12 Stunden arbeiten am Tag

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Der Job in dem Bereich ist so oder so Familien- und Beziehungsunfreundlich. Wem das wichtig ist, der wird in dem Bereich ja auch gar nicht erst anfangen. Gibt's ja noch eine ganze Reihe Berufe mehr...

Stimmt :zwinker:
Da hab ich aber auch schon bei der Berufswahl drauf geachtet.
Nichtsdestotrotz gibt es sowas "bei uns" auch.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Stimmt :zwinker:
Da hab ich aber auch schon bei der Berufswahl drauf geachtet.
Nichtsdestotrotz gibt es sowas "bei uns" auch.
Klar - Augen auf bei der Berufswahl. Wobei sich das ja auch ändern kann. Mich hat früher weder Frühdienst, Spätdienst, noch Nacht- und Wochenenddienst gejuckt. Würde ich heute auch nicht mehr machen - man wird ja auch älter... :zwinker:
 

Benutzer505 

Team-Alumni
Sicherlich lässt sich Rettungsdienst und Pflege nicht 1:1 vergleichen, aber so rein vom gesunden Menschenverstand würde ich mal schätzen, dass im RD im Zweifel mehr Ausnahmen möglich sind, als in der Pflege - geht ja eigentlich nichts anders. Und auch bei uns werden diese Ausnahmen gern mal genommen. Als Ausnahme, aber nicht als Dauerzustand.

Dein Modell läuft jetzt keine 3 Monate, ich wäre sehr vorsichtig das so früh als erfolgreich anzusehen. Eine Arbeitsbelastung von 84 Wochenstunden (!) wird sich früher oder später auch dann rächen, wenn danach eine Woche frei angesagt ist. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass die Mitarbeiter da an Tag 5 oder 6 genau so motiviert und produktiv sind wie an Tag 1 - und du weißt selbst, dass das im sozialen Bereich nicht durch Zahlen belegbar ist. Wir haben sehr viele Heime hier und das, wo entspanntes, vernünftig arbeitendes, nicht überfordertes und motiviertes Pflegepersonal rum rennt, hab ich noch nicht gefunden. Und da arbeitet keiner geplante 84 Wochenstunden..
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nein, so richtig kann man dazu noch nichts sagen. Ich denke, nach einem Jahr kann man ein realistischeres Feedback geben.

Wie gesagt - bisher kann ich zum Thema Motivation und Produktivität nichts Negatives berichten, die Kollegen vor Ort auch nicht. Kann möglicherweise noch kommen. Ich denke, ein wesentlicher Punkt ist dabei auch, dass die das ja selber so wollen.

Ich weiß leider auch, wie es in vielen anderen Häusern aussieht, wobei mir nur zum Teil klar ist, warum das eher ins Negative geht. Der Rahmen ist relativ eng, aber man kann ihn nutzen. Warum das viele nicht tun - keine Ahnung.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Der Aspekt Gesundheit sollte nicht vergessen werden: Die Mitarbeiter haben im 7/7 Modell eine extrem nach dem anderen. Ich weiß nicht inwiefern das auf Dauer auf den Biorhythmus und die allgemeinen Krankentage schlagen wird.
 

Benutzer40590  (42)

Sehr bekannt hier
on mir, sondern von den Mitarbeitern selbst, die machen das also völlig freiwillig und auf eigenen Wunsch.

Kann ich mir gut vorstellen, auch ich kenne das so das einige Schichten freiwillig auf 12h ausgedehnt wurden, damit eine Schicht eben einen freien Tag mehr hat (wir haben zum Beispiel die Wochenendschichten auf 12h ausgedehnt um der jeweiligen Samstag Nachtschicht frei zu geben).

Ich finde ehrlich gesagt beide Systeme nicht so toll, allerdings ist es eben bei Vollkonti bzw. auch Wochnenddiensten nicht machbar eine Regelung zu finden die wirklich jedem passt.

Von den genannten finde ich persönlich die 7 Tage á 12h besser, von ner freien Woche hat man mehr als von 2 freien Tagen alle 2 Wochen (und das man kurze Tage hat hilft einem bei den Zeiten in der Spätwoche auch nicht soviel - morgens brauchst nichts groß anfangen bzw es ist keiner da, nachmittags/abends ist gelaufen).

Im Endeffekt muss man schauen was die Mitarbeiter selber am angenehmsten finden, es gibt da zwar niemals eine einheitliche Meinung aber irgendwie muss man da ja entscheiden.

Andere Alternativen gibt es nicht ? Evtl sogar ein Mischsystem ? Müssen die freien Tage auf ein Wochenende fallen (weil dann z.B. weniger Personal benötigt wird) ? Muss ein 24/7 System sein, oder ?
Ich hab schon x Systeme selber gemacht - toll ist keines aber es gibt Möglichkeiten das annehmbar zu gestalten, wobei das natürlich sehr individuell zu sehen ist.

Ich denke, ein wesentlicher Punkt ist dabei auch, dass die das ja selber so wollen.

