11. Oktober - internationaler Mädchentag

Benutzer90972 

Team-Alumni
Der internationale Mädchentag soll als weltweiter Aktionstag auf die Bedürfnisse und Probleme von Mädchen auf der ganzen Welt aufmerksam machen und ihre Rechte stärken. Mädchen sollen die gleichen Rechte und Chancen haben wie Jungen. Im Dezember 2011 hat die UNO den 11. Oktober zum "Day oft the Girl Child" erklärt.

Seinen Ursprung hat dieser Tag in der Kampange "Because I am a Girl". Die Initiatorin verweist auf der Homepage von "Because I am a Girl" auf die Erfahrungen, die sie selbst auf ihren Reisen, beispielsweise nach Nepal und Indien, gemacht hat. Sie selbst sehe sich als Anwältin der Mädchen und möchte, dass die ganze Welt das Schicksal der Mädchen wahrnimmt, die sich nicht frei entfalten können. Um die Grundlage dafür zu schaffen, wird unter anderem die Einführung einer weltweiten 9 jährigen Schulpflicht für Mädchen gefordert.

Im Jahr 2015 thematisiert der "UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V." anlässlich des internationalen Mädchentages Zwangsverheiratung . In einigen Regionen der Welt sind Kinderehe und die damit verbundenen Belastungen, Ängste und der in dieser Ehe stattfindende Missbrauch leider immer noch Teil des Alltages viel zu vieler Mädchen. Für ein Mädchen in Südsudan ist es drei Mal wahrscheinlicher, an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als die Grundschule abzuschließen.

39. 000 Mädchen sollen weltweit pro Tag (!) zwangsverheiratet werden. Jährlich sollen es 14,1 Millionen sein. Auch mitten in Europa, in Deutschland, werden junge Mädchen vor ihrer Volljährigkeit in eine Ehe gedrängt, weil die Familie es so wünscht. Es handelt sich dabei keinesfalls um eine "Dritte-Welt-Problem".

Am kommenden Wochenende und besonders am Sonntag, dem 11. Oktober, soll es nicht nur in verschiedenen Städten Mädchenfeste geben. In deutschen Städten und weltweit werden Wahrzeichen und Gebäude in pinkem Licht erstrahlen. Die Lichtinstallation soll am Berliner Funkturm, dem Karlstor in München , dem historischen Schiff Rickmer Rickmers in Hamburg sowie dem Schloss Mainau auf der Insel Mainau auf den Mädchentag aufmerksam machen. Das Pinke Licht soll dabei nicht nur als bindendes Element der bundesweiten Aktion sein. Es ist ein Symbol für "Power, Lebensfreude und Mut zur Offensive". Dem typischen Rollenklischee wollen die Veranstalter damit entgegentreten. Bis zu Beginn des 20. Jahrhundert sei Pink eh eine männliche Farbe gewesen, weil die Farbe als entschlossen und stark gilt.


#morethanpink #becauseiamagirl


Die Seite Pinkstinks.de kritisiert die Farbgebung und ruft mit einer entsprechenden Bilderaktion und dem Hashtag #morethanpink dazu auf, die Mädchen nicht nur auf Pink zu beschränken. Bilder, wie das hier gezeigte vom Kölner Dom , können bei Pinkstinks ausgewählt werden. Sie sollen dann mit den entsprechenden Hashtags in den sozialen Netzwerken verbreitet werden. Wir machen auch mit. :smile:

Gibt es in eurer Stadt am Sonntag auch eines der pinken oder #morethanpink Wahrzeichen? Macht ein Foto und ladet es in diesem Thread hoch*!
Oder findet ihr die Aktion und den Aktionstag an sich vielleicht völlig albern und sinnlos?


*Wer nicht möchte, dass das Wahrzeichen/der Wohnort mit dem Usernamen in Verbindung gebracht wird, kann das Bild auch gerne an mich schicken. Ich füge die Bilder dann zusammen ein. :smile:



Quellen und Links zum Weiterlesen:
Homepage von Because I am a Girl
Link wurde entfernt
Link wurde entfernt Die Welt ist bunt #morethanpink
Presseportal: Welt Mädchentag2015
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer90972 

Team-Alumni
Es wird dunkel draußen! Habt ihr schon ein pinkes oder buntes Gebäude entdeckt? :smile:
 

Benutzer156691  (41)

Ist noch neu hier
39. 000 Mädchen sollen weltweit pro Tag (!) zwangsverheiratet werden. Jährlich sollen es 14,1 Millionen sein. Auch mitten in Europa, in Deutschland, werden junge Mädchen vor ihrer Volljährigkeit in eine Ehe gedrängt, weil die Familie es so wünscht. Es handelt sich dabei keinesfalls um eine "Dritte-Welt-Problem".

