Ab wann beginnt der Alkoholismus?

Benutzer98402 

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Hallo liebe Leute,
ich möchte euch eine Frage stellen, die mich selbst interessiert, da ich mit dem Thema sehr oft, auch wenn nur indirekt, konfrontiert werde.

Es geht um's Trinken von Alkohol.
Ich selbst hab jetzt schon 6 Monate nichts mehr getrunken, hab keine Lust darauf, also worauf ich hinaus möchte ist was anderes. Wenn ich z.B. am Wochenende unterwegs bin seh ich öfters Personen die komplett angetrunken sind, und es sind auch oft die gleichen Leute. Das Schlimme daran ist, dass mittlerweile schon so viele sind, dass ich mich selbst Frage "Ist das jugendliches Saufen, oder ist das schon was Ernstes?". Und es sind auch oft nicht nur die jungen Jugendlichen mit 16-17, sondern auch vergleichsweise ältere Semester mit 20 aufwärts.
Kann das noch so verharmlost werden?

Und noch etwas, was mir überhaupt jetzt enorm auffällt. Mein Vater trinkt Bier, zwar nicht so, dass er immer komplett betrunken wäre, aber, es mache ja die Regelmäßigkeit, hat er jeden Tag "sein Bier". Damit sind 1-2 Flaschen gemeint. Das geht schon über Jahre so, und ich denk mir jetzt mittlerweile schon mein Teil.
Wenn man ihn dann z.B. fragt wie viel er heute schon getrunken hätte, und ich bewusst weiß, dass es z.B. mal drei Flaschen sind, er aber nur zwei beziffert, ihn dann korrigiert, dass er dann wirklich aggressiv und laut wird..."Die dritte hab ich gerade jetzt getrunken, das zählt nicht dazu!!!!!". Also für mich eindeutig-> Alkoholismus!

Ebenso bei einem guten Freund. Er ist jetzt zwanzig Jahre jung, trinkt unter der Woche eigentlich nicht (wobei er diese Woche auch schon jeden Tag ein Bier getrunken hat, was mich sehr gewundert hat). Wenn es dann Wochenende heißt schießt er sich wirklich total weg, gestern hat er sogar fast die drei Promille geknackt, da hats so einen Test gegeben...
Ja gut, was sagt IHR dazu? Für mich ist das Alkoholmissbrauch..
 

Benutzer42876 

Meistens hier zu finden
Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen meint:
Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über einen langen Zeitraum und tritt im Allgemeinen dann auf, wenn ein langzeitig erhöhter Alkoholkonsum und die individuelle genetische Disposition zusammenwirken.
Sie wird in der Regel dann diagnostiziert, wenn während des letzten Jahres mindestens drei der nachfolgend aufgeführten sechs Kriterien der "Diagnostischen Leitlinien für das Abhängigkeitssyndrom" erfüllt sind:

Es besteht ein starker Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren.
Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.
Das Auftreten eines körperlichen Entzugssyndroms.
Es kann eine Toleranz nachgewiesen werden, d.h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen.
Andere Vergnügungen oder Interessen werden zugunsten des Substanzkonsums zunehmend vernachlässigt.
Der Alkoholkonsum wird trotz nachweisbarer eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, sozialer oder psychischer Art fortgesetzt.

Ich kenne natürlich die von dir beschriebenen Menschen nicht genauer, aber es könnte schon sein, dass bei ihnen drei der Kriterien zutreffen.
 

Benutzer105680 

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Na toll dank Punkt 2 sind, 99%, aller die Alkohol trinken, Alkoholiker
 

Benutzer15352 

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Ich denke, dass die Regelmäßigkeit und das "Pegel halten" wichtige Indizien für Alkoholismus sind. Dazu muss man nicht mal täglich sturzbetrunken sein.

Off-Topic:
Nach dieser Definition müsste die Hälfte meiner Familie Alkohliker sein :confused:. Mein Stiefvater trinkt/trank z.B. jeden Tag seine 2-6 (?) Flaschen Bier :ratlos: - wobei man davon eher selten was gemerkt hat. Ich habe auch als Kind immer geglaubt, dass es normal ist, dass Erwachsene immer Alkohol trinken und man ab 18 im Restaurant immer etwas Alkoholisches bestellen muss :confused:. Eigentlich trauig :hmm:. Zum Glück hat das aber kaum auf mich abgefärbt: ich trinke eigentlich so gut wie nie Alkohol :zwinker:.
 

