Älter werden - Gedanken

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo :smile: ,

diesmal geht es um ein etwas persönlicheres Thema.
Mein 25. Geburtstag liegt in nicht mehr allzu weiter Ferne und in letzter Zeit mache ich mir häufiger Gedanken über das Älterwerden.

Meine Gedanken kreisen um Dinge wie:
Wenn ich heute noch einmal 18 Jahre alt wäre - würde ich eine andere Laufbahn einschlagen, was Ausbildung, Studium, etc. angeht?
Habe ich etwas "verpasst"?
Was, wenn ich eines Tages etwas bereue? Beispielsweise, etwas nicht getan zu haben?
Wieso fühle ich mich immer noch nicht "erwachsen"?
Gleichzeitig würde ich total gerne "stehen bleiben". Ich will gar nicht älter werden. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich gerne 24 Jahre alt bleiben.
Ich sehe mich auch null als 30-jährige, 35-jährige,... Frau. Mit Kindern? :confused: Ich habe ja manchmal selbst keinen Plan, wie das Leben "funktioniert". Ist das "normal", dass ich mir das einfach mal null vorstellen kann? Ich rufe immer noch bei Papi zu Hause an, wenn ich Hilfe beim Auto oder anderen handwerklichen Dingen brauche. Mir ist schon bewusst, dass ich kein Kind mehr bin, aber gleichzeitig fühle ich mich nicht besonders "erwachsen".
Gleichzeitig habe ich auch total Angst vor dem Älterwerden des Körpers. Ersten Falten. Ersten Wehwechen. Dem Erschlaffen der Haut. Gerade als Frau ist man ja ständig unter Druck...
Aber natürlich auch Sorge vor Krankheiten.
Mir macht auch Angst, wie die Zeit rast. Die letzten fünf Jahre sind eigentlich ziemlich schnell vergangen. Und mein Vater meinte schon oft zu mir, dass es immer, immer schneller vorbei geht.
Was, wenn ich nie DEN Partner finde? Bzw. wenn mich das immer bedrücken wird? Bisher habe ich ihn noch nicht gefunden.
Wie werde ich damit umgehen, wenn meine Eltern eines Tages mal nicht mehr sind? Allein der Gedanke daran, treibt mir die Tränen in die Augen.

Prinzipiell kann natürlich jeder diese Umfrage beantworten. Gespannt bin ich aber vorallem auf die Antworten der Damen und Herren, die älter sind als ich.

An die User, die in meinem Alter sind:
Plagen euch auch solche Gedanken?
Wie geht ihr damit um?
Bzw. was würde ihr mir raten, wie ich mit diesen Sorgen umgehen kann?

An die Älteren:
Wie geht, vorallem ihr Frauen, mit dem Älterwerden um? Gerade, was unser westliches Schönheitsideal angeht. Vermisst man seine Jugend?
Ich habe hier ja auch teilweise gelesen, dass es ab 40 Jahren erst "so richtig los geht" - was meint ihr damit?

Gibt es Dinge, die ihr bereut getan zu haben/nicht getan zu haben?
Hattet ihr als Mitte-20-Jährige auch solche Gedanken?

Wie geht ihr mit dem Älterwerden eurer Eltern um? Natürlich kann "immer was passieren" - aber je älter und gebrechlicher die eigenen Eltern werden, desto bewusster wird einem, finde ich, doch die Endlichkeit des Lebens.

Ich bin auf eure Antworten gespannt. :smile:

LG
vry
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Ich denke, dass vieles mit der extrem langen Ausbildungszeit heute zu tun hat, die viele Lebensphasen verschieben. Früher war man mit 15 in der Lehre, mit 20 unter Umständen schon verheiratet und hatte kurz darauf Kinder. Da wurde man zwangsläufig durch die frühe Übernahme von Verantwortung "erwachsener" und fühlte sich vermutlich auch so. Heute erlebe ich oft Studis, die mir sehr naiv vorkommen und vom richtigen Leben außerhalb der Bildungsinsitutionen noch kaum was gesehen haben. Mit Bachelor, Master etc. kommt das erste Gehalt bei nicht wenigen mit Mitte/Ende 20. Früher hatte man da bereits über 10 Jahre Berufserfahrung. Ich finde die Chance auf weitreichende Bildungschancen durchaus gut. Aber wie soll man mit dem Coffee to go in der Hand zwischen WG-Party und Seminar auch diese typischen einschneidenden Erlebnisse nachvollziehen können, die es frühere Generationen in dem Alter schon konnten? Das geht ja garnicht...

Zum Thema Alter: Ich wurde letztens gefragt, ob ich eine Apotheken-Umschau möchte. Ab dann geht es nur abwärts :zwinker:

Ne...fühle mich eigentlich nicht wesentlich anders, als vor wenigen Jahren. Geht vielen beim Abi-Treffen etc. aber auch so.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Benutzer

Gast
Wenn ich heute noch einmal 18 Jahre alt wäre - würde ich eine andere Laufbahn einschlagen, was Ausbildung, Studium, etc. angeht?

Vielleicht würdest du es. Bereust du etwas an deinen vorherigen Entscheidungen ? Es bringt meiner Meinung nach nix der Vergangenheit hinterher zu trauern. Ich frage mich oft "Wirst du diesen Moment bereuen, wo du wieder prokrastinierst ? Wird deine "Zukunft leiden", wenn du jetzt nicht xy machst ?" Seit ich so denke, trau ich sehr selten der Vergangenheit nach.
Habe ich etwas "verpasst"?

Niemand weiß das :zwinker:

Wieso fühle ich mich immer noch nicht "erwachsen"?
Gleichzeitig würde ich total gerne "stehen bleiben". Ich will gar nicht älter werden. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich gerne 24 Jahre alt bleiben.

Was ist erwachsen für dich ? Alleine beim Zahnarzt anrufen ? Deine Steuererklärung ? Das Heim neu einrichten ? Mir persönlich ist wichtig, dass ich Dinge immer mehr selbst in die Hand nehme. Dazu gehört, dass ich mich über Mülltrennung informiere, meine Arzttermine ohne meine Eltern mache und dass ich bei der Krankenkasse anrufe, wenn nötig :zwinker: Lass dich nicht unterkriegen, weil du dich mit Technik nicht auskennst.
Ich sehe mich auch null als 30-jährige, 35-jährige,... Frau. Mit Kindern? :confused: Ich habe ja manchmal selbst keinen Plan, wie das Leben "funktioniert". Ist das "normal", dass ich mir das einfach mal null vorstellen kann? Ich rufe immer noch bei Papi zu Hause an, wenn ich Hilfe beim Auto oder anderen handwerklichen Dingen brauche. Mir ist schon bewusst, dass ich kein Kind mehr bin, aber gleichzeitig fühle ich mich nicht besonders "erwachsen".

Konntest du dir vor 5 Jahren dich mit 24 Jahren vorstellen ? Sei ehrlich :smile: Wir wissen nicht was die Zukunft bringt, welche Herausforderungen auf dich warten, welche Rückschläge und Erfolge du erlebst. Und dir wird beides geschehen.

