TV Öffentlich-rechtlicher Mainstream

Benutzer3277 

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Ich habe festgestellt, dass im öffentlich-rechtlichen TV (ARD, ZDF, Dritte) nur noch Sendungen des Mainstream laufen, für Minderheiten gibt es fast nichts mehr. Beispiele: Statt Sport gibts nur noch Fußball, statt Musik nur noch Schlager, statt Filme nur noch Krimis. Dabei hat das öffentl.-rechtl. TV doch reichlich (unsere) Beitragsgelder, um für alle Bevölkerungsgruppen etwas anzubieten. Warum nur noch das, was (vermeintlich) die Mehrheit sieht? Es zählen nur noch Einschaltquoten, obwohl die eigentlich nur für die Privaten wichtig sind wegen Werbeeinnahmen.
 

Benutzer121281  (32)

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Nein, diese Sender sollen die Grundversorgung mit Information sichern und nicht für jede Nische und Minderheit ein Programm anbieten.
 

Benutzer6874  (35)

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Bei uns in der Schweiz gibt es bei den Privaten eindeutig mehr Mainstream. Es ist ja nicht die Zensur, sondern die Rendite, die das Programm bestimmt..

Wobei ich regionale und lokale Programme auch zum Mainstream zähle. Eine Region ist nicht an sich eine Minderheit.
 

Benutzer3277 

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Da hast du wohl den kompletten Winter hindurch weder ARD noch ZDF eingeschaltet.

Nö da hab ich Wintersport gesehen. Das ist aber bei ARD/ZDF die einzige Ausnahme vom Fußball, jetzt gibts bis Ende November nur noch Fußball. Und Winter-Olympia 2018 gibts auch nicht im öffentl.-rechtl. TV.
[doublepost=1491423307,1491422929][/doublepost]
Nein, diese Sender sollen die Grundversorgung mit Information sichern und nicht für jede Nische und Minderheit ein Programm anbieten.

Ok, aber ich bezweifle, dass alle Leute nur Schlager sehen/hören wollen. Ich kenne niemanden, der auf Schlager steht. Bei den Krimis ist es ähnlich.
[doublepost=1491423471][/doublepost]Die wichtigste Frage für mich ist: Warum legen die solch großen Wert auf die Einschaltquoten? Brauchen die doch gar nicht.
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Nö da hab ich Wintersport gesehen. .
Ja - den ganzen Winter lang, jedes Wochenende, von morgens bis abends. Weißt du, wie viele Stunden das sind? Vielleicht solltest du deine Ansicht und Aussage, dass nur Fußball im ÖR gezeigt wird, mal überdenken.
 

Benutzer121281  (32)

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Ja - den ganzen Winter lang, jedes Wochenende, von morgens bis abends. Weißt du, wie viele Stunden das sind? Vielleicht solltest du deine Ansicht und Aussage, dass nur Fußball im ÖR gezeigt wird, mal überdenken.

Aber das ist doch nun mal so!!!11elf

Und überhaupt sind viel zu wenige junge Frauen am FKK Strand.
 

Benutzer160853  (34)

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Das stimmt, das Programm ist steril durchgestylt. In den Talkshows sitzen in der Regel die gleichen Gäste, sodass die Kampfformation für die Show, weniger Politik, von Beginn an feststeht. Schlimmer ist es im Bereich Fiction. Der Krimi ist das Unkraut im deutschen Fernsehn. Überall sprießt er und ist inzwischen so unterscheidbar wie Sand ist der Wüste.
Solange aber jedes Format, in denen Ermittlung, Tatort und Komissar vorkommen ändert sich nichts.
Im Tatort könnte vermutlich auch nur das Telefonbuch diverse Städte vorgelesen werden und dennoch wären die Reichweiten im zweistelligen Millionenbereich.

