Über Vergewaltigung in Beziehung hinweg kommen

Benutzer182002  (21)

Ist noch neu hier
Hallo Forum,

ich hoffe ich bin mit dem Thema in der richtigen Abteilung gelandet
Etwas zur Vorgeschichte:
Ich bin 21 Jahre alt und leide seit ich ca. 9 bin immer wieder unter depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Panikattacken und mir fallen viele alltägliche Dinge mal mehr, mal weniger schwer. Es gab Phasen, da war alles so schlimm, dass ich für mehrere Monate das Haus nicht verlassen konnte. Trotzdem konnte ich mich immer irgendwie "durch wackeln", die Schule abschließen, mit 17 ausziehen und mein Leben immer irgendwie halbwegs auf die Kette kriegen. Eine wahnsinnig große Hilfe war dabei mein Psychologe, bei dem ich jetzt 5 Jahre lang in Therapie war. Heute gehe ich einem Beruf nach, den ich liebe und lebe ziemlich selbstständig zusammen mit meinem Hund, der mir sehr wichtig ist.
Vor ca. 2 Jahren habe ich meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Ich liebe ihn wahnsinnig, fühle mich wohl und sicher mit ihm und bin mit unserer Beziehung eigentlich sehr glücklich, er gibt mir Halt und ich kann mir nicht vorstellen, wieder ohne ihn zu sein.
Letztes Silvester kam es zwischen uns zu einem Vorfall, der sehr viel verändert hat. Nach einer alkoholgeschwängerten Diskussion über (härteren) Sex, hat er auf eben diese Art mit mir geschlafen, ohne, dass ich es wollte. Ihm war bewusst, was er tat und im Nachhinein tat es ihm furchtbar leid. Wir haben kurz danach viel darüber gesprochen, ich habe verstanden, warum er es getan hat, ihm verziehen und ihm geglaubt, dass so etwas nie wieder vorkommt. Dabei ist es auch geblieben und ich gehe nicht davon aus, dass ich in irgendeiner Form in Gefahr bin.
Die Beziehung ist mir wichtig genug gewesen, um ihm zu vergeben und zu versuchen, sie fort zu setzen, was ich nach wie vor als die richtige Entscheidung erachte. Mein Psychologe wusste davon und war damit auch der einzige. Nun ist er letzten Monat überraschend verstorben und seit dem bin ich absolut allein damit. Ich kann niemandem davon erzählen, weil wir gemeinsame Freunde haben und ich nicht möchte, dass jemand anders über ihn denkt, ihm Vorwürfe macht oder mir einredet, mich zu trennen. Es fiele mir auch so unglaublich schwer darüber zu sprechen, gleichzeitig ertrage ich es aber nicht diese Last alleine zu tragen. Obwohl ich mit ihm zusammen sein möchte kann ich dieses Erlebnis einfach nicht hinter mir lassen. Ich träume ständig davon, habe seit dem wieder vermehrt Panikattacken und schlechte Stimmungen und manchmal, wenn wir uns wegen Kleinigkeiten harmlos streiten, merke ich, dass ich immer noch das Bedürfnis habe, ihm deswegen Vorwürfe zu machen. Wir schlafen miteinander und es ist okay, ich möchte es und kann den Sex auch genießen, trotzdem muss ich besonders danach oft daran denken und habe hinterher eigentlich immer einen dicken Kloß im Hals. Es gibt nichts, was er noch tun könnte und ich weiß nicht, was ich von ihm erwarte. Es tut ihm aufrichtig leid und macht ihn selbst manchmal fertig, er ist sanft, lässt mir alle Zeit die ich brauche, unterstützt mich und würde sicher alles tun, damit es mir damit besser geht. Ich wäre selbst so gern glücklich und möchte das einfach nur hinter mir lassen, aber ich schaffe es einfach nicht und habe es ständig im Kopf. Mir geht es wirklich schlecht damit.
Einen neuen Psychologen zu finden erfordert viel Zeit und Durchhaltevermögen, dazu fühle ich mich momentan einfach nicht in der Lage, ich bin froh, wenn ich meinen Alltag auf die Reihe bekomme. Außerdem hat es bei meinem letzten wahnsinnig lange gebraucht, bis ich ihm völlig vertraut habe und ich bringe ein ziemliches Paket mit. Er wusste schon alles und kannte mich genau, eine neue Therapie an zu fangen erfordert so viel Arbeit und Kraft, die ich im Moment einfach nicht aufbringen kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll, aber ich denke, ich brauche Hilfe.
Habt ihr vielleicht Ideen, wie ich es schaffe, besser mit dem klar zu kommen, was passiert ist? Wie soll ich mich weniger allein damit fühlen? Wie soll ich ihm völlig verzeihen, wenn ich es nicht aus dem Kopf bekomme?

Danke im Voraus für Eure Ratschläge,
liebe Grüße, Silencio
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
UI, das ist eine sehr heftige Sache.

Mich irritiert etwas, dass du das von Anfang an alleine (mit deinem Therapeuten) aufgearbeitet hast. Wenn man nach so einer Situation weitermacht, hätte ich im mindesten gedacht, dass man sich da als Paar externe Hilfe zuholt. Genau das würde ich euch ehrlicherweise jetzt auch raten.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ich würde dir ja zur Trennung raten.
wie sollst du sonst etwas hinter dir lassen, mit dem du täglich konfrontiert wirst?
Ausrutscher hin oder her, aber für mich unverzeihlich! schon grundsätzlich und mit den Folgen für dich erst recht.