Gleichzeitig habe ich auch total Angst vor dem Älterwerden des Körpers. Ersten Falten. Ersten Wehwechen. Dem Erschlaffen der Haut. Gerade als Frau ist man ja ständig unter Druck...
Aber natürlich auch Sorge vor Krankheiten.
Mir macht auch Angst, wie die Zeit rast. Die letzten fünf Jahre sind eigentlich ziemlich schnell vergangen. Und mein Vater meinte schon oft zu mir, dass es immer, immer schneller vorbei geht.
Was, wenn ich nie DEN Partner finde? Bzw. wenn mich das immer bedrücken wird? Bisher habe ich ihn noch nicht gefunden.

Wie werde ich damit umgehen, wenn meine Eltern eines Tages mal nicht mehr sind? Allein der Gedanke daran, treibt mir die Tränen in die Augen.
Das habe ich mich auch gefragt. Ich versuche meinen Eltern ein guter Sohn zu sein und lege viel mehr Wert darauf auch für SIE dazu sein. Sie waren und sind immer für mich da. Also will ich sie auch spüren lassen, dass ich sie liebe.

Prinzipiell kann natürlich jeder diese Umfrage beantworten. Gespannt bin ich aber vorallem auf die Antworten der Damen und Herren, die älter sind als ich.

An die User, die in meinem Alter sind:
Plagen euch auch solche Gedanken?
Wie geht ihr damit um?
Bzw. was würde ihr mir raten, wie ich mit diesen Sorgen umgehen kann?

Ablenkung würde ich mal sagen. Kümmere dich um dein Leben. Für mich würde zuerst die berufliche Karriere bzw. ein erfüllender Job stehen. Das ist das Fundament für ein Leben. Denn so kann man sich um sich selbst kümmern und man ist offener für andere Möglichkeiten.
Ich trenne Lebensbereiche ziemlich stark ab, was Männer oft machen im Gegensatz zu Frauen. Der Bereich der Arbeit ist für mich ein sehr wichtiger.


An die Älteren:
Wie geht, vorallem ihr Frauen, mit dem Älterwerden um? Gerade, was unser westliches Schönheitsideal angeht. Vermisst man seine Jugend?
Ich habe hier ja auch teilweise gelesen, dass es ab 40 Jahren erst "so richtig los geht" - was meint ihr damit?

Gibt es Dinge, die ihr bereut getan zu haben/nicht getan zu haben?
Hattet ihr als Mitte-20-Jährige auch solche Gedanken?

Wie geht ihr mit dem Älterwerden eurer Eltern um? Natürlich kann "immer was passieren" - aber je älter und gebrechlicher die eigenen Eltern werden, desto bewusster wird einem, finde ich, doch die Endlichkeit des Lebens.

Ich bin auf eure Antworten gespannt. :smile:

LG
vry
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Mir geht es genauso, wie dir, ich werde auch bald 25 Jahre alt.

An sich sind solche Gedanken wohl nicht selten, schätze ich einmal, da es mir vor einiger Zeit noch genauso gegangen bin. Also Fragen bezüglich Studium und anderer Entscheidungen, selbst jene, die ich im letzten Jahr treffen musste, also nicht mit 18, wo man noch ganz andere Dinge als wichtig erachtet hat und erst sozusagen aus der Schule raus war und das normale Leben überhaupt nicht wirklich kannte.

Den Gedanken etwas verpasst zu haben, den habe ich allerdings nicht, denn sollte man noch etwas erleben möchten, dann kann man das auch noch mit 25+ tun. Mir fällt jedenfalls nichts ein, das ab 25 nicht mehr möglich wäre, wenn man es noch gerne tun würde. Darüber solltest du dir also mal weniger Gedanken machen. Gibt es den Anlass zu diesem Gedanken. Also konkrete Beispiele? Oder ist es eher ein allgemeiner Gedanke, ohne genauen Hintergrund?

Erwachsen fühle ich mich mit bald 25 allerdings auch nicht und wenn ich mich so umsehe, also Studienkollegen, Bekannte und Co, dann würde ich auch nicht sagen, dass die mit Mitte 20 schon alle extrem reif und erwachsen sind. Oft frage ich mich, ob sich nichts geändert hat und sich de Leute wirklich noch so, wie damals in der Oberstufe benehmen. Ergo würde ich nicht sagen, dass es Standard ist, mit 25 schon erwachsen zu sein, alles zu wissen, alles zu können, usw.

Hast du denn konkrete Ziele/Wünsche/Träume im Leben, die du erreichen möchtest und auch ein gewisses Alter? Beispielsweise: Mit 35 möchte ich alle Kontinente bereist haben. Mit 30 möchte ich endlich einmal auf ein Konzert von XYZ gegangen sein. Mit 35 hoffe ich schon in meinem Traumjob tätig zu sein. Gibt es da etwas bei dir? Ich denke nämlich, dass diese Gedanken weniger daher kommen, dass du dir wirklich Sorgen machen solltest, als eventuell von der Tatsache, dass du nicht so recht weißt, was du im Leben möchtest und wo dich deine Ziele hinführen sollen, denn du stellst auch noch in Frage, ob es ‚komisch‘ ist, dass du dir Kinder und Co mit 30 nicht vorstellen kannst, aber dabei ist das ganz legitim. Es wirkt also so, als verschwendest du deine Zeit dabei, darüber nachzudenken, was du nicht möchtest und ob das normal/akzeptabel ist, als zu überlegen, was denn für dich akzeptabel ist und du im Leben möchtest.

Vor noch einigen Jahren habe ich aber auch so gedacht. Mit 24/25 stehenbleiben, das wäre super. Kinder…bloß nicht. Ehe…wer braucht das? Was möchte ich bloß studieren? Ich kann das also ganz gut nachvollziehen, wenn man so denkt. Mittlerweile hat sich das bei mir zwar geändert, aber dennoch erinnere ich mich an die Zeiten, wo ich es verdammt schrecklich fand, 20 zu werden, oder alleine der Gedanke 25 und dann 30 zu sein…also uralt…da ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen. Alptraum sozusagen. Da ich aber auch jemand bin, der sich andauernd zu allen Belangen extreme Gedanken macht, kann ich es natürlich nachvollziehen. Will ich daran denken, dass ich vielleicht einmal krank werde, oder mit 50 Falten habe? Keinesfalls und ich bezweifle, dass irgendjemand der Gedanke daran eine Freude breitet. Die Tatsache ist aber, dass man manche Dinge nicht ändern kann und andere nicht vorhersehen. Willst du dich also nun damit aufhalten, dass du mit 65 Jahren an irgendetwas schwer erkrankst? Wenn es so sein sollte, dann wärst du mit 65 eher froh, dass du die 40 Jahre davor glücklich genossen hast. Genieße das Leben also etwas mehr in den guten Zeiten, weil es schient nicht so, als würdest du unglücklich im Hier und Jetzt sein. Die negativen Aspekte des Lebens lauern sowieso hinter jeder Ecke und wenn du dich mal mit einem auseinandersetzen musst, dann ist das einfacher, wenn du genug positive Momente davor im Leben hattest, als wenn du dir über Jahre hinweg Gedanken gemacht hast und Angst hattest, dass genau das eintrifft.

Vielleicht dauert es bei dir aber auch nur noch ein paar Jahre, bis du die Dinge anders siehst. Manche sind früher dran und manche später und daran ist ja auch nichts verkehrt.