Zum Sport habe ich bereits im Sommer einiges geschrieben. Aber "Sportschau" und Sportreportage sind die Grabsteine und traurige Erinnerung an eine Zeit, in der sogar Pferde des Jahres und Gallopper des Jahres im Programm auftauchten. Heute wird lieber noch ein Stück zum Auftritt von X oder Y in England und Spanien reingequetscht. Hauptsache Fußball.
Im Wintersport stört mich diese Dominanz der deutschen Athleten. Ich will einfach ein breites Bild haben und nicht bei jeder Gelegenheit einen O-Ton.
Besonders schlimm ist, dass eigentlich immer auch darauf geschaut werden muss, was im "Netz" passiert. In der Zeit, in der Content geliefert wird, muss man nicht selbst ran. Das spart Geld.
Noch schlimmer sind die Experten, die mir immer völlig überdreht und meist mit irgendeinem Maltool, das mich an meine Malkünste als Kleinkind erinnert, das Gesehe für richtig doofe nochmal erklären müssen.

Musik wird stark verengt. Dabei geht mir auf den Wecker, dass mir selbst im Trailer eingeredet werden soll, dass das jetzt irgendwie total cool ist und total hipp, nicht mehr angestaubt....
Dann wird eben auch das Musikantenstadl zur Stadlshow. Selbst ohne Glaskugel hätte man den Misserfolg erahnen können. Klassik, Jazz und andere Dinge kommen nicht mehr vor.

Besonders schlimm sind die dritten Programme. Das waren früher mal die Testflächen für Formate, wie Hart aber Fair, heute sind sie die Ablagefläche für Melodramen, Tatorte und allerhand Serien, die kostengünstig hintereinander weg versendet werden.
Natürlich spielt auch die Verspartung eine Rolle. Alles, was mal ein wenig außerhalb der Reihe liegt, wird ausgegliedert. Das Problem dabei ist, dass es nur ein exklusiveres Publikum findet. Der Effekt, dass ein Format auf der großen Bühne zunächst finden müssen, gibt es kaum mehr
 

Benutzer38494 

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also heut abend lief auf ard nachrichten, ein film, anschließend die dazu gehörige doku, nachrichten und ne talkshow.
auf zdf gabs xy-ungelöst, heute-journal, auslandsreportage, eine doku über abzocker, eine talkshow.
auf ndr eine doku über afrika und eine über tante-emma läden, dann eine serie und anschließend ein magazin.
wdr brachte eine verbrauchersendung, ein gesundheitsmagazin, eine reportage und eine über die welt, dann eine doku.
mdr brachte eine reportage über krankenhäuser, einen krimi, und eine show, ab 0:40 gibts sarah conner livekonzert.
br brachte eine talkshow, ein politmagazin, eine doku, ein kulturmagazin, einen spielfilm.
swr eine reportage über das buback-attentat, eine doku, einen krimi, eine doku über eine mordkommision.
hr eine verbrauchersendung, eine reportage, eine doku über ernährung, einen spielfilm.
rbb eine gesundheitssendung und anschließend noch ein magzin über zähne und zahnersatz, nachrichten und einen spielfilm.
ard-alpha eine talkshow, eine doku über die bahn, eine koku über kunst, eine wissenssendung, eine talkshow.
ard one bringt eine krimikomödie, eine klinikserie, eine dramaserie, eine talkshow.
zdf neo einen krimi, danach noch einen und noch einen.
zdf info eine doku über trump, eine doku über die usa und danach nochmals ein porträt über trump
auf tagesschau24 lief nachrichten, eine reportage, nachrichten, eine talkshow, eine verbrauchersendung, nachrichten.

für einen mittwoch ohne irgendeinen feiertag finde ich das ganz ok so. :smile:

nebenbei werden selbstverständlich auch andere musikalische ereignisse ausserhalb vom schlager abgedeckt und eben sehr wohl auch entgegen dem mainstream. es gibt auch mal klavierkonzerte, opern oder operetten, balett und dergleichen auf den öffentlich rechtlichen (sparten)sendern angeboten, wie auch mal livekonzerte aus der pop- und rockszene.

so nebenbei habe ich einen festplattenreceiver und nehme mir entsprechend filme auf, um sie später mal anzusehen, falls (für mich) nichts vernünftiges im fernsehen läuft und habe auf festplatte einen entsprechenden vorrat an spielfilmen, dokus und serien.
ich kann auch sehr gut ohne die privaten sender leben. :smile:

meiner meinung nach deckt das öffentlich rechtliche fernsehen ganz gut das ab, was es in erster linie abzudecken hat. so eben auch bildung wie auch die nachmittagliche schwachsinnskochsendung für menschen mit wenig wissenshunger, aber eben gleichzeitig auf den spartensendern dann entsprechende bildende dokumentationen.
passt schon. :zwinker:
 

Benutzer152150 

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Off-Topic:
Und überhaupt sind viel zu wenige junge Frauen am FKK Strand.
Off-Topic:
wtf? Reiche ich da etwa nicht??? Oder....oder...bin...ich...etwa...schon zu alt???