Das denke ich auch, wenn ich in einem System arbeiten kann was meinem persönlichen Lebensrhythmus am ehesten entspricht bin ich besser zufrieden und sicherlich leistungsfähiger als wenn mir das komplett gegen den Strich geht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Würde mir ein potentieller oder tatsächlicher Arbeitgeber vor die Wahl zwischen diesen beiden Arbeitszeitmodellen stellen, würde ich ihm einfach nur einen Vogel zeigen und mir einen Job mit akzeptablen Arbeitszeiten suchen.
Ich habe weder Lust auf Arbeitszeiten, die das Engagement in meinem Sportverein und ähnliche Dinge unmöglich machen, noch auf Arbeit am Wochenende und freie Tage irgendwann, wenn all meine Freunde arbeiten. Wo bleibt denn da noch Platz für ein Sozialleben, für Hobbies, für die Familie (wenn ich denn eine hätte), usw.?

Da ich nicht lebe, um zu arbeiten, sondern arbeite, um zu leben, bin ich mit meiner aktuellen Regel-Arbeitszeit von 37,5h pro Woche und einem Arbeitszeitmodell irgendwo zwischen Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit schon eher zufrieden... :zwinker:
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Irgendwie gehen manche Meinungen hier total gegenläufig zu meinen Erfahrungen. In der Branche herrscht ein absoluter Fachkraftmangel, im Schnitt kommen auf 1 Bewerber rund 10 Jobangebote. Man muss sich also schon positionieren.

Nun habe ich aber bisher mit dem alten Modell noch nie einen Mitarbeiter verloren, noch hat es einen Bewerber irgendwie abgeschreckt. Von daher bin ich etwas überrascht, wie viele hier doch ein Problem mit 12 Tagen Dienst am Stück hätten - die ja nur bei einer Vollzeitstelle zum Tragen kommen.

Nun, vermutlich spielt doch massiv hinein, dass Pflegekräfte da grundsätzlich anders zu ticken scheinen. Aber für mich ist das allemal sehr interessant. Muss man ja wissen, wenn man auch in anderen Bereichen, als den sozialen, unterwegs ist. Wobei wohl die Dienstabdeckung in der "freien Wirtschaft" deutlicher weniger komplex ist und damit in der Arbeitszeitgestaltung auch ganz andere Möglichkeiten lässt.

Danke Euch bis hierhin für die vielen Meinungen. :zwinker:
 

Benutzer91114  (31)

Verbringt hier viel Zeit
Nun, vermutlich spielt doch massiv hinein, dass Pflegekräfte da grundsätzlich anders zu ticken scheinen.

Nicht zwingend, hier würden solche Arbeitszeiten auch in der Pflege nicht funktionieren, wir haben maximal 6 Tage am Stück und 2 Wochenenden im Monat (in manchen Kantonen max. 7 Tage am Stück) bei Vollzeit. Ausserdem haben wir SEHR viele Pflegekräfte aus Deutschland, die sich über die sehr bescheidene Arbeitssituation in ihrem Heimatland beschweren.

Ich denke einfach, dass die Pflegenden, welche sich in D für den Beruf entscheiden sich schon vorhinein mit den Arbeitszeiten bekannt machen müssen und von daher "gar keine andere Wahl haben". Ich persönlich hatte den Beruf in Deutschland nicht gewählt, da hätte ich mich in einer andere Branche ausgebildet.
 

Benutzer64981  (33)

Meistens hier zu finden
Also ich finde beide Modelle irgendwie 'gut' - könnte mit beidem leben, würde man mir die Auswahl geben. Gemünzt auf mein aktuelles Freizeitverhalten würde mir das erste Modell eher liegen, da ich abends gerne ins Fitness gehe, und das öfter klappen würde. Arbeite übrigens aktuell im sozialen Bereich - da ist man Schichtmodelle, die gerne mal 'angepasst' werden, gewohnt :zwinker:

Off-Topic:
Ich bin aber auch einer der seltenen Menschen, die sich über 84 Urlaubstage, einer 75% Stelle und Traumarbeitszeiten beschwert und lieber richtig schuften würde :zwinker:
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Mir geht es ähnlich wie den meisten hier. Ein weiterer Grund warum ich freiberuflich sehr sehr gerne arbeite. Ich habe grundsätzlich keine Probleme mit so langen Arbeitszeiten oder langen Wochen. Die habe ich auch öfter mal. Der Unterschied besteht für mich eben darin, dass ich zum einen direkt sehe wofür ich das mache (konkret gestellte Rechnungen). Und zum anderen entscheide ich selbst frei über diese Einteilung und kein Chef zwingt sie mir auf.