Meiner Meinung nach kriecht die Zeit aber eher. Wenn ich daran denke, was ich von 20 bis 25 erlebt habe, dann mache ich mir keinen Gedanken um die 30. Das ist sozusagen für mich dann einmal die große Zahl von wegen Studium fertig, Job suche, ausziehen, Hausbau, ins Ausland auswandern, usw. und im Moment könnte ich mir das noch nicht vorstellen, also von der Bewältigung her. Alles, das ich aber nun tue, hätte ich mir vor 5 Jahren auch 0 vorstellen können, von daher denke ich doch, dass 5 Jahre wirklich eine extrem lange Zeit sind und man sich da sehr stark verändert. Dass dir die Zeit wegläuft, davor solltest du aber keine Angst haben. Das fühlt sich wohl nur so an, weil du jedes Jahr am 1.1 denkst und wieder ist ein Jahr rum und dies und das ist NICHT eingetroffen/habe ich NICHT erreicht. Ist also mehr Illusion, als Realität.

Ob du den Partner fürs Leben bald finden wirst, oder nicht, das kann ich dir natürlich nicht sagen, da ich keine Wahrsagerin bin, aber eines kann ich dir sagen, da mich deine Einstellung so sehr an mich vor einigen Jahren erinnert, wenn du ihn findest, dann kann es gut sein, dass dein ganzes Leben und deine ganzen Ansichten auf den Kopf gestellt werden. Ich zum Beispiel studiere Jura und wollte danach, keine große Überraschung, Rechtsanwältin werden. Zuerst dachte ich, dass es durch das spätere Auswandern nicht möglich wäre…großer Schock. Dann hatte ich mich damit abgefunden und nun habe ich erfahren, dass es doch einen Weg geben würde, damit ich sozusagen meinen Karrieretraum verwirklichen könnte und jetzt die große Überraschung…ich würde diese Möglichkeit nicht mehr in Anspruch nehmen, weil ich dann noch zwei Jahre nach dem Studium dranhängen müsste, anschließend noch die Jobsuche und ich wäre bald 35, bis ich mit Familie und Co beginnen könnte. Früher wollte ich das alles bloß nicht. Schule war wichtig. Studium. Dann ein gut bezahlter Job. Tja…und dann kommt ein Mann und dreht alles um. Kann also gut sein, dass es bei dir noch daran liegt, weil du augenscheinlich nach dem richtigen Partner suchst, ihn aber noch nicht gefunden hast und daher irgendwie keine Perspektive hast, weil du das eine nicht willst, das andere nicht hast und nun denkst, dass du schon 25 bist und bald der Zug abgefahren ist, was natürlich vollkommener Unsinn ist.

Während ich also mit 20 bloß nicht älter werden wollte und panische Angst vor der 2 hatte, kann ich es nun nicht erwarten endlich eine 3 zu sehen. Natürlich genieße ich das Leben nun auch und weiß, dass in den nächsten 5 Jahren viel passieren wird, das sehr wichtig für mein weiteres Leben ist, keine Frage und daher freue ich mich auch auf all das, aber zu wissen, dass ich mit 31 dann ein fertiges Studium habe, einen Job, verheiratet bin, mit meinem Partner in einem Haus wohnen werde und dann mit 33 Kinder haben werde, das macht eher Lust auf das Älterwerden, als dass ich große Panik davor habe, dass ich irgendwann 30 werde. Hätte ich ne Zeitmaschine, dann wäre ich doch sehr sehr dazu verführt, die Zeit mal eben ein paar Jährchen vorzuschrauben…aber tun würde ich es wohl doch nicht, da ich die nächsten 5 Jahre auch nicht verpassen möchte.
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
Ich weiche in diesem Punkt wohl sehr vom normalen Denken, Handeln und Erleben der meisten Menschen ab und deshalb ist dieses Thema nicht nur äusserst interessant und wichtig für mich, sondern es ist eines meiner grossen Lebensthemen überhaupt, da ich mich Zeit meines Lebens mit dem Älterwerden und dem Tod tagtäglich intensiv auseinandersetze.

Mit dem Prinzip der Weiterentwicklung, insbesondere der Persönlichkeitsentwicklung, das vor allem in der Schule grosses Thema war und laut Lehrkraft eingeübt werden sollte, weil spätestens in der Pubertät sich schliesslich jeder Mensch stark verändern und weiterentwickeln würde und er später nach der Schulzeit zu gravierenden Veränderungen und einem neuen Lebensabschnitt geradezu gedrängt werde. Ich allerdings konnte mich mit diesem Prinzip nie anfreunden, bin entwicklungstechnisch nie mit dem Strom geschwommen und habe stattdessen versucht meinem ICH aus der nach gesellschaftlichen Massstäben geltenden präpubertären Altersspanne treu zu bleiben.

Ich habe also nie die typisch pubertären Spässe mitgemacht und praktiziere auch heute von einigen Ausnahmen abgesehen kaum Dinge, die ausschliesslich Erwachsenen und Jugendlichen vorbehalten sind. Wie z.B. Mofa und Auto fahren, ich besuche keine Discos oder Clubs, aber beschäftige mich dafür z.B. viel mit PCs und Videospielen, wie ich das schon früher tat.

Prinzipiell hat sich bei mir in den letzten 15 Jahren so gut wie gar nichts verändert. Zumindest versuche ich an dieser Ansicht festzuhalten, wobei ich allerdings nicht behaupten will die letzten 15 Jahre gänzlich verschlafen zu haben, oder dass ich z.B. nicht mit dem Fortschritt der Technik versucht habe mitzuhalten etc. Es ist auch nicht so, dass ich behaupten könnte in dieser Zeitspanne um keinerlei Erfahrungen reicher geworden zu sein.

Denn obwohl ich mich heute vereinzelt sogar zu Unternehmungen bewegen kann, die ich mich aus diversen Gründen vor 10 bis 15 Jahren noch nicht getraut hätte, löst dieser Umstand in mir weder das Gefühl des partiellen Erwachsengewordenseins auf sozialer und persönlicher Ebene aus oder einer zugenommenen Reife, bedingt durch die neu gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse, die andere Leute im Zeitraum vom vielleicht 15. bis 18. Lebensjahr machen. Im Nachhinein betrachtet löst es sogar eher ein flaues Gefühl in mir aus und keine inneren Begeisterungsstürme oder Gefühle in Form von Erfolgserlebnissen, weil ich mich ja dieses oder jenes nun doch getraut habe.

Deshalb integriere ich diese Erlebnisse viel mehr einfach in mein bisheriges Selbst hinein, ohne dieses dadurch vom Gefühl her auf eine höhere Entwicklungsstufe zu befördern, in etwa um dadurch zu der Überzeugung zu gelangen, dass ich daran gewachsen oder reifer geworden bin. Denn an den grundlegenden Dingen hat sich durch diese neuen Erfahrungen ja nichts wirklich verändert.

