6 Jahre Beziehung, jetzt "Sinnkrise"

Benutzer81102  (31)

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Hallo liebe Community,

ich befinde mich momentan im reinsten Gefühlschaos, mir geht es sehr schlecht.
Ich versuche, meine Situation mal so knapp es geht zusammenzufassen und erhoffe
mir hilfreichen Input, Gedankenanstöße und Meinungen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Situation der Beziehung
Ich bin mit meinem Freund seit 6 Jahren zusammen, davon wohnen wir bereits 4 Jahre
zusammen und sind seit Frühling diesen Jahres auch verlobt (allerdings ohne Hochzeitsplanung, das würde eh noch etwas dauern, ich bin auch erst 24 Jahre alt). Wir haben schon schwere Zeiten hinter uns gebracht am Anfang unserer Beziehung, über dieich auch hier im Forum berichtet hatte. Er ist mir fremdgegangen und hat mich belogen im ersten Jahr unserer Beziehung. Das haben wir heute aufgearbeitet, das Vertrauen ist zu 10000% da und es hängt mir nicht mehr nach. Man kann aber sagen, dass uns diese Krise in unserer Beziehungszeit trotzdem immer begleitet hat. Die ersten 2 Jahre ging es konkret um diese Sachen, danach ging es um Vertrauensaufbau, danach ging es dann um die "Neufindung" meines Freundes, weil er durch
die ganze Sache sehr an Selbstwert und "Selbstliebe" verloren hat, damals seinen Freundeskreis aufgegeben
hat usw. Es hing also eine ganze Menge mit dran. Bis heute haben wir das Problem, dass mich mein
Freund sehr idealisiert und alles für mich tut. Das hat sich schon gebessert, er setzt mittlerweile
schon auch mal seine Meinung durch, aber auch das ist halt wieder etwas, was er noch am "lernen" ist bzw.
was er vielleicht eigentlich könnte, nur ist unser Verhältnis halt durch die ganze Vergangenheit geprägt und
ich war immer die Starke/Entwickelnde/usw.
Zusammengefasst habe ich schon immer das Problem gehabt, mich mehr wie seine Therapeutin zu fühlen
und ihn weiterzubringen. Oft habe ich das Gefühl, ich komme "zu kurz", weil er mir wenig entgegensetzt
und mich nicht weiterentwickelt sozusagen. Der Punkt ist aber, dass ich seit einigen Monaten das Gefühl habe, dass er so langsam der ist, der er sein soll und sein will. Er fühlt sich seit etwa einem Jahr wieder wohl in seiner Haut, macht wieder wie früher viel Sport, hat sich wieder einen Freundeskreis aufgebaut, ist mit sich im Reinen. Und nun könnte ich eigentlich zufrieden sein oder? Ich liebe ihn sehr (wirklich!), wir harmonieren toll, haben die gleichen Zukunftsvorstellungen, ich finde ihn nach wie vor attraktiv usw. Es ist im Grunde alles in bester Ordnung, auch wenn der Wunsch nach einem "gestandeneren" Partner, den ich nicht "geformt" habe, der dominanter und aktiver ist, immer da war. Im Alltag stört mich das allerdings meist nicht, da es ja gut läuft in der Beziehung.

1. Krise
Vor genau einem Jahr hatte ich dann das Gefühl, dass bald ein Antrag bevorsteht. Ich bin in eine ziemliche Krise reingerutscht, habe kalte Füße gehabt und es wurde mir alles zu viel. Zu der Zeit bin ich auch recht viel feiern gegangen und habe meine "Jugend" genossen (was ich auch heute noch tue). Ich bin ein sehr treuer und ehrlicher Mensch, aber damals habe ich dann gemerkt, wie ich immer mehr meine "Treuegrenze" ausgedehnt habe. Es ist NIE was gelaufen, aber ich habe massiver geflirtet und es kam schon auch mal vor, dass nicht mehr viel gefehlt hat. Es war für mich eine schwere Zeit, weil ich auch damals dann Zweifel an der Beziehung entwickelt habe und ich nicht wusste, ob ich einfach "zu jung" bin für den nächsten Schritt oder ob an der Beziehung was nicht stimmt. Damals ging es um die gleichen Themen, dass mir mein Partner manchmal zu "weich" ist, zu "lieb", zu beeinflussbar. Ich hätte mir aber niemals vorstellen können, mich zu trennen, es ging mehr um die Frage Verlobung Ja/Nein. Letztendlich haben wir dann im Frühling eine Traumreise gemacht (4,5 Wochen), in der wir aus dem ganzen Alltagsstress rausgekommen sind und wieder zu uns gefunden haben. Am Ende der Reise kam dann der Antrag und ich habe mit Freude und Überzeugung ja gesagt. Seit dem war alles völlig in Ordnung. Ich bin glücklich gewesen, habe mich wohlgefühlt usw. Ich bin immer noch viel feiern gegangen und manchmal ist es mir schon schwer gefallen, "zuzugeben", dass ich verlobt bin und das ein oder andere Mal kam der Gedanke, dass ich jetzt gerne solo wäre, um mich vllt doch nochmal auszutoben. Aber das habe ich alles als total normal eingestuft, da es ja läuft mit uns.

2. Krise
Tja...und jetzt hänge ich wieder in einer Krise, diesmal ist sie aber sehr sehr schlimm. Ich habe meine Uni abgeschlossen, befinde mich nun in einer mehrjährigen Weiterbildung und habe das Gefühl, dass ich alleine dadurch irgendwie in eine Selbstfindungsphase reingerutscht bin. In den letzten Wochen kam öfter mal der Gedanke auf "Was will ich eigentlich, wer bin ich, soll mein Leben so weiterlaufen wie es das jetzt gerade tut". Und es fing wieder an, dass ich gemerkt habe, dass ich irgendwie immer noch etwas "auf der Suche" nach einem besser passenden Partner bin :frown: Solange mein Freund und ich unseren Alltag verbringen usw., ist alles gut, aber spätestens wenn ich einen sehr interessanten Mann kennenlerne, geht das Gedankenkarrussel wieder los. Ich habe wieder sehr gemerkt, dass da in mir irgendwie doch noch ein "Fenster" offen ist, das doch vielleicht eigentlich geschlossen sein sollte, wenn man wirklich glücklich vergeben ist oder? Das Gefühl, was zu verpassen, nochmal einen Neuanfang zu versuchen, nochmal zu gucken, was da in der "großen weiten Welt" noch so ist, ist sehr übermächtig. Beim Feierngehen letztes Wochenende (ich war vorher wohlgemerkt seit Wochen nicht mehr feiern wegen meinem neuen Job) ist es dann passiert, dass ich einen Mann wiedergetroffen habe, der schonmal deutliches Interesse an mir gezeigt hatte. Und irgendwie hat es total gefunkt...er hat sich an mich rangeschmissen, hat mich geküsst und ich habs zwar abgebrochen (und habe ihm nochmal gesagt, dass ich vergeben bin), aber es hat mich in dem Moment massiv gestört, wenn ich ehrlich bin :frown: Und seit dem stecke ich so richtig in der Krise. Ich kenne diesen Mann überhaupt gar nicht. Es kann gut sein, dass er ein ziemliches Arschloch ist. Aber er hat es mir einfach TOTAL angetan, ich bin total verschossen.

Der aktuelle Stand ist nun also, dass ich mich und die Welt nicht mehr verstehen kann. Verknallt man sich, wenn man wirklich glücklich vergeben ist? Hat man immer noch ein kleines Fenster in sich offen und bleibt "angreifbar" für andere Männer, wenn wirklich alles okay ist? Ich habe mich wirklich glücklich gefühlt und ja, ich liebe meinen Freund! Uns verbindet so vieles, er ist für mich der wichtigste Mensch auf der Welt und ich bin zur Zeit so orientierungslos, weil ich mich selbst einfach nicht verstehe. Ist es einfach nur eine Phase, die meinem jungen Alter geschuldet ist und wäre es richtig, die einfach vorbeiziehen zu lassen? Oder kommt sie am Ende immer wieder, bleibt immer das Gefühl, dass ich eigentlich nochmal gerne schauen würde, wer da sonst noch so ist? Aber ist es nicht total bescheuert, sich zu trennen und all das, was wir haben, aufzulösen (immerhin auch eine Verlobung :frown:), nur für etwas Abenteuer und Selbstfindung?
Ich merke, dass ich mich in den letzten Monaten sehr verändert habe und dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich bin. So doof das jetzt klingt. Ich wollte immer meinen Freund, ich wollte unsere gemeinsame Zukunft und jetzt stehe ich da und denke drüber nach, alles hinzuschmeißen. Und das allerschlimmste ist, das mir das totale PANIK macht (ja, im wahrsten Sinne, am Montag hatte ich ne Panikattacke). Ich weiß nicht, was das in mir ist. Ich spüre da was und will es eigentlich gar nicht. Ich will meinen Freund nicht verlieren. Aber ich möchte auch das Gefühl momentan nicht ein zweites Mal (wie letztes Jahr) einfach wegdrücken. Ich habe Angst, dass es mir immer nachhängen wird.

Puh...entschuldigt den langen Text :frown: Ich konnte es nicht kürzer fassen...
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Ich kann dir natürlich nicht aus deiner Krise raushelfen, aber ich kann dir meine Gedanken dazu schreiben.