Benutzer105121 

Benutzer gesperrt
Das Problem: Alkohol ist eine absolut tolerierte Droge in der Gesellschaft. Keiner sagt was gegen ein Bier oder mal ein Glas Wein, aber wie "cool" es doch heutzutage ist, sich jedes Wochenende bis zur Bewusstlosigkeit wegzuschießen ist schon sehr alarmierend.

Noch schlimmer finde ich, dass die weiblichen Teenager die letzten Jahre extrem zugelegt haben beim Alkoholkonsum. Und was gibt es schlimmeres als eine betrunkene Frau? richtig zwei betrunkene Frauen :grin:...das ist nicht Lady Like...
 

Benutzer98402 

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Ich denke, dass die Regelmäßigkeit und das "Pegel halten" wichtige Indizien für Alkoholismus sind. Dazu muss man nicht mal täglich sturzbetrunken sein.

Denke ich auch, deshalb wird es auch so oft "untern Tisch gekehrt". Man trinke ja nicht "viel".


Off-Topic:
Nach dieser Definition müsste die Hälfte meiner Familie Alkohliker sein :confused:. Mein Stiefvater trinkt/trank z.B. jeden Tag seine 2-6 (?) Flaschen Bier :ratlos: - wobei man davon eher selten was gemerkt hat. Ich habe auch als Kind immer geglaubt, dass es normal ist, dass Erwachsene immer Alkohol trinken und man ab 18 im Restaurant immer etwas Alkoholisches bestellen muss :confused:. Eigentlich trauig :hmm:. Zum Glück hat das aber kaum auf mich abgefärbt: ich trinke eigentlich so gut wie nie Alkohol :zwinker:.
Hab ich am Anfangs auch geglaubt, oder was heißt geglaubt, mir ist es als "Normalfall" vorgekommen, da ich, außer den zwei beschriebenen Szenarien, noch mehrere Leute kenne, die Regelmäßig Alkohol konsumieren. Diese Leute stehen auch mit beiden Beinen im Leben, sodass es eigentlich gar nicht auffällt, dass sie Alkoholkrank sind, aber ich weiß, dass sie es sind.
Wirklich schlimm, es ist wie so oft im Leben, die Gesellschaft bestimmt das Bild was man sich im Kopf macht wenn man nicht genau darüber nachdenkt.
 
R

Benutzer

Gast
"Pegel halten" muss nicht unbedingt dazugehören, viele Alkoholiker sind wochenlang trocken. Meiner Meinung nach ist wirklich vor allem die Regelmäßigkeit ausschlaggebend.
Allerdings sehe ich das aufgrund meiner Erfahrungen auch sehr kritisch und hätte schon ein Problem damit, wenn jemand zB regelmäßig jedes Wochenende Alkohol trinken würde, obwohl das ja bei vielen Leuten der Normalfall ist.
 

Benutzer98402 

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Das Problem: Alkohol ist eine absolut tolerierte Droge in der Gesellschaft. Keiner sagt was gegen ein Bier oder mal ein Glas Wein, aber wie "cool" es doch heutzutage ist, sich jedes Wochenende bis zur Bewusstlosigkeit wegzuschießen ist schon sehr alarmierend.

Damit hast du absolut recht...
- bei jeder Feier: Alkohol
- Silvester: Alkohol
- zum Essen: Alkohol
- im Fernsehen, in der Werbung, .. : Alkohol

Es ist ja ganz normal zu trinken, gehört ja zum Leben wie die Socke zum Fuß.

Noch schlimmer finde ich, dass die weiblichen Teenager die letzten Jahre extrem zugelegt haben beim Alkoholkonsum. Und was gibt es schlimmeres als eine betrunkene Frau? richtig zwei betrunkene Frauen :grin:...das ist nicht Lady Like...
Aber auch betrunkene Männer sind schlimm, wobei dies in der Gesellschaft auch wiederum mehr akzeptiert wird als eine betrunkene Frau.
Doch, abgesehen von Medien und Werbung, warum neigen die Leute immer so sehr zum Trinken?
Ist es das Schaffen der Illusion einer perfekten Welt?