So beschäftige ich mich auch weiterhin wie schon mit 6, 16, 26 oder nun 36 Jahren viel mit existenziellen Dingen wie dem Tod, dem Sterben, Älterwerden, Zukunftsprognosen etc. Mag sein, dass für mich diese Themen mit jeder Dekade etwas mehr an Aktualität gewinnen, auch weil bei mir wie wohl bei anderen Menschen das subjektive Gefühl besteht, dass mit zunehmenden Lebensjahren die Zeit immer schneller vergeht. Dennoch empfinde ich, dass das Grundprinzip dasselbe bleibt wie damals. Weil ich schon allein durch solche Themen wohl auch nie ein typisches Kind war, blieben die typischen Entwicklungsschritte zum Erwachsenen vermutlich aus. So wie ich eben schon damals vor 20 - 30 Jahren weder typisch Kind noch erwachsen war, bin ich es heute genauso wenig.

Älter werden ist für mich daher eher eine abstrakte Sache, die ich insofern zu verdrängen versuche, indem ich sie einfach real möglichst nicht auslebe und dabei hoffe, auch in Zukunft möglichst einen Bogen darum machen zu können. Gewiss ist für mich nur, dass mich der Tod irgendwann ereilt und allenfalls der damit verbundene Sterbeprozess.

Den Tod von aussenstehenden Menschen, die man vom Hörensagen kennt oder auch von Prominenten, mit denen ich mich nicht verbunden fühle, nehme ich mit einer Mischung aus Interesse, Nachdenklichkeit und einer relativen Gelassenheit auf. Der Tod bzw. der bevorstehende Tod von nahestehenden Verwandten geht mir natürlich bedeutend näher, nicht nur wegen des damit verbundenen Verlustes der verstorbenen Person, sondern weil damit auch die Gedanken an die eigene Sterblichkeit wiederum eine neue Perspektive erhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer15352 

Beiträge füllen Bücher
Also erwachsen fühle ich mich mit 31 immer noch nicht. Ist wohl ne Typfrage :zwinker:. Älter aussehen tu ich ebenfalls nicht. Ich werde nachwievor für 18-20 gehalten, was natürlich einerseits schmeichelhaft ist, andererseits auch nervig. Vielleicht kann ich mit 40 anderes berichten, aber jetzt zumindest merke ich noch null vom Älterwerden. Ich finde 25 auch arg früh, um sich über so etwas Gedanken zu machen. Mit 25 IST man doch noch mega jung! Das einzige, was mir etwas Sorge bereitet, ist die Tatsache, dass ich trotz Jugendlichen Aussehen im Inneren natürlich schon alter und mir z.B. laut Ärztin nicht mehr viel Zeit fürs Kinderkriegen bleibt :hmm:. Aber selbst das kann man leider nicht planen - wie so Vieles im Leben...
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Das Gefühl des Verpassens hatte ich ganz stark mit 24. Damals war ich noch einmal im Ausland und wollte dort auch gezielt als Single hin, um die Zeit in vollen Zügen genießen zu können. :tongue: Diese Zeit hat mich noch einmal ziemlich geprägt und ich habe mich verändert.

Gerade befinde ich mich in einer Umbruchsphase und diese Phase beschäftigt mich ziemlich. Nach dem Studium, mit dem mir alle Türen offen stehen, sollte ich keinen Job annehmen, der mir nicht zusagt, andererseits ist die Jobsuche nervenaufreibend. Gerade jetzt möchte ich die Chance noch einmal nutzen, die Weichen für die Zukunft zu stellen, denn sie werden mein Leben noch einmal maßgeblich beeinflussen. Nicht nur in Hinsicht auf einen Job, sondern eben auch: Wo möchte ich wohnen? Wie möchte ich wohnen? Was ist mir wichtig im Leben? Diese Fragen beschäftigen mich nachhaltig und ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich diese Fragen nicht leichtfertig beantworten sollte.

Generell fühle ich mich schon alt, einfach weil dieses "In den Tag hineinleben" nicht mehr so einfach geht. Am Abend bleibt wenig Zeit und das Wochenende ist auch schnell vorbei. Ich lobe mir die Flexibilität des Studiums. Mittlerweile muss ich Prioritäten setzen, mit wem ich meine Freizeit wirklich verbringen möchte. Ich will einfach keine Zeit mehr mit Menschen verbringen, die mir nicht guttun, da Zeit ein wichtiges Gut ist.
 

Benutzer4030 

Meistens hier zu finden
An die Älteren:
Wie geht, vorallem ihr Frauen, mit dem Älterwerden um?

Ich bin jetzt 33. Ich finde mein Alter geil. Und ich freue mich auch aufs noch Älter werden. Die ersten grauen Haare sind schon da. Meine Figur ist "verhunzt" seit meiner Schwangerschaft, hab übelste Dehnungsstreifen.

Gerade, was unser westliches Schönheitsideal angeht. Vermisst man seine Jugend?

Nö überhaupt nicht. Ich mein man kann sich gesund ernähren, Sport treiben, seine Figur halten, aber ganz ehrlich mit Anfang/mitte 20 hatte ich mehr Komplexe. Ich steh jetzt drüber. Die Männer müssen damit rechnen und wissen und sehen sie ja auch das ich nicht mehr "tau-frisch" bin. Dadurch hab ich eine übelste innere Ruhe gefunden, und keine Ahnung vielleicht strahl ich das auch aus. Ich muß niemanden mehr etwas beweisen, so wie ich noch vor 10 Jahren gedacht habe.

Ich habe hier ja auch teilweise gelesen, dass es ab 40 Jahren erst "so richtig los geht" - was meint ihr damit?

Ich hab mein Kind mit 20 bekommen. Ja bei mir geht jetzt sozusagen die Post ab. Junior ist aus den "gröbsten" raus. Er braucht mich zwar noch Jahre. Aber dennoch übernachtet er bei Kumpels, macht auch tagsüber sein Ding oder verbringt das WE bei den Großeltern. Ich hab die gröbsten Punkte in meinen Leben abgehakt und arbeite jetzt auf meine restliche Zukunft hin. Ganz entspannt, zwar mit neuen Partner und wieder eine eigene Existenz aufbauen, aber ich hab den persönlichen Druck nicht mehr: Partner finden, Kinder bekommen, Nest ausbauen, Heiraten. Und durch meine diversen Lebenskrisen und Erfahren seit Anfang 20 hab ich auch eins gelernt: Es geht immer weiter. Vielleicht anders wie geplant, aber es gibt immer einen Weg.


Wie geht ihr mit dem Älterwerden eurer Eltern um? Natürlich kann "immer was passieren" - aber je älter und gebrechlicher die eigenen Eltern werden, desto bewusster wird einem, finde ich, doch die Endlichkeit des Lebens

Das ist natürlich ein wunder Punkt. Jap sie werden älter und langsam verschieben sich jetzt die Grenzen, jetzt werde ich auch mal um Rat gefragt, meine Meinung eingeholt. Man fährt sie zu Terminen. Das alles will organisiert werden. In diese Rolle muß sich jeder erst einfinden, die Alten wie die Jungen. Und da rumpelt es auch mal zwischen durch. Niemand sieht gerne ein, das er vergesslich wird, oder langsam schwerhörig.

