damit beschäftigen, dass ihr Kind auf sie hört. So etwas kann man spielerisch, aber mit ernstem Hintergrund, trainieren. Auch für einen Notfall.

Ich habe meinen Freund zwei Mal zu einem Training hingebracht, wo auch Basketball gespielt wurde und mich da mal ein bißchen informiert.

Ich bin beeindruckt. :cool1:

Weil sie aus Erfahrung spricht - im Gegensatz zu Dir, der nur EINEN querschnittgelähmten Freund hat, der eben immer einen Katheter mit Beinbeutel benutzen muss.

Bei Männern verwendet man in der Regel ein Kondom, das über den Penis gezogen und an seiner Wurzel verklebt wird. Im Bereich des Reservoirs ist das Kondom offen und fest mit einem Schlauch verbunden. Dieses System nennt sich Urinal, im Gegensatz zum Katheter, der mit Gleitmittel beschichtet ist und durch die Harnröhre in die Harnblase eingeführt wird.
 

Benutzer35070 

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Nur was zur intgration- an unserem gymnasium war es zum glück, so, dass für den Rollstuhlfahrer der Klassenraum nach unten verlegt wurde und dass es dann einen Aufzug gab, als er in die Oberstufe kam!
Arbeite ja im integrativen kindergarten, wobei ich da noch einiges am konzept bezweifle, da ich in der anderen " normalen" Gruppe schon so viele kinder gesehen habe, die um einiges förderbedürftiger sind als unsere i-Kinder! Außerdem erlebe ich immer wieder Eltern, die angst haben, dass sie wenn sie ihre Kinder in eine Fördergruppe stecken das Kind mit förderbedarf stigmatisieren. So geschehen damals in einem KIGA den ich von meiner ehemaligen PraxIs her betreut habe und der eine Sprachheilgruppe eingerichtet hat! DAs Kind mit sehr hihem Bedarf kam da nichtherein , Wortlaut des vaters: " ne ich will doch meine Tochter da nicht bei den behinderten habne!"( ne lieber lassen wir sie mit 4 Jahren nur 10 Wörter deutsch können :kopfschue ).
Nun ja von der Wissenschaftlichen Diskussion ob man überhaupt noch von Integration sprechen darf oder nicht nur noch Inklusion sagen darf( da die behinderten Menschen ja ganz normal in der Gesellschaft sind) ist die Realität noch Lichtjahre entfernt!
 

Benutzer84946 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin auf Einwürfe von Dir, dass das Wickeln wie bei Babys doch unhygienisch sei und nur zeigt, dass Rollstuhlfahrer unselbstständig seien, schon gespannt. :engel:
Was denkst du von mir? Die können doch nichts dafür und es ist doch gut, dass es solche Saugpads gibt. Auch wenn ich auf Pinkelspiele stehe, etwas eklig finde ich solche Saugpads allerdings schon, da man ja eine gewisse Zeit in seiner eigenen Soße sitzt, bis man das wechseln kann. Könnte man das binnen Minuten wechseln, bräuchte man die ja gar nicht erst (weil man stattdessen auf Toilette geht).

Was ich nochmal interessant fände, ob es unter Rollstuhlfahrern auch NS-Fans gibt, die ihre Einschränkung gleich mit etwas angenehmen verbinden.
Dazu, dass das Foto mit dem Mädchen am Beckenrand sehr wohl eine Querschnittgelähmte zeigt, sagst Du jetzt ja auch nichts mehr - nachdem Du vorher großspurig geraten hast, Dunsti solle sich nicht lächerlich machen.
Dunsti hat ihre Stellungnahme dazu abgegeben und damit hat jeder seine Ansicht dargestellt. Für mich bleibt ein Querschnittsgelähmter gelähmt, und gelähmt heißt bei mir, dass derjenige nicht herumläuft. Es gibt immer irgendwelche Spitzfindigkeiten und die lasse ich dann auch gerne so stehen.
Gleiches gilt für Hinweise darauf, dass Fellatio einer querschnittgelähmten Frau mit ihrem Lover KEINEN Missbrauch darstellt
Nicht automatisch, wenn sie damit einverstanden ist. Das habe ich auch nicht gesagt. Sondern dass man sich in Gefahr begibt.
Medikamentös gibt es zwei Ansätze, die von der Höhe der Rückenmarksläsion und dem damit verbundenen Befund individuell abhängen. Im wesentlichen wird mit beiden Mitteln die Blase medikamentös gelähmt, so dass sie sich gar nicht mehr selbsttätig (und damit unkontrolliert) entleert.
Erst sagst du, die Blase ist immer gelähmt, dann willst du sie medikamentös nochmal lähmen? Und dann gibt es Medikamente, die nur die Blase lähmen? Werden die direkt in die Blase gegeben, oder wie erreicht man, dass sie nicht auch andere Organe lähmen? Oder wie weiß die Tablette, dass sie die Blase lähmen soll, den Arm aber nicht?!
vor dem Sex lieber nochmal aufs Klo gehen, falls sie gerade kein NS-Spiel einbauen wollen.
Wie schon gesagt, das wäre doch spannend für NS-Fetischisten. Aber spontaner Sex ist dann ja, wie ich schon ausführte, nicht möglich. Ob die ihren Katheter ziehen muss oder erstmal umständlich pinkeln geht, ist doch das gleiche. Und wie lange ist die Blase leer? Wenn ich zwei Stunden poppen will, müssen wir 8 Klogänge einbauen? Denn eigentlich läuft ja ständig was nach, auch wenn die Blase das erst später anzeigt, dass was drin ist.
 