Der Schritt ist hart, aber ich halte es langfristig für besser.
Wobei das natürlich keine Fortsetzung deiner Therapie ersetzt. Wende dich doch mal an den weißen Ring, schaden wirds bestimmt nicht.
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Forum,

ich hoffe ich bin mit dem Thema in der richtigen Abteilung gelandet
Etwas zur Vorgeschichte:
Ich bin 21 Jahre alt und leide seit ich ca. 9 bin immer wieder unter depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Panikattacken und mir fallen viele alltägliche Dinge mal mehr, mal weniger schwer. Es gab Phasen, da war alles so schlimm, dass ich für mehrere Monate das Haus nicht verlassen konnte. Trotzdem konnte ich mich immer irgendwie "durch wackeln", die Schule abschließen, mit 17 ausziehen und mein Leben immer irgendwie halbwegs auf die Kette kriegen. Eine wahnsinnig große Hilfe war dabei mein Psychologe, bei dem ich jetzt 5 Jahre lang in Therapie war. Heute gehe ich einem Beruf nach, den ich liebe und lebe ziemlich selbstständig zusammen mit meinem Hund, der mir sehr wichtig ist.
Vor ca. 2 Jahren habe ich meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Ich liebe ihn wahnsinnig, fühle mich wohl und sicher mit ihm und bin mit unserer Beziehung eigentlich sehr glücklich, er gibt mir Halt und ich kann mir nicht vorstellen, wieder ohne ihn zu sein.
Letztes Silvester kam es zwischen uns zu einem Vorfall, der sehr viel verändert hat. Nach einer alkoholgeschwängerten Diskussion über (härteren) Sex, hat er auf eben diese Art mit mir geschlafen, ohne, dass ich es wollte. Ihm war bewusst, was er tat und im Nachhinein tat es ihm furchtbar leid. Wir haben kurz danach viel darüber gesprochen, ich habe verstanden, warum er es getan hat, ihm verziehen und ihm geglaubt, dass so etwas nie wieder vorkommt. Dabei ist es auch geblieben und ich gehe nicht davon aus, dass ich in irgendeiner Form in Gefahr bin.
Die Beziehung ist mir wichtig genug gewesen, um ihm zu vergeben und zu versuchen, sie fort zu setzen, was ich nach wie vor als die richtige Entscheidung erachte. Mein Psychologe wusste davon und war damit auch der einzige. Nun ist er letzten Monat überraschend verstorben und seit dem bin ich absolut allein damit. Ich kann niemandem davon erzählen, weil wir gemeinsame Freunde haben und ich nicht möchte, dass jemand anders über ihn denkt, ihm Vorwürfe macht oder mir einredet, mich zu trennen. Es fiele mir auch so unglaublich schwer darüber zu sprechen, gleichzeitig ertrage ich es aber nicht diese Last alleine zu tragen. Obwohl ich mit ihm zusammen sein möchte kann ich dieses Erlebnis einfach nicht hinter mir lassen. Ich träume ständig davon, habe seit dem wieder vermehrt Panikattacken und schlechte Stimmungen und manchmal, wenn wir uns wegen Kleinigkeiten harmlos streiten, merke ich, dass ich immer noch das Bedürfnis habe, ihm deswegen Vorwürfe zu machen. Wir schlafen miteinander und es ist okay, ich möchte es und kann den Sex auch genießen, trotzdem muss ich besonders danach oft daran denken und habe hinterher eigentlich immer einen dicken Kloß im Hals. Es gibt nichts, was er noch tun könnte und ich weiß nicht, was ich von ihm erwarte. Es tut ihm aufrichtig leid und macht ihn selbst manchmal fertig, er ist sanft, lässt mir alle Zeit die ich brauche, unterstützt mich und würde sicher alles tun, damit es mir damit besser geht. Ich wäre selbst so gern glücklich und möchte das einfach nur hinter mir lassen, aber ich schaffe es einfach nicht und habe es ständig im Kopf. Mir geht es wirklich schlecht damit.
Einen neuen Psychologen zu finden erfordert viel Zeit und Durchhaltevermögen, dazu fühle ich mich momentan einfach nicht in der Lage, ich bin froh, wenn ich meinen Alltag auf die Reihe bekomme. Außerdem hat es bei meinem letzten wahnsinnig lange gebraucht, bis ich ihm völlig vertraut habe und ich bringe ein ziemliches Paket mit. Er wusste schon alles und kannte mich genau, eine neue Therapie an zu fangen erfordert so viel Arbeit und Kraft, die ich im Moment einfach nicht aufbringen kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll, aber ich denke, ich brauche Hilfe.
Habt ihr vielleicht Ideen, wie ich es schaffe, besser mit dem klar zu kommen, was passiert ist? Wie soll ich mich weniger allein damit fühlen? Wie soll ich ihm völlig verzeihen, wenn ich es nicht aus dem Kopf bekomme?

Danke im Voraus für Eure Ratschläge,
liebe Grüße, Silencio

... wie IHR damit zukünftig gut klar kommen (vielleicht sogar im reinen sein) könnt - denn es ist ein gemeinsames problem ...

und der einzig sinnvolle, hilfreiche weg da heraus ist aus meiner sicht: paartherapie.

(das positive daran: soetwas ist grunsätzlich eine bereicherung)

wir haben hier opfer, täter, die tat - eine vergebung, und die unaufgearbeiteten folgen all dessen im rahmen eines weiteren gemeinsamen (sexual-) lebens.
da gibt es also einiges zu tun, damit alles wieder gut sein kann.

NS:
hattest du zu dem geschehen hier nicht schon einen thread eröffnet?
 

Benutzer182002  (21)

Ist noch neu hier
hattest du zu dem geschehen hier nicht schon einen thread eröffnet?

Ja, hatte ich. Zu dem Zeitpunkt war ich aber noch ziemlich durch den Wind und die Fragestellung war eine andere. Der Thread wurde damals geschlossen.

Danke für den Rat. Vielleicht wäre das wirklich eine Möglichkeit.
 
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