Ich denke, dass man sich in jemanden verknallen kann, trotz bestehender Beziehung und da auch ohne Trennung wieder raus kommt. Allerdings darf man es nicht zu weit gehen lassen. Was "weit" ist ist bei jeder Beziehung sicher anders.
Eine solche Krise ist nicht unüblich und überfällt viele Paare, v.a. die, die in jungen Jahren schon recht lang zusammen sind. Außerdem kommt es häufig zusammen mit dem Studienabschluss oder dem Ende eines wichtigen Lebensabschnittes. Man ist noch "ungebunden" ohne Kinder oder gemeinsame finanzielle Verpflichtungen, da ist der Absprung leichter.

Das Problem ist oft, dass tiefe Liebe und Attraktion (sexuelles Interesse im weitesten Sinne) manchmal sehr gegenläufige Gefühle sind und nicht immer oder auch phasenweise nicht von einer Person bedient werden können. Sex bzw. sexuelle Spannung lebt viel vom Unbekannten und das ist eben in einer langen Beziehung nicht mehr so häufig. Da passiert es, dass man sich verknallt - das muss nichts mit der Liebe zu tun haben die man für den Partner empfindet.

Mein Mann und ich waren auch in solchen Krisen und ich kann dir sagen wie ich damit umgegangen bin. Ich habe mir klar gemacht wo ich hin will und mit wem. Für mich war klar, dass er der Mann ist mit dem ich eine Familie gründen möchte und wir haben gemeinsam einen Weg gefunden dort hin zu kommen ohne das die Beziehung kaputt geht.
Am Ende sah es so aus, dass ich auch eine relativ lange Partyphase habe, in der ich mich ein bisschen ausprobiert habe und vielleicht auch mal hier und da verknallt war. Die Phase ging vorüber und hat unserer Beziehung nicht kaputt gemacht. Allerdings ist ein kein Geheimmittel eine Beziehung phasenweise zu öffnen. Wir waren aber beide noch nie der Meinung, dass sexuelle Treue das Wichtigste in einer Partnerschaft ist.
 
S

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Gast
Hallo Summer Rain, ich befinde mich ja in genau der gleichen Situation wie Du (Weiterbildung :grin:) und Dein Gefühlschaos kann ich sehr gut nachvollziehen, mir geht es genauso! Nicht unbedingt darauf bezogen, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich mit meinem Partner zusammenbleiben will, aber Dein Satz "In den letzten Wochen kam öfter mal der Gedanke auf "Was will ich eigentlich, wer bin ich, soll mein Leben so weiterlaufen wie es das jetzt gerade tut"." kommt mir sehr bekannt vor.

Es ist kein Zufall, dass Deine motivationalen Konflikte gerade jetzt auftauchen, die waren wohl immer vorhanden und kommen jetzt zum Vorschein, da Du Dich stark mit Dir auseinandersetzst (machst Du eigentlich TP oder VT? PP oder KJP?).

Zum eigentlichen Problem kann ich Dir nur sagen, dass ich den Beitrag von celavie celavie so unterschreiben würde.
 
S

Benutzer

Gast
Liebe Summer Rain,

meine Antwort wird etwas kurz ausfallen. Das soll aber nicht heißen, ich hätte Deinen Text nur überflogen.
Ganz im Gegenteil, ich habe ihn ausführlich gelesen und in vielen Bereichen habe ich bereits ähnliche Erfahrungen gemacht.

Deshalb ist aus meiner Sicht auch ganz offensichtlich, worin du gerade steckst. Es gibt dieses schöne Konzept von "Love it - Change it - or Leave it".

Kurz zusammengefasst heißt es: Liebe die Situation in der Du Dich befindest. Kannst Du das nicht, dann verändere sie so, daß Du sie lieben kannst. Und geht auch das nicht, dann mußt Du sie verlassen.

Letzteres ist das schwerste, weil vor dem "Leave it" immer eine Angstschwelle steht. Man hat Angst sie zu überwinden. Das schlimmste, was einem passieren kann - und das passiert vielen - ist vor dieser Angstschwelle stecken zu bleiben. Dann passiert genau das, was Du gerade empfindest. Grübelspirale, das Gefühl gelähmt zu sein und Panik.
Um Dich besser zu fühlen, brauchst Du eine definitive Entscheidung, an die Du Dich erstmal halten solltest.
Das muß keine Entscheidung gegen Deinen Freund oder für Deinen Freund sein. Es kann auch einfach die Entscheidung sein: "Ich nehme mir jetzt drei Monate Zeit, mache mich nicht verrückt, und warte einfach ab, ob sich meine Gefühle wirklich verändert haben, oder nicht. Und danach entscheide ich mich definitiv." Zweifel bedeuten immer, daß man eine Entscheidung, die man treffen muß, nicht trifft.

Letzteres ist zwar nicht die beste, aber immerhin eine Lösung.

In diesem Sinne: "Und jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben."
 

Benutzer20579  (37)

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Ich kann dich gut verstehen und ich weiß auch nicht genau, was ich dir raten soll.

Blöd gesagt, denke ich manchmal, wenn man einmal bei diesem Punkt angekommen ist, wird es schwierig, da wieder rauszukommen.

Was ich mich beim Lesen direkt gefragt habe: Du bist bestimmt jemand, der gerne Dinge organisiert, im Griff hat, plant...eine Aufgabe hat. Und die letzten Jahre hattest du Aufgaben - und nun sind die weg, du hängst also in der Luft und hast erstmals Zeit, über dich und deine Ziele nachzudenken.

Es erinnert mich an eine Freundin, die mal sagte: "Ja, dem - wir nennen ihn mal Horst - geht es nun gut, die Schulden sind so gut wie abbezahlt, er hat abgenommen, einen Job.... also ich habe ihn gut aufgepäppelt, dann kann ich ja nun Schluss machen!"

Sehr vereinfacht und ins Abstruse gezogen, aber so klingt es - Jahre der Arbeit, des Stress und der Probleme haben dir eine Aufgabe gegeben. Da warst du viel zu beschäftigt, um dich zu fragen, "Will ich das?" Und nun läuft es ganz gut, es geht euch besser - eventuell strahlst du das auch aus - und nun kommen andere Männer, ziehen und zupfen und reizen einen.

Auch dein Studium ist nun erstmal durch, dein Freund hat seinen "Endzustand" erreicht - klar, dass du zweifelst. Du stehst quasi im luftleeren Raum, musst dich neu sortieren.

Das geht vielen Leuten so - es gibt nicht umsonst sowas wie eine End- und Mittzwanziger Trennungswelle :zwinker: Hier entscheidet es sich eben: Ja und für immer - oder nein, und was neues? Diese Entscheidung machen viele Leute durch und bei manchen klappt es, bei anderen nicht. Es klingt profan, aber es ist so.

Was man da raten kann, weiß ich nicht. Für mich hat es nach 7 Jahren Arbeit an meinem Ex zur Trennung geführt, aber das waren andere Probleme. Ich weiß aber genau, wie es ist, wenn dann auf einmal jemand an einem rumgräbt und man sich nicht mehr denkt "Nett, aber meinen Freund finde ich besser!" sondern auf einmal Bock hätte, mitzugehen und ein großer Teil in einem denkt "Ach, scheiß doch drauf!" Ich habe mich damals wieder gefühlt, wie mit 16, ich war völlig fahrig, aufgelöst und wochenlang durch den Wind - und letztendlich war das der letzte Anschlag zur Trennung. Einfach, weil ich dachte: WENN bei uns doch alles so gut wäre, wie ich denke, dann könnte mich dieser Idiot doch gar nicht so beeindrucken?

Letztendlich habe ich dann aber im Rückblick gemerkt, es war bei uns auch gar nicht so gut, wie ich dachte. Eigentlich war sogar ziemlich vieles im Argen. Und man kann vieles Ausblenden, wenn man muss.

Ich hoffe, dass du für dich einen Weg findest. Gib dir Zeit. Ich bin damals auch mal wochenweise zu meinen Eltern, habe viel nachgedacht, mit Freunden geredet... gönn dir das und hör gut in dich rein, ob es "nur" Torschlusspanik und "War es das jetzt??" ist, oder ob die Probleme vielleicht tiefer gehen, als du denkst. Denn klar ist auch: Alltag und Probleme gibt es mit jedem Mann. Wichtig ist, ob eure Basis stimmt und wo eure Probleme liegen. Vielleicht legst du da nochmal was nach, wie es bei euch sonst so läuft. Häufig ist ein "Es läuft gut" beim näheren Hinblicken doch nicht mehr ganz so toll.
 

Benutzer81102  (31)

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Ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten. Für mich ist das gerade wirklich wohltuend, dass ihr mich nicht verurteilt, sondern mit Verständnis reagiert. Denn ich verurteile und hasse mich zur Zeit unfassbar.