Benutzer20277 

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Dunsti hat ihre Stellungnahme dazu abgegeben und damit hat jeder seine Ansicht dargestellt. Für mich bleibt ein Querschnittsgelähmter gelähmt, und gelähmt heißt bei mir, dass derjenige nicht herumläuft. Es gibt immer irgendwelche Spitzfindigkeiten und die lasse ich dann auch gerne so stehen.
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Nein, es geht hier nicht um Stellungsnahmen oder Spitzfindigkeiten, sonder um Definitionen. Du hast (mal vorsichtig ausgedrückt) keine Ahnung davon, und Dunsti hat Dir gesagt, wie es ist. Statt dass Du das mal dankbar annimmst, dass Dir jemand etwas richtiges erklärt, führst Du hier falschlicherweise ins Felde, dass das lediglich Meinungen und Spitzfindigkeiten seien.
Der Begriff "Querschnittslähmung" ist scharf umrissen und definiert. Wenn Du ihn falsch benutzt, mußt Du damit rechnen, dass Dich jemand korrigiert.


Erst sagst du, die Blase ist immer gelähmt, dann willst du sie medikamentös nochmal lähmen? Und dann gibt es Medikamente, die nur die Blase lähmen? Werden die direkt in die Blase gegeben, oder wie erreicht man, dass sie nicht auch andere Organe lähmen? Oder wie weiß die Tablette, dass sie die Blase lähmen soll, den Arm aber nicht?!

Es gibt schlaffe Lähmungen und es gibt spastische Lähmungen. Aber das sind für Dich wahrscheinlich nur Spitzfindigkeiten.

Und woher die Tablette das weiß... Sag mal, kannst Du eigentlich erklären, woher die Aspirin die Du einwirfst, weiß dass Deine Schmerzen im Kopf sind? Übrigens, ich weiß das. Und zwar weil ich mich ein paar Jahre Medizin studiert hab. (Wär dafür allerdings nicht nötig.) So wie Dunsti auch. Aber vielleicht hast Du Verständnis, dafür, dass es keinen Spaß macht, jemandem Fakten zu erklären versuchen, der zwar keine Ahnung hat, hinterher aber meint, dass er das anders sieht und das ja Ansichtssache sei oder wie ein kleines Kind einfach die nächste Frage stellt, um zu nerven, nicht, weil es ihn wirklich interessiert. Dem Kind kann ich das zubilligen. Dir nicht.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was denkst du von mir? Die können doch nichts dafür und es ist doch gut, dass es solche Saugpads gibt. Auch wenn ich auf Pinkelspiele stehe, etwas eklig finde ich solche Saugpads allerdings schon, da man ja eine gewisse Zeit in seiner eigenen Soße sitzt, bis man das wechseln kann. Könnte man das binnen Minuten wechseln, bräuchte man die ja gar nicht erst (weil man stattdessen auf Toilette geht).
Warum heißen diese Saugpads wohl Saugpads?!?
Offensichtlich, weil sie den Urin aufsaugen, so dass man eben nicht in seiner eigenen Soße sitzt.

Oder hast du deine eigene Definition des Begriffes Saugpad? :tongue:

Dunsti hat ihre Stellungnahme dazu abgegeben und damit hat jeder seine Ansicht dargestellt. Für mich bleibt ein Querschnittsgelähmter gelähmt, und gelähmt heißt bei mir, dass derjenige nicht herumläuft. Es gibt immer irgendwelche Spitzfindigkeiten und die lasse ich dann auch gerne so stehen.

