Wissenswertes „Wie sehr muss er mich lieben ...

Benutzer38494 

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„Wie sehr muss er mich lieben, dass er mich trotz dessen geheiratet hat?“
... eine ganz normale frage ... mit einer ganz besonderen bedeutung.

antje braucht eine 24-stunden-assistenz aufgrund einer muskelkrankheit.

„Unser Glück dauerte nur einen kurzen Moment als wir geheiratet hatten. Seitdem haftet mein Mann voll für meine behinderungsbedingten Kosten mit und wurde deshalb mit mir in die Armut getrieben“, sagt die Sozialpädagogin. Ihr Haus auf der Schwäbischen Alb haben Rüdiger Fischer und seine Frau deshalb verloren, gemeinsam dürfen sie lediglich 3.200,-- Euro sparen.

http://www.3sat.de/page/?source=/besondersnormal/176255/index.html

das bundesteilhabegesetz soll 2017 eingeführt werden.
 

Benutzer135918 

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Oh je , dass es so schlimm ist ist mir gar nicht bewusst gewesen.
 

Benutzer137374  (49)

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„Wie sehr muss er mich lieben, dass er mich trotz dessen geheiratet hat?“
Ich wuerde die Frage anders formulieren. "Wie daemlich ist der Mann, der mich geheiratet hat?" Zumal sie die Idee der Heirat anscheinend nicht verstanden haben. Diese ist kein Gradmesser fuer die Liebesintensitaet, sondern ein Bekenntnis vor der Gesellschaft, um dann deshalb durch diese (Steuern zB) bevorteilt zu werden. Wenn das Gegenteil der Fall ist, heiraten nur Idioten.
 

Benutzer38494 

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Ich wuerde die Frage anders formulieren. "Wie daemlich ist der Mann, der mich geheiratet hat?" Zumal sie die Idee der Heirat anscheinend nicht verstanden haben. Diese ist kein Gradmesser fuer die Liebesintensitaet, sondern ein Bekenntnis vor der Gesellschaft, um dann deshalb durch diese (Steuern zB) bevorteilt zu werden. Wenn das Gegenteil der Fall ist, heiraten nur Idioten.

ok, wenn ich deine worte richtig interpretiere, ist deiner meinung nach dann also jemand der jemanden mit einer behinderung heiratet automatisch ein idiot und man heiratet nur wegen der steuer, weil man öffentlich ein bekenntnis ablegt.
mit liebe hat also im grunde eine heirat nichts wirklich zu tun.
im umkehrschluss müsste also jeder ein idiot sein, der, wenn sein partner oder seine partnerin während der ehe schwerst erkrankt, dieser sich dann NICHT scheiden läßt?
interessanter denkansatz! :confused:

ich halte es eher für pervers, wenn man derart von der gesellschaft als idiot abgestempelt wird.
schlussendlich geht es um nichts anderes wie um das bundesteilhabegesetz und darum, das sogar ein behinderter auch mal ganz normal auf ein auto, einen urlaub oder ähnliches sparen möchte ... und auch darum, das der ehepartner nicht sein haus verkaufen muss, nur weil da jemand behindert ist/wird. :smile:
 

Benutzer137374  (49)

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ok, wenn ich deine worte richtig interpretiere, ist deiner meinung nach dann also jemand der jemanden mit einer behinderung heiratet automatisch ein idiot und man heiratet nur wegen der steuer, weil man öffentlich ein bekenntnis ablegt.
mit liebe hat also im grunde eine heirat nichts wirklich zu tun.
im umkehrschluss müsste also jeder ein idiot sein, der, wenn sein partner oder seine partnerin während der ehe schwerst erkrankt, dieser sich dann NICHT scheiden läßt?
interessanter denkansatz! :confused:
ich halte es eher für pervers, wenn man derart von der gesellschaft als idiot abgestempelt wird.
Also entweder hast Du mich, ich Dich oder ich den Artikel nicht richtig verstanden. Es ging doch darum, dass die (ueberfluessige) Heirat gravierende negative materielle Konsequenzen hatte. Ich halte die verantwortlichen Gesetze auch fuer kritikwuerdig, aber wenn man um solche Konsequenzen weiss (und die Person war ja schon vor der Heirat behindert), dann heiratet man doch nicht. Und dann dieses idiotische Verhalten mit "wie sehr muss er mich lieben" zu kommentieren, schiene mir abwegig. Das heisst nicht, dass ich nicht der Ansicht bin, dass Liebe Basis einer Ehe sein sollte. Liebe ist notwendig aber doch nicht hinreichend (es sei denn, man hat einen an der Waffel).
 