Ich aber immer in Häusern mit mehreren Generationen gelebt und bin so einiges gewöhnt. Klar möchte ich das meine Eltern und Schwiegereltern noch ewig Leben und sie vielleicht noch Urenkel bekommen, aber man weiß es nicht, wie lange sie noch Leben. Deswegen genieße ich jetzt mein Leben mit meiner Familie. Bin auch immer in der Nähe und werde sie begleiten, bis der Weg zu Ende ist. Genauso werden die Schwiegereltern an meinen Leben teil haben. Dieses Leben hab ich mir bewußt ausgesucht und es passt auch zu mir und ich freue mich auf die kommenden noch schönen Jahre.

Noch bewußter wurde mir all diese Sachen, als ich meine letzte Oma zu Grabe getragen habe :-(
 

Benutzer152329 

Verbringt hier viel Zeit
Da ich zur Zeit in einer nicht so schönen Situation bin, beschäftige ich mich viel damit, was ich vielleicht anders gemacht hätte. Generell ist mir aber auch bewusst, dass das nix bringt und ich bereue eigentlich auch nichts. Muss mich da nur irgendwie wieder rausziehen ...
 

Benutzer6428 

Doctor How
Um es kurz zu machen: In einem alten Menschen steckt immer ein junger Mensch, der sich wundert, wo die Zeit hin ist :grin:

Ist auch so... :zwinker:
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Vielleicht noch mal ein optischer/verhaltensbezogener Aspekt: Viele Leute, die heute 50 oder 60 sind, sehen schon lange nicht mehr so aus, wie man sich Leute im fortgeschrittenen Alter vorstellt - und sie verhalten sich auch nicht so. Auf Bildern vergangener Generationen sah man in dem Alter gerne mal richtig alt aus. Das hat sicher war damit zu tun, dass man bei steigender Lebenserwartung mit 50 noch eine ordentliche Wegstrecke vor sich hat und man seine aktuelle Situation daher anders sieht. Daneben sieht Mode für diese Altersgruppe heute nicht mehr nur so altbacken und unvorteilhaft aus, wie früher.

Im Ergebnis gibt es dann auch nicht mehr so klare/krasse Übergänge ab dem Erwachsenenalter, sondern Lebensphasen verlaufen stärker ineinander. Bei 37 Grad im ZDF wurde auch mal eine Frau portraitiert, die erst mit Ende 40 den anonymen Online-Sex für sich entdeckt hat. Viele Altersgrenzen entstehen und fallen im Kopf - nirgendwo sonst.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Habe ich etwas "verpasst"?
Was, wenn ich eines Tages etwas bereue? Beispielsweise, etwas nicht getan zu haben?
Ehrlich gesagt verstehe ich derartige Zweifel und Fragen nicht wirklich. Zum Glück können wir ein relativ freies Leben führen und haben dementsprechend häufig die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten. - Und mit jeder Entscheidung für irgendeine Sache, die uns gerade am besten gefällt, am meisten Spaß verspricht, o.Ä. verpassen wir natürlich all die anderen Alternativen, gegen die wir uns entscheiden. Das ist doch die normalste Sache der Welt.
Mal ein Beispiel:
Ich habe viel lieber die Wahl zwischen verschiedenen Restaurants, die wiederum jeweils verschiedene Gerichte zur Auswahl haben, als immer in eine Pizzeria gehen zu müssen, in der es nur Pizza margherita gibt. Aber dann darf ich mich auch nicht beschwären, dass mir die Entscheidung manchmal schwer fällt und dass ich leckeres indisches Essen verpasse, nachdem ich mich für den Asiaten entschieden habe.

An die User, die in meinem Alter sind:
Plagen euch auch solche Gedanken?
Wie geht ihr damit um?
Bzw. was würde ihr mir raten, wie ich mit diesen Sorgen umgehen kann?
Mich plagt nur ein einziger quälender Gedanke: Schaffe ich es in den nächsten Jahren, die passende Frau zu finden, mit der ich eine schöne Beziehung oder Ehe führen und eine Familie gründen kann?
Aber diese Frage ist für mich eine existenzielle Frage, da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich keinerlei Lebensmut und Lebensfreude mehr haben werde, wenn ich mir irgendwann eingestehen muss, dass ich das einzige feste Ziel, das ich in meinem Leben habe, nicht mehr erreichen kann.

Ansonsten habe ich eigentlich kein großes Problem damit, älter zu werden - auch wenn es schon schön wäre, wenn die Zeit etwas langsamer vergehen würde.

Einen Rat kann ich dir nicht geben, weil ich z.B. dieses Gefühl, noch nicht erwachsen zu sein, einfach nicht kenne.

An die Älteren:
Wie geht, vorallem ihr Frauen, mit dem Älterwerden um? Gerade, was unser westliches Schönheitsideal angeht. Vermisst man seine Jugend?
Mal eine kleine Anekdote zu diesem Thema: Vor einigen Jahren habe ich eine ca. 50 Jahre alte Frau kennengelernt, die ihr Alter überhaupt nicht versteckt hat: Sie hatte lange, graue Haare, die sie offen getragen hat, die eine oder andere Falte im Gesicht, usw. - Und ich bin bin der Meinung, dass sie gerade deshalb eine wirklich schöne Frau ist. Insgesammt hatte sie einfach eine wahnsinnig tolle Ausstrahlung, weil man das Gefühl hatte, dass sie mit sich und ihrem Leben einfach zufrieden ist.
Dagegen wirkt der vergebliche Versuch, die Zeichen des Älterwerdens zu verstecken, einfach lächerlich.

Wie geht ihr mit dem Älterwerden eurer Eltern um? Natürlich kann "immer was passieren" - aber je älter und gebrechlicher die eigenen Eltern werden, desto bewusster wird einem, finde ich, doch die Endlichkeit des Lebens.
Ich finde es schön, relativ junge Eltern zu haben, die noch ein gutes Stück vom Status "alt und gebrechlich" entfernt sind.
Aber ich bin guter Dinge, dass ich bei meinen Eltern den natürlichen Lauf der Dinge genau so akzeptieren kann, wie ich ihn auch bei meinen Großeltern akzeptiere, bzw. akzeptiert habe. Aber da kommt es mir auch zugute, dass ich die Tatsache der Endlichkeit des Lebens und meine Vorstellung, dass es mit dem Tod tatsächlich aus und vorbei ist, keineswegs erschreckend oder beängstigend, sondern irgendwie beruhigend und motivierend zugleich finde.
 