Vielleicht wäre es angebracht, Begriffe definitionsgemäß zu verwenden, um nicht aneinander vorbei zu reden :zwinker:

Der Begriff "Querschnittslähmung" ist nun mal medizinisch eindeutig definiert und nicht abhängig vom persönlichen Geschmack.

Deine Aussage passt zu "weichen" Begriffen, wie "Schönheit", etc., aber sicherlich nicht zu einem so eindeutig definierten Begriff, wie "Querschnittslähmung".
Hier solltest du Dunsti wirklich dankbar sein, dass sie dich aufgeklärt hat und nicht weiter auf deinem falschen Verständnis beharren.
Nicht automatisch, wenn sie damit einverstanden ist. Das habe ich auch nicht gesagt. Sondern dass man sich in Gefahr begibt.
Warum sollte man sich dabei denn überhaupt in Gefahr begeben?!?
Wenn sie damit einverstanden ist, ist sie damit einverstanden. Behinderung hin oder her!
Erst sagst du, die Blase ist immer gelähmt, dann willst du sie medikamentös nochmal lähmen? Und dann gibt es Medikamente, die nur die Blase lähmen? Werden die direkt in die Blase gegeben, oder wie erreicht man, dass sie nicht auch andere Organe lähmen? Oder wie weiß die Tablette, dass sie die Blase lähmen soll, den Arm aber nicht?!
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In einer anderen Reihenfolge funktioniert das leider nicht...
Einfache, für Jedermann verständliche Formulierung:
Ursprünglich ist die Blase so, dass sie nicht richtig schließt und immer etwas raus kommt. Dann wird ein Medikament verabreicht, das die Blase verschließt und man kann sie nur mit dem Katheter entleeren.

Zur Wirkungsweise von Tabletten kann ich hier nichts sagen, weil ich - genau wie du - kaum Ahnung davon habe. In einem solchen Fall wäre es aber wohl durchaus angebracht, den Aussagen einer Ärztin zu glauben, die mit der ganzen Thematik nicht nur berufliche Erfahrungen hat...
Wie schon gesagt, das wäre doch spannend für NS-Fetischisten. Aber spontaner Sex ist dann ja, wie ich schon ausführte, nicht möglich. Ob die ihren Katheter ziehen muss oder erstmal umständlich pinkeln geht, ist doch das gleiche. Und wie lange ist die Blase leer? Wenn ich zwei Stunden poppen will, müssen wir 8 Klogänge einbauen? Denn eigentlich läuft ja ständig was nach, auch wenn die Blase das erst später anzeigt, dass was drin ist.
Oh Gott! - Wie schlimm!
Sie muss vor dem Sex noch kurz aufs Klo :eek:

Natürlich wird es bei einer solchen körperlichen Behinderung auch gewisse Einschränkungen beim Sex geben...
Aber eine kurze Pinkelpause vor dem Sex ist doch nun wirklich nicht so schlimm, als dass man deshalb keinen Sex haben könnte.
Auch für einen nicht behinderten Mann wird es doch wohl kein Problem sein, für seine geliebte Partnerin ein paar kleine Einschränkungen beim Sex in Kauf zu nehmen... - Zumindest ich würde das gerne machen, wenn meine große Liebe unglücklicherweise eine körperliche Behinderung hätte.
 

Benutzer67966 

Verbringt hier viel Zeit
Auch wenn ich auf Pinkelspiele stehe, etwas eklig finde ich solche Saugpads allerdings schon, da man ja eine gewisse Zeit in seiner eigenen Soße sitzt, bis man das wechseln kann.

Du nennst sie "Saugpads" und nicht "Soßenpads", und damit hast Du eigentlich schon zum Ausdruck gebracht, dass man eben nicht in der Soße sitzt, sondern diese sofort aufgesaugt, im Saugkern verteilt und dort eingeschlossen wird.

Was ich nochmal interessant fände, ob es unter Rollstuhlfahrern auch NS-Fans gibt, die ihre Einschränkung gleich mit etwas angenehmen verbinden.

NS-Fans gibt es sicher dazwischen, auch wenn ich persönlich keinen kenne. Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass jemand seine Behinderung mit etwas Sexuellem verbindet. Wenn jemand NS-Fan ist und dazu behindert, wird er sicherlich seinen Weg finden, um auf seine Kosten zu kommen; ich glaube aber nicht, dass jemand durch seine Behinderung, die mit einer Inkontinenz einhergeht, zum NS-Fan wird.