---------- Beitrag hinzugefügt um 13:04 -----------

"Pegel halten" muss nicht unbedingt dazugehören, viele Alkoholiker sind wochenlang trocken. Meiner Meinung nach ist wirklich vor allem die Regelmäßigkeit ausschlaggebend.
Allerdings sehe ich das aufgrund meiner Erfahrungen auch sehr kritisch und hätte schon ein Problem damit, wenn jemand zB regelmäßig jedes Wochenende Alkohol trinken würde, obwohl das ja bei vielen Leuten der Normalfall ist.

Erschreckend es sich anhört, aber ich glaube ich kenne keinen mehr bei dem das nicht so ist, außer meiner Mutter und einem guten Kumpel (wow...).
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Mich wundert es immer wieder, warum gerade bei den Theman Tabak und Alkohol gleich so stark verbal aufgerüstet werden muss. Es geht mir dabei nicht unbedingt nur um diesen Thread, sondern um viele zu den Themen. Trinkt jemand gelegentlich Alkohol, dauert es nicht lang, bis jemand hier "hoho, sowas ist regelmäßig...du bist bestimmt süchtig" ruft, und ein anderer fügt hinzu "jaja, bestimmt schon Alkoholiker". Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, dass bei manchen Leuten sämtliche Sicherungen durchbrennen, wenn es um Tabak oder Alkohol geht. In manchen Threads wird dann natürlich gleich der schlimmstmögliche Untergang heraufbeschworen, da ja Leute, die regelmäßig etwas trinken "ganz bestimmt" sozial abstürzen usw.
Vermischt ist dies dann immer mit persönlichen Angriffen gegen die Betreffenden Leute ("schwach", "erbärmlich"). Ich frage mich echt, was sowas soll. Fühlt man sich besser, wenn man wieder mal runterschreiben kann, dass man die betreffenden Leute so erbärmlich findet?

Der Witz an der Sachei st natürlich, dass auch gejammert wird, wenn jüngere Altersgruppen konservativer werden, was man am Thema FKK hier in vielen Threads sehen kann ("Irgendwas stimmt mit denen heutzutage nicht...die sich viel verklempter in der Öffentlichkeit...früher war Nacktbaden ja nix schlimmes...").
 
3 Monat(e) später

Benutzer110322 

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Alkoholismus - mit Spaß oder Ekel ?

Hallo!
Trinke fast jeden tag mal (am Abend) ne Flasche Bier oder ein paar Gläschen Wein. Kann aber auch tagelang darauf verzichten!
Mit meiner Freundin hatten wir bei Gelegenheit uns gerne mal die 'Kante gegeben'.
Und wir hatten Spaß am Sex unter Alkoholeinfluß!!
(Was nicht heißt, daß es ohne keinen Sex gab. Aber GERNE MIT!!)
Leider sind wir beide für alles mittlerweile zu alt!

Wen einer gerne Blaukreuzler ist oder sonstwie Ekel vor Alkoholl hat, sei's drum. Dass man darüber nicht alles verteufelt, sollte auch klar sein. Dass man seinen Freunden, die gerne und evtl. zu oft volltrunken sind, dieses mal nüchtern vorhält, versteht sich aber auch von selbst!
:cool:
 

Benutzer102949 

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Aus meiner Familie gibt es leider 1, 2 Personen, die mit Alkohol schon seit Jahre arge Probleme haben. Mein Vater hat seit ich denken kann jeden Abend zum Essen sein Fläschchen Bier getrunken. Und weil die Problemfälle aus seiner Verwandtschaft sind, macht er sich schon seit Jahren Sorgen, dass ihn das ebenso treffen könnte und trinkt nur noch sehr selten Bier und meistens nur alkoholfreies.

Ich habe mir damals zu Schulzeiten wegen meinen Mitschülern auch schon meine Gedanken gemacht. Die haben 3, 4x die Woche Party gemacht und sich jeden Abend bis zum gehtnichtmehr versoffen. Das war mMn schon weit übers Ziel hinausgeschossen und mich hat es gewundert, dass niemand von ihren Eltern eingreift. Heute ist mir klar, warum ich maximal 1,2 x die Woche weggehen durfte und bin auch echt froh drum. Aber wenn überall nur Schnapsleichen rumliegen, was soll denn daran toll sein?
 
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