Dann antworte ich mal der Reihe nach:
celavie celavie : Vielen Dank für dein Posting. Ich habe auch schon mit dem Gedanken einer offenen Beziehung gespielt. Ich denke, dass das auch ein ganz guter Weg wäre, wenn man sich sicher ist, dass es der Partner fürs Leben ist, man sich aber einfach einen kleinen "Umweg" gönnen möchte. Das Problem ist aber folgendes (wenn ich wirklich sehr ehrlich zu mir bin): ich würde gerne einen Umweg machen und ausprobieren, ob noch jemand besser passt. Das hört sich sowas von brutal und grausam an :frown: Aber das ist das Gefühl, was glaube ich schon länger in mir steckt, ohne dass ich es wahrhaben wollte. Gehe ich rational da ran, könnte ich mich selbst echt in Grund und Boden stampfen, weil die Beziehung mit meinem Freund ja gut läuft und ein sehr sicherer Hafen ist. Es kann sehr gut sein, dass ich nie wieder jemanden finde, der so gut geschweige denn besser passt. Aber da bin ich mir eben unsicher. Unsicher geworden...:frown:
Wenn ich jetzt also eine offene Beziehung anregen würde (und mein Freund das mitmachen würde), kann es gut sein, dass mich das regelmäßig in ein Gefühlschaos stoßen würde, weil ich nicht nur nach körperlicher Aufregung suche, sondern irgendwie nach mehr. Zumindest hat dieser Kerl, den ich da kennen gelernt habe, das in mir ins Rollen gebracht. Ich hätte unfassbar gern mehr mit ihm (zu meiner Schande :frown:), aber ich hab gleichzeitig auch eine Faszination und will wissen, wer er ist. Ob das gute Voraussetzungen für eine offene Beziehung sind?

@Starla : Ja, wir sind in der gleichen Weiterbildung, das ist mir auch schonmal aufgefallen :smile: Ich mache die TP-PP-Ausbildung...ich muss aber dazu sagen, dass meine Theorie erst 2015 beginnt, ich bin momentan in der pT I. Habe aber durch Nebenjobs im Studium schon viel Kontakt zur TP gehabt und ja...ich glaube, die Auseinandersetzung damit löst vieles aus. Und ja, ich glaube gleichzeitig, dass der Start der Weiterbildung nun in mir auch eine Selbstfindungsphase angeregt hat...ich befürchte irgendwo auch (unbewusst schon länger), dass wenn es dann mal so richtig losgeht, mit Selbsterfahrung usw., ich meine Beziehung nicht halten kann :frown: Woher das kommt...keine Ahnung...aber manchmal denke ich, ich bin die Beziehung mit 18 eingegangen, mit einem ganz anderen "Ich"...jetzt bin ich 24, mache zur Zeit eine ziemliche Identitätsfindungsphase durch und würde heute vllt auch nach ganz anderen Männern Ausschau halten....nach jemand "gereifterem", den ich nicht "miterzogen" habe.
Welche Weiterbildung machst du?

@sho : auch vielen Dank für deinen Beitrag, der hat mich auch sehr zum Nachdenken angeregt. Und ich habe mir direkt vorgenommen, mindestens bis ins neue Jahr abzuwarten, wie es sich gefühlsmäßig entwickelt. Um den Druck rauszunehmen, dass ich JETZT irgendetwas entscheiden müsste. Meine Angst ist nur irgendwie, dass ich dadurch vielleicht wieder in den alten Trott reinkomme, meine eigentlichen Wünsche vielleicht wieder überdecke. Verstehst du, was ich meine? Der Gedanke, das, was ich gerade empfinde, ist das, was ich wirklich will...der sitzt tief. Ich könnte ohne Probleme wieder in mein schönes bequemes sicheres gewohntes Leben zurück. Und vielleicht wäre das auch das Richtige...aber dann wäre ich auch nie dieser Neugierde nachgegangen, diesem latenten Gefühl von "irgendwie bin ich noch nicht ganz angekommen". Es kann sein, dass mein Freund mein Partner fürs Leben ist, Haus, Kinder und Co habe ich und kann ich mir perfekt vorstellen mit ihm. Aber woher kommt dann diese ständige unbewusste/bewusste Weitersuche, dieses ständige "Augen offenhalten"?

Zu dem Spruch mit dem Love it, change it or leave it...
Ich liebe mein Leben so wie es ist oder sagen wir es so: ich bin zufrieden. Ich leide nicht, ich bin nicht unglücklich, wir harmonieren, wir lachen viel und haben exakt die gleichen Einstellungen. Es ist aber auch furchtbar langweilig für meine 24 Jahre ehrlich gesagt :frown: Und der Punkt ist, dass die Unzufriedenheit immer dann auftaucht, wenn mir ein hübscher interessanter anderer Mann Avancen macht. Dann werde ich jedes Mal daran erinnert, dass ich scheinbar ein Loch in mir habe, einen Wunsch, den mein Freund mir nicht erfüllen kann. Das ist auch ständiges Thema bei uns, dass er so weich und lieb ist. Weichheit und Liebe bedeutet auch Sicherheit und Beständigkeit und ist wunderbar für ein sicheres Familiengründen sozusagen. Aber mir fehlt oft ein ebenbürtiger Partner, der mich mal überrascht, der eigenständige Meinungen hat, der mich zum Umdenken anregen kann. So gesehen liebe ich die Situation, so wie sie ist, nicht wirklich. Sie ist okay und nett und gewohnt, aber mir fehlt da schon etwas (von dem ich aber nciht weiß, ob ich es jemals finden kann...100 % perfekt passt ja eh keiner).

Change it: das betreibe ich seit 6 Jahren, wenn ich ehrlich bin. Und das gibt mir vor allem in den letzten Monaten sehr schwer zu denken. Ich glaube, ich habe meinen Partner noch nie wirklich so geliebt, wie er ist. Ich finde immer neue Punkte, die ich verändern will. Ich mache ihn systematisch zu einem Idealbild und forme ihn. Und das bin ich sowas von Leid, ich habe deswegen so massive Schuldgefühle. Immer habe ich was zu meckern, immer treibe ich ihn zu diesem oder jenem an. Das macht mich unglücklich und ihm auch :frown: Diese Erkenntnis, dass ich das von mir nicht okay finde, kam aber erst in den letzten Monaten. Das ist etwas, was ich in mir bearbeiten muss. Ich weiß nur nicht, ob das in unserer Beziehung noch geht...ich bin schon jemand, der einen dominanteren Partner bräuchte, da ich sonst selbst sehr zu Dominanz und bisweilen auch Respektlosigkeit neige.

Am meisten stört mich eigentlich, dass ich mich immer selbst regulieren muss. Das tue ich schon, da ich sehr sehr selbstreflektiert und hart mit mir bin, aber ich muss mich immer selbst auf die richtige Bahn bringen. Ich habe nicht das Gefühl, dass auch ich manchmal zu meinem Freund aufsehen und mich anlehnen kann. Auch wenn er mir in vielen Punkten voraus ist und ein wundervoller Mensch ist. Aber trotzdem bleibt das Gefühl...vielleicht auch durch unsere Vergangenheit. Vielleicht kann es auch niemals erfüllt werden, wer weiß.

Kommen wir zu leave it: ich glaube, ich bin an dem Punkt, an dem ich wirklich darüber nachdenke. Aber ja, ich habe wahnsinnige Panik und Angst, einen riesigen Fehler zu begehen. Da der Leidensdruck ja auch absolut nicht hoch ist in der Beziehung. Es ist "nur" eine latente Unzufriedenheit...abgesehen davon sind wir verlobt. Was alles an einer Trennung dranhängen würde, da bricht mir der Schweiß aus. Was die Familien denken würden, wie ich ihm das Herz brechen würde (das zuallererst...ich würde ihn zerstören) usw. Oh mann :frown: Und dann stehe ich am Ende da und sehe, ich habe nur rumgesponnen auf der Suche nach "mehr und besser" und das alles war es überhaupt nicht wert.

Dreizehn Dreizehn : Ja, ich denke auch, dass es schwierig ist, wenn man einmal an dem Punkt angekommen ist. Das erlebe ich auch ganz krass so, weil ich vor einem Jahr schonmal eine kleine Sinnkrise hatte. Ich hatte gedacht, das ist überwunden. Jetzt stehe ich wieder da und diesmal ist es schlimmer...es ist auch das Gefühl in mir, dass ich dem Wunsch nach Freiheit nachgeben muss, um zu mir selbst zu finden. Das ist vielleicht Quatsch, aber ich fühle mich irgendwie auch so innerlich "gezwungen", etwas zu tun, was mir und ihm unfassbar weh tun wird :frown:

Und ja, mit der Aufgabe hast du Recht. Absolut Recht. Eine Freundin aus der Ausbildung meinte auch zu mir, dass ich die Arbeit an meinem Freund nun quasi abgeschlossen habe und es auffällig ist, dass jetzt der Gedanke an einen Ausstieg kommt :frown: Die Frage ist nur, wie gehe ich damit um? Das soll ja nicht mein ganzes Leben lang so laufen...und ist dann die Konsequenz richtig, sich zu trennen (weil man im Freund vielleicht irgendwo auch "nur" eine Aufgabe gesehen hat) oder sollte ich vielmehr dann erstrecht bei ihm bleiben, um meiner eigenen Macke einen Strich durch die Rechnung zu machen?

Ja, andere Männer ziehen, zupfen und reizen ganz gewaltig. Das ist im letzten Jahr, vor allem mit dem vielen Feierngehen, immer stärker geworden. Ich merke, wie ich immer mehr in mir selbst ruhe, mich selbst finde und wie ich immer besser ankomme. Das soll jetzt überhaupt nicht eingebildet klingen, es ist nur meine Erfahrung. Früher war ich eher schüchtern und zurückhaltend, heute sieht das anders aus. Und dann ist ja auch klar, dass da mal ein Mann darunter ist, der mir sehr gut gefällt...nur normalerweise hat mich das dann nicht ernsthaft berührt und ich konnte es abschmettern mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Jetzt ist nur noch letzteres da -.-

wenn dann auf einmal jemand an einem rumgräbt und man sich nicht mehr denkt "Nett, aber meinen Freund finde ich besser!" sondern auf einmal Bock hätte, mitzugehen und ein großer Teil in einem denkt "Ach, scheiß doch drauf!" Ich habe mich damals wieder gefühlt, wie mit 16, ich war völlig fahrig, aufgelöst und wochenlang durch den Wind - und letztendlich war das der letzte Anschlag zur Trennung. Einfach, weil ich dachte: WENN bei uns doch alles so gut wäre, wie ich denke, dann könnte mich dieser Idiot doch gar nicht so beeindrucken?