Dunsti hat ihre Stellungnahme dazu abgegeben und damit hat jeder seine Ansicht dargestellt. Für mich bleibt ein Querschnittsgelähmter gelähmt, und gelähmt heißt bei mir, dass derjenige nicht herumläuft. Es gibt immer irgendwelche Spitzfindigkeiten und die lasse ich dann auch gerne so stehen.

Wenn Du schon die medizinischen Fachbegriffe benutzt, musst Du damit rechnen, dass andere sie in der allgemein gültigen Definition verstehen und verwenden - und nicht auf Dupdiduisch. Was Du meinst, ist ein Paraplegiker. Ein Paraplegiker ist jemand mit komplett gelähmten Beinen. Häufig ist die Ursache einer Paraplegie eine Querschnittlähmung - aber nicht jede Querschnittlähmung verursacht zwangsläufig eine Paraplegie.

Erst sagst du, die Blase ist immer gelähmt, dann willst du sie medikamentös nochmal lähmen? Und dann gibt es Medikamente, die nur die Blase lähmen? Werden die direkt in die Blase gegeben, oder wie erreicht man, dass sie nicht auch andere Organe lähmen? Oder wie weiß die Tablette, dass sie die Blase lähmen soll, den Arm aber nicht?!

Es gibt Medikamente, die über den Katheter, mit dem ich gerade den Urin aus der Blase abgelassen habe, in die Blase gespritzt und sofort wieder entfernt werden - und es gibt welche, die ich schlucke. Welche das sind, richtet sich im wesentlichen nach der Höhe der Rückenmarkschädigung und den damit verbundenen Symptomen. Um ihre Wirkungsweise zu verstehen, müsstest Du Dich umfangreich belesen, das kann ich Dir in wenigen Absätzen nicht erklären.

Aber spontaner Sex ist dann ja, wie ich schon ausführte, nicht möglich. Ob die ihren Katheter ziehen muss oder erstmal umständlich pinkeln geht, ist doch das gleiche. Und wie lange ist die Blase leer? Wenn ich zwei Stunden poppen will, müssen wir 8 Klogänge einbauen? Denn eigentlich läuft ja ständig was nach, auch wenn die Blase das erst später anzeigt, dass was drin ist.

Wenn Deine Freundin nicht mit voller Blase Sex haben will, geht sie auch auf die Toilette. Was anderes mache ich auch nicht. Und danach geht es los. Wie lange es dann geht und wie oft das unterbrochen wird, entscheidet wohl jedes Paar für sich alleine. Es führt auch zu weit, Dir hier zu erklären, warum sich eine Reflexblase beispielsweise nicht entleert, wenn eine bestimmte Füllmenge unterschritten bleibt.

Wenn ich zwei Stunden poppen will, müssen wir 8 Klogänge einbauen?

Wenn Du zwei Stunden poppen willst, kannst Du Dich bei Deiner Vorliebe doch freuen, wenn Du alle Viertelstunde mal ein bißchen angepinkelt wirst. Davon abgesehen, dass Du eigentlich gar nicht poppen willst, weil Du doch Angst vor Strafanzeigen hast.
 

Benutzer84946 

Verbringt hier viel Zeit
banane0815;4539837 schrieb:
Warum sollte man sich dabei denn überhaupt in Gefahr begeben?!?
Wenn sie damit einverstanden ist, ist sie damit einverstanden. Behinderung hin oder her!
Ganz so einfach ist das leider nicht. Wenn ich im Schwimmbad durch die Frauendusche laufe, ist die Gefahr groß, dass ich nicht nur ein Hausverbot bekomme, sondern dass eine der duschenden Frauen sich eine Räuberpistole ausdenkt (der hat mir in den Schritt gefasst!), um ihrer hysterischen Forderung nach einer Anzeige mehr Gewicht zu verleihen. Auch wenn ich niemals durch eine Frauendusche laufe und das auch nicht ok ist, so etwas zu tun, ist das eigentlich eine Bagatelle. Und dann wird nachgelegt. Werde ich später befragt, geht die Argumentation so: Sie haben die Frau nicht angefasst? Nein? Sie waren wohl auch nicht in der Dusche...

Sie haben die Hilflosigkeit der Behinderten nicht ausgenutzt? Nein? Sie haben ihr wohl auch nicht ihren Schwanz in den Mund gesteckt...