Aber zurück zu deinem Modell. Ich denke dieses schiefe Bild kommt wohl wirklich daher, dass wohl nur ein sehr sehr geringer Teil der User dieses Forums aus diesem Arbeitsfeld stammen und ein geregeltes 7/16 Arbeitsleben haben. Der Großteil wird vielleicht sogar in einer <40 Stunden Woche arbeiten, ein Umstand der mir aus dem Medienfeld traumhaft vorkäme. Davon würde ich mich nur bedingt beeinflussen lassen. Mach lieber eine (anonyme) Mitarbeiterbefragung, da erfährst du wohl spezifischeres.
Jeder sucht sich seinen Job nach Fähigkeiten und Passion aus. Und in dem Bereich der Pflege ist ein hohes Maß Passion notwendig. Daher verstehe ich, dass deine Mitarbeiter mit dererlei Bedingungen leben können. Sie haben sicherlich auch ihr Privatleben daran angepasst. Denoch würde ich mal überlegen ob man die Zyklen nicht etwas verkürzt, bzw was dagegen spricht diese nicht ganz so ins Extreme zu treiben.
 

Benutzer53338 

Meistens hier zu finden
Ich arbeite seit einiger Zeit 12 Stunden und mehr am Tag und mache Überstunden ohne Ende - ich würde die erste Variante vorziehen, da ich es weniger schlauchend finde. Lieg aber vielleicht auch daran, dass in meinem Beruf die (psychische) Belastung extrem hoch ist. Denn so 12 Stunden lange am Stück, da macht man irgendwann schlapp auch mit 7 Tagen frei. Ich habe erst mit 75% angefangen zu arbeiten und seid einiger Zeit nun 100 % - kurze Arbeitszeiten haben eben auch den Vorteil das die Konzentration durchgehend da ist. Jetzt bei 100 % merke ich eben schon, wie es ab nachmittags stetig runter geht.
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Der Aspekt Gesundheit sollte nicht vergessen werden: Die Mitarbeiter haben im 7/7 Modell eine extrem nach dem anderen. Ich weiß nicht inwiefern das auf Dauer auf den Biorhythmus und die allgemeinen Krankentage schlagen wird.
Off-Topic:
Kein Problem: Wenn sie die Leistung nicht mehr erbringen, werden sie Frührentner. :zwinker:


Ich wäre durchaus zu haben für außergewöhnliche Arbeitszeitmodelle - solang die Arbeit außergewöhnlich interessant ist. Sonst eher nicht.
Freiwilligkeit ist immer relativ, und manchmal muss man die Arbeitnehmer auch vor sich selber schützen.
 
S

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Man muss von erwachsenen Menschen schon erwarten können, dass diese ihren Willen artikulieren können - sonst wird's schwierig.

Was ist mit Gruppenzwang oder ähnlichem? Austauschbarkeit usw? Ich glaube nicht, dass jeder seiner Art und Vorstellung im Beruf freien lauf lässt. Alter hin oder her.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Also als Studentin weiß ich, wie es ist, wenn man lange Phasen hat, die nicht von außen strukturiert sind (vorlesungsfreie Zeit). Und ich kenn mich genug, als dass ich weiß, dass mich 7 freie Tage nerven würden. Vor allem, wenn ich die dann brauchen würde, um mich von der Stresswoche zu erholen. Also ich würde in so einem System mit 12 Stunden wahrscheinlich in der Woche ganz schön abkacken und danach 7 Tage rumgammeln, um das wieder reinzukriegen. Auch stell ich mir das sehr schwierig vor, wenn man mal privaten Stress hat. Da ist jemand in der Familie krank oder man selber schleppt was rum und dann muss man 7 Tage volle Power bringen oder kommt nicht auch mal abends kurz weg. Auch würde man ja seine Familie und Freunde kaum sehen. Insofern würd ich bei dem Modell vermutlich zu gar nichts mehr kommen.
Ich würde also lieber kürzere Schichten arbeiten und dafür den halben Tag frei haben. Damit kann man dann auch vernünftig den Hobbies nachgehen und für Freunde und Familie da sein. Ich hab auch unter der Woche gerne Zeit für Besorgungen und sowas. Und Urlaub hat man ja trotzdem noch, wie in einem normalen Job. Aber eine Woche morgens, eine Woche abends ist auch extrem grenzwertig, denn man schafft sich ja ein soziales Umfeld auch nach der freien Zeit. Und das fällt dann immer jede zweite Woche weg.
Ich find auch beide Modelle extrem bescheuert, aber würde das kürzere wählen, wenn ich müsste.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:


Was ist mit Gruppenzwang oder ähnlichem? Austauschbarkeit usw? Ich glaube nicht, dass jeder seiner Art und Vorstellung im Beruf freien lauf lässt. Alter hin oder her.
Sorry, aber da hält sich mein Verständnis in Grenzen. Ich kann im Rahmen von unternehmerischen Entscheidungen und Mitarbeiterführung schlecht die Glaskugel befragen. Wer nicht in der Lage ist, sich zu äußern, dem ist letztlich auch nur schwer zu helfen.
Mal davon abgesehen, dass ich Arbeitnehmer, die immer gleich zu allem Ja und Amen sagen, extrem uninteressant finde.
 

Benutzer40590  (42)

Sehr bekannt hier
Aber eine Woche morgens, eine Woche abends ist auch extrem grenzwertig, denn man schafft sich ja ein soziales Umfeld auch nach der freien Zeit.

Naja, so ist das aber nunmal in jedem Beruf der Schichten verlangt, in Vollkontimodellen eher noch schlimmer.
 
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