Exakt so ist es...ich bin in den einen Kerl sowas von horrormäßig-hormone durch den wind-verknallt...-.- Obwohl ich schon ahne, dass er charakterlich nicht wirklich einwandfrei ist -.-

Über deinen letzten Absatz mache ich mir nochmal eingehende Gedanken, denn das ist denke ich wirklich der Knackpunkt...
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Aber mal blöd gefragt: Ihr seid sechs Jahre zusammen. Im ersten Jahr ist er dir fremdgegangen. In den beiden Jahren danach habt ihr daran gearbeitet. Du hattest letztes Jahr eine Sinnkrise und dieses Jahr auch. Wann genau war jetzt eigentlich Zeit für "Es läuft gut"?

Im Moment sehe ich deine Heiratsambitionen eher als Teil einer "neuen Aufgabe", wieder ein Projekt, dass du meistern möchtest. Aber ehrlich wollen tust du nicht, oder? Nicht von dir aus - sondern weil du wollen solltest. Klingt für mich besorgniserregend.

Ich will es dir nicht madig machen, aber "Er wäre sonst so traurig" ist doch keine Grundlage! Klar, euer Urlaub war toll, der Antrag ebenfalls - aber mit Realität dahinter scheint deine Welt anders auszusehen. Da würde ich mal forschen, wo diese Realität nun wirklich liegt.

Bei Interesse kannst du auch mal hier reinlesen, eventuell findet du dich da in manchen Gedanken wieder. https://www.planet-liebe.com/threads/frisch-getrennt-und-keine-ahnung-wie-es-weitergeht.518260/ Wenn nicht, dann brauchst du ja nicht dort weiterlesen. :smile: Ich glaube nur, dass wir erschreckend ähnlich denken, auch wenn die Ausgangsposition natürlich nicht identisch ist.
 

Benutzer79820 

Meistens hier zu finden
Aus der Krise kannst Du Dir natürlich nur alleine helfen, aber ich finde es garnicht so verwunderlich, wenn Du nach Jahren in dem Du Dich für die Beziehung und deinem Partner "aufgeopfert hast" und somit quasi selbst zu kurz gekommen und jetzt an einem Punkt angekommen bist, wo es mehr um Dich geht.

Kann es sein, dass Du das "Fremdgehen" zwar aufgearbeitet hast, jedoch nie wirklich vergessen konntest? Könntest Du Dir vorstellen, dass es in der derzeitigen Situation eine Rolle gespielt hätte, wenn dieser "Ausrutscher" nicht passiert wäre?

Für mich klingt das und auch das flüchten vor der Heirat (also wenn es ernst wird) wie eine innerlich unbewusste Weigerung, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Vergangenheit steht...

Das es erst jetzt soweit gekommen ist, könnte daran liegen, dass dein Freund momentan relativ stabil im Leben zu stehen scheint und Du Dir vorläufig keine Sorgen zu machen brauchst. Allerdings fängt dem Anschein nach, dass Rattern an, sobald das "Helfersyndrom" bei Dir ausgeschaltet und somit erstmal keine Verwendung hat.

Ich glaube, dass dieses Ungleichgewicht in deiner Beziehung auch einen Teil dazu beigetragen hat, dass dieses "Fenster" bei Dir immer ein kleinwenig offen war.

Auf jedenfall, hat alles was passiert ist einen Grund und diesmal spielst Du die Hauptrolle und solltest in Dich hineinhorchen, was Du wirklich willst. Denn jetzt, wo es um Niemand anderen geht um den Du Dich kümmern musst, hast Du die Gelegenheit dazu.

Überlege genau was Du eigentlich wirklich für Dich selbst willst...
 

Benutzer15352 

Beiträge füllen Bücher
celavie schrieb:
Das Problem ist oft, dass tiefe Liebe und Attraktion (sexuelles Interesse im weitesten Sinne) manchmal sehr gegenläufige Gefühle sind und nicht immer oder auch phasenweise nicht von einer Person bedient werden können. Sex bzw. sexuelle Spannung lebt viel vom Unbekannten und das ist eben in einer langen Beziehung nicht mehr so häufig. Da passiert es, dass man sich verknallt - das muss nichts mit der Liebe zu tun haben die man für den Partner empfindet.
Das sehe ich auch so. Gerade in langjährigen Beziehungen halte ich es für durchaus normal, dass man mal jemand anderen toll findet und für ihn schwärmt. Wichtig ist nur, dass man weiß, wo man hingehört und diese Schwärmerei nicht mit der Partnerschaft interferiert. Dabei sollte auch geregelt sein, wie weit dieses Tollfinden gehen darf. Für mich stünde derzeit (sowas kann sich aber durchaus noch ändern) jegliche Form der Körperlichkeit (Küssen, Sex, etc.) nicht zur Debatte. Die alleinige Tatsache, dass man mal jemand anderen spannend findet, ist in meinen Augen jedoch nicht weiter tragisch und eigentlich nur menschlich. Sobald man jedoch anfängt, den Schwarm mit dem aktuellen Partner zu vergleichen bzw. an der Beziehung zu zweifeln, würde ich mir Sorgen machen. Ich weiß auch nicht, ob jeder dazu in der Lage ist, zwischen kurzer Schwärmerei und langjähriger Beziehung zu differenzieren. Ich habe in meiner ersten Partnerschaft auch beim kleinsten Fremdschmetterling alles in Frage gestellt. Vielleicht, weil ich noch jung war, vielleicht, weil es einfach noch nicht DER Richtige war. Passiert mir heute zum Glück nicht mehr :smile:.
 
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S

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Gast
Link wurde entfernt : auch vielen Dank für deinen Beitrag, der hat mich auch sehr zum Nachdenken angeregt. Und ich habe mir direkt vorgenommen, mindestens bis ins neue Jahr abzuwarten, wie es sich gefühlsmäßig entwickelt. Um den Druck rauszunehmen, dass ich JETZT irgendetwas entscheiden müsste.

Richtig, genau das meine ich. Druck rausnehmen.

Meine Angst ist nur irgendwie, dass ich dadurch vielleicht wieder in den alten Trott reinkomme, meine eigentlichen Wünsche vielleicht wieder überdecke. Verstehst du, was ich meine? Der Gedanke, das, was ich gerade empfinde, ist das, was ich wirklich will...der sitzt tief. Ich könnte ohne Probleme wieder in mein schönes bequemes sicheres gewohntes Leben zurück. Und vielleicht wäre das auch das Richtige...aber dann wäre ich auch nie dieser Neugierde nachgegangen, diesem latenten Gefühl von "irgendwie bin ich noch nicht ganz angekommen". Es kann sein, dass mein Freund mein Partner fürs Leben ist, Haus, Kinder und Co habe ich und kann ich mir perfekt vorstellen mit ihm. Aber woher kommt dann diese ständige unbewusste/bewusste Weitersuche, dieses ständige "Augen offenhalten"?


Also erstmal: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Aber ich verstehe das. Ich weiß nicht, ob das für unsere Generation typisch ist, oder ob es das vorher schonmal gab... diese intensive Angst etwas zu verpassen und gleichzeitig die Angst vom geplanten Weg abzuweichen.
Viele leben einfach so, als gäbe es eine fixe Linie, der man folgen muß. Analog zu beruflicher Ausbildung/ Studium, Karriere, Kinder usw.
Und das Verlassen dieser Linie bewirkt, daß alle Lebensträume in sich zusammenbrechen. Das ist eine seeeehr kraftraubende Illusion.
Das wirklich erfüllende Leben liegt nämlich jenseits dieser Linie und ihrer scheinbaren Sicherheit.

In meiner Schule stand am Eingang: (auf Latein) "Habe Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienen."
Ich glaube heute müßte es eher heißen: "Habe Mut, Deinen Gefühlen zu folgen."

Für mich hat das auch sehr viel mit dem Vertrauen zu tun, eine neue Situation schon irgendwie bewältigen zu können.


Zu dem Spruch mit dem Love it, change it or leave it...
Ich liebe mein Leben so wie es ist oder sagen wir es so: ich bin zufrieden. Ich leide nicht, ich bin nicht unglücklich, wir harmonieren, wir lachen viel und haben exakt die gleichen Einstellungen. Es ist aber auch furchtbar langweilig für meine 24 Jahre ehrlich gesagt :frown:

Man kann das natürlich auf das ganze Leben beziehen. Sinnvoller ist es aber, dieses Konzept nur auf Teilbereiche anzuwenden. Berufliche Situationen, Private Situationen. Je kleiner die Situation, desto besser.
Wenn Du das aufs ganze Leben beziehst, dann ist die Angstschwelle natürlich ENORM. Weil Du ja jedes mal Dein ganzes Leben über den Haufen werfen würdest.

Sinnvoller ist es, sich zu vergewissern, daß zum Beispiel die Beziehung nur einer von vielen Bereichen des Lebens ist - und vor allem das Leben nicht bestimmt. Selbst wenn man da alles über den Haufen wirft... es bleibt der Job, die Familie, viele Hobbys und vor allem: Du selbst.