Ich würde mich auch nie mit einer Auszubildenen einlassen. Auch wenn man das dürfte, wenn man keine Abhängigkeiten ausnutzt, ist mir viel zu gefährlich, dass sie das irgendwann mal behaupten könnte, auch wenn es eigentlich alles einvernehmlich war.
banane0815;4539837 schrieb:
In einem solchen Fall wäre es aber wohl durchaus angebracht, den Aussagen einer Ärztin zu glauben, die mit der ganzen Thematik nicht nur berufliche Erfahrungen hat
Ich bin noch nie von einer Ärztin im Rollstuhl behandelt worden. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist. Muss sich die klapprige Oma dann hinhocken, wenn der Arzt ihr in den Rachen schauen will? Und wie zieht man eigentlich im Sitzen einen Kittel an? Und wenn der bis zu den Knien geht, kann man ja von vorne druntergucken. Im Schneidersitz sitzen wie die Promis kann man dann ja irgendwie auch nicht - wie läuft sowas eigentlich?
Dunsti;4539866 schrieb:
Wenn jemand NS-Fan ist und dazu behindert, wird er sicherlich seinen Weg finden, um auf seine Kosten zu kommen
NS-Fans unter den Behinderten haben es in einer Sache ja besser, wenn ich das so überlege. Ich muss mir die wasserdichten Bettlaken und was man sonst noch so braucht, teuer einkaufen und derjenige kann sich auf Kosten der Krankenkasse eindecken. Tauschen möchte ich aber trotzdem nicht.
Dunsti;4539866 schrieb:
Häufig ist die Ursache einer Paraplegie eine Querschnittlähmung - aber nicht jede Querschnittlähmung verursacht zwangsläufig eine Paraplegie.
Querschnittlähmung (syn.: Paraplegie) - siehe Wikipedia, erste Zeile zu "Querschnittslähmung". Na, Frau Doktor, willst du jetzt Wikipedia in Frage stellen?
Dunsti;4539866 schrieb:
das kann ich Dir in wenigen Absätzen nicht erklären.
Schade. Sagst du das auch den Patienten, die so ein Medikament bekommen?
Dunsti;4539866 schrieb:
Wenn Du zwei Stunden poppen willst, kannst Du Dich bei Deiner Vorliebe doch freuen, wenn Du alle Viertelstunde mal ein bißchen angepinkelt wirst.
Oh ja, da würde ich mich freuen. Pinkelst du deinen Partner denn alle Viertelstunde ein bißchen an, und was sagt er dazu?
Dunsti;4539866 schrieb:
Davon abgesehen, dass Du eigentlich gar nicht poppen willst, weil Du doch Angst vor Strafanzeigen hast.
Genau! Du hast es erfasst. Ich bin schon einmal verarscht worden. Gebranntes Kind scheut das Feuer, schonmal gehört?
 
S

Benutzer

Gast
Ich bin noch nie von einer Ärztin im Rollstuhl behandelt worden. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist. Muss sich die klapprige Oma dann hinhocken, wenn der Arzt ihr in den Rachen schauen will?

Hinhocken?? Wenn beide sitzen, klappt das doch optimal, verstehe gar nicht, was daran schwer sein soll :ratlos:

Und wie zieht man eigentlich im Sitzen einen Kittel an? Und wenn der bis zu den Knien geht, kann man ja von vorne druntergucken. Im Schneidersitz sitzen wie die Promis kann man dann ja irgendwie auch nicht - wie läuft sowas eigentlich?

Ähm also Ärzte haben unter ihrem Kittel doch noch Kleidung an... Sorry, aber wie weltfremd bist Du eigentlich? :ratlos:
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
du bist echt der letzte paradiesvogel. "na frau ärztin, wikipedia in frage stellen?" . . . und dann noch diese fessel-polizeiverarsch-geschichte hiermit vergleichen wollen.. garniert mit dem ganzen restlichen blah.. manche leute sind echt zu blöd.
 

Benutzer81892 

Verbringt hier viel Zeit
Tue ich das? Ich lasse mich nicht mit Dunsti ein, damit sie froh sein kann, sondern weil ich sie ernst nehme und deswegen einige Dinge, die ich völlig anders erlebt habe und völlig anders sehe, so nicht unkommentiert stehen lassen kann.

Dein vorhergehender Post zeigt sehr schön, wie sehr Du dieses Thema ernst nimmst. Ich glaube nicht, dass man Deine absolut arroganten Aussagen zu kommentieren braucht. Denn das willst Du auch nicht wirklich, oder? Jeder mit Verstand wird sich seins dazu denken.

Du willst gar keine fundierten Antworten, ziehst Dein Wissen lieber aus Wiki, die Quelle aller wissenschaftlichen Weisheiten.
Noch dazu wirst Du beleidigend und herablassend. Diskussionen auf diesem Level sind überflüssig.
 
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