Ansonsten hast Du recht.
Die öffentlich-rechtlichen entwickeln sich rasant in Richtung Horizont mit Größe 0.
Gestern Abend gabs mal keinen Krimi.
Einen Film über die Matrosin, die auf der Gorch Fock umkam.
Allerdings wirkte der so massiv beeinflusst von Marine und Politik...der hätte auch im Genre Fantasy laufen können und hatte einen Horizont kleiner als Null.
Was die Regel bestätigt.

Wenn man die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender verfolgt und mit den privaten vergleicht, erhärtet sich auch der Verdacht, daß sie immer mehr zum willfährigen Sprachrohr der Politik werden.
Da wird schon mal anderthalb Stunden live von der Vorstellung eines supertollen neuen Siegels für die Tierhaltung berichtet, während auf den privaten ernsthafte aktuelle Nachrichten laufen.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Man kann ja auch einfach, anstatt sich darüber zu ärgern, gar nicht erst einschalten. Klar, die GEZ ist ärgerlich, aber da gibt es doch tausend andere nervige Steuern/Investitionen, über die man auch nicht mehr als einen Gedanken verschwendet.

Davon ab haben die Öffis doch eine ganze Menge Spartensender mit wirklich gar nicht so schlechtem Programm. Imho noch mit so das beste, was im "linearen TV" läuft
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Der ÖRR ist halt gnadenlos linientreu. Natürlich wird der nicht direkt aus Berlin gesteuert, aber dieser ganze Apparat ist inzwischen so aufgeblasen, dass er auf das Wohlwollen der Politik existenziell angewiesen ist.

Es ist ja für jeden ersichtlich, dass der gegenwärtige ÖRR weit über seinen verfassungsmäßigen Informationsauftrag hinausgeht. Somit wäre es verfassungsmäßig überhaupt kein Problem, den Laden auf halbe Größe gesundzuschrumpfen und mindestens die Hälfte der Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Um das zu verhindern, biedern sich die Intendanten und Programmchefs in vorauseilendem Gehorsam an.
 

Benutzer11466 

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Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte...

Ja - gerade in den Hauptprogrammen finde ich die Zahl der Quasselsendungen und vor allem deren Qualität unerträglich, dito die Mästung weniger Fußballspieler und deren Vereinsmeier mit meiner Rundfunksteuer. Die dritten Programme sind teilweise unerträglich heimat-/geschichtsduselig - allen voran der MDR. Die kritiklose Ehrerbietigkeit gegenüber deutschen Politikern ist auch schwer erträglich - die entsprechenden Gestalten heißen bei mir auch nur Journalistendarsteller oder Mikrofonhalter.

Trotzdem finden sich auf den Kanälen von ARD und ZDF immer wieder hervorragende Sendungen. In den Dritten finde ich die Verbrauchersendungen meistens hilfreich, auf Arte, 3 Sat und One laufen hervorragende Musiksendungen, immer wieder gibt es auch herausragende Reportagen - leider meist zu nachtschlafener Zeit oder eben in den Dritten oder Spartenkanälen versteckt. Ein Festplattenrecorder (oder ein DVB-Empfänger, an den man 'ne USB-Festplatte klemmen kann) hilft...

Tip: Mit dem kostenlosen TV-Browser (setzt Java voraus) erhält man nicht nur eine gut organisierte Programmübersicht; man kann auch Sendungstitel, Stichworte oder Lieblingsschauspieler etc. eingeben - dann zeigt der einem an, wann was kommt. was einen interessiert.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die kritiklose Ehrerbietigkeit gegenüber deutschen Politikern ist auch schwer erträglich - die entsprechenden Gestalten heißen bei mir auch nur Journalistendarsteller oder Mikrofonhalter.
Ich finde ja gerade die ganzen Politiksendungen/talkshows sorgen doch oft dafür, dass die Politiker gar nicht gut aussehen.