Und der Punkt ist, dass die Unzufriedenheit immer dann auftaucht, wenn mir ein hübscher interessanter anderer Mann Avancen macht. Dann werde ich jedes Mal daran erinnert, dass ich scheinbar ein Loch in mir habe, einen Wunsch, den mein Freund mir nicht erfüllen kann. Das ist auch ständiges Thema bei uns, dass er so weich und lieb ist. Weichheit und Liebe bedeutet auch Sicherheit und Beständigkeit und ist wunderbar für ein sicheres Familiengründen sozusagen. Aber mir fehlt oft ein ebenbürtiger Partner, der mich mal überrascht, der eigenständige Meinungen hat, der mich zum Umdenken anregen kann. So gesehen liebe ich die Situation, so wie sie ist, nicht wirklich. Sie ist okay und nett und gewohnt, aber mir fehlt da schon etwas (von dem ich aber nciht weiß, ob ich es jemals finden kann...100 % perfekt passt ja eh keiner).

Das kann ich so absolut verstehen. Aber: Das Problem ist meiner Erfahrung nach, daß viele Frauen die eierlegende, fliegende Wollmilchsau als Mann wünschen. Naja Männer ja auch. Viele Männer wünschen sich die Heilige im Alltag und die Hure im Bett. Selbst das schafft kaum eine Frau. Weil es Idealbilder sind.
Und viele Frauen wünschen sich den harten Kerl mit dem weichen Kern. Ist das gleiche Spiel.

Ob es einen Mitteltypen gibt, der von beidem etwas so kombiniert, daß es Dir gefällt... Möglicherweise.
Aber hier kommen wir zum nächsten Punkt:


Change it: das betreibe ich seit 6 Jahren, wenn ich ehrlich bin. Und das gibt mir vor allem in den letzten Monaten sehr schwer zu denken. Ich glaube, ich habe meinen Partner noch nie wirklich so geliebt, wie er ist. Ich finde immer neue Punkte, die ich verändern will. Ich mache ihn systematisch zu einem Idealbild und forme ihn. Und das bin ich sowas von Leid, ich habe deswegen so massive Schuldgefühle. Immer habe ich was zu meckern, immer treibe ich ihn zu diesem oder jenem an. Das macht mich unglücklich und ihm auch :frown: Diese Erkenntnis, dass ich das von mir nicht okay finde, kam aber erst in den letzten Monaten. Das ist etwas, was ich in mir bearbeiten muss. Ich weiß nur nicht, ob das in unserer Beziehung noch geht...ich bin schon jemand, der einen dominanteren Partner bräuchte, da ich sonst selbst sehr zu Dominanz und bisweilen auch Respektlosigkeit neige.

Das klingt für mich nicht gut. Auf der einen Seite, daß es möglicherweise tatsächlich nicht so richtig passt. Auf der anderen Seite aber Dein Drang ihn zu formen. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll... das ist jedenfalls nicht so, wie es sein sollte.
Man kann Menschen sowieso nicht in dem Maße umformen. Dann macht einer oder machen beide sich etwas vor.
Der richtige Weg ist, daß Du selbst an Dir arbeitest - und auf diese Weise Veränderung am anderen bewirkst. Du ziehst an, was Du ausstrahlst - das trifft auch auf die Männer zu, die du anziehst.

Ich kenne das vo mir selbst. Ich bin jemand, der nach außen sehr stark wirkt. Der Dinge anpacken und Situationen klären kann. Jemand, den man eigentlich nie ratlos erleben wird.
Weißt Du was ich anziehe? Verletzliche, leicht ängstliche Frauen. Immer wieder.
Dabei wäre es eine unglaubliche Entlastung für mich, wenn ich mal jemanden hätte, der mir Contra gibt.

Überleg mal, was Du ausstrahlst und was Du anziehst. Und überleg mal, was Du ändern kannst an dem, was Du ausstrahlst.

Da ist sehr viel Potential. Ändere Dich und Du änderst die Welt. Wer mal einen Kurs über achtsame Kommunikation besucht hat, der weiß, was schon kleine Worte und Betonungen an der Reaktion des Gegenübers ändern können.

Am meisten stört mich eigentlich, dass ich mich immer selbst regulieren muss. Das tue ich schon, da ich sehr sehr selbstreflektiert und hart mit mir bin, aber ich muss mich immer selbst auf die richtige Bahn bringen. Ich habe nicht das Gefühl, dass auch ich manchmal zu meinem Freund aufsehen und mich anlehnen kann. Auch wenn er mir in vielen Punkten voraus ist und ein wundervoller Mensch ist. Aber trotzdem bleibt das Gefühl...vielleicht auch durch unsere Vergangenheit. Vielleicht kann es auch niemals erfüllt werden, wer weiß.

Und hier nähern wir uns einem Kern des Problems. Du mußt mit Dir selbst vor allem ins Reine kommen!
Du mußt mit Dir selbst zufrieden sein, Dir selbst vertrauen.
Viel Selbstreflektion und Strenge sich selbst gegenüber sind nie ein gutes Zeichen. Ich habe das Problem auch gehabt. Glaub mir, es ist die reine Erleichterung, wenn man das hinter sich gelassen hat.


Kommen wir zu leave it: ich glaube, ich bin an dem Punkt, an dem ich wirklich darüber nachdenke. Aber ja, ich habe wahnsinnige Panik und Angst, einen riesigen Fehler zu begehen. Da der Leidensdruck ja auch absolut nicht hoch ist in der Beziehung. Es ist "nur" eine latente Unzufriedenheit...abgesehen davon sind wir verlobt. Was alles an einer Trennung dranhängen würde, da bricht mir der Schweiß aus. Was die Familien denken würden, wie ich ihm das Herz brechen würde (das zuallererst...ich würde ihn zerstören) usw. Oh mann :frown: Und dann stehe ich am Ende da und sehe, ich habe nur rumgesponnen auf der Suche nach "mehr und besser" und das alles war es überhaupt nicht wert.

Das kann ich absolut verstehen - und jeder, der in seiner Beziehung nachhaltig unzufrieden ist, kann das.
Die entscheidende Frage wird irgendwann sein: Wie weit bist Du bereit Dich selbst und Deine Wünsche aufzugeben, nur um Deinen sicheren Hafen zu haben?
Hast Du genug Vertrauen in Dich selbst, eine solche Krise zu bewältigen und zu überstehen?
Selbst wenn Du das hast, bliebe es ein Sprung ins kalte Wasser.
Und andererseits: Vertrauen in die eigene Stärke kommt ja auch nicht von alleine. Man muß es sich erkämpfen. Man muß Angstschwellen überwinden und lernen, daß man das Zeug dazu hat.
Aber: Nimm Dir nicht gleich die größte.
Schau erstmal nach kleineren Angstschwellen in Deinem Leben. Überwinde die und tanke Selbstbewußtsein ... und dann traust Du Dich irgendwann an die große Schwelle...
 
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Benutzer81102  (31)

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Wieder sehr viel Input, vielen vielen Dank dafür.

Dreizehn Dreizehn :
Aber mal blöd gefragt: Ihr seid sechs Jahre zusammen. Im ersten Jahr ist er dir fremdgegangen. In den beiden Jahren danach habt ihr daran gearbeitet. Du hattest letztes Jahr eine Sinnkrise und dieses Jahr auch. Wann genau war jetzt eigentlich Zeit für "Es läuft gut"?
Dieser Satz hat mich irgendwie sehr irritiert...:confused:
Du hast völlig Recht, irgendwie war immer was. Wobei ich sagen würde, dass wir seit 2-3 Jahren schon glücklich sind, die Sinnkrise letztes Jahr war ja "nur" über ein paar Wochen. Aber was ich mit "Es läuft gut" eigentlich meine, ist unser Alltag. Ich habe deinen Thread gelesen und ja, da sind viele (manchmal erschreckende :grin:) Ähnlichkeiten in unserer Denkstruktur. Und mir ist aufgefallen, dass es auch bei meinem Freund und mir so ist, dass immer schon der Alltag perfekt harmoniert hat. Kochen, Serien schauen, unsere Freunde, unsere Katzen, unsere Wohnung. Unternehmungen, einfach zusammen rumhängen usw. Das funktioniert zwischen uns einfach mega gut, wir sind allerbeste Freunde und saugute Lebenspartner. Ich glaube, das ist auch das, was ich im Grunde mit "Es läuft gut, ich bin glücklich" meine. Ich habe nur vorher noch nie darüber nachgedacht und jetzt gerade frage ich mich, ob diese Alltagsharmonie eine ausreichende Basis ist und es toll ist, dass es so ist, oder ob ich Alltagsharmonie mit "glücklich sein in der Beziehung" verwechselt habe...