Benutzer72433 

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Mir macht auch Angst, wie die Zeit rast. Die letzten fünf Jahre sind eigentlich ziemlich schnell vergangen. Und mein Vater meinte schon oft zu mir, dass es immer, immer schneller vorbei geht.
das ist leider sowas von wahr... und das ist auch das einzige, was mich wirklich stresst. wenn das so weitergeht, dann wird sich nen jahr bald nurnoch wie nen monat anfühlen.

ich hab aber auch mein faktisches alter garnicht im kopf, ich musste grade ernsthaft überlegen ob ich nun 29 oder 30 sei und hab dann kurz in mein profil gelinst ums zu wissen :grin: - ich hab irgendwann beschlossen, dass das eigentlich egal ist.

ja, ich hab mittlerweile fältchen auf der stirn - das ist ok, die sprechen von meinem leben. meine figur ist auch nicht mehr wie mit 18 und manchmal denke ich sehnsüchtig daran zurück - dann wieder stelle ich fest, dass sie zwar anders, aber nicht schlechter ist.

insgesamt habe ich einfach das gefühl, dass man für alles, was man verliert, eben auch was bekommt, und dass ein gelebtes leben eigentlich was schönes ist. man hat ja nur dieses eine und es wird so oder so vorbeigehen, also was kann man besseres machen als es zu leben?

schlimm wäre es für mich, wenn es ein verstrichenes leben wäre. wenn ich brav von einer vorgesehen station zur nächsten gehetzt wäre - kinderkrippe, kindergarten, vorschule, schule, ausbildung oder studium, arbeit... dann hätte ich wohl wirklich das gefühl, etwas verpasst zu haben, und was ich dafür bekommen hätte (der tadellose lebenslauf und jetzt vielleicht nen bisschen geld mehr) wäre es mir sowas von nicht wert gewesen, dass ich allein die vorstellung als erschreckend empfinde.
ich hab mir aber zeit gelassen, manche stationen ersatzlos gestrichen, andere verschoben, mich nicht drängen lassen und immer nur getan wozu ich auch bereit war... und eigentlich wäre es garnicht mehr schlimm, wenn mein leben bald vorbei wäre, nur schade. ich hab nichts verpasst, da gibts nichts was ich noch dringend tun müsste, ich kann mit meinen knapp 30 jahren schon zurückblicken und sagen, dass es sich gelohnt hat, dass ich ein erfülltes leben hatte, dass ich zufrieden sein kann.

oft scheints mir, dass andere sowas auf das rentenalter verschieben... das finde ich sehr traurig, diese vorstellung, dass mein leben sich erst am ende lohnen soll. aus meiner jetztigen sicht muss das eine fürchterliche leere in den erinnerungen sein - und was, wenn mans nachher nicht mehr aufholen kann? wenn man früh stirbt, wenn der körper nicht mehr mit macht, wenn die lebensfreude und der mut schon aufgegeben haben?

ich glaub, wenn man zufrieden mit seinem bisherigen leben ist, dann kann man auch dem altern friedlich entgegenblicken, dann muss man nicht krampfhaft versuchen an der jugend festzuhalten. dann ist das altern kein feind mehr und die begleiterscheinungen sind kein zeichen von "nicht mehr jung und frisch", sondern eher von "lebenserfahrung gesammelt" - also positiv statt negativ.

Ich rufe immer noch bei Papi zu Hause an, wenn ich Hilfe beim Auto oder anderen handwerklichen Dingen brauche. Mir ist schon bewusst, dass ich kein Kind mehr bin, aber gleichzeitig fühle ich mich nicht besonders "erwachsen".
das finde ich übrigens schön - ich mein, solange die eltern leben, solange bleibt man ja auch "kind" - eben das kind dieser eltern, und sie bleiben die eltern von einem. wäre doch dumm, darauf zu verzichten, auf die lebenserfahrung die sie einem voraus haben, nur, weil es kindlich wirken könnte... :smile:

ich finds schön, kind zu sein. so, wie ichs schön finde, lebenserfahrung zu haben. ich freu mich schon auf ostern - und ich werde, wie jedes jahr seitdem ich laufen kann, in einem großen garten liebevoll versteckte ostereier suchen, mich über jedes gefundene freuen, gleichzeitig erinnerungen an vergangene ostern passieren lassen und... es genießen, kind zu sein und lebenserfahrung zu haben :smile:
 
R

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Hmm, um mein eigenes Älterwerden mache ich mir wenig Gedanken. Klar, ich warte jetzt nicht sehnsüchtig auf Falten, Cellulite und graues Haar, aber das sind halt echt Dinge, mit denen man klarkommen muss. Ich denke nicht, dass mir das besonders schwer fallen wird, denn es gehört einfach zum Leben dazu.

Gedanken mache ich mir eher generell um die Zukunft: Die gesellschaftliche und politische Lage macht mir durchaus Sorgen (viele Terrororganisationen, Anschläge, Bevölkerungsexplosion in Afrika, die auch uns nicht unberührt lassen wird, die anhaltenden Flüchtlingsströme, gleichzeitiger Rechtsruck in Europa, Trump als Präsidentschaftskandidat, die weltweit und national immer größer werdende Schere zwischen arm und reich...), irgendwie habe ich das Gefühl, dass langsam alles aus den Fugen gerät und bald "irgendwas" passieren wird/muss - so kann es nicht mehr all zu lange weitergehen.

Auch um die Gesundheit mache ich mir große Sorgen. Besonders vor Krebs habe ich sehr große Angst, die Vorstellung eines Geschwürs in meinem Körper bereitet mir schon seit Kindheit extreme Panik. Auch die zunehmenden Zipperlein sind jetzt nichts, worauf ich mich freue. Meine Eltern sind mit Mitte 50 jetzt auch schon häufiger beim Arzt als früher, zwar ist es meist nix Ernstes, aber irgendwie muss man da so oft irgendwas abklären lassen. Bräuchte ich jetzt nicht unbedingt.

Vor Dingen wie einer eventuellen Scheidung, Jobverlust, Partnersuche usw. habe ich keine so große Angst, das wäre zwar scheiße, aber ich würde drüber wegkommen. Über sowas mache ich mir keine Gedaken.
Anders wäre es wohl, wenn ich Kinder hätte.

Was sollte ich verpasst haben? Ich kann die Dinge tun, die ich gern tun würde und bereue so gut wie nichts. Es gibt Dinge, die ich noch vorhabe, insofern hoffe ich, dass ich im Alter nicht irgendwann bereue, dass ich irgendwas nicht getan habe...ich nehme mir eben vor, all das zu tun, was ich gern tun würde. :smile:
Sicher nicht alles sofort, aber es gibt quasi einen Plan.

Erwachsen fühle ich mich übrigens jetzt so laaaaaaaaaangsam dann doch mal. Das kam zwar spät, aber eigentlich alles innerhalb weniger Monate mit Vollzeitjob, Steuerpflicht, eigenem Hund und Co.
Außerdem muss ich in meinem Job permanent die Erwachsenen- (und oft auch Eltern-) Rolle übernehmen, irgendwie ergibt es sich so langsam, dass ich mich tatsächlich etwas reifer fühle.
Zudem frage ich nicht mehr dauernd meine Eltern um Rat, sondern bemühe auch mal offizielle Stellen, das liegt aber eher an der Entfernung, die mittlerweile zwischen uns liegt.

Das Thema Kinderwunsch ist natürlich nochmal essentiell, ich mache mir darüber zwar auch Gedanken, allerdings warte ich ehrlich gesagt mehr darauf, dass sich das Gefühl einstellt, ein Kind zu wollen. Da kommt man ja mit Gedanken und rationalen Entscheidungen nicht weiter.
 

Benutzer133456  (49)

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Ich halte 43 fuer die magische Zahl. Bis dahin ist man fuer alles zu jung, und ab da ist man dann urploetzlich fuer alles moegliche zu alt. So zumindest erging es mir.