Und im Vergleich zu den Privaten sind die Öffis immer noch ein Hort der kritischen Berichterstattung. Auf den Privaten gibt es Kritik meistens nur in Kombination mit Sensationslust.
 

Benutzer11466 

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Und im Vergleich zu den Privaten sind die Öffis immer noch ein Hort der kritischen Berichterstattung.
Schlimmer geht immer...
Ich finde ja gerade die ganzen Politiksendungen/talkshows sorgen doch oft dafür, dass die Politiker gar nicht gut aussehen.
Klar - Sendungen wie Monitor, Panorama etc. sind meist etwas deutlicher.

Aber schau Dir mal Nachrichten an oder irgendwelche landespolitischen Sendungen in den Dritten: Da wird äußerst selten nachgehakt - egal, welcher Unsinn gerade verzapft wird.
 

Benutzer160853  (34)

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Ich bin aus dem Printbereich kommend auch immer wieder erstaunt wie sehr Intendanten doch der parteipolitischen Färbung der jeweiligen Bundesländer unterliegen. Die Causa Koch/Brender kennt jeder, aber beispielsweise waren alle Intendanten vor Radio Bremen SPD-Mitglieder.Das Gegenstück dazu war die Wahl des Intendanten beim Hessischen Rundfunk 2013. CDU/FDP, damals in Hessen die Regierungskoalition, drängte mit aller Macht auf eine Wahl vor der Landtagswahl, um den damals amtierender Intendanten im Amt zu halten.
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Schlimmer geht immer...

Klar - Sendungen wie Monitor, Panorama etc. sind meist etwas deutlicher.

Aber schau Dir mal Nachrichten an oder irgendwelche landespolitischen Sendungen in den Dritten: Da wird äußerst selten nachgehakt - egal, welcher Unsinn gerade verzapft wird.


Wobei ich dieses Auflauern auf irgendwelchen Fluren jenseits des Parlaments völlig unangemessen finde. Noch schlimmer sind diese Überfallkomandos in den Reportagen, die meist auf völlig überrumpelte Angestellte/Beamte treffen, die in der Regel nicht mal etwas entscheiden dürfen. Diese Effekthascherei geht mir auf die Nerven. Themen sollen aufbereitet werden und nicht der billige Effekt im Mittelpunkt stehen.
 

Benutzer11466 

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Wobei ich dieses Auflauern auf irgendwelchen Fluren jenseits des Parlaments völlig unangemessen finde.
Die meinte ich nicht - es geht um ganz normale Interviews, wo Politiker offenkundigen Quatsch verzapfen und keiner faßt mal nach.
Ich bin aus dem Printbereich kommend auch immer wieder erstaunt wie sehr Intendanten doch der parteipolitischen Färbung der jeweiligen Bundesländer unterliegen.
Ja - das ist ziemlich widerwärtig und mit ein Grund für die Lügenpresse-Kloparolen. Aparterweise gibt's dann aber in vielen Häusern wieder Gegenbewegungen - beim BR schießt die "Quer"-Redaktion ja fleißig gegen die Honks von der CSU - auch für Nichtbayern sehenswert...
 

Benutzer160853  (34)

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Deswegen würde ich ein Modell ähnlich der DPA präferieren, um diese seltsamen Proporze endlich zu durchbrechen. Es ist schlichtweg wenig einleuchtend, warum neben der Politik diverse Verbände am Rundfunk mitspielen dürfen, aber sowohl der journalistische Teil alsauch der nichtjournalistische Teil der Anstallten gänzlich unterrepräsentiert ist.

In der Debatte rund um der Offenhaltung von Tegel in Berlin war der RBB erschreckend schwach. Anstatt das Thema in Ruhe zu beleuchten, beispielsweise in einem Doppelkommentar, wurden Experten in die Sendungen eingeladen, deren Nähe zur Senatsmehrheit recht leicht schon via google zu erkennen war.
Daneben erkenne ich im TV-Journalismus eine Fixierung auf den Effekt. Gerade in den Stadtstaaten konzentriert sich die Berichterstattung auf die Citybezirke. Währenddessen die Stadtränder oftmals randständig vorkommen oder irgendwie zu folkloristischen Reservaten erklärt werden, in dem es dies oder jenes noch gibt, dass es bis XXXX auch noch in der Innenstadt gab
 
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