Und nein, heiraten will ich noch nicht. Und ja, ich glaube schon, dass ich den Antrag dann irgendwie auch angenommen habe, eben weil wir so lange zusammen sind, weil ja "eigentlich" alles harmoniert und weil das einfach der nächste Schritt war. Außerdem heiraten nächstes Jahr zwei meiner besten Freundinnen und zwei weitere sind verlobt. Das hat wahrscheinlich auch mit reingespielt...wobei ich auf der anderen Seite eigentlich früher immer der total häusliche Typ war, mit Anfang 20 wollte ich am liebsten schon Kinder. Das hat sich aber alles total geändert und ändert sich immer mehr. Je älter ich werde, desto eher suche ich nach Freiheit. Großes Kino :grin:

Deinen Thread fand ich wirklich spannend und auch wenn unsere Ausgangssituationen sehr verschieden sind, sind mir noch ein paar Dinge aufgefallen, die eigentlich nie so wirklich in Ordnung waren.
Beispielsweise habe auch ich in 5 von 6 Jahren oft den Satz gesagt "Wenn sich das oder jenes nicht noch ändert, kann ich langfristig so nicht mit dir zusammen sein". Im letzten Jahr habe ich sehr stark reflektiert in Bezug auf mich selbst und da mein Freund sehr viel aufgearbeitet hat an "Resten", die noch da waren (aber ja irgendwie auch nur meiner Meinung nach...), hatte ich auch nicht mehr das Bedürfnis danach. Aber trotzdem kommt mir das jetzt so in den Sinn. Es war ein Standardsatz von mir...und es stand immer in Verbindung mit dem Wunsch, mit einer "fertigen Persönlichkeit" zusammen zu sein, jemand dominanteres, jemand kommunikativeres. Damit kommen wir zur zweiten großen Gemeinsamkeit und einem Punkt, der mir auch irgendwie so entfallen war...es gab immer schon Kommunikationsprobleme bzw. -unterschiede zwischen uns. Auch ich bin die, die meist monologisiert/"predigt", wenn es Probleme gibt oder Dinge zu klären. 90 % rede ich. Am Ende behalte ich Recht oder setze mich durch. Mein Freund ist in der Beziehung sehr passiv, ich mehr auf der Handlungsseite (das war eine sehr für mich passende Formulierung von dir :whistle:). Wir haben unzählige Gespräche hinter uns, in denen ich ihn anflehe, mal aktiver zu sein. Über seine Gefühle zu sprechen. Generell mal Dinge anzusprechen. Ich kann mich in der gesamten Beziehung (!!!!) nur an 2-3 Situationen erinnern, in denen er mal auf mich zugekommen ist und sich mal beschwert hat. Und ich weiß, dass auch ich Fehler mache. Ich fühle mich die meiste Zeit eher wie seine Mutter und nicht wie seine Partnerin. Ich bin sehr ehrgeizig, knalle alles durch in meinem Leben mit sehr guten Leistungen, bin zielorientiert und organisiert. Und mein Partner braucht eben für alles etwas länger, schiebt Prüfungen, muss angetrieben werden. Jetzt in keinem schlimmen Ausmaß, aber doch so, dass auch das immer Thema war.

Das sind alles Punkte, die für mich noch nie in Ordnung waren. Die für mich aber irgendwie im letzten Jahr in Ordnung gekommen sind, da er sich in vielen dieser Dinge verändert hat. Aber ich weiß auch, dass er immer ein weicher, ruhiger Mensch sein wird. Immer jemand, der nicht unbedingt den Mund aufmacht. Er ist sehr intelligent und empathisch, aber er ist eben trotzdem jemand, der sich lieber anderen Meinungen anpasst. Und ich weiß, dass ich ihn in nahezu JEDEM Thema durch gute Argumentation zu meiner Meinung bringen kann.
Irgendwie ist das so das Hauptding, was in mir diese "Langeweile" auslöst. Ich habe ihn völlig im Griff. Klar, irgendwie ist das auch ne totale Macke von mir (da ähneln wir uns auch, Hexe), ich fühle mich nur sicher, wenn ich jemandem kontrolliere (jetzt mal überspitzt gesagt). Aber gleichzeitig will ich das so eigentlich überhaupt nicht. Ich habe oft gesagt, dass ich es Leid bin, uns beide zu organisieren. Dass mir fehlt, dass wir uns gegenseitig tragen und voranbringen. Natürlich trägt er mich auch, er umsorgt mich z.B. ziemlich stark. Bekocht mich, wenn es mir schlecht geht, ist immer für mich da, wenn ich mich ausheulen muss, tut alles für mich. Aber eben in seiner gewohnt passiven Art. Irgendwie tut mir das gut, ist es ein gutes Gegenteil zu mir. Aber oftmals fehlt mir dann eben doch was.

Ich bin dominant, ehrgeizig und stark, aber auf der anderen Seite unfassbar verletzlich, hadere mit Kritik und mit kleinsten Widerworten. Die tun mir meist weh und verunsichern mich, ob mit mir alles okay ist. Und da ich meinen Freund, der damals ein totaler Frauenheld war, "in den Griff gekriegt" habe, fühle ich mich glaube ich auch so sicher und geborgen. Obwohl ich vielleicht eigentlich gar nicht mit dem Typ Menschen zusammen bin, der mich wirklich ausfüllen würde. Ich weiß es nicht...
Der Typ, in den ich mich verknallt habe, strahlt z.B. etwas sehr dominantes, starkes und irgendwie unabhängiges aus. Damit erfüllt er genau die Dinge, die ich mir bei meinem Freund so sehr wünsche. Ich könnte ihm nicht auf der Nase herumtanzen, so viel steht fest. Nur vielleicht ist er in den restlichen Punkten total inkompatibel.

The-Finest The-Finest :
Ich glaube, dass dieses Ungleichgewicht in deiner Beziehung auch einen Teil dazu beigetragen hat, dass dieses "Fenster" bei Dir immer ein kleinwenig offen war.

Ja, das glaube ich auch. Definitiv. Und es war wie gesagt auch immer wieder Thema, dass wir im Ungleichgewicht sind. Aber nicht weil er damals fremdgegangen ist...das bewegt mich wirklich nicht mehr. Gerade, weil wir das aufgeabeitet haben, vertraue ich ihm sehr, mehr, als ich jetzt jedem Fremden auch nur irgendwie vertrauen könnte. Aber durch diese Therapeutenrolle, die ich schon damals eingenommen habe (ihn auf den richtigen Weg zu bringen), sind wir schon immer auf ein Ungleichgewicht geprägt gewesen. Das versuchen wir ja seit den letzten 1-2 Jahren loszuwerden, aber so richtig wird das glaube ich nie klappen. Meine Schwester meinte auch vor ein paar Tagen zu mir, dass sie glaubt, dass er sich mit jemand anderem viel besser behaupten könnte, weil er eigtl ein sehr extravertierter selbstbewusster Mensch ist. Nur wir zwei, wir sind in diesem Rollenschema einfach so drin...und ich fühle mich darin nicht wohl, er aber (denke ich) insgeheim schon. Er fühlt sich mit einer starken, vorgebenden Frau an seiner Seite sicher.

Daylight Daylight :
Ich kann im Allgemeinen schon Schwärmerei von langjährigen festen Beziehungen unterscheiden...ich habe schon das ein oder andere Mal während unserer Beziehung mal so oberflächlich für jemand anderes geschwärmt...aber nie so, dass diese Schwärmerei zu so einer Sinnkrise geführt hat...und das ist das, was mich jetzt so zum Nachdenken bringt. Vielen Dank auf jeden Fall auch für deinen Beitrag, ja, es stimmt schon, jetzt ist mal Zeit, über MICH nachzudenken...und nicht über ihn...

@sho :
Das klingt für mich nicht gut. Auf der einen Seite, daß es möglicherweise tatsächlich nicht so richtig passt. Auf der anderen Seite aber Dein Drang ihn zu formen. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll... das ist jedenfalls nicht so, wie es sein sollte.
Man kann Menschen sowieso nicht in dem Maße umformen. Dann macht einer oder machen beide sich etwas vor.
Der richtige Weg ist, daß Du selbst an Dir arbeitest - und auf diese Weise Veränderung am anderen bewirkst. Du ziehst an, was Du ausstrahlst - das trifft auch auf die Männer zu, die du anziehst.
Nein, das stimmt. So sollte es nicht sein. Dieser Drang hat ja auch stark nachgelassen, so dass ich eigtl dachte, wir "hätten es geschafft". Sind "angekommen". Aber so wirklich ist er glaube ich gar nicht weg und ich hab mir da evtl was vorgemacht...oder ich bin einfach nur schrecklich irritiert, weil ich ihn jetzt "fertig" geformt habe. Und jetzt stelle ich fest, dass es doch nicht so ist, wie ich es insgeheim will.

Da ist sehr viel Potential. Ändere Dich und Du änderst die Welt.
Danke für den Input. Da ist sehr viel Wahres dran...

Schau erstmal nach kleineren Angstschwellen in Deinem Leben. Überwinde die und tanke Selbstbewußtsein ... und dann traust Du Dich irgendwann an die große Schwelle...

Wie meinst du das nun?
 

Benutzer149005 

Ist noch neu hier
Als ich deinen Text gelesen habe, kamen mir sehr viele Stellen bekannt vor und ich habe meine Entscheidung auch schon getroffen bzw. ich befinde mich in der neuen Lebenssituation.

Mein damaliger Freund und ich waren knapp viereinhalb Jahre zusammen. Er war genauso lieb und Meinungslos, ich war diejenige, die unsere Beziehung vorantrieb und mich konstant weiterentwickelte. Er kam aus seinem Trott nicht heraus, ich musste ihn quasi immer als eine Art Vorbildfunktion unter die Arme greifen. War eher eine Mutter, die ihrem Kind beibringen musste zu laufen.

Letztendlich stand ich vor der Situation "Ist es das, was ich von meinem Leben, von meiner Beziehung erwarte, um glücklich zu sein?". Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, mich zu trennen, obwohl ich ihn nie verlieren wollte.