Dabei aendert sich eigentlich ueberhaupt nichts. Man ist, wer man ist, auch gesundheitlich. Das bleibt, wie's ist. Klar kann auch mal jemand an was erkranken, aber das kann einem in jedem Alter passieren. Herzinfarkte und Krebs sind schon im Kindesalter verfuegbar, da muss man nicht zwangslaeufig alt sein. Auch Fitness und Sex werden ueber vierzig voellig unangebracht totgeglaubt: Ich bin heute, mit 44, ungleich fitter als ich es z.B. mit 12 oder 18 gewesen bin; ich kann viele Kilometer weit joggen, in hohem Tempo, und viele Stockwerke Treppen bezwingen, ohne ausser Atem zu kommen; als Teenager waere ich bei sowas gestorben. Und Sex: Pff. Funktioniert alles wie frueher, aber heute kenne ich die ganzen Tricks.

Aber eine Sache aendert sich schon: So etwa um diesen Dreh rum, anfang vierzig, kommt man ploetzlich zur Vernunft. Das Schwabenalter existiert. Davon bin ich ueberzeugt. Und was es ausmacht, ist, dass man akzeptiert, wer man ist, wie man ist, ohne staendige Verrenkungen zu unternehmen, "wer man eigentlich sein sollte." Die Ausprobiererei ist vorbei. Man akzeptiert einfach irgendwann, man ist ein 95kg Typ mit leichtem Bauch, der mit kanadischem Akzent spricht und garantiert jedes Mal pfuscht, wenn es was auszurechnen gibt. Und um elf muss ich ins Bett. Fertig.

Das mit den Eltern relativiert sich auch. Meine Eltern gehen jetzt auf die achtzig zu, und ich staune ueber ihre Energie und Robustheit. Die haben sich auch in den vergangenen vierzig Jahren gar nicht veraendert. Klar, ein bisschen kleiner sind sie geworden, und weisshaarig, aber ansonsten, alles wie gehabt. Fahren Auto wie die wilden, sind staendig in drei Staedten gleichzeitig, und planen ein Festmahl nach dem anderen.

Unterm Strich aber habe ich den Eindruck, man muss sich vor dem Aelterwerden ueberhaupt nicht fuerchten. Man bleibt, wer man ist, und ploetzliche Krisen sind selten. Wer gut vorbaut, dem wird's gut gehen. Man muss an sein inneres Eichhoernchen appellieren.
 

Benutzer102673 

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Aber eine Sache aendert sich schon: So etwa um diesen Dreh rum, anfang vierzig, kommt man ploetzlich zur Vernunft. Das Schwabenalter existiert. Davon bin ich ueberzeugt. Und was es ausmacht, ist, dass man akzeptiert, wer man ist, wie man ist, ohne staendige Verrenkungen zu unternehmen, "wer man eigentlich sein sollte." Die Ausprobiererei ist vorbei. Man akzeptiert einfach irgendwann, man ist ein 95kg Typ mit leichtem Bauch, der mit kanadischem Akzent spricht und garantiert jedes Mal pfuscht, wenn es was auszurechnen gibt. Und um elf muss ich ins Bett. Fertig.
:grin:
Mir geht's schon jetzt so - nur, dass ich NOCH früher im Bett liege :grin: Und ich genieße nichts mehr als die Morgenstunden um 6h herum - nichts ist schöner als ein Frühlingsmorgen. Heute wollte ich eigentlich barfuß im Garten herumspazieren, aber meine Erkältung hats mir vermiest.

Vieles muss ich mir nicht geben, was scheinbar einfach allen um mir gefällt, aber mir selbst aus irgendwelchen Gründen nicht (Bsp: Wein :grin:. Ich lass es einfach). Und ich fühle mich gut dabei und habe überhaupt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Das finde ich gut.

Und das Tempo nimmt langsam ab. Auch das ist superangenehm. Ich werde weniger theatralisch, dramatisch, hektisch. Viele Dinge kann ich mir verzeihen und bin selbst mein Maßstab der Dinge. Nicht "die anderen", die es irgendwie immer alles besser machen.

Ich habe irgendwo Angst vor Krankheiten, auch berechtigt. Ich habe auch Angst, Menschen zu verlieren. Und ich merke, dass ich mich momentan wieder innerlich sehr stark damit beschäftige.
Aber ich denke, alles hat seine Zeit. Auch ich. Und diese schnöde Erkenntnis werde ich im Laufe der Jahre akzeptieren. Und irgendwo die eigene Vergänglichkeit als Teil des großen Ganzen ansehen können.

Allerdings habe ich ja nun bekanntlich auch meinen Lebenstraum - Mann und Kind, erfüllen können. Und ich kann mich nicht dagegen wehren, zu empfinden, dass ich einer für mich ganz großen Sinnhaftigkeit meines Lebens damit nachgekommen bin. Und nun heißt es: genießen, solang es geht :grin: und dankbar sein. Demütig vor dem Leben. Das bin ich mit Sicherheit von Tag zu Tag mehr.
 

Benutzer133456  (49)

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:grin:
Mir geht's schon jetzt so - nur, dass ich NOCH früher im Bett liege :grin: Und ich genieße nichts mehr als die Morgenstunden um 6h herum - nichts ist schöner als ein Frühlingsmorgen. Heute wollte ich eigentlich barfuß im Garten herumspazieren, aber meine Erkältung hats mir vermiest.

Vieles muss ich mir nicht geben, was scheinbar einfach allen um mir gefällt, aber mir selbst aus irgendwelchen Gründen nicht (Bsp: Wein :grin:. Ich lass es einfach). Und ich fühle mich gut dabei und habe überhaupt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Das finde ich gut.

Und das Tempo nimmt langsam ab. Auch das ist superangenehm. Ich werde weniger theatralisch, dramatisch, hektisch. Viele Dinge kann ich mir verzeihen und bin selbst mein Maßstab der Dinge. Nicht "die anderen", die es irgendwie immer alles besser machen.

Ich habe irgendwo Angst vor Krankheiten, auch berechtigt. Ich habe auch Angst, Menschen zu verlieren. Und ich merke, dass ich mich momentan wieder innerlich sehr stark damit beschäftige.
Aber ich denke, alles hat seine Zeit. Auch ich. Und diese schnöde Erkenntnis werde ich im Laufe der Jahre akzeptieren. Und irgendwo die eigene Vergänglichkeit als Teil des großen Ganzen ansehen können.

Allerdings habe ich ja nun bekanntlich auch meinen Lebenstraum - Mann und Kind, erfüllen können. Und ich kann mich nicht dagegen wehren, zu empfinden, dass ich einer für mich ganz großen Sinnhaftigkeit meines Lebens damit nachgekommen bin. Und nun heißt es: genießen, solang es geht :grin: und dankbar sein. Demütig vor dem Leben. Das bin ich mit Sicherheit von Tag zu Tag mehr.

Interessant, dass Du Dich mit anfang dreissig so fuehlst. Das war meine "Jungspundzeit" - allerdings war das bei mir nicht linear. Ich hatte eine zweite Jugend. Oder sollen wir vielleicht sagen, meine Jugend kam mit 20 Jahren Verspaetung, und ich war mit 30 erst 15, und mit 15 schon 30.