Benutzer143177 

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Ich finde die Regelung an sich, dass ein behinderter Mensch nicht sparen darf und dann auch noch der Ehepartner "bestraft" wird, natürlich auch nicht richtig, aber ich verstehe ganz ehrlich auch nicht, warum man dann heiratet, wenn einem bewusst ist, dass man sich danach nichts mehr leisten kann, seine Lage enorm verschlechtert und man sein Haus verliert etc pp. Lieben kann man sich auch so, dazu muss man nunmal nicht heiraten. Die Gründe, aus denen ich mal heiraten möchte, sind auch eher formaler Natur, würden ich und mein Partner durch eine Heirat riesen Nachteile haben, würde ich darauf verzichten. Der Liebe bringt ne Hochzeit im Grunde nichts.
Aber das ist ja nicht gleichbedeutend damit, dass man die Regelung gut findet, nur wenn es sie eben gibt, muss man sich (leider) drauf einstellen und sich nicht das Leben noch schwerer machen.
 

Benutzer135918 

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Nun ja was ist mit Gläubigen ?

Die Ehe gilt als Heilig und als ultimativer Beweis der Liebe vor Gott.

Auch Rechtlich hat sie gerade für behinderte Menschen auch Vorteile . Ich sage nur Patientenverfügung und Erbschaft.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Angesichts der derzeitigen rechtlichen Lage halte ich es schon für nicht gerade schlau, zu heiraten, wenn man weiß, dass man sich dadurch geradeweg ins finanzielle Verderben stürzt.
Man kann doch auch ohne Trauschein eine wundervolle Beziehung führen.

Trotz all der emotionalen Aufladung ist eine Hochzeit nunmal in erster Linie ein Vertragsabschluss zur Absicherung der Partnerschaft, oder der Familie. - Und einen solchen Vertrag schließt man doch nicht ab, wenn er einem überwiegend Nachteile bietet.

Allerdings ändert das natürlich nichts daran, dass die aktuelle rechtliche Lage absolut inakzeptabel ist und hier ganz dringender Handlungsbedarf besteht.
 

Benutzer38494 

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Also entweder hast Du mich, ich Dich oder ich den Artikel nicht richtig verstanden. Es ging doch darum, dass die (ueberfluessige) Heirat gravierende negative materielle Konsequenzen hatte. Ich halte die verantwortlichen Gesetze auch fuer kritikwuerdig, aber wenn man um solche Konsequenzen weiss (und die Person war ja schon vor der Heirat behindert), dann heiratet man doch nicht. Und dann dieses idiotische Verhalten mit "wie sehr muss er mich lieben" zu kommentieren, schiene mir abwegig. Das heisst nicht, dass ich nicht der Ansicht bin, dass Liebe Basis einer Ehe sein sollte. Liebe ist notwendig aber doch nicht hinreichend (es sei denn, man hat einen an der Waffel).
anscheinend verstehe ich dich nicht.
offenbar haben wir unterschiedliche sichtweisen und standpunke. :zwinker:

ich zum beispiel bin absolut der meinung, das man gerade in der heutigen zeit nur noch aus liebe heiraten kann/sollte, denn im großen und ganzen ist man nicht mehr wie vor 200 jahren auf einen ernährer angewiesen und muss eine schatztruhe an geschirr und aussteuer mit in die ehe bringen oder muss eine mitgift gezahlt werden, weil eugenie so häßlich ist und die sonst keiner nimmt.

ich empfinde eine heirat nicht als "überflüssig", sondern ich bin der meinung, das ein behinderter eben (wie jeder andere) auch das recht hat zu heiraten OHNE das der zukünftige partner gleich mit in die sozialhilfe.
deswegen sollen diese leistungen ja mit dem teilhabegesetz dann endlich 2017 aus der sozialhilfe ausgegliedert werden. :zwinker:

deine aussage "... aber wenn man um solche Konsequenzen weiss (und die Person war ja schon vor der Heirat behindert), dann heiratet man doch nicht." lasse ich nicht gelten, denn wie ich vorhin schon geschrieben habe, bin ich der meinung das auch behinderte ein recht auf heirat haben.

nur mal so unter uns:
als ich meine frau kennengelernt habe, stand für uns von anfang an fest, das wir niemals heiraten werden und diesen blöden trauschein gar nicht brauchen.
nach 7 jahren dann wollte meine frau gern heiraten und so haben wir nach 8 jahren dann "ja" zueinander gesagt.
warum?
du hast recht! rein wegen der steuerklasse III und wegen der finanziellen absicherung .... MEINERSEITS.
von ihrer seite war das ganze aber rein nur aus liebe.
jaa ... es gibt tatsächlich menschen, die so einen an der waffel haben und wirklich, ganz ehrlich aus liebe und nicht aus finanziellen oder anderen vorteilen heiraten! :jaa:


Auch Rechtlich hat sie gerade für behinderte Menschen auch Vorteile . Ich sage nur Patientenverfügung und Erbschaft.
naja, erben kann ich auch so von dir und eine patientenverfügung kann ich dir auch so in die hand drücken, ohne das wir verheiratet sind. :zwinker:
ein arzt darf auch keinem ehepartner auskunft erteilen, der keine patientenverfügung vorzeigen kann oder ohne ausdrücklichem einverständnis des patienten.
hat also der papa einen autounfall und liegt im koma, dann darf der arzt rein rechtlich keinerlei auskunft geben. ... auch nicht dem ehepartner oder sonstwem.
daher macht eine patientenverfügung gerade auch für eheleute sinn. :zwinker:

aber rein finanzieller natur kann natürlich auch ganz schlicht und ergreifend die hinterbliebenenrente und somit die altersversorgung des partners sein. :zwinker:
 
B

Benutzer

Gast
Wie wärs mit Scheidung?

Wenn dem Paar nicht bewusst war, worauf es sich einlässt, übersteigen die existentiellen Nachteile den symbolischen Liebesbeweis bei Weitem - das wage ich zumindest mal zu behaupten.

Trotzdem finde ich es gut, dass die Story Schlagzeilen macht und man dadurch auf Probleme aufmerksam wird!
 

Benutzer135918 

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die antje ist politisch bei den linken angagiert. :grin:
Ja wo den sonst die SPD macht nur was für Arbeitnehmer, die CDU dannen geht alles am Arsch vorbei was sozial ist und vor allem christlich , die FDP ist auch nur Lobbyarbeit die grünen und die Piraten sind Heuchler und die linken sind eben das kleinere Übel für die erstrebten Ziele !
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nun ja was ist mit Gläubigen ?
Aber man kann doch trotzdem kirchlich heiraten, ohne standesamtlich. Oder sehe ich das falsch, dass sich das in Deutschland abspielt?

Ich bin da eher bei H huhngesicht , auch wenn ich es nicht so hart formulieren würde. Im Endeffekt hätten doch beide mehr (zumindest Geld) davon, wenn sie nicht geheiratet hätten. "Wie sehr muss er mich lieben" wirkt für mich dann auch irgendwie merkwürdig- konnte er das nur durch die staatliche Heirat beweisen?
Wenn man zeigen möchte, dass man zusammengehört und eine Hochzeit feiern will, könnte man ja auch eine freie Trauung veranstalten, Partnerringe tragen etc.

Aber die beiden werden Gründe für die Entscheidung gehabt haben und die respektiere ich natürlich.
 

Benutzer135918 

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Aber man kann doch trotzdem kirchlich heiraten, ohne standesamtlich. Oder sehe ich das falsch, dass sich das in Deutschland abspielt?

Ich bin da eher bei H huhngesicht , auch wenn ich es nicht so hart formulieren würde. Im Endeffekt hätten doch beide mehr (zumindest Geld) davon, wenn sie nicht geheiratet hätten. "Wie sehr muss er mich lieben" wirkt für mich dann auch irgendwie merkwürdig- konnte er das nur durch die staatliche Heirat beweisen?
Wenn man zeigen möchte, dass man zusammengehört und eine Hochzeit feiern will, könnte man ja auch eine freie Trauung veranstalten, Partnerringe tragen etc.

Aber die beiden werden Gründe für die Entscheidung gehabt haben und die respektiere ich natürlich.
Ich weiß es nicht richtig glaube aber , dass man das so rum nicht trenne kann !
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich weiß es nicht richtig glaube aber , dass man das so rum nicht trenne kann !
Klar kann man das!
Seit dem 1.1.2009 kann man kirchlich Heiraten vor oder ganz unabhängig von der standesamtlichen Eheschließung.
http://www.spiegel.de/politik/deuts...en-bald-ohne-standesamt-erlaubt-a-563582.html
[DOUBLEPOST=1424891491,1424891357][/DOUBLEPOST]
Off-Topic:

Ist aber nicht überall in Deutschland erlaubt... in Bayern darf (zumindest ein evangelischer) Pfarrer zum Beispiel keine Paare trauen, die nicht schon standesamtlich verheiratet sind. Warum auch immer.
Das kommt wohl auf die Kirche an und ist Ermessensentscheidung des jeweiligen Pfarrers oder auch Priesters. In dem Fall könnte man sich das ja aber doch ganz gut vorstellen.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Liebe geht manchmal seltsame Wege...

Ich will das Beispiel nicht werten, nachvollziehen kann ich die Heirat für mich nicht. Für mich ist eine Hochzeit zwar schon emotional, aber sie darf für mich nicht zum Nachteil führen. Gilt allerdings auch für Beziehungen ohne Trauschein. Ist das Risiko für mich zu hoch und ließe sich nicht durch Zusatzvereinbarungen absichern, würde ich es lassen. Und ja, auch wenn es während einer Beziehung gravierende Veränderungen gibt, die nicht mehr zu meinen Vorstellungen passen, sollte man meiner Meinung nach sachlich handeln.
 
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