Aber nach 4 Jahren steht man vor der Entscheidung, ob derjenige der Partner für das Leben ist, so denke ich zumindestens. Wir beide haben natürlich schon Zukunftspläne geschmiedet.. Und alleine die Entscheidung, ob ich mit ihm zusammenziehen möchte, konnte ich nicht deutlich beantworten (ich lebe alleine, er bei seiner Mutter).

Dann habe ich mich getrennt, da es einfach zu viele Kleinigkeiten gab, die nicht stimmig waren und ich in den Jahren der Beziehung gemerkt habe, was ich von meinem Partner wünsche. Und es ist für mich sehr wichtig, Selbstständig zu sein, was leider bei ihm nie wirklich klappte.

Ich möchte mich weiterentwickeln und er war einfach in einem anderen Lebensabschnitt, mit dem ich in der Zukunft nie zurecht kommen könnte.

Also fiel mir gegen Ende die Entscheidung relativ "leicht", da wir beide einfach nicht kompatibel waren. Auch wenn er mein 2. Gegenstück in vielerlei Hinsicht war, passt es nicht für eine Partnerschaft.

Aus meinem Gefühl heraus tendierst du eher zu einem Nein in Bezug zu deinem Freund. Du hast diese Gefühle, ob es nicht jemanden gibt, der besser passt. Nach 6 Jahren sollte man schon sehr gefestigt sein und Sicherheit haben für sich. Du bist die vorantreibende Kraft, wünschst dir aber von Anfang an so sehr, dass du dich eher fallen lassen kannst..Dein Partner hat sich zwar positiv weiterentwickelt, aber die Tatsache, dass du ihn stetig formen musst, wäre für mich sehr anstrengend. Natürlich arbeitet man täglich an seiner Beziehung, aber Grundpfeiler, die man sich selber vorstellt, sollten immer irgendwie gegeben sein.

Wie wäre es, wenn ihr nicht zusammenwohnen würdet? Könntest du dich da leichter Entscheiden? Meistens ist es ja so, dass es immer komplizierter ist, wenn eben eine gemeinsame Wohnung mit dran hängt.
 

Benutzer81102  (31)

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Liebe Miz, auch danke für deinen Beitrag.

Ja, du triffst meine Gefühlswelt auf den Punkt.
Du bist die vorantreibende Kraft, wünschst dir aber von Anfang an so sehr, dass du dich eher fallen lassen kannst
Genauso ist es. Er umsorgt mich auf einer einfacheren Ebene. Bekocht mich, kümmert sich, trägt mir sozusagen alles hinterher usw. Aber diese richtige Anlehnung, dass ich weiß, dass er mir einen Rat geben kann, der mich überraschen/weiterbringen würde o.Ä....das fehlt...weil ich quasi seine "Mentorin" war und bin. Und es kotzt mich so an.

Nur dass ich ihn trotzdem liebe und es mir das Herz aus der Brust herausreißen würde, wenn ich mich trenne :frown: Er ist ein wunderbarer Mann. Sehr sehr hübsch, sehr lieb, sehr empathisch, klug, humorvoll, tut alles für mich...also was ist mit mir los, dass ich eine so sichere "Partie" aufgeben will?

Wenn wir nicht zusammenwohnen würden, wäre es viel viel einfacher für mich. Auf jeden Fall. So müsste ich ja auch meinen Wohnort wechseln, die Wohnung aufgeben, höchstwahrscheinlich die Katzen weggeben...das bringt mich grad schon wieder zum Heulen. Und ich kenne mein Leben überhaupt nicht ohne ihn. Er ist immer da gewesen. Es gab so viele sehr schwere Zeiten in meinem Leben in den letzten Jahren und er war immer da. Auf seine ruhige Art eben.
 

Benutzer81102  (31)

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Okay, da frage ich mich dann aber nur, zu welcher Lösung das führt. Zu einer Lösung für die Beziehung, dass ich dann sozusagen das Austoben woanders herhole, ohne mich trennen zu müssen? Oder zu einer (Ab-)Lösung?

Ich habe ein wenig das Gefühl, wenn ich eine solche Schwelle übertrete, dann wars das irgendwie. Entweder weil ich merke, ich bin wirklich zu sehr nach außen orientiert, oder weil ich merke, ich kann das alles nicht und selbst daran kaputt gehe, meinem Freund sowas angetan zu haben...das ist wie ne Beziehungspause. Muss man zu solchen Mitteln greifen, dann ist das der Anfang vom Ende. Das denke ich...

Es sei denn, man macht eine offene Beziehung draus, aber ob wir das wirklich könnten/wollten, weiß ich nicht.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hey Sommergewitter Sommergewitter ,

erstmal tut es mir total leid, dass du gerade eine so schwierige Zeit durchmachst. Da muss ich ja schon fast weinen, wenn dir bei dem Gedanken die Wohnung und die Katzen aufzugeben die Tränen kommen, ich kann das so gut nachempfinden.
Hast du Freundinnen, mit denen du darüber sprechen kannst? Es tut manchmal ziemlich gut, nicht nur virtuell eine tröstende Umarmung zu bekommen.

Zu deiner Situation:
Vieles kenn ich von mir, wenn es auch bei uns etwas anders ablief.
Ich hatte bei meinem (Ex)Freund, einem total lieben, bodenständigen und gutaussehendem Kerl, irgendwann richtig Panik bei dem Gedanken, dass wir uns nie trennen würden. Ich dachte "Und dann ist mein Leben vorbei? Das war's? Ich will doch noch etwas Anderes erleben.." Wir sprachen oft darüber, dass ich mir mehr Freiheit wünsche, "solange ich noch jung bin". Er konnte das leider gar nicht verstehen, und ich wollte nicht wahrhaben, dass es mir vor allem um Freiheit in Bezug auf meine Beziehung ging.
Eine sichere, feste Beziehung ist ein schönes Nest, was man um sich herum aufbauen kann, aber es kann auch zu einem Gefängnis werden.
Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber bei mir war es so, dass mir die vernünftige Haltung meines Ex zunehmend an die Nieren ging.
Mal nicht zur Uni gehen? Ohgottohgottohgott. Mal eine Nacht durchfeiern? Hilfe, wie geht denn sowas. Mal was Verrücktes machen? Nein. Die Nacht zum Tag machen und lange ausschlafen? Aber die Pflichten des Tages müssen doch erledigt werden! Es ging sogar soweit, dass er nach einem Besuch des Sexshops meinerseits sagte "Das ist halt wieder so etwas, was Eltern nicht gut finden würden". Die Aussage nahm er zwar zurück, aber gesagt hat er es trotzdem.
Das ist bei euch anscheinend nicht so, aber bei ihm (und seiner Familie) gab es nur einen richtigen Weg, nämlich den eigenen. Dass andere Menschen andere Vorstellungen haben, die genauso richtig sein können, war undenkbar.
Dazu kam, dass ihn viele Dinge nicht interessierten, über die ich gerne geredet hätte. Glaubst du eigentlich an Jesus? Ja nein schon, keine Ahnung, ist mir auch egal.
Ich bin eine Gerne-Unterhalterin und in meiner Familie ist das auch so üblich. Es ist schon ein Schlag ins Gesicht, wenn dein Freund bei einem gemeinsamen Essen nur daneben sitzt, aus den Fenstern schaut und am Ende sagt "Eigentlich interessiert es mich nicht so, worüber du und deine Mutter reden."
Letztendlich, und da führen unsere Geschichten wieder zusammen, war ich schlicht unbefriedigt. Unbefriedigt, was mein Leben anging, meine Unterhaltungen, meine Jugend, alles.
Es ist ein scheiß Gefühl, wenn man hofft, dass die Beziehung nicht für immer hält, weil irgendetwas nicht stimmt.
Aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich wahrscheinlich nie "einfach so" schlussgemacht. Dazu brauchte es meinen jetzigen Freund, der mir den Anstoß und die Kraft gab, das durchzuziehen.
Schluss machen ist Scheiße. Totaler Mist. So selten geht es wirklich friedlich auseinander. Was habe ich im Bett gelegen und geheult, weil ich dachte "Wie kann ich nur? Wie kann ich blöde Gans ihm das antun?".
Aber als ich es endlich, endlich hinter mir hatte, habe ich im ersten Moment nur Erleichterung gespürt. Das hat mir ganz eindeutig gezeigt, wie richtig das war. Die große Trauer kam später, und darüber hinweg bin ich auch noch lange nicht. Aber das ist normal, denke ich.

An deiner Beziehung hängen 6 Jahre, eine Wohnung, Katzen. An jeder Beziehung hängt etwas, was es schwer macht, sie aufzugeben. Bei mir waren es zB gemeinsame Freunde, da sein bester Freund mit meiner besten Freundin zusammen ist. Ich fragte eine andere Freundin ganz verzweifelt: Aber die Whatsapp Gruppen? Was mache ich mit denen? Und sie hat völlig richtig gesagt: Reed, darüber darfst du dir null Gedanken machen! Triff erst deine Entscheidung losgelöst von alldem, und für alles Andere findet sich eine Lösung.

Und das rate ich auch dir: lass alles andere erstmal außen vor. Triff deine Entscheidung unabhängig von Wohnung und Katze, und auch unabhängig von ihm. Ja, es ist scheiße, einen lieben Menschen traurig zu machen. Aber nein, das ist kein Argument für eine Beziehung. Auch für Katzen findet sich eine Lösung, die ihr beide zusammen finden werdet.