Ich verbrachte meine Teenagerjahre als vergeistigter Nerd, der ferngesteuerte Boote baute und religioese Gedanken waelzte; das zog sich dann bis in die 20er, nur, dass dann das Studium die ferngesteuerten Boote ersetzte. Und dann entdeckte ich ploetzlich, so mit 30, meinen Koerper. Ich nahm 50 kg ab, wurde Marathonlaeufer, Vegetarier, Agnostiker, Buddhist... der ganze Ballast musste ab. Als Resultat fuehle ich mich auch heute irgendwie eher anfang dreissig, nicht mitte vierzig, denn diese Einstellung ist mir geblieben.
 

Benutzer54458 

Verbringt hier viel Zeit
Ich gehöre zu den Älteren, bin ein gutes Stück Ü40. Eine Beautyqueen war ich nie, mit dem Älterwerden habe ich kein wirkliches Problem. Ich pflege mich allerdings mehr als früher. Gewisse Dinge stecke ich heute nicht mehr so weg wie früher und es zeigen sich erste kleine Fältchen, aber insgesamt fühle ich mich noch recht rüstig.
Als ich in Deinem Alter war, konnte ich mir das Älterwerden auch nicht so vorstellen. Damals hat sich das Leben eeeendlos vor einem ausgedehnt - und nun habe ich in etwa die Halbzeit erreicht und die eigene Endlichkeit oder die Angst vor einer schweren Krankheit beschäftigt mich doch ab und zu und mehr als früher. Aber noch bin ich jung genug, um das doch noch gut wegschieben zu können.
Meine Jugend wünsche ich mir nicht zurück, denn heute bin ich viel glücklicher als damals. Mit Anfang 30 fingen die besten Jahre bei mir an. Ich bin selbstbewusster, weiß, was ich kann (oder nicht) und ebenso, was ich will oder nicht. Ich habe mehr Lebenserfahrung und etwas mehr Gelassenheit durch die diversen bereits durch- und überstandenen Stürme des Lebens. So, wie es jetzt ist, dürfte es gerne bleiben mindestens.
Meine Eltern sind beide bereits tot, mein Vater schon Jahrzehnte, meine Mutter einige Jahre. Als ich noch jung war, konnte ich mir auch nicht vorstellen, wie das sein würde, wenn sie nicht mehr da sind. Aber es ist nunmal der Lauf der Welt und weil zum Leben eben auch der Tod gehört, kommt man auch damit klar, weil man es muss.
Ich bereue wenig bis nix im Leben, weil ich der Meinung bin, dass ich ja alle Entscheidungen zum jeweiligen Zeitpunkt mit dem damaligen Wissen und den damaligen Umständen getroffen habe. Hinterher ist man immer schlauer. Wichtiger ist, dass man für die Zukunft draus lernt.

Also: hab keine Angst, auch Ü40 ist das Leben noch lebenswert, mehr denn je. :jaa:
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Also bei mir steht der 35.Geburtstag an und ich muss zugeben, dass ich das zahlenmäßig schon alt finde.
Andererseits kann ich nicht behaupten, dass es mir schlecht geht, dass ich etwas vermisse, dass ich etwas noch hätte tun sollen bevor ich 35 bin.

Unterm Strich bin ich glücklich. Gesund vor allem, einigermaßen abgesichert (jobmäßig)... meine Eltern werden beide 60 dieses Jahr, viele Kolleginnen in meinem Alter haben schon ein Elternteil oder beide verloren... natürlich weiß ich, dass da gewissermaßen eine Bombe tickt. Und natürlich ist der Gedanke auch nicht schön, wobei ich mir darüber wenig GEdanken mache und mich da nicht von Angst leiten lasse.

Ängste habe ich eher in die Richtung, dass mit meinem Hund was sein könnte, dass ich meine Wohnung verliere oder etwas in der Art, allerdings bin ich da auch gut im Verdrängen.

Das einzige, was ich rückblickend bereue ist die Zeit, die ich mit meinem Ex verschwendet habe :ashamed: Das hatte aber nie was konkret mit meinem Alter zu tun.

Natürlich kann ich nicht behaupten, ich habe dieses und jenes erreicht und ich würde damit auch nicht prahlen. Ich führe sicher kein überdurchschnittliches Leben, aber das war auch nie mein Ziel. Ich bin heute besser als früher, darüber bin ich froh und darauf bin ich auch stolz :smile: Besser als die Anderen will ich gar nicht sein.

Dass die Zeit zum Teil fliegt, da gebe ich dir recht. Mein Hund hatte jetzt 5.Geburtstag und es kommt mir wie gestern vor als ich jedem noch erzählt habe, dass er erst 1,5 ist. Jetzt ist das schon wieder 3,5 Jahre her :eek:
Aber auch vor 10 Jahren ist die Zeit schon schnell vergangen und da war ich ja in deinem Alter vry en gelukkig vry en gelukkig :zwinker:

Ich hab viele Kolleginnen, die sind 20 oder sogar noch jünger. Verglichen mit denen bin ich natürlich ganz einfach alt. Wobei ich mich nicht so fühle und sie geben mir dieses Gefühl auch nicht. Das macht es für mich sehr viel einfacher, dass ich nicht das Gefühl habe, ich könnte mit ihnen nicht mithalten. Meine Brüste sind natürlich nicht mehr so straff wie vor 20 Jahren :grin:
Aber solange ich noch höre, dass ich aussehe wie Ende 20 freut mich das natürlich :zwinker:
Ich umgebe mich mit Menschen, die sind deutlich älter als ich, genauso mit Menschen, die deutlich jünger sind. Vielleicht hilft mir das auch bzw. ich fühle mich dann nie wirklich alt oder jung, sondern eben in der Mitte :zwinker:
 

Benutzer70315  (32)

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Ich bin mit 27 zwar schon älter als du, aber noch an einem Punkt, wo ich mich noch sehr genau an mein 24-jähriges Ich erinnern kann und was soll ich sagen, jetzt geht es mir besser als mit 24, was die Gedanken ans Alter betrifft.

Mit 24 war ich unsicher. Das Studium war fertig, ein neuer Lebensabschnitt begann. Ich vermisste die Studentenzeit schon ehe sie vorüber war. Und das war ein Trugschluss, denn jetzt fühle ich mich viel besser. Dieses "Hinarbeiten für später" war nämlich vorbei - denn "später" ist jetzt. Die 25 erschien mir damals auch wie ein riesiges Warnzeichen. Dabei ist das Humbug. Rational gesehen weiß man ja, dass eine Zahl an sich nichts verändert.
Oder anders gesagt: Du kannst dich innerhalb eines Jahres stark verändern oder auch in 5 Jahren kaum - alles ist möglich.

Außerdem sagt dir die Tatsache, dass du dich fragst, etwas verpasst zu haben, vor allem eines: Es ist alles in Butter. Denn nur durch dieses kritische Hinterfragen wagt man sich doch erst an Dinge heran, die andernfalls vlt verborgen geblieben wären.

Mit einer Sache, die du angesprochen hast, beschäftige ich mich ebenfalls sehr ungern: Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn meine Eltern irgendwann nicht mehr da sind. Sie stehen beide in der Blüte ihres Lebens und haben, wenn alles gut geht, fast die gleiche Zeit noch vor sich. Aber naja, der quälende Gedanke ist trotzdem da. Betrifft aber nicht nur meine Eltern.
 
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