Natürlich passiert es auch in Deutschland. Aber sind da auch deutsche Mädchen dabei?
Ich würde sagen die Zahl geht gegen null. Dieses Problem wurde in die europäischen Länder "importiert".
Und leider kann man sehr wenig dagegen tun. Außer ein wachsames Auge zu haben und entsprechende Aktivitäten den Behörden zu melden. Aber man bekommt in den seltesten Fällen etwas davon mit.
Ich will damit aber nicht, z.B. die Türkei, als "Drittes-Welt-Land" bezeichnen. Auch wenn es mir manchmal so vor kommt.

Gibt es in eurer Stadt am Sonntag auch eines der pinken oder #morethanpink Wahrzeichen? Macht ein Foto und ladet es in diesem Thread hoch*!
Oder findet ihr die Aktion und den Aktionstag an sich vielleicht völlig albern und sinnlos?

Gibt es in unserer Stadt nicht (wohl zu klein) und ich höre heute zum erstenmal davon.

Besser ein Tag, als gar kein Tag. Aber ich meine, für viele Menschen ist es ein Alibitag.
Am selben Tag ist übrigens noch der "Coming Out Day".
Und am 05.10 war der "Tag der Seifenblasen" :confused:

An jedem Tag ist irgendetwas und am nächsten Tag ist es vergessen.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Natürlich passiert es auch in Deutschland. Aber sind da auch deutsche Mädchen dabei?
Ich würde sagen die Zahl geht gegen null.
Kommt drauf an, wie du "deutsche Mädchen" definierst. Wenn du sie über die Staatsangehörigkeit, ihre Geburt in Deutschland definierst, betrifft es mehrere 100 im Jahr. Und die Dunkelziffer ist unglaublich hoch.
Wenn du sie über die Herkunft der Großeltern und Eltern definierst wird die Zahl etwas geringer, das stimmt.

Dieses Problem wurde in die europäischen Länder "importiert".
Das würde ich nicht unterschreiben. Auch in EU-Ländern wie Griechenland, in den orthodoxen Gemeinschaften oder sehr konservativen christlichen Gemeinden kann man noch von Zwang sprechen. In einigen hinduistischen Gemeinschaften werden Ehen in Europa auch noch so "klassisch" geschlossen. Es beschränkt sich auch in Deutschland nicht nur auf islamische Familien, auch wenn die Zahlen dort am höchsten sin. Zwang gibt es in Deutschland meist nicht in der Art (Verkauf von Mädchen oder Androhung von Gewalt), wie sie einem in den Medien immer wieder ins Bewusstsein gerufen wird. Wenn die Gemeinde und die Familie, die das soziale Netz, den kompletten Rückhalt für ein junges Mädchen bieten, einen Mann vorschlägt und es üblich ist, sich an den Vorschlag der Eltern zu halten, werden viele (besonders junge) Mädchen dem zustimmen, obwohl es eigentlich gar nicht ihr Wunsch ist. In solchen Fällen (und das sind in Deutschland die, die am häufigsten vorkommen) kann man auch vom stillen Zwang sprechen. Er wird nicht ausgesprochen, ist aber da und gerade für das Mädchen/die junge Frau deutlich spürbar. Erreicht eine junge Frau ein Alter, wo "man doch schon längst verheiratet sein müsste", wächst der Druck wiederum auf andere Art und einer vorgeschlagenen Ehe wird eher zugestimmt. Das zeigend die Erfahrungen aus den entsprechenden deutschen Beratungsstellen wie Hennamond.ev oder Terre de femmes, deren Kontaktdaten kann man übrigens auch in unserer Sammlung von Beratungsstellen finden.

Und leider kann man sehr wenig dagegen tun. Außer ein wachsames Auge zu haben und entsprechende Aktivitäten den Behörden zu melden. Aber man bekommt in den seltesten Fällen etwas davon mit.
Aufmerksam sein (gerade vor den Sommerferien!), das Verhalten von jungen Mädchen beobachten und sensibel auf Veränderungen/ Rückzug reagieren, sind die Dinge, die jeder im pädagogischen Bereich und aus dem sozialen Umfeld tun kann. Es gibt auch sehr gutes Infomaterial, das Handlungstipps im Verdachtsfall erläutert.

Das es eben nicht nur Familien mit islamischem Hintergrund betrifft, habe ich eingangs schon erläutert.


Mich hat übrigens bisher ein Bild erreicht! Ein bisschen warte ich noch. Vielleicht kommt ja doch noch eins dazu. :engel:
 
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