Eine Option wäre auch, erstmal nur mit ihm über deinen jetzigen Zustand zu reden. Wenn er es nicht ernst nimmt, das Fremdgehen erzählen. Dann wird er zumindest auch nicht aus allen Wolken fallen, wenn es doch zuende gehen sollte.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Da klingt für mich ehrlich gesagt das typische "The grass is always greener on the other side" heraus. So richtig weißt du ja selbst nichtmal, was dich stört.

Ich glaube ja ehrlich gesagt, kaum jemand ist vor solchen Gefühlen gefeiht. Selbst in den besten, jahrzehntelangen Beziehungen gibt es immer mal wieder Krisen, Zweifel, Affairen usw.
Man sollte sich vielleicht von dem Gedanken verabschieden, dass mit einem bestimmten Partner immer ALLES perfekt ist und alle eigenen Wünsche und Bedürfnisse gestillt werden.
Am Ende sehe ich da nur wenige Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann. Zum einen gibt es da halt die Leute, die aus genau diesem Grund von Beziehung zu Beziehung treiben auf der Suche nach mehr Perfektion (und sie doch meistens nicht finden).
Dann gibt es die Pragmantiker, die mal hier und da eine Affaire haben, in den Puff gehen, whatever.
Und am Ende vielleicht die meiner Meinung nach vernünftigste Alternative: Sich der Schwächen der eigenen Beziehung bewusst sein und ebenso dem Fakt, dass man diese grundsätzlich nicht aus der Welt bekommt.

Das es natürlich mit 24 vielleicht wirklich noch ein bißchen früh ist für eine so endgültig klingende Zukunftsplanung kann man aber wohl auch nicht von der Hand weisen. Vielleicht würde es das ganze schon ein bißchen entspannen, wenn ihr einfach mal offen über alles reden würdet, euch noch ein paar entspannte Jahre Zeit gebt mit der Hochzeit. Vielleicht wäre ja sowas wie eine offene Beziehung "light" was für euch, also das ihr euch da zumindest ein wenig Freiraum gebt, was Fremdknutschen oder was immer ihr vereinbart angeht und da mit dem Partner NICHT drüber redet, wenn etwas passiert.
 

Benutzer149005 

Ist noch neu hier
Ein kurzes Ausschweifen in eine andere Gefühlswelt und sich austoben kann mitunter, falls man sich danach wieder aufrafft, in der Zukunft zu neuen Problemen führen. Warum möchte man sich anderweitig Orientieren? Genau dasselbe schwebte bei mir auch im Kopf herum. Da stand meine Beziehung schon kurz vor dem Ende. Ich denke, wenn es soweit kommt, kann man sich nicht an den jetzigen Partner auf ewig binden. Ist aber auch nur meine Meinung. ;-)

Und ich kann dich absolut verstehen! Du liebst ihn wirklich sehr, er hat auch sehr schöne Seiten, die du unheimlich schätzt und er gibt dir das sichere Gefühl für die Zukunft. Da musst du wirklich abwägen, ob du in der Beziehung weiter aufgehen kannst oder ob sie dich in deinem Individuum begrenzt. Denn so sehr man an eine Beziehung arbeiten kann, alles ist eben nicht zu steuern.

Nachdem ich Single war, habe ich mich wirklich sehr ausgetobt und es kurzzeitig genossen - bis ich gemerkt habe, dass ich doch kein Single sein kann und mich nach einer Beziehung mit allem drum und dran sehne. Da wurde mir klar, der Schritt, sich von meiner langjährigen Beziehung zu trennen, war richtig, denn ich habe nicht das Singleleben vermisst sondern nur die richtige Beziehung/den richtigen Freund. Natürlich vermisse ich meinen ehemaligen Partner noch sehr, aber wir haben leider keine Zukunft miteinander.
 

Benutzer81102  (31)

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reed reed : danke für deinen Beitrag. Ich erkenne da viele Parallelen wieder...das mit der vernünftigen Haltung ist bei uns zwar kein Problem, aber eben diese Formbarkeit von ihm. Ich bin auch eine Gerne-Unterhalterin, ich könnte stundenlang über kleinste Kleinigkeiten philosophieren und diskutieren. Ich mache mir um alles und jeden Gedanken. Ich analysiere gerne. Ich habe Meinungen zu Themen und ich bin immer ehrlich und offen. Mein Freund ist in dem Punkt wirklich ganz anders, er redet nicht viel über Tiefergehendes, hat Hemmungen, seine eigenen Gedanken/Gefühle auszusprechen, spricht keine Schwächen von mir oder unserer Beziehung an und wie schon geschrieben...ich weiß, ich könnte ihn in wahrscheinlich jedem Thema nach ausreichendem Monolog meinerseits auf meine Meinung bringen. Wie das schon so oft geschehen ist.

Und ja, der Begriff unbefriedigt trifft es. Ich bin nicht unglücklich, ich leide nicht. Aber so richtig befriedigt bin ich auch nicht. Dafür gibt es dann doch wichtige Grundsätzlichkeiten, die ich mir anders wünschen würde...und ich glaube, ich habe in den ganzen 6 Jahren nie so wirklich klar geschaut, ob die Beziehung und sein (toller) Charakter wirklich das sind, was ich mir für MICH wünsche. Weil wir ja immer mit Änderungen/Entwicklungen von ihm beschäftigt waren. Aber ich habe immer den Satz gesagt "Dies/jenes muss sich noch ändern, damit ich das auf Dauer so möchte" (natürlich in lieb :ashamed:). Das spricht ja eigentlich auch Bände :frown:

Ja, ich versuche, die Konsequenzen erstmal außen vor zu lassen :frown: Ich weiß auch, dass ich das überhaupt nicht mit einbeziehen sollte. Auch nicht, wie es ihm das Herz herausreißen würde, immerhin haben wir uns versprochen zu heiraten. Wir haben bis vor einer Woche noch ganz selbstverständlich in Zukunftsträumen gehangen. Puh...:depri:
Aber ich halte es eh erstmal mit dem Rat von Sho und warte ab, was das Restjahr noch so bringt. Dann hat er auch im Januar noch Geburtstag...und danach will ich eine Entscheidung treffen. Ich habe nur irgendwie Angst, dass diese emotional besetzte Zeit mit Weihnachten, Neujahr usw. mich wieder wegtreibt und "einlullt". Aber da wir eh erstmal nicht heiraten, wäre das im Grunde ja auch nicht schlimm. Ich habe immer daran geglaubt, dass man dem für sich richtigen Weg irgendwann nicht mehr ausweichen kann...entweder ich fühle mich wieder wohl und weiß, es war eine Selbstfindungs-Spinnerei-Reflektion oder dieses ungute Gefühl kommt wieder...

Geredet habe ich mit ihm schon darüber. Erst wollte ich es mit mir selbst ausmachen (ich bin ja nicht fremdgegangen, das wollte ich an dieser Stelle nochmal klarstellen), aber am Montag ging es mir so unfassbar schlecht, dass ich es einfach ansprechen musste. Er weiß ganz offen über alles Bescheid, so wie letztes Jahr in der Krise auch. Und es tut ihm sehr weh, er fühlt sich total hilflos und hat Angst. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass er mir die Zeit auf jeden Fall geben wird, herauszufinden, was ich will und wohin mein Weg führt. Aber man merkt, dass er sehr stark die Augen verschließt davor, dass ich mich evtl. auch mit einer Trennung auseinander setzen könnte. Für ihn lief alles "wunderbar". Ja, im Grunde lief es ja für ihn auch immer alles wunderbar, weil er mich so liebt wie ich bin und nie was an mir auszusetzen hatte...was mich schon wieder nervt, wenn ich das schreibe :frown: Und gleichzeitig ist es einfach auch so toll, jemanden zu haben, der einen komplett und gänzlich akzeptiert, so wie man ist :frown:

Schweinebacke Schweinebacke : die Angst habe ich natürlich. Dass ich mich am Ende auf die Suche nach jemand "besser Passendem" begebe und dabei feststelle, dass es keinen gibt. Auf der anderen Seite ist es ja auch nicht so, als gäbe es keine Probleme bei uns. Wir haben zwar keine Dramen (mehr) und fühlen uns wohl miteinander, aber einer meiner Grundwünsche ist unbefriedigt und das schon immer. Aber natürlich muss ich für mich abwägen, wie wichtig mir dieser Grundwunsch ist, denn es wird nie einen Mann geben, der alles zu meiner Zufriedenheit erfüllt.
[DOUBLEPOST=1417697108,1417696998][/DOUBLEPOST]
Das es natürlich mit 24 vielleicht wirklich noch ein bißchen früh ist für eine so endgültig klingende Zukunftsplanung kann man aber wohl auch nicht von der Hand weisen. Vielleicht würde es das ganze schon ein bißchen entspannen, wenn ihr einfach mal offen über alles reden würdet, euch noch ein paar entspannte Jahre Zeit gebt mit der Hochzeit. Vielleicht wäre ja sowas wie eine offene Beziehung "light" was für euch, also das ihr euch da zumindest ein wenig Freiraum gebt, was Fremdknutschen oder was immer ihr vereinbart angeht und da mit dem Partner NICHT drüber redet, wenn etwas passiert.

Das wäre vielleicht noch eine Option...ich weiß ja wirklich noch nicht, was ich will. Und wenn ich es klarer sehe und dann denke, dass ich meinen Freund wirklich halten will, dann würde ich ihm das ggf. schonmal vorschlagen...ich hab nur das dumpfe Gefühl, dass es nicht wirklich an meinem Wurzelproblem greift, aber sicher bin ich da nicht...
 
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